Survival

Überleben nach Katastrophen in Europa

Inhaltsverzeichnis

  1. Einleitung
  2. Psyche
  3. Wasser
  4. Nahrung
  5. Wildpflanzen A - Z
  6. Feuer
  7. Zeltplatz/Übernachtung
  8. Seil
  9. Orientierung im Gelände
  10. Strohboot im Selbstbau
  11. HolzFloss im Selbstbau
  12. Weitere Wasserfahrzeuge
  13. Schneeschuhe im Selbstbau
  14. Messer/Waffen/Fallen/Jagd
  15. Notfallrucksack
  16. XBow Wildcat III
  17. Luftgewehr HW35
  18. GoSun Sonnenkocher
  19. Pilgerwagen Selbstbau
  20. Fahrrad mit Anhänger
  21. Lebensmittelvorrat
  22. Verteidigung bei Überfall
  23. Kampfmässiges Schiessen
  24. Funkgeräte
  25. GoalZero Nomad 20
  26. Erste Hilfe

Einleitung

Niemand kann sich ernsthaft vorstellen, dass unser zivilisiertes Gesellschaftssystem in ganz Europa mal total zusammen brechen könnte. Ein europaweiter Kollaps - der Supergau. Doch ist das wirklich so unmöglich? Ich sage Nein! Schauen wir nach Griechenland, Spanien, Frankreich und anderen Staaten, dann brauchen wir nicht all zu viel Phantasie, um uns vorzustellen, es könnte in diesen Staaten eskalieren wie zum Beispiel in Ägypten oder anderen arabischen Staaten. Überall wo Krieg oder Bürgerkrieg herrscht, hat die Zivilbevölkerung am meisten zu leiden und es gibt dort unverhältnismässig viele Todesopfer - siehe auch Afghanistan.

Es geht in diesem Artikel nicht darum eine allgemeine Hysterie zu schüren, sondern aufzuzeigen, welche Möglichkeiten des Überlebens nach einer - wie auch immer gearteten - Katastrophe bestehen. Aus den beiden Weltkriegen wissen wir, dass mehr als 90% der städtischen Bevölkerung ihre Wohnbereiche nicht verlassen hat. Da gerade hier aber das Chaos am Grössten sein wird, ist es empfehlenswert, der Stadt den Rücken zu kehren und aus und mit der Natur zu leben.

Vor diesen menschgemachten Katastrophen kann man nicht fliehen oder sie sonstwie beeinflussen, aber man kann sich auf solche Fälle wie auch auf Naturkatastrophen vorbereiten, um nicht völlig hilflos einer derartigen Situation ausgeliefert zu sein.

Rüdiger Nehberg ist ganz sicher ein toller Experte für Survival. Aber zu meiner Zeit war er mir - und wohl auch den meisten - nicht bekannt. Bereits Anfang der siebziger Jahre gab ich in meiner mir noch verbliebenen Freizeit Kurse in Überlebensstrategien. Das Wort Survival war zu dieser Zeit in Deutschland unbekannt. Geübt wurde an drei Wochenenden, Theorie in Berlin, Praxis in der Lüneburger Heide und im Wald bei Geroldsgrün, wo ich Jahre später mit einem Geschäftsfreund eine Jagd pachtete.

Bevor es Outdoor ging, brachte ich ihnen theoretische Kenntnisse im Überleben bei. Dabei ging es darum, wie man sich mit Hilfe einer analogen Armbanduhr und der Sonnenuhr mit Hilfe der Sonne die Mittagszeit und die Nordrichtung verschafft. Hinzu kam eine Schnelllektion der heimischen Flora und Fauna, wobei für meinen speziellen Kurs Wildkaninchen, Hasen und Ratten Vorrang vor anderen Tierarten hatten. Fangen in Schlingen, mit selbst gebauten Katapulten und Schleudern wurden sowohl theoretisch, als auch praktisch durchgenommen. Anhand eines Super-8 Films zeigte ich ihnen, wie man die Tiere fachmännisch tötet und zerlegt. Dann wurde ihnen das Wissen darüber vermittelt, welche Pflanzen gerade im deutschen Raum ess- und geniessbar sind. Als nächstes Nahrungsmittel kamen Frösche und Würmer an die Reihe. Zu diesem Zeitpunkt gab es dann häufig verschiedene Teilnehmer, die hier ausstiegen und auf die Teilerstattung ihrer Kursgebühr verzichteten. Damit reihten sie sich ein in die grosse Schar derjenigen, die lieber sterben, als eklige Dinge zu sich zu nehmen. Speziell Ratten sind bei uns Menschen negativ besetzt, was sich durch die Jahrhunderte verfestigt hat. In China werden in vielen Regionen Ratten gefangen und gegessen, was dort für die Ansässigen eine Selbstverständlichkeit ist.

Das Wichtigste war die Lektion, wie man Trinkwasser findet und ohne Gefäss trinkt. Dann kam das Suchen der richtigen Lagerstätte an die Reihe, welches ich mit ihnen im heimischen Revier theoretisch und praktisch durchführte. Ein weiterer wichtiger Punkt war das Feuermachen. Mit dem Bogen hatten alle ihre Schwierigkeiten, worauf ich gestattete, kleine Brenngläser zu benutzen. Gleichzeitig zeigte ich ihnen verschiedene Methoden, eine geschützte Feuerstelle anzulegen.

Die Kursteilnehmer durften ausser einer Armbanduhr, einer 10m langen, dünnen Schnur, einem kleinen Brennglas (vermittelt wurde auch die Technik des Feuermachens mit Hilfe eines selbst gebauten Bogens, einem Holzstab und einer Holzunterlage, in die eine kleine Vertiefung für den Holzstab geschnitten wurde) und einem robusten Armeemesser nichts bei sich tragen. Anfahrt zum Revier war Freitag Nachmittag, dann mussten die Teilnehmer Samstag Sonntag zeigen, was sie in der Theorie gelernt hatten. Geschlafen wurde im Freien. Dieses Training spiegelte sicher nur einen kleinen Ausschnitt eines echten Szenarios wider, aber die Teilnehmer bekamen wenigstens ein Gefühl dafür, was in solchen Situationen überlebenswichtig war.

Da Notfälle sich nicht vorher ankündigen und das Verlassen der eigenen Wohnung oder des Hauses sehr schnell gehen muss, wissen wir natürlich nicht, welche Jahreszeit uns erwartet. Unser Notfallrucksack muss also so bestückt werden, dass wir zu allen Jahreszeiten damit zurecht kommen und gleichzeitig der Rucksack nicht zu schwer wird. Mit Inhalt sollte der Rucksack nicht mehr als 25 bis maximal 30 kg (junge sportliche Menschen) wiegen. Im Anschluss an den Artikel eine kleine Liste der für notwendig erachteten wichtigsten Dinge für Rucksack und Extrabeutel für die Dinge, die später am Körper getragen werden, um im Outside zu überleben.

Einige allgemeine Ratschläge

  • Packe deinen Rucksack so, dass dein Erste-Hilfeset obenauf liegt und im Ernstfall schnell zu erreichen ist.
  • Dein Messer solltest du stets nach Gebrauch säubern und gleich in die Messerscheide zurückstecken. Tut zum Einen dem Messer gut und zweitens musst du später nicht verzweifelt nach deinem Messer suchen, weil wir nicht mehr wissen, wo wir es abgelegt haben.
  • Mit dunkelbraunen Flaschen (Bier- oder Weinflasche) kannst du bei starker Sonneneinstrahlung Wasser desinfiziern
  • Wenn du etwas kochst, dann nie ohne Deckel. Da verbrauchst du sehr viel Energie und es dauert doppelt so lange.
  • Ausrüstung, die an der Aussenseite des Rucksacks befestigt ist, sollte sich nicht mehr gross bewegen können. Diese Schaukelbewegungen beim Gehen kosten unnötig Kraft. Bänder und Schnüre sollten ebenfalls so festgezurrt werden, dass du damit nicht irgendwo hängen bleiben kannst.
  • Bei Minusgraden den Keramikfilter direkt am Körper tragen und nachts mit in den Schlafsack nehmen. Das verhindert Risse im Filter.
  • Trage deine Batterien und Akkus bei kaltem Wetter am Körper. In der Kälte leeren sie sich schnell.
  • An kalten Tagen immer eine Sitzunterlage wie zusammengelegte Decke oder Schlafsack benutzen. Sitzen auf dem kalten Boden entzieht dir viel Körperwärme. Du kannst es dir nicht leisten, in deiner Situation krank zu werden.
  • Nach Benutzung deiner Stirnlampe dieselbige um den Hals hängen, damit du sie bei Bedarf sofort verfügbar hast und nicht erst lange im Dunkeln suchen musst.
  • Bei grosser Kälte und Eisbeinen legst du einen Stein in dein Feuer. Ist er heiss genug, wickel ihn in ein Tuch und pack ihn innerhalb deines Schlafsacks ans Fussende.
  • Nasse Schuhe nie am Feuer trocknen. Mach lieber zwei passende Steine warm und steck sie in deine Extrasocken. Dann schiebst du sie in die Schuhe.
  • Schuhe über Nacht nie mit der Sohle auf den Boden stellen. Zwei passende Äste zuschneiden, in die Erde klopfen und dann die Schuhe mit der Sohle nach oben auf die Äste stecken. Geht auch mit den warmen Steinen im Schuh!
  • Wenn du deine Schuhe anziehst und los gehst, solltest du nach ca. 15 Minuten die Schnüre deiner Schuhe fest nachziehen, da ein lockerer Schuh zur Blasenbildung beiträgt und auch Druckstellen verursachen kann.
  • Wenn man daran denkt, bei Katastrophen tatsächlich einen Überlebenskampf in der Wildnis führen zu wollen, sollten alle die in meinem Artikel gegebenen Rat- und Vorschläge nicht nur gelesen, sondern auch geübt werden. Erst Übung versetzt uns in die Lage, ohne grossartig Fehler zu machen, die in einer menschlichen Tragödie enden könnten, Dinge zu tun, die zum Überleben wichtig sind.

    Schon im Alltag sollten wir etwas für unsere Kondition tun. Ich denke da an Fahrradfahren, Rolltreppen und Fahrstühle meiden, dafür lieber zu Fuss gehen und zu Hause Dehn- und Streckübungen und Liegestütze machen. Diejenigen, die schon eine Zeitlang keinen Sport gemacht haben, sollten es langsam angehen lassen und können sich dann von Tag zu Tag steigern.

    Vorsorge Lager

    Wer sich mit Survival beschäftigt und ernsthaft vorhat, im Falle eines Falles in die "Wildnis" zu gehen, um sich dort irgendwo ein Basislager einzurichten, der sollte noch zu Friedenszeiten mit einer guten Landkarte die Gegend erkunden und sich geeignete Plätze ansehen und auch gleich die Koordinaten dazu aufschreiben.

    Dabei ist es nützlich, von Zeit zu Zeit diesen Ort aufzusuchen und zu erkunden, ob dort viele Menschen gewandert sind. Was wir brauchen, ist ein stilles und abgelegenes Plätzchen, an das sich niemand hin verirrt. Stellen wir fest, dass dieser Ort tatsächlich unberührt ist, können wir beispielsweise schon mal ein kleines unterirdisches Lager einrichten, in dem wir Material einlagern, welches für den Bau eines Basislagers nützlich ist und uns später die Arbeit erleichtert. Es gibt nun zwei völlig verschiedene Möglichkeiten,ein Geheimlager einzurichten. Die erste und einfachste Möglichkeit ist das Vergraben. Die aufwendigste, aber auch beste Art ist die, einen unterirdischen Raum einzurichten. Im Kapitel "Lebensmittel frisch halten" habe ich den Bau und die Tarnung eines Erdkellers ausführlich erläutert. Der Vorteil, wir können alles schön oderntlich stapeln und eventuell sogar Regale einbauen. Gleichzeitig würde uns der Raum in den ersten Tagen Schutz bieten, sowohl vor der Witterung, als auch vor unliebsamen Überraschungen menschlicher Natur.

    Dabei sollten wir unser Materiallager so anlegen, dass es trocken ist und unser dort eingelagertes Material nicht durch Nässe oder Schimmel vergammelt. Es bleibt jedem Survivor unbenommen, was er dort einlagert. Das können zum Beispiel in starke Plastikfolie eingeschweisste Reepschnüre, Paracord und Kletterseile sein. Dazu ebenfalls - eingeschweisst - mehrere Messer, Karabiner und eine Abseilacht. Ebenso sollten mehrere reissfeste Plastikplanen, ein billiger Schlafsack und einige warme Sachen nicht fehlen. Auch diese gegenstände werden professionell eingeschweisst. Grosse Müllsäcke sind nicht nur zum Sammeln von Material und Nahrung im Wald nützlich. Die Müllsäcke kann man beispielsweise verwenden, um gefahrlos eine längere Strecke mit Gepäck im Wasser zu durchschwimmen. Dabei werden die Säcke aufgeblasen und verschlossen. Der Rest lässt sich denken. Ein billiger Armeekompass und mehrere Wanderkarten aus der Gegend vervollkommnen unsere "Notausrüstung".

    Denkbar wäre auch, wenn man sich seines Lagers ganz sicher ist, dass man dort Lebensmittel in Form von Konserven und PE-Fässern einlagert, die nicht nur lebensmittelecht, sondern auch wasser- und luftdicht verschliessbar sind. Man findet bestimmt im Internet eine Firma, die unsere Konserven wasser- und luftdicht einschweissen kann. Das sorgt dann dafür, dass im Falle von eindringender Feuchtigkeit die Konserven nicht rosten. Wichtig ist bei den Konserven, ein breites Spektrum verschiedenster Speisen abzudecken. Verfeinern kann man dieses Essen später gut mit Wildkräutern. In die PE-Fässer lagen wir einzeln verpackt Mehl, Zucker, Linsen, Bohnen, Reis, Gewürze und andere Lebensmittel ein. Tabelle siehe bei Nahrungsmitteln.

    Mit so einem Lager sind wir gut dran. Selbst wenn wir nicht mehr in unser Haus oder Wohnung können, um unsere Ausrüstung zu holen, sind wir trotzdem gut gerüstet. Auf dem Weg zu unserem Lager sollten wir immer gut achtgeben, dass uns niemand folgt. Ein entdecktes Lager ist kein geheimes Lager mehr!

    Psyche

    Eine wichtige Rolle, um zu überleben spielt unsere Psyche. Unser Überlebenswille muss extrem stark sein. Wenn wir aufgeben, sind wir tot! Wenn wir uns gehen lassen, sind wir tot! Wichtig ist also unsere innere Einstellung. Wir dürfen nicht passiv der Dinge harren, die da kommen könnten, sondern müssen von Anfang an aktiv unser Schicksal in die Hand nehmen. Demoralisierung gibt es für uns nicht, weil diese uns tötet. Wenn wir also einmal verschnaufen können auf unserem Weg in die Wildnis, fangen wir an, unsere Situation nüchtern zu überdenken. Wir überlegen ganz in Ruhe - die nehmen wir uns einfach - welche Schritte zuerst unternommen werden müssen. Dabei dürfen wir keine zu grossen Schritte machen, sonst können wir leicht verzweifeln, wenn wir dabei stolpern. Die Taktik der kleinen Schritte ist angesagt. Wir überlegen uns ein Problem - lassen die anderen im Hintergrund - und versuchen, nur dieses Problem zu lösen. Dann nehmen wir uns das zweite Problem vor und so weiter. Das Wichtigste von allem ist, wir dürfen nicht in Panik verfallen! Schmerz kann ein echter Motivationskiller sein. Wir müssen ihn annehmen und dabei an unsere Aufgabe denken, die da lautet: Überleben! Wenn wir sehr wenig Wasser zur Verfügung haben, müssen wir darauf achten, nur wenig feste Nahrung zu uns zu nehmen. Der Körper braucht sehr viel Wasser zur Verdauung. Unsere Stärke ist, mit unseren eigenen Ängsten und Sorgen umzugehen und sie zu beherrschen. Nachdem wir also unsere Lage möglichst emotionslos beurteilt haben, geht es darum, einen Überlebensplan aufzustellen. Was wollen wir? Wohin wollen wir? Wollen wir nur herumwandern, oder suchen wir einen Platz für ein festes Basislager? Ziehen wir in Erwägung, uns eventuell einer Gruppe anzuschliessen, oder bleiben wir lieber allein? Nachdem wir uns entschieden haben, müssen wir Prioritäten setzen: Schlafplatz, Feuer, Wasser.

    Autogenes Training (Kurzfassung)

    Im Ernstfall befinden wir uns in einer unheimlich stressigen Situation. Damit wir vernünftig denken und rational handeln, bringen wir uns mit einer Kurzfassung des Autogenen Trainings in einen Ruhemodus. Dabei werden Ängste und Zweifel kurzerhand zum Schweigen gebracht und wir sind anschliessend in der Lage, unser Wissen abzurufen und effektiv einzusetzen. Geraten wir nämlich in Panik, dann sind wir verloren.

    Es wäre natürlich von Vorteil, wenn wir uns auch schon in normalen Zeiten ein wenig damit beschäftigt hätten. Das spielt jetzt aber keine Rolle. Wir wollen einfach erreichen, dass wir unsere Ängste unter Kontrolle halten können. Die komplette Übung sollte nicht länger als ca. 20 Minuten dauern. Wir können sie später entweder bei Bedarf oder aber auch täglich wiederholen.

    Wir legen uns auf unsere Schlafstelle. Strecken unseren Körper lang aus und liegen auf dem Rücken, die Arme locker neben unserem Körper, die Hände mit den Handflächen nach unten. Wir schliessen unsere Augen und lassen die Gedanken einfach aus unserem Kopf fliessen...

    Bitte keine Gewalt dabei anwenden - einfach die Gedanken fliessen lassen und sehen, wie es in uns immer dunkler wird. Je mehr die Gedanken aus uns herausströmen, desto dunkler wird es vor unseren Augen und wir fangen an, eine gewisse Leere und gleichzeitig wohltuende, uns umschliessende Dunkelheit zu empfinden. Gleichzeitig spüren wir, wie wir immer ruhiger werden.

    Irgendwann haben wir ein Stadium erreicht, wo keine neuen Gedanken in uns entstehen und völlige Dunkelheit uns umschliesst. Geniessen wir dies einige Minuten (ca. 5 Minuten) und gehen dann einen Schritt weiter.

    Jetzt konzentrieren wir uns auf unsere Extremitäten (Arme und Beine) und streicheln sie mit unseren geschlossenen Augen. Dabei stellen wir uns vor, wie es in uns schön warm wird. Wenn wir in unseren Fingern spüren, dass unser inneres Auge sie berührt, dann sind wir so weit, zur nächsten Stufe über zu gehen. Ihr braucht nicht entmutigt zu sein, wenn es nicht auf Anhieb klappt. Übung macht auch hier wieder den Meister. Wenn ihr die Hand vor eurem inneren Auge sehen könnt, tastet sie ab - Millimeter für Millimeter bis zu den Fingerspitzen. Auch hier machen wir nicht länger als fünf Minuten.

    Nun fangen wir mit den eigentlichen Übungen an. Jede der Übungen "Wärme", Atmung", Entspannung etwa 5 Minuten.

    • Mein Kopf ist frei und klar (6x)
    • Ruhe kommt von selbst (1x)
    • In mir ist eine angenehme Wärme (6x)
    • Ruhe kommt von selbst (1x)

    Mit diesen Formeln erreichen wir, dass sich durch die Wärmeformel unsere Muskeln entspannen und zusammen mit der Ruheformel eine angenehme Entspanntheit entsteht. Nun wollen wir aber auch noch unsere Atmung kontrollieren.

    • Mein Kopf ist frei und klar (6x)
    • Ruhe kommt von selbst (1x)
    • In mir ist eine angenehme Wärme (6x)
    • Ruhe kommt von selbst (1x)
    • Es atmet mich (6x)
    • Ruhe kommt von selbst (1x)

    Diese Atemformel führt dazu, dass wir instinktiv in unserer Ruhephase richtig atmen. Denn dadurch, dass ich sage: "es atmet mich", tue ich meiner Atmung keine Gewalt an, sondern lasse es geschehen. Als letzte Übung kommt die gezielte Lockerung.

    • Mein Kopf ist frei und klar (6x)
    • Ruhe kommt von selbst (1x)
    • In mir ist eine angenehme Wärme (6x)
    • Ruhe kommt von selbst (1x)
    • Es atmet mich (6x)
    • Ruhe kommt von selbst (1x)
    • Mein ganzer Körper entspannt sich (6x)
    • Ruhe kommt von selbst (1x)
    • Ich fühle mich wach und ausgeruht (1x)

    Wenn wir die letzte Formel "Ich fühle mich wach und ausgeruht" sprechen, ballen wir unsere Hände fest zu Fäusten und spannen unseren Körper an. Dann öffnen wir die Augen. Wenn uns diese Übungen in Fleisch und Blut gegangen sind, dann werden wir uns frisch fühlen und entspannt und ruhig sein.

    Spiele

    Es ist wichtig, dass man in Ruhephasen, oder bei schlechtem Wetter, wenn man gezwungen ist, imZelt zu bleiben, Entspannung durch Ablenkung sucht. Dies kann im Spielen zu finden sein, aber auch darin, etwas zu schnitzen oder zu basteln, sofern die täglichen Arbeiten und angefallene Reparaturen erledigt sind.

    Ein Rommeespiel kann da über lange Phasen hinweg sehr nützlich sein, um unsere inneren Spannungen abzubauen. Dazu sollten wir uns mit verschiedenen Patiencearten vertraut machen. Ein faltbares Schachbrett wiegt nichts und nimmt keinen Platz weg. Für Schachfiguren können wir uns passende Steine suchen, oder uns Figuren schnitzen, ebenso wie Damesteine. An Flussufern findet man genug Kieselsteine in den verschiedensten Farben.

    Wer sich jetzt fragt, was Spiele bei Survival zu suchen haben, der sollte einmal nachdenken. Wenn wir eine unbestimmte Zeit in den Wäldern an einem festen Platz leben, dann brauchen wir Abwechslung. Nicht jeder Mensch ist zum Eremit geboren. Ehe man also einen Koller bekommt, spielt man und löst damit Spannungen. Wer von euch das Survival als Hobby betreibt, kann jederzeit abbrechen und in die Zivilisation zurückkehren. Im Ernstfall aber geht das nicht. Deshalb müssen wir neben unserer köperlichen Gesundheit auch auf unsere mentale Gesundheit achten.

    Ich habe hier mit Absicht keine Musikinstrumente erwähnt, die man sich in freier Natur selbst bauen kann. Jedes laute Geräusch kann unliebsame Gäste anziehen. Von daher halte ich es für keine gute Idee, als Einzelgänger/in im Wald zu sitzen und laute Musik zu machen.

    Allerdings gibt es eine Ausnahme. Ihr könnt euch schon während eures Hobbys mit Tierlauten vertraut machen. Es gibt CD´s und auch genug Filme, in denen Tierstimmen vorgestellt werden. Aus Fachbüchern könnt ihr lernen, wie man Lockpfeifen herstellt, die Tierstimmen imitieren und wie man sie benutzt. Später habt ihr dann ja viel Zeit, das zu üben.

    Die magische Neun

    Ein sehr einfaches Spiel ist Kartenzählen mit Quersumme. Ich habe mir das mal während einer Flaute auf dem Nordatlantik ausgedacht:


    Beispiel: 7+8=6+9(0)=6+2=8+7=6+5=2+7=9

    52 Karten Regel:

    Gemischtes Spiel - Karten werden einzeln auf den Tisch gelegt.
    Kartenwerte werden addiert.
    Ziel: addierte Kartenwerte sollen "9" ergeben.
    As = 1; König = 4; Dame = 3; Bube = 2; 10 = 1; 9 = 0!
    Erreichen die Kartenwerte eine Zahl = 10,
    dann zählen wir Karten so lange weiter,
    bis wir auch mit Quersumme eine "9" erreichen.
    Dieses Kartenpäckchen wird abgelegt.
    Nun geht es von vorn los und das so lange,
    bis das ganze Kartenpaket aufgebraucht ist.
    Wenn wir mit der letzten Karte eine "9" erreichen,
    ist das Spiel aufgegangen.

