In Deutschland sind sehr viele - vor allem junge - türkische Migranten für Erdogan. Was sie meist nicht wissen, in der Türkei sind sie nicht willkommen. Sie gelten dort als Almancas und sind - wenn sie sich in der Türkei ebenso wie in Deutschland benehmen, schneller im türkischen Knast, als sie bis drei zählen können. Diese Verklärung aus der Ferne ist völlig weltfremd! Ich habe eine Weile in der Türkei ausschliesslich unter Türken gelebt und weiss deshalb, wie sie darüber denken. Für Erdogan sind sie lediglich als Wähler interessant, die für ihn stimmen.

Hinzu kommt, dass er zwar mit der Integration türkischstämmiger Bürger einverstanden ist, allerdings von einer Assimilierung abrät. Dieses Manöver ist sehr durchsichtig, kann aber von den meisten, recht einfach gestrickten Türken nicht durchschaut werden. Es ist klar, so lange sie sich lediglich integrieren und nicht assimilieren, hat er Einfluss auf diese Menschen!

Allein die Tatsache, dass Zehntausende in Deutschland diesem Menschen zujubeln, zeigt auch gleichzeitig, wie gefährlich dies für eine funktionierende Demokratie sein kann. Mir ist bisher kein Fall unter gekommen, wo ein diktatorischer Politiker eines fremden Landes in einem anderen Land Menschen zu beeinflussen sucht und diese in seine Wahlen einbindet.

Recep Tayyip Erdogan möchte aus der Türkei einen islamischen Staat machen. Er will alles Säkulare, was Kemal Atatürk aufgebaut hat, wieder abbauen. Ein Rückschritt ins Mittelalter. Wenn ich mich mit türkischen Frauen unterhalte, die stolz sind, das Kopftuch, die Burka oder Niqab zu tragen, dann prallen Welten aufeinander. Diese Frauen sind von Kindheit an daran gewöhnt worden und man brachte ihnen bei, dass es gut sei. Wenn ich argumentiere, dies sei ein Zeichen der Sklaverei, ernte ich ein Lachen und man sagt mir, ich hätte keine Ahnung. Nun wissen wir aber aus der jüngsten Vergangenheit, selbst hier in Deutschland, dass Frauen, die diese Bekleidung ablegen und sich dem Weltlichen zuwenden, selbst innerhalb der Familie grossen Repressionen ausgesetzt sind. Da ist es dann mit der scheinbaren Freiheit aus und entweder gehorchen sie oder sie werden bestraft, was sogar so weit gehen kann, dass die Frauen dabei getötet werden.

Deutsche Gesetze werden in der Regel nicht anerkannt. Es gibt da in den Moscheen selbst ernannte Richter, an die sich die gläubigen Familien - meist zu Lasten der Frau - wenden können. Immer wieder wird beteuert, dass es keine Zwangsverheiratungen oder Ehrenmorde mehr gibt, was allerdings eine Lüge ist. Es wird nur nicht öffentlich gemacht. Wenn türkische Frauen in Deutschland nicht so "spuren", wie es die Familie will, ist es immer noch üblich, die Frauen in die Heimat zu schicken, wo sie in die Obhut besonders gläubiger Muslime kommen.

Zum Glück sind nicht alle Türken in Deutschland so. Ein grosser Teil - vielleicht sogar der Grössere - ist europäisch eingestellt und hat mit einem Gottesstaat nichts am Hut. Es wird wohl noch einige Generationen dauern, bis der grösste Teil türkischer Migranten tatsächlich weg vom fanatischen Glauben kommen und moderate Gesellschaftsformen annehmen.

Wer einmal den Koran und die Bibel gelesen hat, den erfasst das Grausen, ob all der Gewalttaten, die Menschen dort angedroht werden. Jeder möge seine Religion haben und an seinen Gott glauben. Aber hütet euch vor den Fanatikern, die nur Gewalt aus den heiligen Büchern lesen!

cornelia warnke 25.05.2014

ZUR LISTE