Türkei und ISIS

Zuerst unterstützt die Türkei mit ihrem Ayatollah Erdogan an der Spitze eine islamistische Terrororganisation und jetzt, wo diese Organisation sich dafür mit der Geiselnahme türkischer Bürger bedankt hat, ist das Gezeter gross.

Mit modernsten Waffen ausgerüstet und gut ausgebildet dank türkischer Hilfe wird diese Organisation eine Gefahr für den gesamten arabisch-türkischen Raum. Man glaubt an ein Deja-vu, denn das Gleiche erlebten die US-Amerikaner mit den Afghanischen Taliban und den Mudschaheddin. Sie versorgten sie mit modernsten Waffen, mit Ausrüstung und stellten ihnen militärische Ausbilder zur Seite. Das taten sie nicht etwa aus Menschenfreundlichkeit, sondern weil es darum ging, der damaligen Sowjetunion zu schaden. Immerhin war noch "Kalter Krieg".

Doch zurück zu ISIS; sollten es die Terroristen tatsächlich bis nach Beirut schaffen und sich dort fest etablieren können, dann haben wir den nächsten "Gottesstaat", der seine Bürger weitgehend versklavt. In dieser neuen Ordnung werden dann wieder mal die Frauen die Leidtragenden sein.

Sollte der Fanatismus in die Türkei überschwappen, dann ist durchaus vorstellbar, dass die Fundamentalisten, die zumeist in ländlichen Gegenden ansässig sind, sich der Bewegung der ISIS anschliessen und den Bürgerkrieg ins Land tragen. Dies ist natürlich zuerst mal ein nur angedachtes Schreckensszenario, was aber durchaus Realität werden könnte.

Die grosse Angst der anderen Staaten ist in diesem Fall der Dominoeffekt. Wenn ein Land fällt, könnten durchaus andere Länder folgen. Das hätte dann natürlich auch nicht absehbare Folgen für die EU und die mit ihr befreundeten Staaten.

Hoffen wir, dass in diesem ganz speziellen Fall meine Gedanken lediglich einen kleinen Ausflug ins Reich der Phantasie gemacht haben. Was keine Phantasie ist, Erdogan will mit aller Gewalt die "Schuldigen" vom Gezi-Park verurteilt wissen. Er spaltet damit zwar die Bevölkerung, aber das scheint ihm egal, solange die fundamentalistische Landbevölkerung hinter ihm steht. Selbst die ganzen Korruptionsvorwürfe scheinen seine Fans nicht abzuschrecken. Doch wer sich stetig auf Kosten anderer Menschen bereichert, wird auch damit leben müssen: "Kimi yer, kimi bakar. Kiyamet ondan kopar" (Aufstand entsteht, wenn einige essen, andere nur zuschauen).

cornelia warnke 12.06.2014

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