    Ich habe mir auch später so manche Stunde damit vertrieben, in der ich irgendwo untätig auf meiner Segelyacht rumsitzen musste. Natürlich kann man dieses Spiel auch variieren. Zum Beispiel, indem man zur aufgelegten Karte zuerst eine 2 addiert und bei der nächsten Karte eine 3 abzieht usw. Hier muss man schon sehr aufmerksam sein. Alles in Allem aber ein leicht zu erlernendes Spiel, das auch noch Spass macht und uns über die Langeweile hinweg hilft. Aber auch gleichzeitig Spannungen abbaut.

    Solitaire


    Solitaire (engl. Variante)

    Dieses Spiel ist schon sehr alt. Es gibt dafür verschiedenartige Spielfelder. Ich möchte hier lediglich das englische Spielfeld mit 33 Feldern vorstellen. Alle Felder besetzen wir mit kleinen Steinchen, die wir uns an einem See- oder Flussufer suchen. Lediglich das Mittelfeld bleibt frei. Das Spielbrett selbst sägen wir mit unserer Drahtsäge von einem etwa 20 cm starken Baum, den wir gefällt im Wald finden, als 5 - 10 cm starke Scheibe ab. Anschliessend machen wir nach Muster kleine Mulden in die Scheibe. Wenn wir nun die 32 Mulden mit den Steinchen füllen und nur die mittlere Mulde frei bleibt, iswt unser Solitaire spielbereit.

    Nun springen wir so lange mit unseren Steinen über andere Steine - wobei die übersprungenen Steine jeweils entfernt werden - bis nur noch ein Stein übrig bleibt, der dann genau in der Spielfeldmitte zu liegen kommen sollte. Geschieht das, haben wir unser Solitaire gelöst.

    Kleiner Tipp: Wir entfernen die Steine so, dass immer zuerst die äusserste Reihe leer geräumt wird und drehen dabei das Spiel jeweils im Uhrzeigersinn, um beim Spielen nicht die Übersicht zu verlieren. Solitaire fördert die logische und strategische Denkfähigkeit. Für ein Überleben im Outside kann das von eminenter Wichtigkeit sein!

    Turm von Hanoi


    Turm von Hanoi

    Der Turm von Hanoi ist ein anspruchsvolles Logikspiel mit bis zu maximal 64 Scheiben. Es lenkt in der Einsamkeit der Wildnis ab und schärft unseren Geist. Die Zutaten zum Spiel sind schnell beschafft. Wir brauchen lediglich für den Anfang sieben Scheiben unterschiedlicher Grösse. Später können wir noch beliebig viele Scheiben zufügen. Als Spielfeld benutzen wir den Boden und zeichnen uns imSand drei Kreise nebeneinander. In den mittleren Kreis stapeln wir unsere sieben Scheiben auf, die grösste nach unten, die kleinste nach oben. Die Spielregeln sind ziemlich einfach.

    • a) Wir wählen einen der Aussenkreise rechts oder links und machen vor den Kreis mit einem Stock ein Kreuz in den Sand. Hier müssen am Schluss alle sieben Scheiben liegen.
    • b) Es darf auf keine kleine Scheibe eine grössere Scheibe gelegt werden.
    • c) Es darf immer nur eine Scheibe gleichzeitig umgelegt werden.
    • d) Zum Umlegen der Scheiben dürfen alle drei Kreise genutzt werden, wenn Regel "b" beachtet wird.
    • e) Es kann auch mit Zeitlimit gespielt werden

    Da in der Natur genügend Wohlstandsmüll liegt, der für uns jetzt aber so etwas wie Gold darstellt, wird es uns sicher nicht schwer fallen, dünne Brettchen, oder Plastikdeckel zu finden, aus denen wir dann unsere Scheiben schneiden. Dieses Spiel kann man jahrelang spielen und auch dadurch komplizierter machen, dass wir von Zeit zu Zeit eine neue Scheibe dazu legen. Es wird also nie langweilig.

    Wasser

    Wenn wir verschmutzte Flüsse, Tümpel und Pfützen vorfinden, dann haben wir im Katadynfilter einen zuverlässigen und guten Helfer. Was aber tun, wenn wir den nicht gerade zur Hand haben? Wir graben etwa zwei bis drei Meter vom Tümpel oder Fluss entfernt ein Loch mit unserer kleinen Pflanzschaufel, die nur wenig Platz beansprucht.Dann warten wir so lange, bis sich das Loch langsam mit Wasser füllt. Haben wir keinen Becher zur Hand, dann reicht ein Leinentuch. Wir tauchen es ins Grundwasser und drücken es über unserem Mund aus. Haben wir einen Becher, dann können wir das Ganze etwas appetitlicher machen und den Becher mit einem zweiten Tuch abdecken. Das vollgesogene erste Tuch wringen wir dann über dem Becher aus. So bleibt es uns erspart, knirschenden Sand zwischen den Zähnen zu haben.

    Eine Art, unterwegs Wasser im felsigen Gelände zu gewinnen, besteht darin, Wasser an Felswänden mit einer Schnur auffangen und in Gefäss leiten. Dazu stellt man die Flasche dicht an die Felswand, sucht sich eine Stelle, wo das meiste Wasser fliesst und schaut nach, ob es da nicht irgendwo mitten in der Wasserstrasse einen kleinen Riss im Fels gibt, in dem wir die Schnur mit einem kleinen Holzstückchen festsetzen können. Wir können es auch mit einem breiten, länglichen Blatt versuchen, welches wir wie eine Rinne formen und so eine breite Wasserbasis abschöpfen. Dieses Wasser können wir in der Regel unbedenklich ohne Filter trinken.

    Filter

    Wir können uns aber auch einen einfachen Filter selbst bauen. Dazu nehmen wir eine PET-Flasche, schneiden den Boden ab und legen etwas Moos in die Flasche. Das drücken wir vorsichtig fest, so dass seitlich an der Flasche alles dicht ist. Nun zerbröseln wir etwas Holzkohle in kleine Stücken, aber kein Staub(!). Auf die Kohleschicht legen wir wieder eine Sperrschicht aus Moos. Darauf gut zwei Finger breit feiner Flusssand (keine Muttererde). Nun wieder eine Sperrschicht aus Moos und bis oben hin stopfen wir Heu oder Gras. Nun füllen wie unser vorher grob gereinigtes Wasser in die Flasche und öffnen unten den Verschluss nur so weit, dass alle paar Sekunden ein Tropfen fällt. Da das Ganze eine Weile dauern kann, machen wir mit unserer Schusterahle vom Workchamp vier kleine Löcher rund um die obere Öffnung, etwa zwei bis drei Zentimeter vom Rand entfernt. Nun noch eine Schnur durch alle vier Löcher und wir können unseren Filter aufhängen und ein Gefäss darunter stellen.

    Eine andere Möglichkeit, irgendwo im Land, wo weder Fluss, noch Tümpel, noch Pfütze vorhanden sind, graben wir wieder ein Loch und stellen unseren Becher hinein. Dann decken wir das Loch mit einer Plastikfolie ab, in deren Mitte wir einen Kieselstein legen. Wenn die Sonne scheint, kondensiert das im Boden befindliche Nass auf der Folie und läuft zur Folienmitte, wo es der Schwerkraft folgend in den Becher tropft.

    Unsere Sundestille hat aber noch andere Vorzüge. Stellen wir uns vor, es hat uns an die Nordsee verschlagen. Eine riesige Wasserfläche und wir stehen dürstend davor. Salzwasser ist ungeniessbar! Nun kommt unsere Sundestille zum Zug. Täglich werden die Strände mit Müll aus dem Wasser - von Schiffen geworfen - überflutet. Wir suchen uns mehre eimerähnliche Behältnisse und Petflaschen, deren Hals wir abschneiden. Ganz sicher brauchen wir am Strand nicht lange suchen, um ein Stück Plane zu finden. Was normalerweise eine Sauerei ist, kann uns jetzt das Leben retten.In die Eimer füllen wir jeweils zwei bis drei Liter Salzwasser ein, nehmen unsere modifizierten Petflaschen und schütten eine Handvoll Kieselsteine hinein. Dann stellen wir die Petflaschen in die Mitte der Eimer. Durch die Kieselsteine haben sie im Wasser einen festen Stand. Schon vorher haben wir uns einen sonnenbeschienenen Platz ausgesucht. Die Plane zerteilen wir so, dass für jeden Eimer ein Stück Plane in der richtigen Grösse vorhanden ist. Mit Bändern, die wir ebenfalls unter unserem Strandgut finden, verschliessen wir nun die Eimer möglichst luftdicht. In die Mitte der Planen legen wir einen Kieselstein passender Grösse. Die Sonne erwärmt nun das Salzwasser, Das Salz bleibt auf dem Boden und der Dampf kondensiert an der Plane. Wenn wir Glück mit der Sonne haben, könnten wir so mit unserer Destille in einigen Stunden mehrere Liter Trinkwasser gewinnen.

    Ein weiteres Szenario wäre, wenn du auf dem Atlantik mit einer Segeljolle treibst, weil ein Sturm dich von der Küste weggeweht hat und dein Mast gebrochen ist. Du weisst nicht, ob man dich sofort findet. In warmen Gewässern hast du sicher eine Kühlbox mit Getränken dabei. Die Petflaschen verwendest du, wenn sie leer sind, wie beim vorherigen Absatz. Als Gewicht für die Flaschen dient dir ein Schäkel. Das verschafft dir Zeit, deine Takelage notdürftig zu reparieren. Dafür musst du zusehen, dass die Reste des Mastes, die sicher noch am stehenden Gut hängen, beim Boot bleiben. Mit dem laufenden Gut kannst du dann eventuell den abgebrochenen Mast an den fest verankerten Maststumpf anbinden. Mit verkleinerter Segelfläche gehts dann Richtung Heimat. Auf einer kleinen Segeljolle gibt es normalerweise keinen Kompass. Also bedienst du dich der Methode mit der Uhr und findest damit die Südrichtung heraus.

    Mit einer grösseren Malerplane - etwa drei mal drei Meter - die zwischen vier Bäumen gespannt wird, kann man genug Regenwasser auffangen, um alle verfügbaren Gefässe damit zu füllen.

    Wenn wir unsere Filter benutzen - Katadyn oder Sawyer Mini, dann reinigen wir das Wasser vor, bevor wir es durch die Filter jagen. Das machen wir, indem wir das Schmutzwasser durch ein doppelt gelegtes Tuch in einen Behälter und von dort in den Filter giessen. Das verlängert die Lebensdauer der Filter erheblich.

    Sawyer Mini und Katadyn


    Sawyer Wasserfilter

    Wem der Katadyn Kombi oder Pocket zu teuer ist, der kann getrost auf den Sawyer MINI ausweichen. Der Filter hat im Internet überwiegend gute Kritiken bekommen. Da Sawyer keinen Aktivkohlefilter anbietet, kann man sich das selbst zusammen stellen. Man kauft den Katadyn Flaschenadapter hinzu und verbindet beide Filter mit einem passenden Schlauchstück. Da die Aktivkohle bei Katadyn saumässig teuer ist, kauft man sie am besten in einem Aquaristik-Shop. Hier bekommt man die Kohle aus Kokos (identisch mit Katadyn) im Kilopack für fast den gleichen Preis wie einige Gramm bei Katadyn. Nachfolgend eine Auflistung dessen, was wir brauchen einschl. der aktuellen Preise:

    • 1.) Sawyer MINI Wasserfilter 35 Euro
    • 2.) Katadyn Flaschenadapter Aktivkohle 20 Euro
    • 3.) Aktivkohle (Aquaristik) Tropical Carbolit Aktivkohle - 1000 ml 6,08 Euro
    • 4.) kurzes Schlauchstück (Verbindung Mini zu Katadyn) - 1 Euro

    Dehydration (Austrocknung)

    Körper durch Kleidung vor Austrocknung und zu viel Flüssigkeitsverlust schützen

    Warum tragen Beduinen schwarze Kleidung, obwohl sie in der Wüste leben?
    Auf den ersten Blick ist es unlogisch, dass die Beduinen dunkle Gewänder tragen. Denn weiße Kleidung wirft das heiße Sonnenlicht zurück, schwarze dagegen „saugt“ es auf. Trotzdem bevorzugen die Beduinen schwarz. Denn schwarze Kleidung ist von Vorteil, wenn sie locker am Körper getragen wird und ein leichter Wind weht. Zum einen wirft weiße Kleidung dann auch die Körperhitze auf die Haut zurück. Zum anderen spendet schwarz mehr Schatten. Und schließlich gibt es zwischen Haut und locker getragenem schwarzen Gewand einen stärkeren Luftzug von unten nach oben – das kühlt.

    Weder eiskalte noch heiße Getränke helfen dem Körper bei hohen Temperaturen. Lauwarme Getränke können jedoch durchaus hilfreich sein.

    Für Elefanten ist die Trockenzeit heikel. Sie überstehen die niederschlagsarme Periode nur, wenn sie genügend Wasserstellen finden. Obschon sie nicht schwitzen, benötigen Elefanten 100 bis 150 Liter Wasser am Tag. Auch ein Kamel kann bis zu 150 Liter Wasser auf einmal trinken – damit kommt es allerdings bis zu vierzehn Tage über die Runden. Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, das Kamel transportiere in seinen Höckern Wasser. Es ernährt sich von seiner Substanz. Ist die aufgebraucht, erkennen wir dies an den Höckern, die dann schlaff zur Seite fallen.

    Wir Menschen brauchen täglich 1,5 bis 2 Liter Wasser. Eine Zeitlang schaffen wir es auch mit weniger. Allerdings dürfte ein zu langer Zeitraum, in dem wir zu wenig Flüssigkeit zu uns nehmen, unseren Nieren Schaden zufügen. Unseren Wasserhaushalt müssen wir kontinuierlich aufrechterhalten. Immerhin besteht unser Körper zu mehr als 90% aus Wasser. Unsere Zellen, transportieren Nährstoffe und regulieren durch Schwitzen unsere Körpertemperatur.

    Im Unterschied zu Elefant und Kamel sondern wir bei Hitze Schweiß ab. Verdunstet dieser, kühlt er die Haut. Abgesehen vom Schwitzen, verlieren wir Wasser auch über den Urin und den Atem. Über unseren bei Sonne ungeschützten Kopf können wir bis zu 30% unserer Körperflüssigkeit verlieren. Im Sommer ist es besser für uns, bei Durst nur lauwarmes Wasser zu trinken. Dabei sollten wir uns angewöhnen, zuerst den Mund zu spülen und dann in kleinen Schlucken zu trinken. Heisse Getränke lassen uns dann zum Beispiel sehr stark schwitzen und das macht es unserem Körper fast unmöglich, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

    Wichtig ist auch, seine körperlichen Tätigkeiten nicht gerade in die heisse Mittagszeit zu verlegen. Beim Schwitzen wäscht der Köper aber auch wichtige Mineralien aus, die wir zusätzlich zum Wasser dem Körper wieder zuführen müssen. Wenn wir starken Durst verspüren, ist es meist zu spät und unser Köper hat bereits mit der Dehydrierung begonnen..

    Bei Hitzschlag müssen Sofortmassnahmen ergriffen werden, die darin bestehen, das Opfer im Schatten flach zu lagern, dabei aber die Beine hochlegen. Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr muss augenblicklich erfolgen. Studien gehen davon aus, dass 1 Liter Schweiss etwa 700 bis 2000 mg Natrium, 200 bis 480 mg Kalium, 20 bis 50 mg Magnesium und 20 bis 70 mg Kalzium enthält. Um einer Dehydration vorzubeugen, sollte also zusätzlich zum Wasser auch Elektrolyte zugeführt werden. Es gibt Pulver für Spitzensportler, in denen ist alles das drin, was unser Körper nun braucht. In Wasser aufgelöst haben wir dann Beides reguliert; unseren Wasserhaushalt und unsere Elektrolyte.

    Symptome

    Symptome bei Verlust von Wasser in Prozent des Körpergewichts:

    • 0% Wasserverlust --- keine Symptome, optimale Performance, normale Wärmeregulation
    • 1% Wasserverlust --- Durst stimuliert, Wärmeregulation während Belastung verändert, Performance vermindert
    • 2% Wasserverlust --- weitere Verschlechterung der Wärmeregulation, Performance eingeschränkt, Durst vergrössert
    • 3% Wasserverlust --- Symptome verstärken sich (Performance deutlich schlechter)
    • 4% Wasserverlust --- Leistungsminderung 20 - 30%
    • 5% Wasserverlust --- Kopfschmerz, Verwirrung, Schwindel, Müdigkeit
    • 6% Wasserverlust --- allg. Schwäche, gefährlicher Verlust der Temperaturregulation
    • 7% Wasserverlust --- Kollapsgefahr wenn Belastung weitergeführt wird
    • 10% Wasserverlust --- Koma
    • 11% Wasserverlust --- Tod wahrscheinlich

    Resümee

    Wieviel muss ich also trinken?

    Schwitzen wir in etwa einen Liter Wasser aus, dann müssen wir auch wieder einen Liter Wasser zuführen. Da wir Wasser und Elektrolyte schneller absondern, als dass wir sie aufnehmen, ist es besonders wichtig, keine Gewaltmärsche oder schwere körperliche Arbeiten in sengender Hitze durchzuführen, dabei aber gleichzeitig kontinuierlich in kleinen Mengen Wasser und Elektrolyte zu uns zu nehmen. Als kleinen Anhaltspunkt können wir im Hinterkopf behalten, dass wir pro Stunde bei schwerer körperlicher Tätigkeit im Durchschnitt einen Liter Flüssigkeit verlieren.

    Exzessives Trinken allerdings kann durchaus zu einer "Wasservergiftung" führen, wenn nicht gleichzeitig Elektrolyte in ausreichendem Mass zugeführt werden!

    Bei Sportlern wird empfohlen, zusätzlich zu Elektrolyten und Kalorien stündlich zwischen 600 bis 750 ml zu trinken. Pi mal Daumen sollten wir das auch für uns adaptieren.

    Bei kurzen Pausen hilft ein nasses Handtuch, unsere Körpertemperatur deutlich zu reduzieren. Vorsichtig sollten wir bei koffeinhaltigen Getränken sein. Bei grosser Hitze und dann noch anstrengender Tätigkeit könnten die Flüssigkeitsreserven unseres Körpers in drastischer Weise reduziert werden. Ich empfehle, zuerst einen Schluck im Mund behalten und den Mund spülen, bis die ganze Mundhöhle durchfeuchtet ist. Wir spucken das Wasser aber nicht aus, sondern schlucken es runter. Danach langsam und in kleinen(!) Schlucken trinken und dabei immer wieder die Mundhöhle spülen.

    Nahrung

    Wenn es keine Läden mehr gibt, in denen wir einkaufen können, dann müssen wir uns aus der Natur ernähren, was bedeutet, wir müssen uns mit der Flora und Fauna unseres Landes vertraut machen. Bei Kleintieren und Fischen sollten wir auf keinen Fall die Innereien essen, weil wir nicht wissen, inwieweit die kontaminiert sind. Raupen, die wir auf der Unterseite von Blättern finden, gehören nicht in unsere Sammelbox. Sie sind in der Regel giftig.Als die Kartoffel in Europa eingeführt wurde, verstarb halb Europa an den grünen Knollen oberhalb der Erde. Damals dachten die Menschen noch, dies sei die eigentliche Frucht. Unter Steinen finden wir Insekten. Ameisenlarven sind eine gute Nahrungsquelle. Bei Heuschrecken und Grillen die Flügel und Beine entfernen. Heuschrecken vor dem Essen kochen. Fangt man Vögel, die Aasfresser sind, dann müssen die gekocht werden. Junge Vögel kann man auch braten. Die Schicht unmittelbar über dem Holz von Bäumen kann man roh essen. Dies gilt nicht für die Baumrinde, die zuviel Gerbsäure enthält. Wer sich nicht mit Pilzen auskennt, sollte keine Pilze sammeln, weil das Essen derselben tödlich enden kann. Schnecken und Würmer sind sehr nahrhaft. Allerdings gibt es auch hier giftige Zeitgenossen. Schnecken mit einem bunten Gehäuse sind giftig! Sollte der Verdacht bestehen, etwas Giftiges gegessen zu haben, sofort erbrechen! Tee mit zerstossener Holzkohle schluckweise trinken. Die Holzkohle absorbiert das meiste Gift und führt es über den Darm ab. Flusskrebse findet man oft an überhängenden Ufern. Sie werden gekocht und das Innere verzehrt. Insekten und Würmer kann man entweder kochen oder auf einem heissen Stein rösten und anschliessend zu Pulver zermahlen. Dieses Pulver können wir dann später Suppen zufügen.

    Regeln

    Um zu überleben, werden wir also wieder zu Jägern und Sammlern. Es gilt, die Pflanzen zu verinnerlichen, die sowohl essbar, als auch Medikamente sind. Bis wir uns in der Natur eingerichtete haben, wird wohl eine Zeit dauern, in denen wir Würmer, Larven, Maden, Frösche, Schlangen fangen/sammeln, zusätzlich zu essbaren Pflanzen. In der Anfangszeit der Katastrophe wird es wohl noch möglich sein, sich Kartoffeln und Gemüse, sowie Getreide vom Feld zu holen. Ich gehe davon aus, dass nach einiger Zeit die Felder bewacht werden.

    • 1.) Wer nur Kaninchen und Ratte isst, der verhungert mit vollem Magen
    • 2. Wer keine Vitamine zu sich nimmt, bekommt auch an Land Skorbut
    • 3.) Wer Ballaststoffe isst, muss viel Wasser trinken
    • 4.) Wer Eicheln isst, muss sie vorher so oft wässern, bis der Bittergeschmack weg ist

    Vorratsfass PE


    PE-Fass lebensmittelecht, luft- + wasserdicht

    Jedes einzelne der weichen Packungen wie Mehl, Zucker, Reis ect. wird in eine passende Plasiktüte gestecket und so verpackt, dass nach der Verklebung mit breiten Tesafilmstreifen das Ganze wasserdicht ist. In die Tonne kommt vor dem Befüllen ein grosser Müllsack. Wenn alles verstaut ist, wird vorsichtig die Luft aus dem Sack gedrückt und dieser verknotet. Deckel mit Spannring drauf und fertig.

