GDL - Neuer Bahnstreik in Sicht

Nach neuesten Recherchen stehen einem gesicherten Vollzeitarbeitsplatz mit Langzeitvertrag 4 prekäre Kurzzeitjobs gegenüber. Die Prognose geht dahin, dass es noch viel mehr werden. wenn also demnächst einer Vollzeitstelle 9 prekäre Kurzzeitjobs gegenüber stehen, dann sind hoffentlich alle diejenigen mit bei den prekären Arbeitsstellen, die jetzt noch hochmütig und von oben herab bei dieser Auswertung geklickt haben, dass sie kein Verständnis für einen neuen Bahnstreik haben. Dabei geben alle Parteien mehr oder weniger offen zu, dass gerade der Chef der Lokführergewerkschaft der einzig absolut Unbestechliche ist, was man vom Chef der grossen Gewerkschaft wohl nicht sagen kann. Die haben sich ja wohl auch schon weitestgehend zu Gunsten der Bahn geeinigt. Grube kann da zufrieden sein!

Die GDL nimmt ihr Streikrecht wahr, um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Das ist auch der Sinn und Zweck eines Streiks! Würden die Gewerkschafter nur von Streik reden und sonst nichts tun, dann wären zwar alle die Vollidioten, die sich jetzt über Bahnverspätungen aufregen zwar happy, aber es würde auch niemand etwas erreichen. Denn es glaubt doch wohl niemand ernsthaft, dass ein Konzern freiwillig etwas hergeben würde, was ihn eventuell Geld und weniger Kontrolle über die Arbeiter kosten würde.

Unsere Grossväter und teilweise sogar noch Väter haben die Errungenschaften, von denen heute diejenigen profitieren, die gegen Streiks sind, mit ihrem Blut bezahlt! Schon vergessen, dass Firmenchefs die Armee bei Streiks rufen konnten und diese mit Maschinengewehren in die Streikgruppen geschossen haben? Wegen einer scheiss Zugverspätung den schwarzen Peter den Streikenden zu geben, statt solidarisch hinter ihnen zu stehen, ist einfach nur armselig. Ich hoffe und wünsche mir, dass alle diese Bastarde als Erste von Nahles Gesetz betroffen sein werden und ihre scheiss Jobs verlieren. Ich würde denen dann gern ins Gesicht sehen, wenn sie beim JobCenter in der Schlange stehen und sie fragen: "Na ihr asozialen Schmarotzer - ruhen wir uns jetzt auf Kosten der Steuerzahler in der sozialen Hängematte aus?" Das sind doch diese Stammtischparolen, die solche Leute immer parat haben.

Laut Dobrindt sollten die Gewerkschaften - gemeint ist hier die GDL - gezwungen werden, einer Schlichtung zuzustimmen. Das, lieber Herr Dobrindt, wäre das Ende des Streikrechts und der Anfang einer neuen Wirtschaftsdiktatur, die eh schon weit fortgeschritten ist! Warum eigentlich klagt hier niemand die Bahn an, die für die Streiks verantwortlich ist?

Da sage ich nur: "FUCK YOU!"

GDL - Einigung mit Bahn Update 21.5.2015

Es hat nun also sehr viel Druck von allen Seiten auf Weselsky gegeben. Es war sogar die Rede davon, durch eine einstweilige Verfügung den Streik zu stoppen. Dann wird davon geredet, welchen Schaden Weselsky(???) mit dem Streik anrichtet und wieviel Geld es die Bahn täglich kostet.

Ich hatte mal gelernt, dass ein Streik dem Unternehmer weh tun soll, damit er seine Mitarbeiter adäquat bezahlt und auch ansonsten für ein gutes Arbeitsklima sorgt, wenn er dies nicht aus freien Stücken macht. Welchen Sinn hätte denn ein Streik, der keinerlei materielle Einbussen des Unternehmens zur Folge hätte? Unternehmer sind nur über das Geld zu packen, denn das ist ihre Schwachstelle. Vielleicht sollte es mal in Deutschland eine Solidarisierung aller Werktätigen geben und der Generalstreik ausgerufen werden, damit zum Beispiel der Niedriglohnsektor, der meines Erachtens menschenverachtend ist, abgeschafft wird. Seriöse Handwerksbetriebe zahlen ihren Mitarbeitern gute Löhne und schaffen oft ein schon fast familiär zu nennendes Betriebsklima. Das motiviert und das merkt man dann auch an der Arbeit. (c.w.)

Tarifeinheitsgesetz

Natürlich wäre es in gewissem Sinne von Vorteil, wenn es eine Einheit unter den Gewerkschaften gäbe und nicht diese Machtkämpfe um Latifundien. Denn Gewerkschaftsbosse sind in der Mehrzahl auch nur Arbeitgeber und somit sehr kritisch zu betrachten. Von Weselsky weiss man immerhin, dass er kompromisslos zu seinen Leuten steht und sich nicht korrumpieren lässt.

Von der EVG unter der Führung von Alexander Kirchner ist bekannt, dass sie sehr (um das mal milde auszudrücken) "bahnfreundlich" ist. Heisst im Klartext, Alexander Kirchner steht mehr auf der Seite Grubes, als auf der Seite der Arbeitnehmer, was man auch bei den Tarifverhandlungen deutlich merkt. Sollte ein Tarifeinheitsgesetz kommen und vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand haben, dann hat sich die GDL erledigt, da sie keine Handhabe hat, ihr Recht mit einem Streik durchzusetzen. Konzernnahe Gewerkschaftsvorstände werden dann mehr die Interessen der Konzerne, als die ihrer Gewerkschaftsinteressen im Auge haben. Immerhin ist das für diese Herrschaften ja auch lohnend. Ich denke da zum Beispiel an die sechziger und siebziger Jahre, als einige Gewerkschaftsführer - von den Firmen gut angefüttert - Tarifverträge gegen die Interessen ihrer Mitglieder abschlossen. Es gibt da einen interessanten Artikel aus der Vergangenheit, der doch ein wenig ausleuchtet, wie Macht korrumpiert. Ich habe jetzt mal einen Artikel aus der linken Ecke genommen. Ähnliches gab es damals, als der Spiegel noch der Spiegel war, auch dort zu lesen. Ich frage mich auch, wie hoch die Anzahl der Betriebsräte in deutschen Firmen ist, die sich mit Geld, Zuschüssen zum Häuslebau oder/und mit Besuchen in Puffs, wo sie umsonst ficken können, bezahlen lassen. Beispiele gibt es genug, zum Beispiel die Betriebsräte im VW-Konzern.

Gewerkschaften 1960 und 1970

Ich verstehe zwar auf eine gewisse Weise die "Millionen" Bahnfahrer, die wegen des Streiks Angst um ihre Jobs haben. Doch sollte gerade diese Zielgruppe mal darüber nachdenken, warum es zwischen der GDL und der Bahn noch zu keinem Ergebnis gekommen ist. Anders als die EVG will Weselsky nämlich viel mehr. Zum Einen wird immer geschrieben, dass es um die Erweiterung der Tarifverträge für Bahnmitarbeiter ginge, die momentan in der EVG sind. Verschwiegen wird dabei, dass es auch um Sicherheitsaspekte geht. Weniger Lokführer - grössere Gefahr von Unfällen durch Übermüdung. Weniger Wartungspersonal - grössere Gefahr von Horrorunfällen mit defekten Zügen! Statt also sauer auf die GDL zu sein, sollten sie der GDL danken, dass sie sich für mehr Sicherheit einsetzt, die letztendlich der Gesundheit aller Bahnreisenden zugute kommt!

cornelia warnke 19.05.2015

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