CIA und Folter

Bericht zum Thema Gewalt

Nun soll also aus einem 6000-seitigen Bericht über die Foltermethoden der CIA nach Nine Eleven eine 500-seitige Zusammenfassung veröffentlicht werden. Allein diese Zusammenfassung soll so brisant sein, dass die Amerikaner befürchten, dass es zu Anschlägen auf ihre Botschaften in Nahost und anderswo kommen könnte. Alles in Allem also hochbrisantes Material.

Was wissen wir aus früheren Zeiten? In Südamerika wurde in den 50er und 60er Jahren ebenfalls gefoltert. Waterboarding ist mit Sicherheit keine Erfindung der Zeit nach Nine Eleven. Schlafentzug, Schläge, Elektroschocks, Medikamente und vieles andere wurde auch schon früher praktiziert.

Man hätte doch aus der Vergangenheit lernen können. Folter verhindert keine Verbrechen, sie schafft neue Verbrechen. Was soll denn ein Unschuldiger gestehen, der gefoltert wird? Irgendwann denkt er sich etwas aus und bezichtigt Nachbarn oder einfach nur Menschen, deren Namen er kennt, an terroristischen Unternehmen beteiligt zu sein. Das ist auch nachvollziehbar, denn wenn die Folter kein Ende nimmt und man eigentlich nichts zu gestehen hat, dann will man nur noch, dass die Folter aufhört und gesteht praktisch alles. So war es auch schon während der Inquisition, als die katholische Kirche tausende von Menschern foltern und ermorden liess.

Nun also warnt das Weiße Haus vor einem erhöhten Anschlagsrisiko für US-Einrichtungen weltweit. Tja - der Fluch der bösen Tat. Erinnert sich noch jemand an die Bilder aus Abu Ghuraib oder Guantanamo, wo der CIA selbst Kinder einsperrte unter den fürchterlichsten Bedingungen, die sich ein Mensch vorstellen kann?

Ich bin mir sicher, dass diese 500 Seiten nur die Spitze des Eisbergs einer völlig ausser Kontrolle geratenen Institution sind, in der Menschenleben NULL Wert hatten (und wahrscheinlich immer noch haben).

Nun sollen also mehrere tausend Elitesoldaten die amerikanischen Botschaften vor gewaltsamen Protesten schützen. Während Präsident Barack Obama das Folterprogramm stoppen liess und der Bericht erkennen lässt, dass durch die Folter keine relevanten Fakten erhoben wurden, widerspricht der ehemalige Präsident George W. Bush dem vehement und ist der Meinung, Folter sei das einzige Instrument, Anschläge der Terroristen zu verhindern, indem durch Folter gewonnene "Erkenntnisse" entsprechende Gegenmassnahmen in Gang setzen würden.

Tja - was soll man dazu noch sagen, zumal Nine Eleven immer noch die Menschen beschäftigt, weil eben viele glauben - unter ihnen Architekten, Bauingenieure, Feuerwehrleute und Piloten - dass dieser Terrorakt ein amerikanischer Insiderjob war.

cornelia warnke 9.12.2014

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