    Fluchttonne Inhalt
    Anzahl Artikel KJoule Sum KJ Protein Sum Prot HaltbMon MengeGr
    6
    Mehl 1kg
    14.280
    85.680
    100
    600
    16
    6000
    3
    Zucker 1kg
    16.800
    50.400
    0
    0
    60
    3000
    6
    Reis 1kg
    14.600
    87.600
    70
    420
    24
    6000
    6
    Spaghetti 0,5kg
    7.350
    44.100
    120
    360
    36
    3000
    4
    Haferflocken 0,5kg
    7.686
    30.744
    130
    260
    12
    2000
    2
    Pflanzenöl 1l
    37.000
    74.000
    0
    0
    12
    2000
    2
    Erbsen 1kg
    11.000
    22.000
    210
    420
    15
    2000
    2
    Linsen 1kg
    12.340
    24.680
    210
    420
    26
    2000
    3
    Salz 0,5kg
    0
    0
    0
    0
    36
    1500
    10
    Rosinen 0,2kg
    2.482
    24.820
    6
    60
    9
    2000
    4
    Butterkekse 0,5kg
    9.500
    38.000
    40
    160
    9
    2000
    4
    ZitroTee 0,4kg
    6.400
    25.600
    0
    0
    24
    1600
    10
    Vitamine* 0,14kg
    504
    5.040
    0
    0
    24
    1400
    1
    Natronpulver* 1kg
    0
    0
    0
    0
    24
    1000
    2
    Trockenhefe* 0,5kg
    1.440
    2.880
    180
    360
    24
    1000

    • *)Vitamine - luft- und wasserdicht verpackt, kühl lagern viele Jahre haltbar
    • *)Natronpulver - luft- + wasserdicht verpackt, kühl + dunkel lagern viele Jahre haltbar
    • *)Trockenhefe - luft- + wasserdicht verpackt, kühl + dunkel lagern viele Jahre haltbar

    Natronpulver ist eines der vielfältigsten Chemikalien aus dem Lebensmittelbereich! Backen, Putzen, Haushalt, Körperpflege und Gesundheit. Ob als Treibmittel beim Backen, Fett entfernen, Säuren neutralisieren, Gerüche (Schuhe und Füsse) neutralisieren,gegen Schimmel, oder um Wasser weicher zu machen, der Verwendungsmöglichkeiten gibt es viele. Ein Allrounder, der perfekt in unser Survivalpaket passt.

    Anbau Kartoffeln, Karotten, Korn

    Wenn es tatsächlich zu einem Krieg in Europa gekommen ist, dann bedeutet für uns Survival nicht von A nach B gehen, sondern sich einen sicheren Platz suchen, der möglichst nicht von Militär frequentiert wird. Abgelegen sollte er sein und möglichst wild. Die Überlegung ist dabei, dass sich niemand dorthin verirrt, um Jagd auf Menschen zu machen.

    Haben wir also unseren idealen Platz gefunden, sollten wir daran denken, nicht nur Früchte und Kräuter recht ungezielt zu sammeln, sondern uns damit beschäftigen, in kleinem Massstab die drei "K´s" anzubauen - Kartoffeln, Korn (Getreide) und Karotten (Möhren). Da wir keine Bauern sind, wird es sicher Rückschläge geben. Allerdings können wir uns bereits im Vorfeld wichtige Information dazu aneignen, die wir dann in die Realität übertragen.

    Es wäre mehr als illusorisch, im Wald auch während des Winters genügend zu essen zu finden. Natürlich gibt es in der Natur einen reichen Schatz an Kräutern und Früchten, allerdings wäre der in einem weiten Umkreis unseres Standortes sehr bald von uns abgeerntet. Deshalb müssen wir sehen, dass wir möglichst viele Nutzpflanzen selbst anbauen, die uns dann über einen langen Zeitraum ernähren.

    Kartoffeln

    Da wir in einer Extremsituation nicht einfach irgendwo hingehen und Saatkartoffeln kaufen können, müssen wir mit den Kartoffeln experimentieren, die wir auf Äckern aus der näheren Umgebung finden. Ab Mitte März sollten wir die Kartoffeln, die wir zur Saat benutzen wollen, an einem kühlen, hellen Ort zum Keimen bringen. Dabei darf es keinen Frost geben. Unter Umständen müssen wir unsere Saat mit Matten, oder was wir eben gerade zur Verfügung haben, abdecken und schützen. Nun nehmen wir wieder unsere kleine Pflanzschaufel aus Edelstahl und graben mehrere Reihen etwa fünf Zentimeter tief, von Reihe zu Reihe mit einem Abstand von 50 Zentimeter. Hier legen wir unsere Kartoffeln hinein. Der Abstand zwischen den einzelnen Kartoffeln sollte dabei in etwa 20 Zentimeter betragen. Je dichter die Kartoffeln liegen, desto geringer würde der Ertrag werden. Das Ganze decken wir locker mit Erde zu. Wenn dann die Triebe aus der Erde kommen und etwa 10 Zentimeter hoch stehen, decken wir diese Triebe mit Erde zu und wiederholen das Ganze zwei- bis dreimal. Unser kleines Feld erinnert jetzt entfernt an Spargelanbau, wo es auch diese angehäufelten Reihen gibt, von denen später geerntet wird. Wenn wir alles richtig gemacht haben, können wir unsere eigenen Kartoffeln ab Juni ernten.

    Eicheln - Grundnahrungsmittel und Getränk

    Bereits im Mittelalter galten Eicheln bei der armen Bevölkerung als Grundnahrungsmittel. Suppen wurden aus Eicheln hergestellt, Brot gebacken und nicht zuletzt machte man daraus Kaffee. In der Neuzeit erlebte die Eichel als Nahrungsmittel ihre Renaissance während der beiden Weltkriege. Die Menschen erinnerten sich und altes Wissen erwachte zu neuem Leben.

    Bevor wir Menschen Eicheln essen können, müssen wir sie zuerst vom Tannin befreien. Tannin ist eine Gerbsäure und eine unbehandelte Eichel schmeckt deshalb sehr bitter. Grössere Mengen davon können beim Menschen zu Magenkrämpfen und Koliken führen. Die Indianer, bei denen Eicheln ebenfalls auf dem Speiseplan standen, lösten das Problem mit dem Tannin so, dass sie in geflochtenen Körben die gesammelten Eicheln steckten und die Körbe einige Tage in ein fliessendes Gewässer hängten. Doch zuvor wurden die Eicheln von der sie umgebenden harten Schale befreit. Das fliessende Wasser spülte nach und nach das Tannin aus den Eicheln und die Indianer konnten nach dem Probieren einer Eichel feststellen, ob die Eicheln fertig waren zur Weiterverarbeitung.

    Für uns Europäer gibt es zwei Methoden, die Eicheln geniessbar zu machen. Die erste Methode besteht darin, dass die Eicheln klein geschnitten und in einen Topf mit Wasser geschüttet werden. Nach einiger Zeit färbt sich das Wasser dunkelbraun - Zeit, es zu erneuern. Das wiederholen wir so lange, bis das Wasser relativ klar bis weisslich milchig wird. Nun können wir die Eicheln weiter verarbeiten. Bei der zweiten Methode beschleunigen wir den Vorgang, indem wir das Wasser mit den Eicheln aufs Feuer stellen und dort das braune Wasser jeweils durch sauberes Wasser ersetzen. Wissenschaftlich gesehen ist nicht ganz klar, ob eine der beiden Methoden nicht auch die wertvollen Wirkstoffe ausschwemmt. Ich persönlich könnte mir vorstellen, dass die langsame Art des Ausschwemmens mit kaltem Wasser besser ist. Heisses Wasser löst nämlich auch die wertvollen Fette, die in der Eichel enthalten sind.

    Kommen wir zur Verarbeitung; um die Eicheln zu einer Art Mehl zu verarbeiten, suchen wir uns einen glatten Kiesel, etwa so gross wie ein Billardball. Das ist in etwa die richtige Grösse, um mit ihm zu arbeiten. Er sollte gut in der Hand liegen. Die Eicheln in unserem Topf bearbeiten wir nun so lange mit dem Stein, bis nur noch eine mehlige Masse übrig ist. Sind die Eicheln gut durchgetrocknet und hart, würde eine alte Kaffeemühle Wunder wirken - Zeit- und Kräfteersparnis. Danach können wir das Mehl im Topf über der Glut noch einmal gut trocknen. Danach ist unser Mehl eine ganze Weile haltbar, wenn wir es trocken lagern. Am Besten geeignet wäre ein dicht schliessender Behälter.

    Nun zum Backen selbst. Outdoor werden wir alles aus der Natur nehmen müssen. Finden wir keinen Ersatz für Hefe oder Natron, dann können wir uns Kekse backen. Das ist recht schnell und unproblematisch möglich - Das Mehl mit Wasser vermischen und durchkneten, bis eine konsistente Masse entsteht. Auf einem flachen Stein rollen wir den Teig aus. Dazu können wir eine Flasche benutzen. Mit unserem Trinkbecher stechen wir die Kekse aus und backen sie auf einem heissen Stein, den wir vorher ins Feuer gelegt haben. Um das Ganze zu verfeinern, sucht man sich Wildblüten, schneidet sie klein und verrührt diese dann im Eichenteig. Je nach Wildblüte und Menge erhalten die Kekse dann ihren ganz eigenen Geschmack.

    Nun noch einen Eichelkaffee dazu. Nach dem Wässern rösten wir die Eicheln in unserer Pfanne (Wie lange geröstet werden muss, hängt natürlich auch von der Art des Feuers ab. Hier werden wir wohl etwas probieren müssen.) Erfahrungswerte im Outdoor sprechen von 15 Minuten bis zu einer halben Stunde, wobei die Eichelstücke immer wieder umgerührt werden müssen, um gleichmässig zu rösten. Nach dem Rösten mahlen wir die Eicheln und haben Kaffeepulver. Wenn wir kein alte Kaffeemühle bei uns haben, können wir die Eicheln auch zwischen zwei passenden Steinen mahlen. Pro Tasse Eichelkaffee veranschlagt man einen gehäuften Teelöffel, gibt den in einen Topf und füllt mit Wasser auf. Will man vier Tassen Kaffee haben,dann giesst man etwa sechs Tassen Wasser in den Topf. Nun kochen wir das Ganze kurz auf. Um nicht das ganze Kaffeemehl mit in die Tasse zu bekommen, hat sich ein Teesieb gut bewährt. Normale Filtertüten sind schnell verstopft und kosten nur Zeit und Nerven.

    Hier noch schnell ein kleines Rezept (wenn die dazu benötigten Zutaten vorhanden sind), das ich im Internet gefunden habe.

    Eichel-Apfel-Brot
    (für eine Kastenform)

    • 100 g Eichelmehl (entspricht etwa 200g Eicheln unbehandelt)
    • 300 g Dinkel- oder Weizenmehl
    • 1 TL Salz
    • 20 ml Olivenöl
    • 50 ml Milch
    • 1/2 Würfel Hefe
    • 2 Äpfel

    • Mehle und Salz mischen. Milch mit 50 ml warmen Wasser verrühren, die Hefe darin auflösen. Mit dem Öl zur Mehlmischung geben und vermengen.
    • Äpfel ohne Kernhaus reiben, unter den Teig mischen.
    • Zugedeckt 1 Stunde gehen lassen. Nochmals kräftig durchkneten, in eine ausgefettete und bemehlte Kastenform geben.
    • Erneut 30 Minuten gehen lassen.
    • Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C rund 60 Minuten backen.
    • Outdoor kann man dieses Rezept mit dem Dutch Oven realisieren!
    • Und nun guten Appetit

      Mehl aus der Natur

      Ich hatte ja bereits über die vielfältigen Möglichkeiten der Eicheln bis hin zum Mehl geschrieben. Aber in der Natur gibt es sehr viele Pflanzen und Bäume, die uns das Grundmaterial für Mehl bieten können. Das Kambium - das ist die Schicht zwischen Rinde und Holz - können wir trocknen, in einer alten manuellen Kaffeemühle zu Pulver mahlen und kochen es so lange, bis es zu einer Masse wird, die Ähnlichkeit mit Gelatine hat. Diese Masse rösten wir nun und können sie dann als Mehlersatz benutzen. Geerntet wird das Kambium im Frühjahr. Dazu eignen sich fast alle europäischen Bäume. Dabei sind die an erster Stelle stehenden Bäume Birke, Kiefer, Weide, Espe und Pappel.

      Der Weissdorn ist ein Rosengewächs und seine Früchte eignen sich ebenfalls als Mehlersatz. Verarbeitet werden dabei nur die reifen Früchte, die man an ihrer scharlachroten Farbe erkennt. Dabei wird das Fruchtfleisch getrocknet und gemahlen, während man aus den Kernen Kaffee machen kann.

      Der Gute Heinrich kann ebenfalls als Mehlersatz dienen. Um die in ihm enthaltenen Saponine (Naturseife) zu entfernen, werden die getrockneten Samen nach dem Mahlen eine Nacht gewässert. Daraus lässt sich dann ein vorzüglicher Brotteig herstellen.

      Nun komme ich zum Höhepunkt der Ersatzmehlbeschaffung - Kartoffelschalen!
      Bevor wir unsere Kartoffeln schälen, waschen wir sie gründlich und befreien sie von etwaigen Keimlingen. Ein Blech dient uns dazu, die Kartoffelschalen darauf auszubreiten. Wir können das Blech mit den Kartoffelschalen entweder in die Sonne zum Trocknen stellen,oder in den Backofen schieben bei einer kleinen Temperaturstufe. Sind die Schalen knochentrocken, mahlen wir sie in unserer Kaffeemühle. Das so entstandene Mehl können wir zum Eindicken von Suppen und Saucen einsetzen. Wir können daraus allerdings auch eine Art Knäckebrot backen.

      Mehl mit etwas Wasser, Salz und Kümmel zu einem festen Teig rühren. Wenn vorhanden, können wir auch etwas Trockenhefe zugeben. Das ist aber nicht zwingend nötig. Den Teig ganz dünn ausrollen und auf einem Blech über dem Feuer oder im Herd ca. 40 Minuten (am besten, immer die probe machen) ausbacken. Anschliessend schneiden wir das Knäckebrot in rechteckige Scheiben zu und verstauen es in einer luftdicht schliessenden Dose. Dieses Brot ist sehr lange haltbar!

      Lebensmittel frisch halten

      Wenn wir unsere Kartoffeln einlagern wollen, müssen wir grundsätzlich darauf achten, dass die Kartoffeln vollkommen trocken sind, damit diese nicht faulen. Die geeignete Temperatur zum Lagern liegt bei drei bis fünf Grad, wobei die Luftfeuchtigkeit ziemlich hoch sein sollte. Ausserdem müssen unsere Kartoffeln dunkel gelagert werden, sonst werden sie grün und damit giftig. Das wiederum bringt uns neue Arbeit. Wir bauen uns einen kleinen Keller, den wir etwa einen bis anderthalb Meter tief ausschachten und entsprechend mit Steinen und Ästen als Fussboden auslegen. Dabei müssen wir allerdings darauf achten, inwieweit wir Probleme mit dem Grundwasser bekommen könnten. Dieser Keller kann uns dann später im Sommer auch gute Dienste leisten, um unsere anderen Lebensmittel frisch zu halten.

      Es gibt drei Möglichkeiten für uns, Lebensmittel frisch und kühl zu halten. Die einfachste Art ist die, sich eine Art Vogelkäfig zu bauen, den wir in etwa 1,50 - 2 Meter Höhe an einen Ast hängen. Nun machen wir ein Tuch nass und hängen es über den Käfig. Die Verdunstungskälte wird nun unsere im Käfig liegenden Lebensmittel frisch und kühl halten. Wenn wir unseren Käfig so bauen, dass er zusammenklappbar wird, dann ist er sogar mobil.

      Die zweite Möglichkeit, wir graben ein mindestens einen Meter tiefes Loch, legen es mit Steinen und Ästen aus, packen unsere Lebensmittel rein und decken diese Grube dann mit Ästen ab. Eine relativ schnelle und einfache Art, unsere Lebensmittel frisch zu halten.

      Nun kommen wir zur dritten Möglichkeit. Dies wird die aufwendigste Art, Lebensmittel zu lagern, aber für ein festes Basislager auch die beste Art. Ausserdem werden wir dafür eine Menge Material aus dem Wald holen müssen. Auch hier graben wir uns erst einmal ein Loch, allerdings schon etwas grösser. Da hier im Laufe der Zeit einiges zusammen kommen wird, was wir im Keller einlagern, sollte er nicht zu klein und auf alle Fälle begehbar sein. wir schachten das also peu a peu aus - ein Qudrat von 2,50m x 2,50m, bei einer Tiefe von 110cm. Den Aushub lagern wir seitlich in der Nähe, weil wir den später wieder brauchen. In die vier Ecken kommen Baumstämme mit einem Durchmesser von 10cm und 2m Länge. Die Stämme werden etwa 40cm tief eingeschlagen. Nun schauen sie ca. 50cm aus der Grube heraus.Den Grubenboden bedecken wir etwa 10cm mit einer mittleren Kiessorte, die sich vor allem an Flussufern findet.

      Nun haben wir wieder zwei Alternativen: wir können oben im noch zu installierenden Dach eine Luke lassen und dann reinklettern, oder aber wir heben einen kleinen Graben aus in etwa 60cm Breite und 110cm Tiefe. Der Graben beginnt an einem beliebigigen, der Wetterseite abgewandten Eckpfosten.60cm neben den Eckpfosten schlagen wir nun einen weiteren Posten ein und haben damit so was wie einen Türrahmen. Die Länge des Grabens beträgt etwa 150cm und wird zum Ende hin flacher. Etwa 60cm Graben vor der Öffnung bestücken wir nun ebenfalls mit Kies. Diesmal aber mit feinem Kies.

      Nun schlagen wir rundum vor jeden Eckpfeiler einen zweiten Ast oder Baum von 10cm Stärke etwa 40cm in den Boden. Der Abstand zu jedem Pfeiler sollte dabei etwa 10cm sein und 20cm höher als die Grundpfeiler. Zwischen die Pfeiler legen wir nun wieder sehr gerade Stämme und zwar zuerst auf der Seite, in der die Türöffnung gebaut haben und dann die gegenüberliegende Seite. Dabei schliessen die dazwischen gelagerten Stämme bündig mit den Aussenkanten der Pfeiler ab. Nun bestücken wir die beiden letzten Seiten und lassen die Hölzer so lang, dass Sie mit den Aussenpfeilern der Querwände ebenfalls bündig abschliessen. So können die zuerst gelegten Bäume sich nicht mehr bewegen und rundherum ist eine feste Wand entstanden.

      Als nächstes kommt das Dach. Die erste Lage wird parallel zur Tür gelegt und die Stämme schliessen jeweils mit den Aussenkanten der äusseren Pfosten ab. Als nächstes kommt die zweite Lage, die um 90 Grad verdreht aufgelegt wird. Wir haben nun ein sehr stabiles Dach.

      Mit dem seitlich gelagerten Aushub - wobei wir den Mutterboden vom übrigen Boden getrennt gelagert haben - schütten wir nun rundum an die Seitenteile und achten dabei darauf, dass eine sanfte Schräge entsteht. Wenn alles fertig ist wird unser Auge getäuscht und wir glauben, ein sanftes Ansteigen des Geländes zu sehen. Auf das Dach werfen wir, gleichmässig verteilt so viel Laub, dass es etwa 20 - 30cm hoch steht. Wenn wir jetzt unseren Sand darauf werfen, wird das Laub zusammengedrückt und bildet eine massive Schutzschicht gegen durchsickerndes Wasser. Nun verteilen wir über den gesamzen Komplex die seitlich gelagerte Muttererde. Schon vorher haben wir uns aus einer entfernt liegenden Wiese Rasenquadrate ausgeschnitten, die wir nun zum Bedecken unseres Kellers samt schräger Ebenen nehmen. Damit die eigentliche Arbeit erst einmal getan. Aber wir wollen auch unseren Kellereingang samt Graben tarnen. Dafür suchen wir uns eine ganz spezielle Pflanze, den Knöterich. Es reicht, wenn wir 30 bis vierzig junge Triebe davon abschneiden und die locker um den graben und auf dem Dach verteilen. Der Knöterich ist recht anspruchslos und überwuchert sehr schnell unseren gesamten Komplex.

      Dieser Bau war mit Sicherheit eine recht anstrengende Sache (Grube ausheben, Baumstämme finden und anschleppen ect.). Aber es hat sich gelohnt. Ein Jahr später wird niemand mehr erahnen, dass es hier einen Keller gibt, selbst wenn er davor steht. Damit ist unser Keller auch gleichzeitig prädestiniert, in einer Gefahrensituation als Schutzraum zu dienen. Eines müssen wir immer beachten: in unmittelbarer Nähe unseres Basislagers lassen wir die Natur, wie sie ist. Jede Veränderung könnte uns und unser Lager verraten. Holen wir beispielsweise Baumstämme von einer entfernten Stelle und müssen sie des Gewichts wegen ziehen, dann ist erstes Gebot, achschliessend die Schleifspuren zu entfernen. Da können wir viel von den Indianern lernen.

       

      Wildpflanzen von A - Z

      Baerlauch

      Der Bärlauch
      gilt seit langem als Heilpflanze, kann aber auch als Grundnahrungsmittel eingesetzt werden. Achtung! Der Bärlauch kann von ungeübten Sammlern mit Maigläckchen (Convalaria mayalis) und Herbstzeitlose (Colchicum autunumales) verwechselt werden. Maiglöckchen enthalten hochgiftige Herzglycoside; die Herbstzeitlose enthält ein hochpotentes Mutagen. Die Verwechslung der Pflanzen kann tödliche Folgen haben! Ein sicheres Merkmal ist der Lauchgeruch. Zwiebeln des Bärlauchs im Winter ausgraben. Blätter enthalten viele Vitamine.
      Verbreitung:
      Bärlauch kommt nahezu in der gesamten nördlichen Hemisphäre vor. Sammeln lässt er sich im Winter als Zwiebeln und im Frühjahr vor dem Verblühen vor allem in feuchten Wäldern und an schattigen Hängen


      Brennessel

      Brennessel
      Essbar sind die jungen Triebe, ausgedrückte Halme, Samen und junge Blätter. Zubereitung als Spinat und Tee. Ausserdem gutes Haarwaschmittel.
      Verbreitung:
      Da die Brennnessel extrem niedrige Ansprüche an die Wuchsbedingungen setllt, kommt sie weltweit vor. Bevorzugte Standorte sind Gewässerufer, Waldränder, Unterholz und Ruderalstandorte.


      Gänseblume

      Gänseblümchen
      Essbar ist die komplette Blüte und die Blätter der Bodenrosette
      Verbreitung:
      Gänseblümchen und nahe Verwandte Arten sind in ganz Europa heimisch, besonders auf feuchten Wiesen


      Hirtentäschel

      Hirtentäschelkraut
      Essbar sind Blüten, Blätter sowie die herzförmigen Schötchen mit den Samen. Im Frühjahr und in Wuchsbereichen lassen sich auch die Stängel verzehren. Der Geschmack erinnert an milden Kohl oder Raps.
      Verbreitung:
      Das Hirtentäschelkraut ist in der Landwirtschaft aufgrund seiner großen Widerstandsfähigkeit berüchtigt. Es wächst und wuchert in Wiesen, auf Feldern, Ruderalstellen, im Wald auf Lichtungen, an Flussufern und so weiter. Es kommt Europaweit vor.


      Schw.Holunder

      Schwarzer Holunder
      Essbar sind Blüten, Beeren und Beerenkerne bedürfen Reifung und Vorbereitung, um sie genießbar zu machen. Süße Pollen können durch Eintauchen der Blütenstände in Wasser auf den so genannten Hollerblütensirup übergegeben werden. Auch geröstet oder in Teig eingebacken schmecken die Blüten hervorragend.
      Verbreitung:
      Der schwarze Holunder wächst aufgrund seiner Anspruchslosigkeit in nahezu allen kleinen Wäldchen, an Wegrändern, Ruderalstandorte sowie an Gewässerufern. Aufgrund seiner ausgesprochenen Häufigkeit und seiner Robustheit kann er ohne langes Suchen zwischen Skandinavien und Nordafrika gefunden werden.


      Wilder Hopfen

      Wilder Hopfen
      Hopfen lässt sich nicht nur zum Bierbrauen verwenden. Vielmehr kann er (aufgrund seiner Inhaltsstoffe in gemäßigter Menge) als Salat und Tee zubereitet werden. Gegessen werden junge Triebe und Blätter, sowie die entschuppten Dolden. Im Winter werden die Wurzeln ausgegraben.
      Verbreitung:
      Entgegen aller Vermutung ist das Vorkommen von Hopfen nicht auf Zuchtflächen beschränkt. Vielmehr wuchert der wilde Hopfen in vielen feuchten Wäldern, Auen und sogar Hecken überall in Europa. Ausserhalb Europas nehmen andere Hopfenarten die Stellung ein.


