npd.kz - wie krank ist das denn

Verwundert reibt man sich die Augen und überlegt, was das soll. Da gibt es eine Domain, die nennt sich npd.kz, wobei das zweideutige kz das Internetkürzel für Kazachstan ist.

Das wäre erst einmal kein grosser Aufreger, nur Verwunderung. Allerdings sieht das mit dem Domainnamen schon etwas anders aus, wenn man - durch Recherchen belegt - feststellen muss, dass die Domain ausgerechnet am 9. November, dem Jahrestag der Reichspogromnacht, registriert wurde und zwar unter dem Namen von Matthias Faust. Der wiederum ist Chefredakteur der NPD-Zeitung "Deutsche Stimme" und war ein Politiker der NPD und DVU.

Nun kann ja jeder Mensch im Netz mit gefakten Accounts eine Domain registrieren und ins Netz stellen. Hier stellt sich die Frage, die auch die Medien beschäftigt, welchen Zweck hat das. Die NPD jedenfalls hat dementiert, dass die Webseite von ihr erstellt wurde. Zum Geburtstag Hitlers, am 20.April berichteten die Medien darüber, dass es eine Domain mit dem Namen npd.kz gäbe und auf die Startseite der NPD weiterleiten würde. Einen Tag später, nämlich abends am 21.April führte die Weiterleitung plötzlich auf das Aufklärungsportal "Netz gegen Nazis", welches zur "Amadeu Antonio Stiftung" gehört.

Die Frage ist, wer macht so etwas und welchem Zweck dient es. Ist es nur ein Scherz - dann ist das ein ganz schlechter - oder steckt mehr dahinter. Das ausgerechnet "Netz gegen Nazis" diese Domain ins Leben gerufen haben soll, kann man wohl eher vergessen. Es könnte aber möglich sein, dass die Seite "Netz gegen Nazis" gehackt wurde. Denn scheinbar wird die Seite wegen Wartungsarbeiten nicht aktualisiert.

Da sich also bisher nicht eindeutig klären lässt, wer diese Domain und unter dem Namen "NPD Parteizentrale" noch 13 weitere - vorwiegend .de-Domains - registriert hat, lässt sich nichts weiter dazu sagen.

Spekulationen in jede Richtung sind aber vorprogrammiert. Was allerdings auffällt, es scheint niemand in die Richtung zu recherchieren, wer die Domains von welchem Bankkonto bezahlt hat. Denn die Spur des Geldes müsste sich doch auch im Internet verfolgen lassen, oder?

cornelia warnke 21.4.2015

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