      Huflattich

      Huflattich
      Essbar sind prinzipiell alle Teile des Huflattichs. Besonders die großen Blätter und die Blattstiele lassen sich roh verzehren oder zu einem Spinat kochen. Die Wurzeln sind etwas mager, können jedoch zerfasert und ausgekocht werden. Wenn der Huflattich blüht können die aromatischen Blüten zu einem Tee gekocht werden.
      Verbreitung:
      Der Huflattich wurde mit der Zeit fast weltweit verbreitet. So lässt er sich auf allen Kontinenten mit Ausnahme Australien finden. Er besiedelt Ruderalstandorte und magere Böden wie Feldwege und Bahndämme. An diesen Stellen bildet er häufig Teppiche und kleine Flure. Dabei wurzelt er oft zwischen Kies und Sand mit geringem Humusanteil.


      Kamille

      Kamille
      Die Kamille ist vollständig essbar. Während besonders die Blüten den typischen Kamillegeschmack besitzen und sich zum Würzen von Tees und Suppen eignen, schmecken die jungen Blätter und Triebe leicht herb-süsslich. Die Wurzeln haben keinen besonders hohen Nährwert.
      Verbreitung:
      Die echte Kamille hat sich bis heute einen Verbreitungsraum erobert, der weit über die Ursprünge Mittel- und Südeuropas hinaus geht. Hierbei hat besonders die Verbreitung und Zucht durch den Menschen dieser wichtigen Heilpflanze eine Rolle gespielt.


      Klette

      Grosse Klette
      kann als wichtigste Notnahrungspflanze gezählt werden. Die grosse Biomasse produziert riesige Mengen von Innulin und lagert diese in die im Herbst dicke Pfahlwurzel ein. Die Samen enthalten grosse Mengen Öle, die bitteren Blütenböden können wie Artischocken verarbeitet werden. Die Blätter sind aufgrund des Geschmacks ungeniessbar!
      Verbreitung:
      Klettenarten sind in nahezu allen gemässigten Zonen der Erde heimisch. Besonders Europa und Skandinavien zählen als natürliche Herkunft der großen Klette. Auch in Nordafrika, im nördlichen Amerika und Canada, sowie Asien, lassen sich Kletten finden, die aufgrund ihrer speziellen Verbreitungstechnik einen großen Streuraum haben.


      Weinberg-Lauch

      Der wilde Weinberg-Lauch
      Essbar sind alle Teile der Pflanze: Die große Zwiebel, die basal etwas trockenen, oben saftigen Halme sowie Blüten und Samen. Der wilde Lauch oder Weinbergslauch ist geeignet, um Salate zu verfeinern. Ausserdem kann er zum Würzen von Suppen und Speisen verwendet werden. Die kleinen Zwiebeln können auf längeren Touren auch gegen Durst gelutscht werden.
      Verbreitung:
      Der wilde Weinberg-Lauch stellt als robuste Art eine essbare Pflanze dar, die an unterschiedlichen Stellen mit verminderter Vegetation vorkommen können. Man findet ihn an trockenen Steilwänden, Weinbergen, Ackerrändern und Waldrändern mit verminderter Vegetation in ganz Mitteleuropa. Verwandte Arten lassen sich weltweit finden


      Löwenzahn

      Löwenzahn
      Blätter, die gelben Blüten sowie die massige und gehaltvolle Pfahlwurzel von allen Löwenzahnarten.
      Verbreitung:
      Verschiedene Löwenzahnarten kommen auf der gesamten nördlichen Hemisphäre vor und können auf fruchtbaren Wiesen in grossen Mengen gesammelt werden. Löwenzahn oder auch Pusteblumen sind schon von Kindern aufgrund der auffälligen gelben Blüte und den deutlich gesägten Laubblättern zu erkennen. Die Stängel der Blüten, sowie die Blattbasis sind hohl. Löwenzahn und nahe Verwandte sind mithin die einzigen essbaren Pflanzen, die einen Milchsaft abgeben. Die Blätter entspringen einer gedrungenen Rosette, aus der zentral die Blüte kommt. Als Korbblüter besitzt Löwenzahn einen Blütenstand aus buttergelben Zungenblüten.


      Nachtkerze

      Nachtkerze
      Während fast die gesamte Pflanze essbar ist, sind die verholzten Stengel kaum zu verwerten. Die zarten Blüten können direkt von der Pflanze gegessen werden. Die grünen Blätter sollten gekocht werden, um sie weicher zu machen. Die Blüten verblühen schnell, weshalb an jeder Pflanze eine Vielzahl von Knospen, Blüten und Samenkapseln zu finden sind, die allesamt hervorragende Nahrungsgrundlage sind. Auch die Wurzeln können gekocht verzehrt werden
      Verbreitung:
      Nachtkerzen haben einen erfolgreichen Zug um die Erde begonnen und sind mittlerweile sowohl in Asien, Europa, als auch in Nordafrika und Amerika zu finden. Die ursprünglich aus Nordamerika stammende Pflanze ist sehr anspruchslos und wird aufgrund ihrer besonderen Inhaltsstoffe weltweit angebaut, was zu ihrer Verbreitung beigetragen hat. Begünstigte Fundorte sind Ruderalstellen wie Bahndämme und Schutthäufen.


      Ringelblume

      Ringelblume
      Alle Pflanzenteile der Ringelblume können verzehrt werden. Die Samen enthalten grössere Mengen Öl. Da die Pflanze im heutigen natürlichen Verbreitungsgebiet in Massen vorkommt, können oft mehrere Kilogramm Samen je Ar abgesammelt werden.
      Verbreitung:
      Die Ackerringelblume ist eine Wärme liebende Pflanze, die hauptsächlich südlich der Alpen verbreitet ist. Im südlichen Mitteleuropa findet man sie selten, hauptsächlich in warmen Weinanbaugebieten. In Deutschland ist sie geschützt und sollte deshalb nicht gepflückt werden


      Rohrkolben

      Rohrkolben
      Die Photosyntheseprodukte des Rohrkolbens, also Zucker, werden in einem langläufigen Rhizom eingelagert. Diese Wurzelrhizome lassen sich genauso verwenden wie die zarte Blattbasis junger Blätter. Sind nur ältere Blätter vorhanden, kann das „Grüne“ nach dem Kochen aus den Fasern ausgekaut werden. Junge Sprosse können wie Spargel verarbeitet werden.
      Verbreitung:
      Da Rohrkolben weltweit vorkommen und aufgrund ihrer speziellen Fruchtstände nahezu unverwechselbar sind, eignen sie sich besonders gut als Nahrungsressource. Überall wo es Wasser gibt, können Rohrkolben den schlammigen Uferbereich, den so genannten Röhricht besiedeln. Rohrkolben wachsen bevorzugt in Nährstoffreichen Gewässern und an kleinen, seichten Tümpeln.


      Sauerklee

      Sauerklee
      enthält gesundheitsschädliche Oxalsäure. Die Blätter und Blüten können als säuerliche Beigabe für Wildsalate und Suppen verwendet werden. Oxalathaltige Pflanzenteile dürfen nur in Massen genossen werden. Nach dem Verblühen liegen in den fünfkammrigen Kapselfrüchten kleine ölhaltige Samen
      Verbreitung:
      Die verschiedenen Sauerkleearten der Gattung Oxalis sind weltweit verbreitet. In Mengen findet man die Pflanze in kühleren Jahreszeiten (Subtropen & Tropen) auf sonnigen und feuchten Ebenen, in Mitteleuropa als schattenliebenden Waldsauerklee auch in dichten Wäldern. Auch wenn der deutsche Name „Sauerklee“ darauf hinzuweisen scheint, sind die Oxalisarten in keiner Weise mit dem Klee verwandt. Echter Klee gehört zu den Schmetterlingsblütlern, während die Sauerkleegewächse einer eigenen Familie angehören: den Oxalidaceae. Die Namensgleichheit entstammt der Konvergenz der Pflanzen: Die oft unterseits behaarten Laubblätter sind drei- oder mehrteilig gefiedert, wobei die einzelnen Fiedern wie bei den Kleearten herzförmig oder umgekehrt eiförmig sein können.


      Schafgarbe

      Schafgarbe
      Verzehrbar sind bei den Garbenarten alle Pflanzenteile, sofern sie nicht zu bitter schmecken. Höher wachsende Stengel sind jedoch oft verholzt und damit ungeniessbar. Die Blüten und Blätter können getrocknet als Tee aufbereitet werden. Junge saftige Blätter und Blüten sind als Spinat geeignet. Die Scheindolden lassen sich ähnlich wie Holunderblüten zu Küchlein verarbeiten
      Verbreitung:
      Die Garben sind weltweit auf dem Festland verbreitet. Am häufigsten werden die bekannten Arten mit weissen Blüten und unterschiedlicher Wuchsform im gemässigten Klima zu finden sein. Mittlerweile eingeführte und weit verbreitete Garbenarten wie die Goldgarbe sind überall zu finden, sowohl in warmen Regionen als auch im subarktischen Bereich. Schafgarben als Vertreter der Kamilleartigen Korbblüter wurden in der Volksheilkunde als besonders wertvolle Pflanze angesehen. Ihr medizinischer Wert lässt sich heute mittels chemischer Nachweismethoden ermitteln. Die Wuchshöhe der Pflanze beträgt zwischen 30 und 80 cm


      Scharbockkraut

      Scharbockskraut
      Essbar sind Blätter, Blüten, besonders die Wurzelknöllchen. Das Scharbockskraut ist Vertreter einer durchgehend giftigen Familie. Der Pflanzensaft enthält in geringen Mengen die giftigen Protoanemonine. Enthält grosse Mengen von Vitamin C. Knollen enthalten wertvolle Kohlehydrate.
      Verbreitung:
      Das Scharbockskraut ist in ganz Europa verbreitet. Besonders gut lässt es sich in riesigen Teppichen in feuchten Auenwäldern und auf Wiesen im Frühjahr finden. Als Hahnenfußgewächs (meist 8 gelb-glänzende Blütenblätter), ist das Scharbockskraut Vertreter einer durchgehend giftigen Familie. Die herzförmigen Blätter und der kriechende Wuchs lassen sich als sicheres Erkennungsmerkmal benutzen. Auch die kleinen weißen Knollen in den Blattachseln und an den Wurzeln sind eindeutig. Gesammelt werden können besonders die Knollen in großen Mengen durch das Aufscharren des Bodens unter den Pflanzen.


      Schilf

      Schilf
      Essbar sind im Sommer die Wachstumszonen an der Basis der obersten Blätter. Junge Blätter, im Winter und Sommer die Samen, die bräunlich-bleichen Wurzelverbindungen (Rizome), die zwischen den einzelnen Halmen wachsen.
      Verbreitung:
      Schilf kommt weltweit in unterschiedlichen Ausprägungen vor, die vor allem durch die unterschiedliche Größe sehr gut unterschieden werden können. Schilf wächst vor allem in Sumpf- und Feuchtgebieten, an Flüssen und Seen. Da Schilf genau so zu den Süßgräsern gehört wie Bambus, Roggen oder Reis, lässt er sich gut durch seine Ähnlichkeit in Wuchs und Aussehen mit einem Getreidehalm erkennen. Die einzelnen Halme sind an der oberen Spitze mit einer deutlichen Getreideblüte begrenzt und können zwischen 4 und 12 Meter hoch werden und dabei einen Durchmesser zwischen 0,5 und 5 cm besitzen. Die Blätter umschliessen den Halm unterhalb der Stelle, an der sie vom Halm wegführen. Hier lässt sich auch ein kleiner Haarkranz aus weissen und feinen Fasern finden. Die einzelnen Halmabschnitte sind durch deutliche Knoten unterteilt, weshalb der Schilf im Gegensatz zum Rohrkolben kein durchgehendes Rohr bildet. Der Gesamteindruck erinnert bei erster Betrachtung zunächst stark an ein Getreide oder an Bambus.


      Spitzwegerich

      Spitzwegerich/Breitwegerich
      Essbar sind Blätter und Blüten. Es lohnt sich im Winter den Wurzelballen auszugraben und zu reinigen, vor allem dann, wenn die oberirdischen Teile grösstenteils abgestorben sind.
      Verbreitung:
      Die verschiedenen Wegericharten kommen weltweit vor. Man findet ihn auf Wiesen, auf Magerland und häufig sogar zwischen Pflastersteinen in der Stadt. Die unterschiedlichen Wegericharten unterscheiden sich besonders in der Form der Laubblätter. Während bei allen Wegericharten die Blätter aus einer grundständigen Rosette wachsen, sind die Blätter des Spitzwegerich lang und lanzettförmig, die Blätter des Breitwegerich können eiförmig, eliptisch oder fast herzförmig sein. Je nach Standort sind die stark genervten Laubblätter bis zu 40 cm lang. In der Mitte der Rosette entspringt ein bis zu 50 cm langer Stengel, der mit einer ungewöhnlichen Blüte abschliesst: Ein kleiner grauer Kolben oder ein Knöpfchen fungiert hier als Blütenstand. Die Blätter können sicher daran erkannt werden, dass die Nerven (Leitbündel) beim Auseinanderzupfen des Blattes herausgelöst werden und zwischen den Blattteilen eine Verbindung bilden. Die jungen Blätter schmecken gekocht wie Spinat, manchmal etwas bitter. Die Blüten schmecken roh sehr würzig und leicht nach Pfeffer.


      Wegwarte

      Wegwarte/Zichorie
      Die Wegwarte lässt sich in ihrer gesamten Pflanze als Nahrung verwenden. Während die Wurzel und der Stiel teilweise holzige Fasern enthalten, können die jungen Blätter als Wildsalat verwendet werden. Auch die Blüten mit ihrem herb-süssen Geschmack sind ideale Wegbegleiter beim Wandern.
      Verbreitung:
      Wegwarten sind in ihrer Verbreitung durch die Variabilität der Standorte und der hohen Trockenresistenz nicht nur in Europa und Asien verbreitet, mittlerweilelässt sie sich auch in weiten Teilen Amerikas und Afrikas finden. Die Wegwarte wächst häufig an Wald- oder Wegrändern, in hartem, auch kiesigem Boden. Die Wegwarte erreicht Grössen von bis zu 1,50 Meter. Bodenständig entwickelt sie eine Blattrosette, wie sie bei Löwenzahn bekannt ist. Diese grundständigen Blätter sind zudem löwenzahnartig gesägt. Als klassischer Korbblüter ist die Blüte aus periphären Zungen- und zentralen Röhrenblüten zusammengesetzt. Die violett-blauen Blüten lassen sich oft schon aus einiger Entfernung erkennen.

       

      Mineralstoffe

      Gerade in Notsituationen ist es für uns besonders wichtig, über unsere Nahrung Bescheid zu wissen und auch zu verstehen, welche nahrung für die Funktionalität unseres Körpers verantwortlich ist.

      Die Mineralstoffe und Spurenelemente sind am Aufbau von Knochen, Zähnen, Bindegewebe, Zellen, Enzymen und Hormonen beteiligt. Aber auch die Produktion von Blut- und Muskelfarbstoff ist davon abhängig. Mineralstoffe kommen in der Natur hauptsächlich als Salze vor. Sobald diese Salze mit Flüssigkeit in Verbindung kommen, zerfallen sie in Ionen. Einen Stoff, der in Wasser zu Ionen wird, nennt man Elektrolyt. Ein millionstes Gramm Kobalt pro Tag genügt, um das Vitamin B 12 ausreichend zu aktivieren, damit es die gesamte Eiweissproduktion des Körpers in Gang setzen kann. Würden wir keine Spurenelemente haben, dann könnte unser Körper insgesamt nicht mehr funktionieren. Wir wären lebensunfähig. Die nachfolgende Tabelle soll verdeutlichen wie die Zusammenhänge zwischen Mineralstoffen und Mineralstofflieferanten auf unseren Körper wirken.

      Mineralstoffe
      Name Hauptvorkommen Wirksamkeit Mangel Überdosierung
      Calcium
      Milch und Milchprodukte,
      Grünkohl, Mandeln,
      härteres Trinkwasser
      Stabilität von
      Knochen und Zähne,
      Nerven und
      Muskelzellen,
      Blutgerinnung,
      Behandlung von
      Allergien
      Osteoporose,
      Rachitis,
      Muskelschwäche
      behindert
      Aufnahme
      von Eisen
      Chlorid
      Koch- und
      Meersalz,
      Fertigsuppen,
      Schinken,
      Kassler
      Regulierung
      Wasserhaushalt,
      Regulation
      Säure-Basen-
      Haushalt
      Wachstums
      störungen,
      Muskelschwäche,
      Kreislauf
      störungen,
      Durchfall,
      Schwitzen
      Chlorver
      giftung
      Chrom
      Kartoffeln,
      Nüsse,
      Gemüse,
      Vollkorn
      produkte,
      Obst,
      Hefe, Honig,
      Kalbsleber
      Kohlen
      hydratstoff
      wechsel,
      Fettsäureabbau,
      Reaktion Insulin
      mit Rezeptoren an
      Zelloberfläche
      Gewichtsverlust,
      verminderte
      Glukosetoleranz
      Chrom-
      Vergiftungen
      
      Eisen
      Fleisch,
      Kohl, Nüssen,
      Eigelb, Leber,
      Hülsenfrüchte,
      Schwarzwurzel
      Blutbildung,
      Sauerstoff
      versorgung
      im Blut,
      Bildung von
      Hämoglobin
      Wachstums
      störungen,
      Muskelschwäche,
      Blässe, Anämie,
      Müdigkeit
      Magen-Darm-
      Probleme,
      Bauchkrämpfe,
      Schock
      Fluor
      Fisch,
      Innereien,
      Getreide,
      schwarzer Tee,
      Mineralwasser
      Stabilität Knochen
      und Zähne,
      Mundbakterien,
      Wundheilung,
      Sehfunktion
      Zahnschäden,
      Karies
      kann ebenfalls
      zu Zahnschäden
      führen, Störungen
      der Muskel- und
      Nierenfunktion
      Jod
      jodiertes
      Speisesalz,
      Meeresprodukte,
      Algen, Seefisch
      Schilddrüsen
      funktion, Regulation
      Stoffwechsel und
      Körpertemperatur
      Unterfunktion
      der Schilddrüse,
      Kropfbildung,
      Gewichts
      schwankungen
      Schilddrüsen
      überfunktion -
      Fettleibigkeit,
      Kopfschmerzen,
      Bindehaut
      entzündung,
      Durchfall
      Kalium
      Bananen, Pflaumen,
      Gemüse, Aprikosen,
      Kartoffeln,
      Milchprodukte,
      Fleisch, Fisch,
      getrocknete Früche
      Regulierung
      Wasserhaushalt
      der Zellen,
      Verwertung
      Kohlenhydrate,
      Proteinaufbau,
      Herzrhythmus
      störungen, Herz
      muskelschwäche
      Muskelschwäche,
      gestörte Herztätigkeit,
      Magenprobleme,
      Durchfall,
      Darmlähmung,
      Pulsunregelmäßig
      keiten
      Magen-Darm-
      Beschwerden,
      Kreislaufkollaps,
      Schweregefühl
      der Muskeln
      Kupfer
      Bohnen, Pilze,
      Vollkornprodukte,
      Kartoffel, Obst,
      Erbsen
      Stoffwechsel,
      Eisentransport,
      Immunsystem
      Anämie (eher selten),
      Schlafstörungen,
      erhöhte
      Cholesterinwerte,
      Schwächegefühl,
      Appetitlosigkeit,
      Atembeschwerden
      Migräne,
      Nervosität,
      Depressionen,
      Leberstörungen
      Magnesium
      Gemüse, Nüsse,
      Haferflocken, Getreide,
      Milch, Bananen,
      Mineralwasser
      Energiebereitstellung,
      Muskeln und Knochen,
      Vorbeugung Krämpfe,
      bei Unruhe und Stress,
      Adrenalinfreisetzung,
      Enzymaktivierung,
      senkt Cholesterin
      spiegel
      Krämpfe,
      Reizbarkeit,
      Konzentrations
      störungen,
      Herzrhythmus
      störungen,
      Magen-Darm-
      Probleme
      Durchfall,
      Blähungen,
      gesteigerte
      Muskelspannung
      Mangan
      Bananen, Nüsse,
      Vollkornprodukte,
      schwarzer Tee
      Stoffwechsel
      prozesse,
      Produktion
      Sexualhormone
      Störungen im
      Skelettwachstum
      und der
      Fruchtbarkeit
      Muskelstarre,
      Sprachstörung,
      Fieber
      Molybdän
      Blumenkohl,
      Hülsenfrüchte,
      Vollkornprodukte,
      Knoblauch
      Kohlenhydrat-,
      Fett- und
      Eisenstoffwechsel
      geringere
      Harnsäure-
      konzentration,
      übermäßige
      Aufnahme
      von Kupfer
      erhöhter
      Harnsäure-
      spiegel,
      gichtähnliche
      Symptome
      Natrium
      Schinken, Fleisch,
      Karotten, Spinat,
      Hartkäse
      Regulation
      Wasserhaushalt,
      Blutdruck,
      Aufnahme von
      Zucker und
      Aminosäuren
      Krämpfe,
      Kreislaufversagen
      Ödeme,
      Müdigkeit,
      Schwindel,
      erhöhter
      Blutdruck
      Phosphor
      Kartoffeln,
      Weizen, Brot,
      Fleisch, Milch
      Energiegewinnung-
      und verwertung,
      Erhalt von
      Knochen und
      Zähne
      Muskelschwäche,
      Knochenleiden
      Zuviel
      stört den
      C-Stoffwechsel,
      Nierenschwäche
      Selen
      Fisch, Fleisch,
      Milch, Eier,
      Nüsse, Leber
      Gewebeelastizität,
      Bestandteil
      Knochen- und
      Zahnmasse und
      Proteinen,
      Stoffwechsel,
      bindet freie
      Radikale
      Herzmuskelschäden,
      Darmerkrankungen
      Chronische
      Vergiftung ab
      30mg täglich,
      Haarausfall,
      Leberzirrhose,
      Durchfall,
      Hautrötungen
      Silicium
      Tomaten, Gurken,
      Petersilie,
      grüne Bohnen,
      Kieselerde
      Erhaltung
      von Knorpel,
      Bindegewebe,
      Knochen,
      Haare, Zähne,
      Nägel
      vorzeitiges
      Altern
      nicht
      bekannt
      Zink
      Getreide, Leber,
      Hülsenfrüchte,
      Innereien,
      Meeresfrüchte,
      Milchproduckte
      Stärkung
      Immunsystem,
      Farben sehen,
      wichtig für Haut
      und Bindegewebe,
      Insulinspeicherung
      Appetitlosigkeit,
      Haarausfall,
      Hautschäden
      Metall-
      geschmack,
      Kopfschmerzen,
      Übelkeit,
      Erbrechen

       

       

      • Feuer

        • Feuerstelle anlegen

          Bevor wir unser Feuer in Gang setzen, ist noch einiges zu beachten: bei Waldboden zuerst einmal den Platz gründlich säubern, an dem unser Feuer lodern soll. Ist ein Fluss, Bach, See oder Tümpel in der Nähe, dann holen wir uns von dort genügend Matsch. Nun machen wir eine kleine Mulde, kleiden die mit dem Matsch aus und und suchen uns flache Steine, mit denen wir die Mulde ebenfalls eindecken. Abschliessend machen wir auch noch eine Umrandung aus Steinen um unsere Feuermulde. Jetzt erst bereiten wir unser Feuer vor. Der Zweck dieser Vorarbeit besteht darin, unterirdische Brandherde zu verhindern, die einen ganzen Waldbrand auslösen können. Sind wir irgendwo auf dem Land auf einer Wiese, dann reicht es, wenn wir den Platz säubern und mit unserer kleinen Pflanzschaufel ein Quadrat, etwas grösser als das spätere Feuer abstechen und das Gras mit Wurzel und Erde vorsichtig auf die Seite legen.

          Später, wenn das Feuer fachgerecht gelöscht wurde, setzen wir die Grassoden wieder an ihrem Platz ein. Es ist das "A und O" beim Survival, dem Feuer die nötige Aufmerksamkeit und Respekt zu zeigen. Viele Wälder sind schon in Flammen aufgegangen, weil Menschen nachlässig mit ihrer Feuerstelle umgingen.

           


          Grubenfeuer mit Abzugskanal

          Galgenfeuer

        • Grubenfeuer und dazu drei Astgabeln im Dreieck. 2 Astgabeln stehen rechts und links neben der Grube, die dritte Astgabel um 90 Grad versetzt. Wenn das Essen im Henkelmann, der an einem quer liegenden Ast über die beiden Grubenäste hängt, fertig ist, dann wird der Ast samt Henkelmann in die um 90 Grad versetzte Gabel gesetzt. Hier kann man nun ganz in Ruhe den Henkelmann vom S-Haken nehmen und in den Deckel des Henkelmanns umfüllen, oder auch direkt aus dem Henkelmann essen.

          Der Vorteil dieser Feuerart - das Feuer ist unsichtbar. Wenn man trockenes Totholz zur Verfügung hat, dann sieht man bereits aus etwa 30 Metern Entfernung keinen Rauch. Das kann in chaotischen Zeiten lebensrettend sein.

          Zum Anzünden wird immer Zunder verwendet. Das können sein:

          Zunder

        • kleine Ästchen, trockenes Laub, Birkenrinde, trockene Grashalme, Späne, ... (alles klein zerbröselt). die mehligen Fasern zerfallenden Holzes, die fein zerbröselte Trockenrinde von Tanne, Kiefer, Fichte und Lärche Zerkleinertes, trockenes Holundermark, die zerriebene Papierhaut der Birke, zerkrümelte Pflanzenteile Holzstaub, der hinter abblätternden Baumrinden in den Gängen von Borkenkäfern zu finden ist, der Sporenstaub trockener Boviste (ein Pilz), vergilbtes, trockengewehtes Moos, insbesondere Islandmoos, zerriebene trockene Rentierflechte

        Entzünden eines Feuers ohne Streichhölzer

        Wenn weder Feuerzeug noch Streichhölzer vorhanden sind, müssen Alternativen gesucht und gefunden werden:

        Brennglas
        - Zunder zum Glimmen und bei vorsichtigem Pusten auch zum Brennen Verwendet werden können auch Fotoobjektive, Fernglasobjektive, oder der Boden einer zerbrochenen Glasflasche. Es gibt zwei Verfahren, nämlich das Funkenschlagen mit Steinen oder einem Feuerset und das Feuerbohren, bei dem Hitze durch Reibung erzeugt wird. Dazu fertigt man sich einen Bogen aus einem passenden Ast und mit einer Schnur. Dann brauchen wir einen Hartholzast und als Unterlage ein flaches Stück Weichholz, in das wir eine Kuhle schneiden. In die Kuhle kommt unser Zunder. Nun setzen wir den Hartholzstock in die Kuhle, die Sehne des Bogens wird einmal um den Stock gewickelt und dann ziehen wir den Bogen hin und her, wobei wir mit der anderen Hand den Stock halten. Den besten Reibungswiderstand erhalten wir, wenn wir ein kleines Stück Holz ebenfalls mit einer passenden Kuhle versehen und auf den Stab legen und so den Stab beim Drehen mit der haltenden Hand nach unten drücken.

        Wenn wir mobil sind und schnell weiter wollen, machen wir ein Jägerfeuer. Dazu nehmen wir zwei starke Hölzer, die in einem Winkel aneinander liegen und zwar so, dass die Hölzer in Windrichtung offen sind. Hier entzünden wir ein kleines (!) Sternfeuer. Für das Sternfeuer machen wir eine flache Grube, in das wir unseren Zunder legen. Dann legen wir kurze Äste sternförmig über die Grube. Wenn das Feuer brennt, können wir die Äste - wenn sie an der Spitze abgebrannt sind - ins Feuer nachschieben. So regulieren wir das Feuer. Der Vorteil dieses schnellen Feuers ist, dass es in der Nacht erst gesehen wird, wenn jemand schon fast direkt davor steht. Ausserdem verbreitet es kaum Rauch. Wenn wir ein Feuer machen, sollten wir an einen Reflektor denken, der die Wärme des Lagerfeuers auf uns wirft. Diesen Reflektor bauen wir am schnellsten, indem wir drei etwa fünf Zentimeter starke gerade Äste im Abstand von jeweils siebzig Zentimeter halbkreisförmig am Lagerfeuer anordnen und so tief einschlagen, dass sie sehr fest sitzen. Nun suchen wir uns lange dünne Äste und "flechten" diese um unsere Stäbe. Je ordentlicher wir arbeiten, um so dichter wird das Geflecht und wirft anschliessend die Wärme gut zurück. Am besten eignen sich relativ frische Äste, die auch noch schön biegsam sind. Der Reflektor hat auch noch den Vorteil, dass er das Feuer so weit abschirmt, dass jemand schon fast davor stehen muss, um das Feuer zu bemerken.

        Feuer mit Batterie

        Was gibt es noch für Möglichkeiten, ein Feuer zu machen? Angenommen, es ist Nacht, wir frieren und haben neben unserem kleinen Messertool nur noch eine Taschenlampe und einen Kaugummi dabei. Wie sollen wir damit Feuer machen? Idee!!! - wir müssen einen Kurzschluss an der Batterie verursachen. Dazu nehmen wir eine AA-Batterie aus der Lampe, holen unseren Kaugummi aus der Tasche, wickeln ihn aus und stecken ihn in unseren Mund. Nun haben wir wenigstens etwas zu tun. Das Silberpapier glätten wir, schneiden längs einen schmalen Streifen heraus, falten den Streifen in der Mitte und verjüngen das gechlossene Ende um die Hälfte. Nun gehen wir zu unserer - hoffentlich - schon vorbereiteten Feuerstelle, dabei halten wir das eine Ende des metallisch beschichteten Papiers nahe an unseren Zunder und jetzt erst bringen wir die andere freie Hälfte des Papiers auf den anderen Pol. Das Papier fängt augenblicklich an zu brennen und unser Zunder entzündet sich! Wenn wir rauchen und eine Schachtel Zigaretten dabei haben, geht das übrigens ebenfalls mit dem beschichteten Papier in der Schachtel! Sicher fallen euch noch mehr Möglichkeiten ein, in welchen Verpackungen sich mit Metall beschichtetes Papier befindet, welches man zum Feuer machen mit der Batterie verwenden kann. Ihr seht also, es ist keine Hexerei, nur ein wenig Physik und Kenntnisse der Elektrik.

        Survival Zeltheizung und Ofen rauchfrei

        Offenes Feuer in einem Zelt lässt sich im Prinzip nur in einer grossen Kohte oder einem Tipi realisieren. Doch was tun, wenn wir im Winter in einem Zelt leben?

        Pyrolyse- Ofen und Kocher:
        Wir bauen uns einen Pyrolysekocher aus zwei Blechdosen. Bild 2 zeigt den fertigen Kocher/Ofen. Zutaten: 2 verschieden grosse Konservenbüchsen.

        Werkzeug: Workchamp (Schweizer Taschenmesser) (ist Strom vorhanden, eine Bohrmaschine), dazu ein Edding.

        Ich gehe davon aus, dass die beiden Büchsen schon geöffnet und der Inhalt verzehrt wurde. Mit heissem Wasser auswaschen und aussen das Papier entfernen. In die grosse Büchse ein Loch im Boden in der Grösse der kleinen Büchse schneiden und sie probehalber rein stecken (siehe Bild 1)

        Dazu drehen wir die grosse Büchse, stellen die kleine Büchse auf deren Boden und umfahren sie mit unserem Edding. Nun schneiden wir den Boden bis zur Umrandung aus. Die grosse Büchse wird umgedreht und seitlich werden Löcher gebohrt in zwei Reihen (siehe Bild 1). In den Boden der kleinen Büchse werden ebenfalls einige Löcher gebohrt, am unteren seitlichen Rand eine Reihe Löcher und oben, etwa zwei Zentimeter vom Rand entfernt, ebenfalls eine Reihe. Beide Büchsen werden nun zusammen gesteckt und fertig ist unser Pyrolysekocher - wir haben einen Holzvergaser gebaut.

        Der Kocher in dieser Version ist allerdings nicht fürs Zelt geeignet! Dazu brauchen wir eine dritte Dose in gleicher Grösse wie die Aussendose vom Ofen. Wir verteilen willkürlich Löcher rund um die Aussenhaut der Dose. nun schneiden wir ein Loch in den offenen Dosenrand und achten darauf, dass das ausgeschnittene Stück sauber geschnitten wird. Dieses Stück versehen wir an der Oberkante mit zwei Löchern, an der Dose ebenfalls. nun verbinden wir Dose und Blechstück mit Drahtösen und haben eine Feuerklappe, durch die wir nach Bedarf Brennholz einschieben können. Nun weiten wir die Dose etwas und markieren die Stellen, wie weit die Dosen übereinander geschoben werden sollen. Hier schneiden wir vorsichtig an drei Seiten kleine Blechstücke so ein, dass wir sie später um 90 Grad nach innen umbiegen können und so einen Stop haben, der ein Verrutschen der obersten Dose verhindert.

        Dieser Ofen ist auf Grund seiner Konstruktion als Kohlevergaser vollkommen rauchfrei, wenn er erst einmal richtig brennt. Durch die oben aufgesteckte Dose wird er nun zu einem geschlossenen System, welches sich auch in einem 2-Personen Igluzelt nutzen lässt. Allerdings stellen wir den Ofen nicht(!) auf den Zeltboden, sondern in die Apsis, die keinen eingeschweissten Zeltboden besitzt.

        Das Zelt hat in der Apsis eine Öffnung, die sich regulieren lässt. Von der Apsis aus über die Zwangsentlüftungen im Zelt wird für genug Sauerstoff auch beim Heizen und Kochen mit unserem Hobo gesorgt. Um aber nun die Wärme zu optimieren, besorgen wir uns eine Thermoschutzabdeckung für Windschutzscheiben und spannen sie im Halbrund hinter dem Hobo auf. Dadurch wird die Wärme reflektiert und in den Zeltraum geleitet.

        Pyrolysekocher/Zeltheizung

        Reflektor
           

        Und nun viel Vergnügen beim Kochen und Heizen in der Wildnis, allein bei Eis und Schnee in eurem kleinen Zelt *smile*

        Auswahl des Zeltplatzes / Übernachtung

        Worauf müssen wir achten?

        • 1.) Nie das Zelt unter einzeln stehenden Bäumen aufschlagen! (Blitzeinschlag bei Unwetter)
        • 2.) Nie in einer Senke zelten! (bei Regen kann es schnell ungemütlich werden)
        • 3.) möglichst sandiger und ebener Boden (Steine und andere Gegenstände müssen entfernt werden)
        • 4.) Zelteingang vom Wind abgewandt
        • 5.) möglichst Platz aussuchen, der durch Büsche und Bäume vor Einsicht gedeckt ist
        • 6.) Kloake - möglichst an einem vor Einsicht geschützten Platz anlegen. Hier leistet uns unsere kleine Pflanzschaufel gute Dienste. Je nachdem, wie lange wir an diesem Ort zelten wollen, richten wir die Grösse der Grube ein. Soll es ein längerer Aufenthalt sein, dann schachten wir eine Grube aus, etwa 40 x 40cm und ca. 60cm tief. Bei unseren grossen Geschäften decken wir anschliessend eine dünne Sandschicht drüber. Um bei unseren "grossen Geschäften" zu verhindern, dass die Luft ringsum mit Düften durchsetzt ist, sollten wir alternativ zusätzlich zu der Lage Sand noch kochendes Wasser mit Asche vermischen und drüber giessen. Das verhindert weitgehend den Geruch von Fäkalien und neutralisiert diesen. Für diejenigen, die ihr Geschäft nicht in der Hocke verrichten können; zwei starke Astgabeln, die rechts und links vor die Grube eingeschlagen werden. Dazu ein etwa drei Zentimeter starker gerader und glatter Ast, der in die beiden Gabeln gelegt wird. Höhe der Gabeln etwa 50cm. Eine dreiviertel Armlänge vor dieser Konstruktion schlagen wir nun noch zwei kräftige Äste in den Boden. An ihnen können sich nicht ganz so gelenkige Menschen hochziehen, wenn ihr Geschäft erledigt ist. Für die ganz Bequemen bauen wir uns einen richtigen "Donnerbalken". Diese Arbeit machen wir uns aber nur, wenn wir vorhaben, längere Zeit an einem Ort zu bleiben (Fotos vom Bau werden nachgeliefert).
        • 7.) Duschen und Hygiene - dafür benutzen wir unseren Schweizer Wassersack mit dem Duschkopf. Für die Aufhängung suchen wir uns einen passenden Baum, dessen Seitenast die richtige Höhe für unsere Dusche hat. Auch hier achten wir darauf, dass man uns aus einiger Entfernung nicht entdeckt. Der Wassersack (schwarz) kann am Baum hängen bleiben. Dabei sollte er so hängen, dass die Sonne ihn erwärmt. Auf diese Weise haben wir tagsüber warmes Waschwasser.
        • 8.) Flüssige Waschseife aus Kastanien selbst gemacht
          Waschseife aus Kastanien eignet sich sowohl In- als auch Outdoor. Unsere Altvorderen kannten sich früher mehr in der Natur aus, als wir "zivilisierten" Menschen
          Die vielen Kriege in Europa führten dazu, dass die Menschen sehen mussten, was sie aus der Natur verwenden konnten. Denn in Kriegszeiten waren nicht nur Lebensmittel knapp!
          Dabei ist die Herstellung der flüssigen Waschseife ziemlich simpel. In der Rosskastanie (nicht essbar, da für Menschen giftig!) stecken sogenannte Saponine (glykosidische Verbindungen mit terpenoidem Aglykon). Diese Saponine haben die Eigenschaft zu schäumen und damit eine reinigende Kraft zu entwickeln.
          Wenn wir nun Kastanien sammeln, achten wir darauf, dass nur gesunde Kastanien in unseren Beutel kommen. Anschliessend entfernen wir die braune Aussenhaut und zerkleinern die Kastanien. Besitzen wir eine Reibe, dann reiben wir sie zu körnigem Pulver. Outdoor besorgen wir uns aus der Natur ein passendes Stück Blech, welches von der Wohkstandsgesellschaft dort grosszügig hinterlassen wurde. Wir säubern das Blech auf einer Seite und schütten unsere geriebenen Kastanien dort gleichmässig auf. Anschliessend stellen wir es über ein kleines Jägerfeuer und vergessen dabei nicht, das Pulver zwischendurch zu drehen. Ist es gut getrocknet, dann füllen wir es in einen luftdicht schliessende Behälter, in dem sich das Pulver sehr länge hält.
          Brauchen wir nun Waschseife, dann entnehmen wir eine Portion und geben diese in eine kleine Schale, die wir nun mit Wasser auffüllen. Das Ganze decken wir mit einem Tuch oder Blättern ab und lassen es so lange stehen, bis unser Wasser milchig ist und sich auf der Oberfläche Schaum bildet. Um das Pulver auszufiltern,können wir eine alte Socke nehmen und giessen die Flüssigkeit durch die Socke in ein anderes verschliessbares Gefäss um. Diese Waschseife hält gut eine Woche, dann sollte man sie verwendet haben. Die Rückstände in der Socke können wir in einem halben Liter Wasser aufkochen und haben dann noch genug Waschseife für mehrere Wäschen.
          Gerade im Survivalbereich ist das optimal. Leider kann man Kastanien nicht das ganze Jahr über ernten. Wenn man aber das Pulver gut vorbehandelt hat und eine genügende Menge davon, könnte es gerade so reichen, bis neue Kastanien geerntet werden können.
        • 9.) Falls das Gelände nicht ganz so günstig ist und Gefahr besteht, dass bei starkem Regen Wasser ins Zelt läuft, kann man einen Graben um das Zelt ziehen.
        • Sicherheit

          Besteht Gefahr, dass marodierende Banden durchs Land ziehen und Leute überfallen, dann müssen wir unseren Platz, den wir als Standort ausgewählt haben, besonders schützen und mit einer Alarmanlage versehen. Dazu benutzen wir eine einfache, aber sehr wirksame Methode: Wir schnitzen uns kleine Pflöcke in der Grösse von Zahnstochern. Dann bohren wir mit unserem Workchamp in den ersten Baum, der in einiger Entfernung (mindestens 20 Meter) vom Zelt steht, in etwa 30cm Höhe ein kleines Loch, in das wir einen der selbst gemachten Pflöcke stecken. Er sollte noch etwa 3cm aus dem Baum ragen. Am nächsten Baum kommt in gleicher Höhe ebenfalls ein Pflock. Nun machen wir eine kleine Schlaufe in die Angelsehne. Wir benutzen dazu einen Knoten, der sich nicht verändert - den Palstek. Bereits vorher haben wir auf unserem Weg leere Blechbüchsen gesammelt. Wir drehen aus Pflanzen eine Art Strick und hängen da die Blechbüchsen ran. Das Ganze binden wir an das andere Ende der Angelsehne, die wir vorher ausgemessen haben. Wir ziehen die Büchsen über einen Ast des zweiten Baumes in etwa drei Meter Höhe, legen die Sehne um den kleinen Pflock und führen sie weiter bis zum ersten Pflock, wo wir die Schlaufe drüber schieben. Läuft nun jemand gegen die gespannte Angelsehne, dann rutscht die Schlaufe vom Pflock und die Büchsen fallen auf ein vorher unterm Baum deponiertes Stück Blech. Für das Blech können wir zum Beispiel die Motorhaube oder den Kofferraumdeckel eines verlassenen Wagens benutzen. Verlassene Autos sind eine Schatzgrube für unser Basislager. Oft findet sich noch Werkzeug im Kofferraum, sowie ein Erste-Hilfe-Kasten. Für unsere Bequemlichkeit können wir auch einen der Autositze ausbauen und mitnehmen. Die elektrische Verkabelung des Autos dient uns als Ersatz für Leinen und Schnüre. Wenn die Büchsen auf das Blech treffen, gibt es einen Höllenlärm und wir sind hellwach. Zusätzlich können wir rund um unseren Platz auch einige Punji Stakes verteilen, das sind spitze Holzpfähle, deren Spitzen im Feuer gehärtet wurden. Die Spitzen werden mit Kot beschmiert, was eine ziemlich schlimme Wunde, die ohne Medikamente nicht heilt, verursacht. Diese Holzpfähle werden in kleine Gruben gesteckt und dann mit Gräsern und dünnen Ästen getarnt. Diese Methode wandten die Vietnamesen gegen die Amerikaner mit Erfolg an.

          Punji Stakes

          Schwingfalle

          Man kann auch noch Schwingfallen - Bamboo Whip genannt - bauen, die ebenfalls von den Vietcong eingesetzt wurden.

        • Flaschenzug

          Für viele Arbeiten im Basislager erleichtert eine Talje (Flaschenzug) den Alltag doch sehr. Ein einfacher Flaschenzug ist schnell gebaut.

        • Tarnen

          Eine wahre Fundgrube können Schrottplätze sein, die aber in erreichbarer Nähe sein sollten. Hat man das Glück, ein Fahrrad mit einem Anhänger zu besitzen, dann kann die Entfernung ruhig zwischen 30 und 50 km im Umkreis liegen. Für unsere Touren - um Brauchbares und eventuell Lebensmittel fürs Basislager zu organisieren, verstecken wir unsere Ausrüstung. Als Versteck bieten sich dicht bewachsene Bäume an, in deren Baumkronen wir unseren Rucksack gut verstecken können, oder hohle Baumstämme, in die wir den Rucksack schieben und anderes Totholz drüber werfen. Das Zelt tarnen wir die ganze Zeit über mit einer besonderen Konstruktion; wir benutzen dazu das Grundgestänge, wie es beim Tipibau verwendet wird.

          Nun legen wir dicht bebuschte kleine Bäume wechselseitig an das Gerüst (Krone oben, Krone unten) und verhaken die Zweige der einzelnen Bäume miteinander, so dass ein undurchdringliches Gewirr entsteht. Wir sollten dabei darauf achten, dass es nicht zu symmetrisch aussieht, weil das die Neugier Vorbeikommender erwecken könnte. Wenn alles dicht ist - für den Eingang lassen wir einen Spalt von 60cm frei - werfen wir auf das Ganze noch ohne Muster dünne Zweige, Äste und Laub. Vor den Eingang kommt ein besonders dicht gewachsener Baum, der mit der Krone nach unten den Eingang verschliesst. Der Abstand Zelt - Gerüst sollte rundum gute 30cm betragen. Diese Camouflage hat zudem noch den Vorteil, dass das Zelt wettergeschützter steht und vorbeigehende Leute den Eindruck haben, hier hätten Waldarbeiter Totholz gesammelt und auf einen Haufen geworfen. Dies wäre eine Abart des ohne Zelt gebauten Unterschlupfs, den man auch Shelter nennt. Ein Shelter soll sich in die Natur einfügen und so unauffälig sein, dass Menschen in der Nähe vorbei gehen können, ohne unseren Shelter zu entdecken.

        • Verzichten wir aus Gewichtsgründen ganz auf ein Zelt, dann gibt es die Möglichkeit, im Biwaksack zu übernachten, der wasserdicht ist, oder ein Tarp zu bauen. Der einfachste Tarp besteht aus einer Kunstoffplane mit Ösen. Auch hier passen wir unser Tarp wieder der Natur an und können es mit entsprechendem Totholz (Ästen, Moosen und Blättern ect.) tarnen. Besitzen wir einen Militärponcho von der US-Army oder Bundeswehr können wir auch daraus ein Tarp bauen. Wir sollten dabei darauf achten. dass links und rechts neben unserem Tarp Baumstämme liegen, die verhindern, dass Bodenwinde uns auskühlen. Auch hier wieder ist Tarnung angesagt, die wir uns aus der Natur holen. Es sollte dabei selbstverständlich sein, dass wir nur Material sammeln, welches bereits am Boden liegt.
        • Zur Information: Ein 2-Personenzelt in Tarn mit einem Gewicht zwischen 1,5 und 3 kg ist durchaus noch angemessen als Ausrüstung und bietet uns darüber hinaus eine ganze Menge Komfort. Streiten könnte man sich über die Höhe des Zeltes Bei 1 Meter Sitzhöhe passt sich das Zelt sehr gut der Umgebung an, ist aber bei längerem Aufenthalt an einem Ort ziemlich unbequem. Ein Zelt mit Stehhöhe wäre zwar komfortabel, ist aber weithin sichtbar und nur sehr schwer zu tarnen. Wie immer liegt das Gute in der Mitte. Ich persönlich bevorzuge für längere Aufenthalte ein 2-Personenzelt mit 1,50 Meter Innenraumhöhe als Igluzelt in tarn. Entfernt man sich vom Basislager und ist für einige Tage unterwegs, tut es ein Biwaksack, oder der Poncho. Geht aber auch Beides, da vom Gewicht her keine Probleme bestehen und der Poncho uns bei Regen auch noch während unserer Wanderung schützt.
        • Besteht in dem Gebiet, in dem man sich gerade aufhält, plötzlich lebhafter Verkehr, dann weicht man nachts einfach auf das Schlafen in einer Baumkrone aus. Gepäck wird hier ebenfalls gut verstaut und gesichert. Anschliessend spannt man eine Mini-Hängematte in tarn zwischen zwei starke Äste (gibt es bereits für unter 10 Euro bei einer Länge von 220 cm und zulässigem Gesamtgewicht von 200 kg). Das Ganze ist in wenigen Minuten aufgebaut und man kann relativ sorglos und auch komfortabel im Baum übernachten. Über einen etwas höher gelegenen Ast werfen wir eine Reepschnur, die so lang ist, dass sie als Doppelschnur bequem bis zu uns in der Hängematte passt und noch Raum lässt, um sich zu bewegen. Das Ende verknoten wir mit einem Endachter, binden uns unseren Seilgürtel um und klinken die Reepschnur mit einem Karabiner in ein Auge des Seilgürtels. Selbst wenn wir nun mal schlaftrunken aufstehen und den Halt verlieren würden, sichert uns die Reepschnur.
        • A-Shelter bauen


          A-Shelter Grundgerüst

          Unser Shelter, eine Notunterkunft, den wir uns in der Natur ohne Hilfsmittel bauen, hat viele Namen: A-Frame, Debris Hut, Bush Shelter oder einfach nur A-Shelter.

          Der A-Shelter ist im Prinzip nichts anderes, als eine kleine Laubhütte oder ein etwas grösserer Schlafsack aus Laub und Ästen. Die Idee dahinter ist, ohne Feuer in der Natur auch bei kalten Temperaturen geschützt und warm zu übernachten. Da wir unser Shelter also allein mit unserer Körpertemperatur beheizen, sollte er möglichst klein gehalten werden. Menschen, die an Klaustrophobie leiden, könnten da allerdings Probleme bekommen.

          Nun müssen wir uns ausrechnen, welche Länge und wie breit unser Shelter am Eingang, wo später unser Kopf liegt, sein soll. Wenn wir also Schulterbreite 60cm annehmen, dann rechnen wir links und rechts jeweils 20 Zentimeter hinzu. Die Länge des Shelters in etwa 220cm und vorn und hinten muss die Firststange noch etwa 30 - 40 Zentimeter herausragen, also Firststange =300cm. Für den Eingang zwei starke Äste mit Gabeln am Ende. Da wir eine Gesamtbreite von 100cm gerechnet haben, die Eingangshöhe maximal einen Meter betragen soll, rechnen wir: "a² +b²=c² und dann Wurzel aus c². Nun wollen wir in der Natur nicht gross rechnen, also nehmen wir einen Stock, 1 Meter Länge, legen ihn auf den Boden, wo unser Eingang sein soll und ritzen an beiden Enden ein Zeichen in die Erde. Nun Nehmen wir unser "Metermass" und stellen es in die Mitte des zukünftigen Eingangs. Wenn wir einigermassen gut im Schätzen sind, dann kommen wir auf 125cm. Das bedeutet, damit wir eine Eingangsbreite und Höhe von 100cm haben, brauchen wir zwei Äste mit Gabelung an der Spitze mit einer Länge von ca. 125cm. Damit haben wir die Masse für unser Shelter festgelegt.

          Nun bauen wir uns einen Untergrund, auf den später das Laub für unser Bett kommt, aus Ästen. Wir sammeln also soviel wie möglich an Totholz aus der Umgebung. Beim Auslegen fangen wir am Kopfende an und arbeiten uns bis hin zum Fussbereich, wobei die Äste immer kürzer werden, da der Fussbereich nicht so breit sein muss, wie der Kopf-/Schulterbereich. Nun schütten wir Laub auf unsere Unterlage. Sollte gleichmässig etwa 50 Zentimeter hoch sein. Anschliessend legen wir uns auf das Laub und komprimieren es dadurch gleichzeitig. Die Schicht, auf der wir später (komprimiert) liegen, sollte etwa 15 - 20 Zentimeter hoch sein. Je höher die Schicht, desto besser die Isolation gegen den Erdboden.

          Nun kommt die Firststange an die Reihe. Unsere beiden gegabelten Äste verhakeln wir ineinander und stabilisieren unser "A" jetzt mit der Firststange. Am Fussende haben wir zwei möglichkeiten; entweder wir finden einen Stubben, der etwa 40cm hoch ist, oder wir nehmen eine entsprechende Astgabel, die wir in die Erde schlagen und dann die Firststange in die Gabel legen. So haben wir eine Höhe, in der wir auch noch etwas Beinfreiheit haben.

          Als nächstes ist die "Beplankung" dran. Dafür suchen wir uns alles an einigermassen geraden Ästen, kurze und lange, dir vor unser zukünftiges Zuhause ablegen. Nach Augenmass legen wir die grossen Äste vorn und die kleinen Äste hinten an. Damit sich das Gerüst selbst hält und stabilisiert, legen wir die Äste abwechselnd von beiden Seiten nebeneinander. Das ergibt eine stabile Verzahnung. Unser Rohbau ist damit fertig und man sieht schon, was das werden soll.

          Was uns noch fehlt, ist ein dichtes Dach, welches einmal die Wärme im Shelter und uns gleichzeitig bei Regen trocken hält. Dafür sammeln wie Laub in grösserer Menge. Bei der Verteilung beginnen wir am Fuss- bis Kopfende unten und arbeiten uns schichtweise hoch bis zum Dachfirst. Anschliessend kriechen wir in unseren Shelter und prüfen, ob unser Dach gleichmässig dicht ist, oder ob irgendwo noch Helligkeit durchscheint. Es sollte total dunkel im Shelter sein, dann ist wirklich alles dicht. Nun gehen wir einmal um unser Shelter herum und sehen nach, ob das Dach kleine Mulden auf weist. Diese würden bei regen als Sammelbecken für das Wasser fungieren und könnten irgendwann durch das Gewicht des Wassers genau diese Stellen undicht machen. Finden wir also Mulden, dann stopfen wir sie mit Blättern zu. Nun nehmen wir stärkere Äste - auch verzweigte - und legen sie vorsichtig auf unser Dach. Für den First bieten sich grössere Stücken Baumrinde an. Denn hier trifft der Regen zuerst auf das Dach und deshalb sichern wir es extra, um weder Wind, noch Regen die Chance zu geben, unser Dach undicht zu machen. Für den Eingang ist die einfachste Lösung, dass wir, bevor wir in unseren Shelter mit den Füssen voran kriechen, einen grossen Laubhaufen vor den Eingang schütten. Sind wir im Shelter ziehen wir mit beiden Armen das Laub in den Eingang und stopfen zum Schluss auch noch das obere Eingangsdreieck zu. Nun müsste es im Shelter absolut dunkel sein. Die gute Isolation nach oben und unten zusammen mit unserer Körpertemperatur sorgen nun dafür, dass wir es angenehm warm in unserem Shelter haben. Allerdings sollten wir alle Arbeiten erledigt haben und auch noch unser kleines Geschäft verrichten, ehe wir in unseren Shelter kriechen. Mit jedem Mal Öffnen, raus und rein und wieder verschliessen, besteht die Gefahr, dass wir unseren Shelter undicht machen.

          Ein Wort noch zu unserer Kleidung: Wenn wir an unserer Jacke eine Kapuze haben, sollten wir diese aufsetzen und fest verschliessen. Jacke wird in die Hose gestopft und die Hosenbeine kommen in die Strümpfe. Das garantiert uns, dass wir nicht das ganze Laub und Kleinzeug unter unsere Kleidung bekommen. Hinterher brauchen wir uns nur abklopfen und sind wieder clean.

          Schneeshelter

          Wir können unser A-Shelter aber auch im tiefsten Winter aus einer Kombination aus Ästen, Zweigen und Schnee bauen. Anders als beim normalen A-Shelter, welchen wir sehr klein halten und der deshalb auch nur kurzfristig als Übernachtung dient, soll unser Schnee-Shelter etwas grösser und stabiler ausfallen, wenn wir vorhaben, eine längere Zeit an einem Ort zu bleiben.

          Zuerst einmal suchen wir uns das passende Gelände aus, in dem wir sozusagen unsichtbar sind.In diesem Gelände suchen wir einen Baum, der in etwa 150 bis 200 Zentimeter Höhe vom Sturm abgeknickt wurde, dessen abgeknickter Teil mit der Baumkrone aber noch fest mit dem restlichen Baum verbunden ist. Das wäre für uns sozusagen der Glücksfall. Sollte so ein Glücksfall nicht eintreten, suchen wir einen gefällten schlanken Baum von etwa zehn Zentimeter Durchmesser und ca. 3,50m - 4m Länge. Dies wird unsere Firststange. Unser Shelter soll gleichmässige 150 Zentimeter Innenhöhe in der Mitte aufweisen. Nun suchen wir uns einen schlanken Baum, an dem wir die Firststange in 1,50m Höhe festbinden und gleichzeitig mit zwei gekreuzten starken Ästen, die unter Spannung unter die Firststange geklemmt werden. Dabei binden wir die Firststange an dem der Windseite abgewandten Baum fest. Hier werden wir später einen besonders starken Schutz gegen den Wind bauen. Nun fertigen wir uns aus zwei starken Ästen ein A- Gerüst, das wir im oberen überkreuzen und die Firststange auflegen. Das Ganze wird nun fest miteinander verbunden. Ans untere Teil des A´s Kommt nun noch eine Querstrebe, die dafür sorgt, dass die Äste nicht seitlich wegrutschen können. Der gleiche Aufbau, als würden wir eine Brücke bauen.

          Nun suchen wir uns weitere starke und möglichst gerade Äste, die wir schräg an unsere Firststange in Abständen von ca. zehn Zentimetern anlehnen. Je schräger wir die Äste stellen, desto mehr Platz haben wir später in unserem Shelter. Das beste Verhältnis ist eine Mittelhöhe von 150 Zentimeter und eine Bodenbreite von 240 Zentimeter. Da die Stangen sich noch über der Firststange kreuzen sollen, nehmen wir Äste, die etwa 230 Zentmeter lang sind (a² + b² = c² und Wurzel aus c²). Diese Äste sollten etwa 20cm über die Firststange hinaus ragen. Auf der anderen Seite verfahren wir ebenso, stellen die Äste dort so auf, dass sich beide Seiten kreuzen. In das entstandene V legen wir nun, am Baum beginnend, sich überlappende Äste bis zum Ende der anderen Seite. Das ergibt insgesamt ein ziemlich stabiles Gebilde.

          Nun suchen wir uns dicht bewachsene Kiefern- oder Tannenzweige. Sie sollten etwa die Grösse haben, wie wir sie in Gärtnereien kaufen können, um zum Beispiel ein Grab abzudecken. Mit dem Stiel nach oben legen wir sie gegen die Schräge und fangen dabei vom Boden her an. Dabei überlappen wir die jeweiligen Zweige immer ein kleines Stück, so dass eine durchgehende Wand entsteht. Nun kommt die zweite Reihe und so weiter bis zur Firststange. Das Gleiche machen wir auf der anderen Seite und haben nun einen schon fast fertigen Shelter.

          Ebenso wie die Tannenzweige vorher legen wir nun Reihe für Reihe eine Lage Schnee. Wenn beide Seiten mit Schnee bedeckt sind, schaufeln wir einfach weiter Schnee auf unser Shelter, dabei aber immer darauf achtend, dass wir am Boden beginnen. Wir können nun den Schnee leicht festklopfen und machen so lange weiter, bis die Äste, die über die Firststange ragen, nicht mehr zu sehen sind. An den beiden Aussenseiten des Shelters schütten wir dann noch eine dicke Schneewurst auf. Ganz zum Schluss klopfen wir dann wieder den Schnee auf den Dachschrägen vorsichtig fest. Das sorgt dafür, dass der Wind unser Dach nicht abdeckt.

          Das Innere unseres Shelters wird nun gesäubert und darauf geachtet, dass keine Steine oder Wurzeln unseren Aufenthalt im Shelter ungemütlich machen. Mit Tannengrün wird dann der Boden des Shelters dick ausgelegt und eine Plane drüber gezogen. Für unseren Schlafsack suchen wir uns eine gute Stelle und verstauen dann noch unser Gepäck.

          Jetzt müssen wir unseren Eingang noch winterdicht machen. Da wir unser Shelter so aufgebaut haben, dass sich der Eingang auf der dem Wind abgewandten Seite befindet, pustet uns hier keine kalte Luft hinein. Trotzdem werden wir einen kleinen "Schleusentunnel", etwa 70 x 70 Zentimeter bauen, der etwa einen Meter lang wird. Alles andere am Eingang wird mit Ästen Tannenzweigen und Schnee dicht verschlossen. Unser Tunnel ist gross genug, dass wir nicht überall beim Hinaus- oder Hineinkriechen gegen die Seitenwände stossen. Den Ausgang ins Freie können wir mit einem grossen Schneeball, den wir uns auf dem Boden rollen, als wollten wir einen Schneeman bauen, verschliessen. Den inneren Eingang können wir mit unserem Rucksack weitgehend verschliessen. Zwei Teelichter dürften nun ausreichen, zusammen mit unserer Körperwärme das Shelter bei Null bis Minus zwei Grad bei Minus 15 bis 20 Grad Aussentemperatur zu halten. Wärmer sollte es nicht werden, weil unser Shelter sonst zu einer Tropfsteinhöhle mutieren könnte.

        Unterkunft Sumpfgelände

        Sich in sumpfigem Waldgelände einzurichten hat sowohl Vor- als auch Nachteile. Nehmen wir zuerst die Vorteile; von sumpfigem Gelände halten sich die meisten Menschen fern. Das Gelände ist anstrengend und man muss sehr aufpassen, gleichzeitig hat der Feind bei Wärme auch noch Schwärme von Stechmücken am Hals. Der Nachteil sind genau die Stechmücken, die auch unsere Feinde piesacken. Da heisst es, sich gut vorzubereiten. Um ein festes Lager zu bauen, haben wir zwei Möglichkeiten; die erste Möglichkeit ist die, dass wir uns vier Bäume aussuchen, die in etwa quadratisch zueinander in nicht zu weiter Entfernung stehen. In einer Höhe von etwa einem Meter bauen wir uns eine Plattform, indem wir die vier Bäume miteinander verbinden. Dafür nehmen wir gerade gewachsene dünne Stämme (10cm stark) und bauen daraus ein Grundgestell als Boden. Dann machen wir aus starken Ästen noch ein Schutzdach darüber. Wie das Ganze dann aussieht, wenn es fertig ist, könnt ihr am Bild erkennen.

        Wir können das Ganze jetzt dichtmachen mit einer Plane, oder aber wir bauen aus vorhandenem Naturmateril ein festes Dach aus Blättern, die wir mit kreuzweise aufgelegten Ästen fixieren. Dabei nehmen wir grosse Blätter, beginnen unten und legen die Blätter dachziegelartig über- und nebeneinander. Wenn wir so mehrere Schichten übereinander gelegt haben, stabilisieren wir das Dach, indem wir vorsichtig eine Schicht Sand auftragen. Darauf dann verteilen wir möglichst über das ganze Dach Moos mit Wurzelwerk. Wenn das später angeht, haben wir ein sehr gutes Dach. Aus dünnen Stämmen machen wir uns an der Rückwand eine Art Kastenbett und füllen den Innenraum mit Blättern. Das ergibt zusammen mit unserem Schlafsack eine weiche Unterlage. Gut ist es, wenn wir für solche Fälle ein Moskitonetz dabei haben. Dies spannen wir so um unser Bett, dass kein Moskito uns belästigen kann.

        Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass wir es uns in einem passenden Baum bequem machen. Hier brauchen wir nur eine kleine Plattform und unsere Hängematte, die wir zwischen zwei Ästen aufspannen. Auch hier wird das Moskitonetz so angebracht, das kein Moskito uns nächtens stören kann.

        Mückenspray selbst gemacht

        Es ist wieder die Zeit, in denen uns Mücken scharenweise überfallen. Zeit, etwas dagegen zu tun!

        Vorbereitung:

        • 1. kauf dir eine 100ml Sprayflasche, oder schau nach, ob du sie nicht bereits im Haushalt hast (Parfüm). Hast du eine leere gebrauchte Sprayflasche gefunden, mit heissem Wasser und Spüli gut auswaschen.
        • 2. kauf dir ätherische Öle und zwar die kleinen Flaschen. Für unser Mückenspray kaufst du Citronella, Eukalyptus und Lavendelöl. Achte darauf, Markenöle zu nehmen (Primavera, Farfalla oder Neumond).
        • 3. 40prozentiger Alkohol. Am besten eignet sich Primasprit.
        • Rezept für 100 ml :
        • 4 Esslöffel Alkohol (hat man keinen Primasprit, sollte es zumindest ein klarer Schnaps wie beispielsweise Wodka sein)
        • 6 Tropfen Citronella
        • 4 Tropfen Eukalyptus
        • 1 Spritzer Lavendelöl (beruhigt die Haut)

        Das Ganze auffüllen mit abgekochtem kalten Wasser und gut durchschütteln. Aufgetragen auf die Haut hält es in etwa eineinhalb Stunden. Dann verliert es seine Wirkung. Vor der Anwendung nur eine kleine Hautstelle besprühen und abwarten, ob sich die Haut rötet und juckt. Bei Unverträglichkeiten eventuell auf die Oberkleidung sprühen, oder auf ein anderes Produkt umsteigen!

        Nachtrag: möglichst helle kleidung tragen und kein parfüm benutzen.das zieht mücken an. duschen, wie oft geraten, hilft nur kurz. wenn man unterwegs ist und transpiriert, zieht das die mücken sofort wieder an. es sei denn, man hat eine taschendusche mit und stellt sich mitten auf den bürgersteig hin und duscht erst mal kräftig lol!

        Herstellung Matten


        Strohmatte

        Früher oder später werden überall kaputte oder wegen Spritmangels liegen gebliebene Autos zu finden sein. In einem PKW sind etwa 2 Kilometer Kabel verlegt. Genug also, um diese Kabel für unsere Zwecke zu nutzen. Ein Beispiel, um Paracord, Reepschnur und Co zu schonen, wir fertigen uns Matten aus Schilf oder Stroh. Für normale Schnur, die wir dafür brauchen, verwenden wir stattdessen Kabel.

        Zuerst legen wir uns passende Kabel zurecht und achten auf die richtige Länge. Unsere Matte soll 2 Meter lang und 70 Zentimeter breit werden. Um die Matte zu flechten, schlagen wir insgesamt 8 Pfosten in die Erde. Die Höhe der Pfosten etwa 80 Zentimeter. Dann brauchen wir noch ein Querholz in der Breite der Matte. Die Kabel (Schnüre) bringen wir an den Pfosten und am Querholz an, wie auf dem Foto zu sehen. Bei der Länge der Schnüre am Querholz sollten wir daran denken, die Schnüre lang genug zu machen. Je dicker unsere Matte, desto länger müssen die Schnüre am Querholz sein. Bei geeignetem Material - Schilf, Stroh, Gräser - ist so eine Matte schnell gebaut. Sie bietet ausreichend Liegekomfort und schützt uns vor der Bodenkälte.

        Wenn wir diese Matte allein bauen, wird es etwas schwieriger, als wenn wir zu zweit wären. Aber auch das bereitet uns keine wirklichen Probleme. Zuerst müssen wir dafür sorgen, dass unser Querholz immer straff gespannt ist, wenn wir eine neue Lage unter(!) die unbeweglichen Schnüre legen. Das erreichen wir dadurch, dass wir einen Ast hinter unserer Konstruktion in die Erde treiben und ein Stück Schnur dort anbinden. Ist das Querholz jetzt unten, dann machen wir genau auf seiner Mitte einen doppelten Rundtörn, ziehen das Ganze fest und belegen mit einem Slipstek. Damit die untere Lage nun nicht die Schräge runter rutscht, suchen wir eine geeignete Astgabel, die wir uns passend zuschneiden. Eine entsprechend lange Schnur befestigen wir an den beiden mittleren Pfosten auf der A-Seite - das ist dort, wo wir mit der Matte beginnen. Wollen wir die lose Lage jetzt festlegen, dann benutzen wir dazu unseren Asthaken und belegen anschliessend die Schnur mit Rundtörn und Slipstek. Bei einiger Routine werden wir fast genau so schnell sein, als wären wir zu zweit.

        Haben wir ein Igluzelt aufgebaut, wird die Matte dorthin gelegt, wo wir später schlafen wollen und anschliessend eine Decke darüber gelegt. Auf das Ganze legen wir dann unseren Schlafsack. Diese Matte hat den Vorteil, dass wir weder Luft-, noch Isomatte mit uns schleppen müssen.

        Ein Seil im Gepäck

        HMS-Karabiner & Abseilacht & Rescue

        Sicher werden sich einige unter euch fragen: "Ein Seil beim Survival? Wozu soll das gut sein? Erhöht doch nur das Gewicht." Das ist wohl wahr. Also sehen wir uns einmal an, was man alles mit einem Seil machen kann.

        Angenommen, wir werden ebenfalls in einen Krieg verwickelt, wie beispielsweise die Ukraine oder Syrien. Häuser werden zerstört und wir überleben knapp im 10. Stock eines Hauses. Es gibt weder einen Fahrstuhl, noch ein Treppenhaus. Alles ist zerstört.

        Beispiele

        Nun zahlt es sich aus, dass wir ein Seil besitzen und die Kenntnis darüber, wie man damit umgeht! Selbst wenn das Seil nicht lang genug ist, reicht es, dass wir uns von Stockwerk zu Stockwerk nach unten abseilen. Dabei suchen wir uns einen festen Haltepunkt für das Seil, legen es um den Haltepunkt unf führen das Seil nun doppelt nach aussen. Entweder mit der Abseilacht, oder wenn nicht vorhanden, mit zwei Prusikschlingen, steigen wir in die Tiefe und suchen uns auf dem jeweiligen Stockwerk neue Haltepunkte, um weiter absteigen zu können. Ist kein Seil vorhanden, reissen wir die Stromkabel aus den Wänden und verdrillen sie zwei- oder dreifach zu einem stabilen Seil. Auf diese Weise gelangen wir unbeschadet unten an und können nun unsere Flucht organisieren.

        Wir sind im Wald und hören plötzlich noch weit entfernt menschliche Laute. Es scheint sich um eine grössere Gruppe zu handeln. Wir würden gern sehen, was da los ist, was das für Leute sind und wohin diese Gruppe geht. Aber wir stehen auf dem Waldboden und um uns herum nur Bäume, die den Blick begrenzen. Das Beste wäre wohl, wir würden uns einen erhöhten Aussichtspunkt schaffen. Hohe Bäume stehen genug herum, aber wie da rauf kommen. Die Äste sind scheinbar unerreichbar in etwa fünf Meter Höhe. Doch wir haben ja unser Seil und leichtes Equipment dabei.

        Aus einer der Aussentaschen unseres Rucksacks holen wir einen Leinenbeutel mit einer Reepschnur, 5mm stark und 30 Meter lang. Wir sehen uns suchend um und finden einen Stein in Faustgrösse, gerade richtig für uns. Reepschnur aus dem Beutel und Stein in den Beutel. Das eine Ende der Reepschnur befestigen wir mit zwei Rundtörns und zwei halben Schlägen am Beutel. Kurz Schwung geholt und schon fliegt der Beutel in die Höhe und über den Ast. Das Gewicht des Steins sorgt dafür, dass er der Schwerkraft folgend, auf dem Waldboden aufschlägt. Nun befestigen wir am anderen Ende der Reepschnur das eigentliche (statische) Kletterseil 10mm Stärke mit einem einfachen Schotstek (Am Ende des Artikels werde ich alle vorkommenden Knoten explizit beschreiben) am vorhandenen Auge. Ich ziehe nun so lange an meiner Reepschnur, bis mein Kletterseil über dem Ast hängt und wieder am Boden ist. Das Ende des Kletterseils stecke ich durch das Auge und ziehe so lange, bis das Auge am (mit der Reepschnur) am Ast angelangt ist. Ich ziehe noch einmal - das Seil sitzt fest, wie es soll. Nun nehme ich zwei schon vorbereitete Stück Reepschnur, je etwa 3,50m lang (Die fertige Schlinge sollte bei normaler Körpergrösse nicht kürzer als 1,50m sein) . Jede der beiden Schnüre verknote ich nun einzeln mit einem Achter. Dann nehme ich die erste Schnur, die jetzt einen geschlossenen Kreis bildet, trete dicht an mein vom Baum hängendes Kletterseil und knote dort mit der Schnur eine Prusikschlinge (wichtig ist beim Prusikknoten, dass das Verhältnis Schnur zu Seil passt. Je dünner die Schnur im Verhältnis zum Seil, desto fester sitzt der Knoten. Bei einem 10mm starken Kletterseil ist das Ideal bei der Shnur 5mm) . Dicht unterhalb befestige ich die zweite Prusikschlinge. Den Beutel nehme ich von der Reepschnur, werfe den Stein weg und verstaue den Beutel im Rucksack. Ans Ende meines Kletterseils befestige ich meinen Rucksack mit zwei Rundtörns und zwei halben Schlägen. Nun Ist alles vorbereitet und ich kann auf den Baum steigen. Dazu stelle ich meine Füsse in die Schlaufen der beiden Prusikschlingen, verlagere mein Gewicht auf das linke Bein und schiebe den Prusikknoten am Seil etwa 50cm hoch. Nun verlagere ich mein Gewicht auf das rechte Bein und schwebe nun bereits 50cm über dem Boden. Den zweiten Knoten schiebe ich jetzt ebenfalls bis unter den ersten Knoten. Nun wiederholt sich das Ganze und in kürzester Zeit bin ich oben beim Ast, rund fünf Meter über dem Erdboden, angelangt.

        Ich stelle mich auf den Ast und schaue, ob ich schon etwas sehe. Meist sind ab dem ersten Ast weitere starke Äste in unmittelbarer Nähe, so dass man ziemlich leicht auch ohne Seil in die Höhe klettern kann. So ist es auch hier und ich ziehe das Seil samt Reepschnur und Rucksack nach oben. Der Platz unten ist nun leer. Sollten plötzlich Leute auftauchen, bemerken sie im Idealfall nichts von meiner Anwesenheit. Den Rucksack verstaue ich so in einer Astgabel, dass er nicht herunter fallen kann. Angenommen, ich habe gesehen, was ich wollte und will wieder absteigen. Ich könnte auch die Prusikschlingen zum Abseilen benutzen. Bei fünf Metern Höhe könnte ich einfach am Seil herunter gleiten. Aber es könnten ja auch 50 Meter sein, da wäre das dann schon lebensgefährlich. Also löse ich die beiden Prusikschlingen und stelle mir aus der Einen eine Art primitiven, aber effektiven Klettergurt her. Dazu benutze ich ausser der Schlinge noch einen Karabiner und eine Abseilacht (Bilder folgen). Ich bin nun durch die Abseilacht fest mit meinem Kletterseil verbunden und kann über die Abseilacht die Geschwindigkeit des Abseilens damit bestimmen, dass ich das lose Ende des Kletterseils entweder fest anziehe, oder locker lasse. Anschliessend öffne ich den Karabiner, löse die Acht vom Kletterseil und rolle die Schlinge zusammen. Nun ziehe ich an meiner Reepschnur, die immer noch neben meinem Kletterseil oben am Ast hängt und am Auge befestigt ist. Ich ziehe das Auge mit der Schnur nach unten, das Kletterseil aus dem Auge heraus und wickle Kletterseil und Reepschnur, voneinander getrennt, sorgfältig auf. Dann verstaue ich alles und bin bereit, weiter zu gehen. Eine weitere Methode, wenn das Seil lang genug ist, man lässt es doppelt, seilt sich auf und hat das Seil sofort für eine eventuelle nächste Steigung verfügbar.

        Neues Seil

        Tipp!: Haben wir ein nagelneues Seil, dann sollten wir es erst "brechen!" Neue Seile besitzen eine Eigendynamik, die uns beim Klettern zur Verzweiflung bringen kann, sie bilden Kinken, verursachen eine Wuhling und können unseren Karabiner oder auch unsere Abseilacht blockieren. Für das Brechen suchen wir uns ein passendes Geländer mit rundem Rohr. Das Seil wickeln wir einige Male um das Rohr herum, greifen dann mit einer Hand zum Anfang des Seils, mit der anderen Hand greifen wir an das ums Geländer gewickete Seil und rollen das Seil unter Druck kräftig hin und her. Dann lassen wir das Seil ein Stück weiter laufen und wiederholen das Ganze. Das machen wir so oft, bis das Seil komplett über das Geländer gelaufen ist. Nun ist es geschmeidig und sollte uns keine Probleme mehr bereiten. Wichtig ist bei allem, was wir mit dem Seil tun, dass es nicht zu sehr mit dem schmutzigen Erdboden in Berührung kommt und dass du vor allem NICHT(!) auf das am Boden liegende Seil trittst.es könnten dort kleine spitze Steinchen liegen, die man so gar nicht wahr nimmt, die sich aber durch den Druck ins Seil schieben und später bei Belastung das Seil von innen mit ihren scharfen Kanten zerstören.

        Das war nur ein kleines Beispiel der einfachen Art. Wer sich allein in unwegsamem Gelände behaupten und durchschlagen will, der muss damit rechnen, plötzlich vor einem steilen Abhang zu stehen. Dort runter zu klettern geht nur mit einem Seil. Die Technik des Abseilens ist identisch mit dem Abseilen vom Baum. Nun müssen wir nur noch einen Baum oder etwas suchen, an dem wir unser Seil befestigen können. Das Problem bei einem Abhang, der 30 Meter in die Tiefe geht, wie bekommen wir später unser Seil zurück. Die Technik, die wir an unserem Baum in fünf Meter Höhe verwendet haben, dürfte wegen des zu grossen Reibungswiderstands hier nicht funktionieren. Gut, wenn man sich da mit nützlichen Knoten auskennt. Wir machen mit dem Seil zwei Rundtörns um den Baum und belegen es anschliessend mit einem Slipknoten. An das Ende des Seils, welches aus dem Knoten kommt, befestigen wir unsere Reepschnur mit einem Roll- oder Stopperstek. Die Reepschnur hängt nun neben meinem Kletterseil und ich muss nur noch darauf achten, nicht aus versehen an die Schnur zu greifen, weil sich sonst der Slipknoten am Baum lösen und ich abstürzen würde. Damit dürfte dann auch die Funktionsweise des Slipknotens klar sein. Ich bekomme, unten angekommen, auf einfache Weise mein Kletterseil zurück. Wer nur ein Kletterseil und keine lange Reepschnur besitzt, der muss sein Kletterseil so um den Baum legen, dass zwei gleich lange Stränge entstehen. Allerdings verkürzt sich damit nicht nur das Seil um die Hälfte, wir müssen auch sehen, ob es dann noch reicht, um den kompletten Abhang zu bewältigen. Bei einem 30 Meter langen Seil können wir mit der ersten Methode fast 30 Meter absteigen. Mit der zweiten Methode sind das dann nur noch 15 Meter.

        Das nächste Hindernis könnte eine tiefe Schlucht sein und keine Brücke in der Nähe. Die Schlucht ist zudem zu breit, um drüber springen zu können. Es gibt nun zwei Möglichkeiten: Abseilen und andere Seite hochklettern, oder, wenn die Schlucht nicht zu breit ist, geeignete Stelle suchen, an der auf der gegenüber liegenden Seite in Wurfweite ein stabiler Baum steht. Einen Wurfanker aus vorhandenen Materialien bauen (starke Äste mit Gabelungen), diesen an unserer Reepschnur befestigen (5mm original Reepschnur von Edelrid hält ein Gewicht von etwa 560kg (Bruchkraft)) und anschliessend versuchen, diesen Wurfanker zum Baum in eine Gabelung zu werfen. Ist uns das gelungen, befestigen wir das andere Ende der Reepschnur auf unserer Seite und machen auch hier wieder einen Slipknoten innerhalb der Schnur. Das aus dem Slipknoten austretenden Schnurende (nur wenn die Reepschnur insgesamt lang genug ist) belegen wir an einem Karabiner mit einem Rundtörn und zwei halben Schlägen. Der Karabiner kommt an unser Koppel. Meinen Rucksack hänge ich zuerst auf die Reepschnur. ein vorbereitetes kurzes Stück Seil mit zwei Augen und Karabínern dient mir als Sicherung, falls ich mal abrutsche. Es ist möglich, dass durch den Aufenthalt in der Wildnis meine Kondition nachgelassen hat, weil ich beispielsweise nicht genug zum Essen hatte. Ein zweites Kurzseil mit Karabinern dient dazu, meine Beine am Seil zu halten. So ist mein Gewicht gleichmässig am Seil verteilt und mit meinen Händen schiebe ich nun zuerst den Rucksack vor mir her und ziehe mich dann nach. Bin ich drüben angekommen, wird der Rucksack als Erstes abgenommen und in sicherem Abstand vom Abgrund abgestellt. Dann ziehe ich an dem Ende meiner Reepschnur, die noch am Karabiner befestigt ist. Der Slipknoten auf der anderen Seite des Abgrunds löst sich und ich kann meine Reepschnur aufschiessen. Sicherheitstipp!: Da ein Seil, welches auf Slip liegt, sich bei Entlastung des Seils durchaus vom Baum lösen kann, sollten wir uns auf alle Fälle noch mit einer Prusikschlinge sichern, die wir dann vor uns zusammen mit dem Rucksack herschieben. Löst sich das Seil stürzen wir nicht gan ab, sondern nur in der Länge des noch verbliebenen Seils bis zum Rand des Abgrunds. Worauf wir nun besonders achten müssen ist, während des Sturzes zieht uns das Seil zur Wand und wir müssen vo Allem unseren Kopf schützen und versuchen, mit Händen und Beinen den Aufprall abzufangen.

        Resümee

        Ihr solltet euch darüber im Klaren sein, dass alle diese Tipps nur dann Gültigkeit besitzen, wenn es um das nackte Überleben geht. In Friedenszeiten weitgehend ungesichert zu klettern, zeugt davon, dass ihr mehr Mut als Verstand habt! Diese ganzen Vorgehensweisen dienen lediglich dazu, in absoluten Ausnahmesituationen, in denen man keine Wahl hat, zu wissen, wie manches auch ohne grosses Equipment funktioniert. Wenn ihr also meine Ratschläge ausprobiert, solltet ihr NIE allein sein. Zusätzlich zu dem, was hier vorgestellt wird und ihr nachmachen wollt, solltet ihr IMMER auf eine Extrasicherung achten. Im Ernstfall müsst ihr mit dem vorlieb nehmen, was ihr gerade vorrätig habt. Denkt daran, wenn es in der Welt knallt, könnt ihr in der Regel nicht einfach mehr in ein Spezialgeschäft gehen und euch dort mit dem richtigen Equipment eindecken! Auf alle Fälle wäre es sinnvoll, sich in friedlichen Zeiten mit mehreren guten Karabinern, einer Abseilacht, einem 30 - 50m Seil und einer etwa 50 Meter langen Reepschnur 5mm zu versorgen einzudecken. Damit seid ihr dann bereits in der Lage, euch auf- und abzuseilen und noch vieles mehr. Ausserdem kostet das Ganze nicht viel und es frisst kein Brot, rettet euch aber irgendwann mal das Leben.

        Es sind schon viele Menschen - darunter gute Schwimmer - ertrunken, weil sie die Strömung eines Flusses unterschätzt haben. Wenn wir unbekannte Gewässer überqueren wollen, dann sollten sie nicht breiter als 50 Meter sein. Unsere Reepschnur und unser Hauptseil sind jeweils 30 Meter lang. Das bedeutet bei der Distanz von 50 Metern, dass wir zuerst unser Kletterseil am Ufer befestigen (zwei Rundtörns und zwei halbe Schläge) und daran dann die leichte Reepschnur mit einem Bruchgewicht von 560 kg. Wir schwimmen dabei das erste Mal ohne Gepäck über den Fluss, befestigen dort die Reepschnur und hangeln uns am Seil wieder zurück zum anderen Ufer. Das Gepäck kommt auf ein schon vorher hergestelltes primtives Minifloss und wird mit einem Karabiner an unserem Koppel gesichert. Nun lösen wir das Kletterseil vom Ufer und ziehen uns Hand über Hand gleichmässig ans andere Ufer. Dabei achten wir darauf, einen gewissen Rhythmus zu finden, der uns nicht zu sehr erschöpft. Je nach Jahreszeit kann sowohl das Wasser, als auch die Luft sehr kalt sein. Wir leeren also vorher unsere Taschen am Körper, verstauen alles in einem Beutel auf dem Floss und behalten unsere Kleidung an. Das schützt uns für eine Weile vor der Kälte des Wassers. Wenn alles überstanden ist, ziehen wir uns trockene Klamotten an und versuchen, die nassen Sachen so schnell wie möglich trocken zu bekommen. Eine Leine zwischen zwei Bäumen gespannt, hilft uns dabei. Wenn wir dann noch die Kleidung so aufhängen, dass sie im Wind ist, dann sollte das relativ zügig gehen. Derweil wärmen wir uns an einem kleinen Sternfeuer mit heissem Tee auf.

        Wie ihr seht, ist ein Seil in vielerlei Hinsicht nicht nur nützlich, sondern kann auch unser Leben retten. Es gibt mehr als 500 Knoten aus der Seefahrt und Bergsteigerei. Wenn ihr euch die hier von mir vorgestellten Knoten nicht nur merkt, sondern auch so lange einübt, bis ihr sie im Schlaf beherrscht, dann seid ihr für alle Vorkommnisse gewappnet. Handelt nach dem Spruch: "So viel wie nötig und so wenig wie möglich!" Denn wenn ihr in eine Gefahrensituation kommt, habt ihr häufig keine Zeit mehr darüber nachzudenken, wie so ein Knoten gemacht wird. Das muss automatisch gehen. Als ich Ende der Sechziger, Anfang der siebziger Jahre meinen Segel- und Motorbootschein gemacht habe, mussten wir den Palstek - das ist der Königsknoten der Segler - hinter dem Rücken binden. Unsere Eselsbrücke lautete dabei; " Wir haben hier Loch Ness, Nessie taucht auf, steigt auf einen Baum, umrundet ihn und gleitet wieder in den See zurück."

        Knoten

        Palstek - der König unter den Knoten
        Der Palstek lässt sich vielseitig einsetzen. Mit ihm knüpft man eine feste Schlinge, die sich nicht zusammenzieht. Dadurch ist er auch gut geeignet als Rettungsschlinge. In der Seefahrt dient er dazu, ein Schiff oder Boot an einem Poller oder Pfahl fest zu machen. Der doppelte Palstek wird auch oft als Bootmannsstuhl benutzt, indem die beiden Schlingen auseinander gezogen werden und man ein Brett dazwischen legt. Nun kann ein Matrose an der Bordwand abgelassen werden und dort die Bordwand reinigen, etwas ausbessern oder streichen. Normalerweise hält der Palstek sehr gut, allerdings kommt es auch auf das Material des Seils an. Wenn es also um Leben und Tod geht, würde ich vorschlagen, den Knoten noch einmal mit zwei halben Schlägen zu sichern. Der einfache ungesicherte Palstek sollte also auf keinen Fall beim Klettern zum Anseilen verwendet werden. Auch beim Sicherheitsgurt sollte man ihn tunlichst nicht verwenden. Anders sieht das aus, wenn wir den einfachen Palsteck mit einer Yosemitesicherung versehen. Die würde dann übrigens auch die zwei halben Schläge überflüssig machen. Voraussetzung für diese Sicherung ist aber, dass das lose Ende innen liegt. Dieser Knoten wird übrigens auch von Industriekletterern verwendet, weil er die höchste Knotenfestigkeit besitzt.

        Palstek mit Yosemitesicherung

        Schotstek
        Mit dem Schotstek lassen sich zwei Seile gleicher und unterschiedlicher Stärke miteinander verbinden. Oft wird der Schotstek auch angewendet, um ein Tau an einem Kranhaken zu befestigen. Den einfachen Schotstek kann man auch als Slipknoten anlegen, dann lässt er sich leicht lösen, indem man einfach das Ende des Taus erfasst und daran zieht. Ist wie bei einer Schleife, die wir an unserem Schuh binden. Voraussetzung für eine hohe Haltekraft dieses Knotens ist, dass er immer unter Zug steht. Dabei ist auch darauf zu achten, dass das zweite Seil von unten in die Bucht einsticht und um das kurze Ende des ersten Seils herumgeführt wird. Machen wir noch einen zweiten Törn, dann haben wir einen doppelten Schotstek (siehe Fotos).

        Doppelter Schotstek

        Prusikknoten
        Der Prusikknoten dient dazu, an einem Seil aufzusteigen. Dazu benötigen wir zuerst eine (Prusik)-Schlinge, die wir aus einer 5mm Reepschnur, etwa 3,20m - 3,50m Länge herstellen, indem wir beide Enden mit einem Achter verbinden. Bei normaler Körpergrösse (1,75m - 1,80m) sollte die Schlinge nicht kleiner als 1,50m sein. Diese Schlinge knüpfen wir nun mit dem Prusikknoten an unser Kletterseil, indem wir die Schlinge um das Seil legen und zweimal - bei hoher Belastung dreimal um unser Kletterseil wickeln, wobei wir die Schlinge durch das kurze Ende der Schlinge hindurch stecken (siehe Bild). Ziehen wir nun die Schlinge unter Zug nach unten, dann verklemmt sich der Prusikknoten so stark, dass er nicht rutscht. Hört der Zug auf, können wir den Knoten ganz leicht nach oben oder unten verschieben. So ist es auch möglich, ohne Abseilacht abzusteigen. Wichtig ist sowohl beim Auf- als auch Absteigen, dass wir keine zu grossen "Schritte" wählen. Je höher wir das Bein mit der Schlinge heben, desto mehr Kraft müssen wir aufwenden. Es ist also besser, sich eine Leiter vorzustellen und unsere jeweilige Beinhöhe darauf abzustellen. Wenn wir schon eine Weile unterwegs sind, kann es sein, dass unser Körper bereits ziemlich geschwächt ist. Auch und besonders aus diesem Grund müssen wir mit den uns verbliebenen Kräften einrichten. Das bedeutet am Seil, dass wir es uns so einfach wie möglich machen, auch wenn der Aufstieg dann etwas länger dauert. Unser Körper wird es uns danken.

        Prusikknoten & Schlinge

        Stopperstek
        Mit dem Stopperstek werden i.d.Regel zwei ungleiche Seile miteinander verbunden. Zwischen Schiff und Schlepper auf hoher See wird das so gemacht, dass eine dünne Leine an einem dicken Tau mit dem Stopperstek angebracht wird. Anschliessend wird die dünne Leine zum Schiff herüber geschossen und von dort dann mit der dünnen Leine die dicke Trosse aufs Schiff gezogen. Analog dazu kann man diese Verbindung ebenso an Land benutzen (siehe Bild).

        Stopperstek

        Slipknoten oder auch Slipstek
        Slippen lassen sich viele Knoten. Es handelt sich dabei einfach nur darum , dass das durchgesteckte Ende zurückgesteckt wird und so eine Art Schleife bildet, an deren Ende man nur ziehen muss und der gesamte Knoten löst sich. Diesen Knoten kann man beispiels weise verwenden, wenn schwere Lasten einen Knoten so festzuziehen würden, dass wir ihn nur mit grösster Mühe und einem Marlspieker wieder aufbekämen. Dann kann man ihn auch benutzen, um beim Abstieg sein Seil nicht zu verlieren. Eine dünne Reepschnur am Ende des Slips und mit einem Zug löst sich der Knoten und das Seil fällt uns vor die Füsse (siehe Bild).

        Slipstek

        Rundtörn und zwei halbe Schlägen
        In Wahrheit sind es 1,5 Rundtörns, die wir um einen festen gegenstand (Baum, Spiere, Pfahl, Ring) legen. Um die laufende Part machen wir nun zwei halbe Schläge. Diesen Knoten können wir sowohl zum Festmachen, als auch zum Klettern benutzen. Wollen wir diesen Knoten auf Slip legen, dann machen wir einen Rundtörn mehr und dürfen nur einen halben Schlag mit Slip machen! (siehe Bild)

        Rundtörn & 2 halbe Schläge

        Wurfanker und Kletterseil mit Achterknoten
        Unserr Wurfanker lässt sich zusammenlegen, so dass er flach wird und nicht viel Raum beansprucht. Mit ihm können wir Mauern erklimmen, an Häuserwänden hoch- runterklettern und auch auf Bäume klettern. Der Wurfanker ist vielseitig verwendbar. In das Kletterseil machen wir in gleichmässigen Abständen Achterknoten, damit wir das Seil leichter hochklettern können. Natürlich würde sich auch hier eine Prusikschlinge anbieten. Da mein Kletterseil am Wurfanker aber nur 10 Meter lang ist, habe ich mich für die Achterknoten entschieden. Mit ein wenig Übung sollte es uns möglich sein, am Seil zügig auf- und abzuklettern.

        Endachter (Achtknoten)

        Wurfanker - Kletterseil mit Achterknoten

        Seilgürtel
        Wir können uns aus einem Stück Reepschnur 5mm Durchmesser und entsprechender Länge natürlich auch einen robusten Gürtel machen. Die meisten modischen Gürtel, mit denen Städter herum laufen, sind nicht belastbar, für den Einsatz Outdoor also unbrauchbar. Dazu schneiden wir uns ein Seilstück ab, in der Länge von etwa 2,60 Meter. Diese Reepschnur nehmen wir nun doppelt und machen am Ende einen Achterknoten wie bei der Prusikschlinge. Je nach unserem Bauchumfang bleibt nach dem Binden eventull noch so viel Platz, dass wir seitlich an der Hüfte noch eine kleine Schlaufe mit einem Achterknoten bilden können und vorn ebenfalls noch eine kleine Schlaufe ist, in die man einen Karabiner einhaken kann. Die Schlaufe seitlich dient uns dann dazu, unsere Karabiner und Prusikschlingen dort einzuhaken. Der Seilgürtel wird übrigens über unsere Jacke gebunden. Dazu nehmen wir den Knoten der Schlinge in die eine Hand (rechts oder links), das Ende der Schlinge in die andere Hand. Einmal um den Körper herum, dann das Ende mit dem Knoten durch die Schlinge hindurch, ziemlich fest anziehen und neben der Schlinge zwei oder drei Rundtörns und zwei halbe Schläge. Das wars! Mit der seitlichen Schlinge müsst ihr erst probieren, bevor ihr das Ganze bindet. Das ist ein einfacher, aber letztendlich unkaputtbarer Gürtel mit einer Bruchlast von etwa 600 kg am Karabiner.

        Materialgewicht
        Wenn man Outdoor unterwegs ist, zählt jedes Gramm. Auf dem ersten Foto seht ihr drei Karabiner und eine Abseilacht aus Aluminium. Alle vier Teile haben ein Gesamtgewicht auf der Briefwaage von 300 Gramm. Auf dem zweiten Foto ist ein Stahlkarabiner zu sehen, der exakt die gleichen Bruchlasten hat, wie die Alukarabiner. Dieser eine Karabiner wiegt 150 Gramm. Würden wir die jetzt mal vier nehmen, dann hätten wir statt der Alu- Stahlkarabiner und Acht mit einem Gesamtgewicht von 600 Gramm. Das Doppelte also, was die Alus bei gleicher Belastungsnorm und Anzahl wiegen!

        Faustformel
        Ich möchte das Kapitel Klettern damit beschliessen, dass ich hier einige Faustformeln vorstelle, die komplizierte Berechnungen überflüssig machen:

        • Jeder Knoten im Seil verringert die Bruchlast um etwa 50%
        • Die Bruchlast von Reepschnur lässt sich so berechnen: Durchmesser in mm im Quadrat mal 20
        • Die Bruchlast von Paracord 550 4mm liegt bei etwa 250kg
        • Die Reepschnur der Prusikschlinge ist nur halb so stark wie das Kletterseil
        • KN = KiloNewton 1 KN mal 100 = 100 Kilogramm

        Brücken, Unterstände und mehr ohne Nägel bauen

        Vor ein paar Tagen las ich in einem Post, dass jemand Nägel zum Bauen mitnehmen wollte. Nägel nimmt man allenfalls mit, um daraus Pfeilspitzen zu schmieden.

        Profilholz oder Stangen lassen sich auch ohne Nägel haltbar zusammenfügen. Dazu brauchen wir lediglich Schnüre oder Seile. Wichtig ist dabei, dass wir die einzelnen Verbundarten nicht nur kennen, sondern sie auch beherrschen. Dazu gibt es eine allgemeine Bundregel, die besagt, dass für jeden Zentimeter Durchmesser des zu verbindenden Stangenholzes ca. 70 cm Schnurlänge verwendet werden.

        Hier beschäftige ich mich jetzt mit dem Kreuzbund, dem Diagonalbund, dem Längsbund und dem Verbund eines Dreibeins.

        Der Kreuzbund

        Wenn sich die zu verbindenden Stangen im rechten Winkel kreuzen, dann machen wir einen Kreuzbund. Wir fangen dabei mit einer Achterschlinge an. Der Anfangsknoten liegt auf der senkrechten Stange unterhalb der waagrechten Stange. Die einzelnen Schläge müssen immer fest angezogen werden. Dabei wird ein Schlag auf einem Holz immer aussen, der andere Schlag am anderen Holz immer innen geführt. Zum Abschluss kommen einige Querschläge zum Knebeln des Bundes. Das Knebeln ist das allerwichtigste beim Bund, da er dadurch seine endgültige Festigkeit erhält. Das Ende wird mit einer Achterschlinge festgesetzt.

        Der Diagonalbund

        Wenn sich zwei zu verbindende Stangen in einem Winkel von etwa 45° (gemessen am kleineren Winkel) kreuzen, dann haben wir es mit einem Diagonalbund zu tun. Der Anfangsknoten ist hier wieder die Achterschlinge. Die ersten Schläge legen wir in den stumpfen Winkel, die nächsten Schläge in den spitzen Winkel. Zum Abschluss des Bundes kommen einige Querschläge zum Knebeln. Den Abschluss bildet wieder eine Achterschlinge. Auch hier gilt, dass es sehr fest geknebelt sein muss.

        Der Längsbund

        Der Längsbund dient zur Längsverbindung zweier Hölzer. Er kann Zug oder Druck in der Längsrichtung aufnehmen, ist aber schlecht geeignet, um Querkräfte aufzunehmen. Eine Längsverbindung besteht aus zwei Längsbünden. Begonnen wird mit der Achterschlinge. Bei einer Verbindung von zwei dünnen Stangen ist es möglich, den Anfangsknoten gleich über die beiden Stangen zu binden. Der Bund wird einmal durch einen Schlag in Längsrichtung geknebelt.

        Das Dreibein

        Zunächst legt man drei gleich lange Stangen eng nebeneinander auf den Boden. Dann wird wieder mit einer Achterschlinge an einer der aussenliegenden Stangen begonnen. Nun schlägt man abwechselnd oben bzw. unten vier bis fünf Runden um die Stangen (ca. so als würde man eine "Acht" zeichnen). Danach kann mit dem Knebeln begonnen werden. Es wird in beiden Zwischenräumen geknebelt. Abgeschlossen wird wieder mit einer Achterschlinge. Danach stellt man die Stangen auf und zieht die offenen Enden soweit auseinander, bis sie eine stabile Stellung erreicht haben.

         

        Orientierung im Gelände

        Wenn wir unterwegs sind und keinen Kompass besitzen, können wir uns am Tage nach der Sonne richten. Die Sonne wandert in unseren Breitengraden von Osten nach Westen. Auf diesem Halbkreis befindet sich irgendwo - je nach Uhrzeit - der Süden. Mit Hilfe einer analogen Uhr ist es nun möglich, den Süden zu bestimmen. Das machen wir derart, dass wir den kleinen Stundenzeiger auf die Sonne ausrichten. Genau die halbe Strecke zwischen Stundenzeiger und der "Zwölf" zeigt uns die Südrichtung. Da dem Süden der Norden gegenüber liegt, ist nun auch die Ost-Westrichtung damit bestimmt. Wenn man sich auf der Erde ein Kreuz macht, kann man Norden oben, Süden unten (zum Körper hin) markieren und denkt jetzt nur noch daran, dass der Westen "links" ist. Somit haben wir alle vier Himmelsrichtungen.

        Unsere Karte sollten wir schon kennen und auch damit umgehen können. Zuerst sollten wir unsere Karte in aller Ruhe betrachten und dabei die "Legende" der Karte studieren. Hier finden wir wichtige Informationen zur Symbolik der Karte. Verkehrsnetze beispielsweise sind meist schwarz dargestellt. Es handelt sich dabei um Strassen, Wege, Eisenbahnschienen und Autobahnen. Ferner solten wir auf der Karte auch Strassenformen erkennen und sie unterscheiden. Auch Geländeformen lassen sich anhand der Farben unterscheiden. Die Höhenunterschiede werden durch Höhenlinien dargestellt, die von Karte zu Karte verschieden die Strecke bergauf und die damit verbundene Höhe anzeigen. So kann man sehr gut erkennen, wie steil es dort ist.


        Strassenformen

        Es gibt in der Natur Merkmale, nach denen wir uns weitestgehend in unseren Breiten richten können. Die Wetterseite der Bäume ist oft moosig und die Rinde ziemlich rissig. Das bedeutet für uns , dass diese Seite in nordwestliche Richtung zeigt. Ebenso sind Baumstümpfe eine gute Orientierung. Ihre Jahresringe stehen in nordwestlicher Richtung am dichtesten zusammen. Bei alten Kirchen - meist in Dörfern - steht der Turm im Westen. Treffen wir auf einen Ameisenhügel, dann sehen wir den Eingang im Süden. Dort draussen treffen wir aber auch auf trigonometrische Steine, auf deren Oberseite ein Kreuz eingeschlagen ist, dass die vier Himmelsrichtungen verdeutlicht. An einer der vier Seiten ist ein "TP" (Trigonometrischer Punkt) eingeschlagen. Diese Seite zeigt nach Süden.


        Baumstumpf Jahresringe

        Trigonometrischer Punkt

        Bei der Anschaffung einer Landkarte sollten wir darauf achten, dass sie wasserabweisend und reissfest ist. Eine normale Karte fängt meist nach intensiver Benutzung an, an den gefalteten Stellen einzureissen. Die paar Cent, die uns eine Spezialkarte mehr kostet, sollte es uns wert sein.

        Karten aus dem Internet

        Wer für sein Navi oder in Natur Wanderkarten braucht und nicht teuer dafür bezahlen will, der klickt auf die nachfolgenden Links und lädt sich einfach die Karten herunter, die er/sie braucht.

        Während openmtbmap.org in deutsch aufschlägt und sehr viele Informationen einschliesslich Tutorials bereit hält, gibt es garmin.openstreetmap.nl in englisch oder holländisch. Allerdings kann man sich die Seite über Google übersetzen lassen. Sowohl die deutsche, als auch die holländische Seite dürften das Beste sein, was wir uns für Wandertouren oder Survival wünschen können. Während wir die Karten auf der deutschen Seite gleich downloaden können, müssen wir auf der holländischen Seite unsere Mailadresse angeben und erhalten , nachdem wir unsere Karten ausgesucht haben, zwei Mails. Die erste zeigt den Fortschritt der Kartenerstellung und die zweite Mail enthält dann den Link, der uns zum Download führt. Auch eine feine Sache bei der holländischen Seite ist, dass wir nicht eine komplette Karte eines Landes laden müssen, sondern uns ganz genau Teilstücke aussuchen können. Dazu müssen wir nur die jeweiligen Felder einmal anklicken für Abwahl oder Auswahl. Allerdings können wir auch bei gehaltener Maustaste ganze Bereiche auswählen. Ein wenig probieren schadet da nicht.

        Bei der holländischen Seite kann es - je nachdem, wie viele User dort gerade Karten erstellen lassen, eine Weile dauern. Von daher ist es ganz taff gemacht, dass in der ersten Mail auch angezeigt wird, an wie vielter Stelle man steht. Wichtig ist vor allem, dass man regelmässig seine Mails checkt. Zum Einen kann es sein, dass man scheinbar keine Mails erhält, dann geht man am Besten in den Spam-Ordner und schaut dort nach. Bei mir sind die Beiden am Anfang auch dort gelandet. Ich habe sie dann in den "Freunde-Ordner" verschoben. Nun weiss das Mailprogramm, dass es auch nachfolgende Mails ohne weitere Nachfrage in meinem "Freunde-Ordner" ablegt. Wichtig ist, auf die Zeit zu achten. Wenn die zweite Mail mit dem Downloadlink kommt, dann habt ihr genau 96 Stunden Zeit, euch die Karte/n herunter zu laden. Danach wird alles auf dem Server gelöscht.

        Wanderkarten kostenlos
        Karten installieren und drucken
        Wanderkarten weltweit suchen und drucken

        Kompass

        Es gibt die verschiedensten Kompasse mit Preisen unter 10 Euro bis an die einhundert Euro. Wer preiswert einen brauchbaren Kompass erwerben will, greift zum Nato-Kompass. Den gibt es bei Ebay schon für 15 Euro.


        Nato-Kompass

        Recta DP 6G

        Wer mehr Komfort und Qualität möchte, greift zum Recta 6G - wobei das "G" für Global System steht. Auf der südlichen Halbkugel würde die Magnetnadel eines europäischen Kompasses auf den Dosenboden gedrückt. Beim Global System wurde Magnet und Nadel getrennt. Dadurch steht die Nadel immer horizontal. Mit diesem Kompass lassen sich Marschzahlen ermitteln, Höhen berechnen usw. Die Kartenarbeit wird durch das geteilte Lineal allerdings ein wenig erschwert.

        Karte Massstab


        Ausschnitt aus Karte TK100

        Für das Wandern sind Karten im Massstab 1:25.000 sehr gut geeignet. Wer es genauer haben will, kann auch Karten 1:20.000 oder 1:15.000 nehmen. Diese zeigen dann wesentlich mehr Geländeinformationen. Wenn wir in einer begrenzten Gegend bleiben wollen, dann reicht uns zur allgemeinen Übersicht als Zweitkarte eine Karte 1:100.000 oder etwas grösser 1:250.000 - Ausgangspunkt ist immer ein Kartenzentimeter. Der Massstab 1:25.000 bedeutet also, dass ein Zentimer in der Karte 25.000 Zentimeter in der Natur entspricht, also 250 Meter.

        Die für uns am besten verwendbaren Karten für den Bereich, in dem wir uns einnisten wollen, sind die beiden Übersichtskarten TK100 = 1:100.000, deckt in etwa 10.000 km² ab. Als Übersichtskarte grösseren Massstabs kommt für uns nur die TK50 = 1:50.000 in Frage, die einen Bereich von 2.500 km² abdeckt und noch gut als Wander- / Radkarte eingesetzt werden kann. Nun brauchen wir eine reinrassige Wanderkarte und das ist die TK25 = 1:25.000, die ca 560 km² abdeckt. Eine TK50 wird unterteilt in vier TK25. Hier besorgen wir uns alle vier Karten. Wir haben dann also insgesamt sechs Karten - zwei Übersichts- und vier Wanderkarten. Damit haben wir sowohl unseren kompletten Nah- als auch einen genau abgesteckten Fernbereich als Kartenmaterial zur Verfügung.

        Karte Einnorden - Marschzahl

        Bevor wir daran gehen, uns im Gelände anhand der Karte zu orientieren, müssen wir sie aber zuerst "einnorden". Dazu legen wir das Lineal des Kompasses an eine in Nordrichtung auf der Karte verlaufenden Linien an. Die Nordstriche auf der Kompasskapsel sollten ebenfalls diese Richtung anzeigen. Nun drehen wir Karte mitsamt Kompass vorsichtig so lange, bis die Nadel zwischen den beiden Kompassstrichen Nord liegt. Damit ist unsere Karte eingenordet und das Gelände auf der Karte stimmt richtungweisend mit dem Gelände in der Natur überein.

        Unsere Marschzahl im Gelände finden wir heraus, wenn wir über die Visierung unseres Kompasses ein Ziel anvisieren und dabei die Nordmarken auf die Nadel ausrichten. Im Spiegel können wir dann vom Kompass die Marschzahl ablesen.

        Sind wir beispielsweise auf einem Waldweg und kennen unseren eigenen Standort, dann suchen wir uns den aus der Karte. Angenommen, wir wollen ins nächste Dorf, dann ziehen wir eine dünne Bleistiftlinie von unserem Standpunkt zur eingezeichneten Dorfkirche. Nun drehen wir die Nordmarkierungen so lange, bis unsere Nadel dazwischen liegt. An der Visierung können wir nun die Marschzahl ablesen.

        Mit dem Planzeiger arbeiten


        Planzeiger Anleitung

        Planzeiger Alpenverein

        Was ist eigentlich ein Planzeiger und was können wir damit anstellen?

        Der Planzeiger ist ein für uns sehr nützliches Instrument aus durchsichtiger Plastikfolie, auf dem sich verschiedene Skalen befinden

        • Messen von Entfernungen auf der Karte
        • Winkelmessung zur Bestimmung der Richtung
          • Tourenplanung von A nach B
          • Kreuzpeilung durch zwei Hilfspunkte
          • Marschzahl für Kompass festlegen
          • UTM-Koordinaten mit dem integrierten Ecklineal bestimmen
        • Neigungsbestimmung auf der Karte
        • Neigungsbestimmung in Grad Gelände
        • Bestimmung der Hangneigung durch Höhenlinien

        Um zum Beispiel Entfernungen in der Karte zu messen, müssen wir an den beiden Seitenlinealen erst einmal den richtigen Abstand bestimmen. Die beiden Längsseiten unseres Planzeigers haben linkerhand eine Einteilung 1:25.000 und rechtsseitig ist eine Skale 1:50.000 angebracht. Die Massstäbe beziehen sich dabei in der Karte immer auf 1 Zentimeter. Bei 1:25.000 entspricht 1 Zentimeter 250 Meter. Bei 1:50.000 entspricht 1 Zentimeter 500 Meter. Bei geraden Strecken können wir die ganze Länge der Skala nutzen. Ist der Weg sehr verschlungen, dann ist es besser, mit einem Bindfaden den kompletten Weg auszulegen und amEnde zu markieren. Nun können wir den Bindfaden an die richtige Massstabsskala anlegen und bequem die Entfernung von Punkt A nach Punkt B ablesen. Sollte unsere Karte einen anderen Massstab besitzen, benutzen wir das normale Zentimetermass an der Kopfseite des Planzeigers, müssen hier jedoch selbst umrechnen. Bei einem Massstab 1:33.000 beispielsweise hat 1 Kartenzentimeter 330 Meter im Gelände.

        Eine Kreuzpeilung in der Karte lässt sich ebenfalls recht einfach realisieren. Die Kreuzpeilung dient dazu, unseren Standort zu bestimmen.Haben wir bereits eine Standlinie, zum Beispiel eine Strasse oder einen Fluss und wissen wirungefähr, wo wir uns befinden, dann brauchen wir nur noch eine zweite Richtungslinie, die unsere bekannte Standlinie kreuzt. Dazu brauchen wir unseren Marschkompass. Ich benutze ja als ersten Kompass immer meinen Recta DP 6. Diesen Kompass gibt es auch in einer globalen Version, die man eigentlich nur braucht, wenn man vorhat, unsere Breiten zu verlassen. Wir peilen mit dem Kompass unser Objekt an, drehen die Rose dann so, dass die Nordnadel genau zwischen den Markierungen liegt. Im Spiegel können wir nun bequem die Richtungszahl ablesen und auf unsere Karte übertragen, indem wir unseren Kompass mit der Längsseite an den anvisierten Punkt anlegen und den Kompass so lange drehen, bis die Nord-Süd Linien der Kompasskapsel parallel zu den entsprechenden Linien auf der Karte liegen. Dann machen wir an der Längskante einen Strich in Richtung unseres vermuteten Standortes. Mit dem zweiten Objekt verfahren wir ebenso. Dort, wo sich die beiden Linien kreuzen, ist unser Standort. Bei sorgfältiger Messung sollte die Abweichung nicht grösser als ein Grad sein.

        Wir haben also anhand unserer Kreuzpeilung unseren Aufenthaltsort bestimmt. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, unsere Marschzahl von unserem Ausgangspunkt A zum Ziel B zu ermitteln.

        • a) Mit unserem Kompass im Gelände
        • b) Mit unserem Planzeiger in der Karte

        Im Gelände drehen wir uns mit dem Gesicht in die Richtung, in die wir marschieren wollen. Den Kompass halten wir in Augenhöhe und schauen über die Peilmarkierungen. Haben wir so unsere Richtung festgelegt, dann drehen wir die Kompasskapsel so lange, bis unsere Nadel genau zwischen den Linien der Nordmarkierung liegt. Am Spiegel können wir nun unsere Marschzahl ablesen.


        Marschzahl aus der karte

        In der Karte legen wir unseren Planzeiger mittig auf unseren Standort. Das kleine Loch mit dem Bindfaden ist also unser Punkt A. Nun drehen wir den Planzeiger, ohne ihn zu verschieben, so lange, bis die Nord-Süd-Linien auf Karte und Zeiger parallel liegen. Den Faden führen wir anschliessend dorthin, wo unser Punkt B sein soll. An der Kreisskala lesen wir den Wert ab, der durch den Faden bestimmt wird. Dieser Wert ist unsere Marschzahl, die wir nun auf den Kompass übertragen.

        Hangneigung in Karte messen


        Hangneigung messen

        Wenn wir eine Route festlegen wollen, dann ist für die Planung wichtig zu wissen, wie man von A nach B kommt und wie das Geländes sein wird, das uns erwartet. Sind irgendwo auf unserer Tour Höhenlinien eingezeichnet, dann ist es von Vorteil, wenn wir schon während der Planung erfahren, wie schwierig das Gelände wird und welche Steigungen uns erwarten. Sind die Steigungen zu steil, werden wir eventuell eine neue Route berechnen müssen.

        Unser vorliegender Planzeiger gilt nur für eine Äquidistanz - das ist der Höhenlinienabstand - von 20 Meter in der Landkarte. Hat die Landkarte dagegen eine Äquidistanz von 10 Metern, müssen wir die Gradzahl durch 2 teilen. Um nun zu wissen, wie viel Grad unser Hang hat, legen wir unseren Planzeiger so auf die Karte, dass die Hangneigunsskala quer über den Höhenlinien liegt (Bild - Neigung 24 Grad). Als Tabelle müssen wir entweder 1:25.000, oder 1:50.000 nehmen. Wir verschieben die Skala so auf den beiden Höhenlinien, bis die Striche auf der Skala und auf der Karte deckungsgleich sind. Dann lesen wir den Neigungsgrad ab.

        Wir wollen nun aber die Gradzahl der Hangneigung in Prozent umwandeln, weil wir damit besser umgehen können. Eine 50%ige Steigung dürfte schon ziemlich ermüdend sein. Je mehr Prozente, desto steiler der Hang. Um das mathematisch korrekt zu berechnen, müssten wir einen Taschenrechner dabei haben. Ich habe eine Liste erstellt und dabei nach dem Komma bei 5 und grösser aufgerundet.

        Umrechnung Grad in Prozent

        >
        Neigungsgrad in Prozent umrechnen
        Grad Prozent Schwierigkeit
        05
        10
        15
        20
        30
        40
        49
        08
        16
        24
        33
        51
        73
        97
        leicht
        leicht bis mittel
        mittel
        anstrengend
        schwer
        sehr schwer
        alpin

        GPS - Wandern

        Der Vollständigkeit halber möchte ich kurz das Wandern und die Orientierung mit GPS anreissen. Was ist GPS eigentlich? Es handelt sich um das Global Positioning System und die Daten bekommen wir über Satellit. Um genau zu sein, wir brauchen mindestens vier Satelliten, die unser Gerät erkennt, um eine einigermassen treffsichere Position zu erhalten. Je mehr Satelliten unser Gerät erkennt, um so genauer wird unsere Position berechnet.

        Im Gegensatz zu früher ist das natürlich eine feine Sache. Während des 2. Weltkriegs hatten die Engländer ein Funksystem für ihre Bomber und Jagdflugzeuge entwickelt. Das System nannte sich Decca und war auf kurze und mittlere Distanzen sehr genau. Nach dem 2. Weltkrieg wurde es vorwiegend in der Fischerei auf der Nordsee eingesetzt. Aber auch Segler und Sportbootfahrer konnten sich diese Geräte zulegen. Allerdings brauchte man da schon eine ziemlich dicke Brieftasche. Das Gerät kostete an die 30.000 DM. Zusätzlich zum Gerät gab es spezielle DECCA-Karten, mit denen man navigierte. Im Jahre 1960 wurde meines Wissens der erste Loran-C Sendemast in Deutschland errichtet. Loran-C hatte eine gewisse Ähnlichkeit mit DECCA, verwendete aber verschiedene Messmethoden und Funkfrequenzen. Damit konnten wir Segler sowohl im Mittelmeer, als auch auf der Nordsee navigieren, ohne unseren Sextanten in die Hand nehmen zu müssen. Es war schon sehr bequem, wenn auch teuer.

        Nun aber zurück zu GPS. Die Amerikaner hatten dieses System für militärische Zwecke entwickelt und relativ spät für die zivile Verwendung frei gegeben. Am Anfang waren die GPS-Geräte noch ziemlich ungenau, weil die Amerikaner die Genauigkeit über Satelliten reduziert hatten. So konnte es vorkommen, dass der Standort, den das Gerät anzeigte, eine Fehlerdifferenz von einigen hundert Metern aufwies. Damit wollten die Amerikaner verhindern, dass man ihr System für militärische Zwecke (Sabotage oder ähnlich) nutzen konnte. Zum Zeitpunkt, in dem ich diese Zeilen schreibe, liegt die Genauigkeit bei zehn bis fünfzehn Metern. Natürlich können die Amerikaner zu jeder Zeit das zivile GPS einfach abschalten. Mit Anti-Spoofing wird zum Beispiel der P-Code verschlüsselt und GPS kann nur noch mit militärischen Geräten empfangen werden. Genau aus diesem Grund habe ich auch meinen Segelkamerad/Innen immer geraten, die konventionelle Navigation mit Karte, Kompass, Echolt und Sextant nicht zu vernachlässigen. Selbst wenn Navigationssysteme wie GPS nicht abgeschaltet werden, kann es dennoch passieren, dass auf der Yacht das Gerät ausfällt. Was nun? Von Koppelkurs, bei dem auch die Abdrift und Geschwindigkeit mit einberechnet werden muss, hat man mal was in der Schule über Navigation gelernt, aber nie benutzt. So steht man halt da und segelt einfach auf gut Glück nach Kompasskurs weiter.

        Nun aber zum eigentlichen Arbeiten mit GPS. Ich setze mal voraus, dass ihr die Bedienungsanleitung eures GPS-Gerätes studiert habt und nun wisst, wie das Gerät funktioniert. Nachdem ihr also mit der Bedienung vertraut seid, wollt ihr auf euer Gerät eine Wanderkarte von Deutschland laden. Dazu nehmt ihr am Besten OpenStreetMap-Karten. Zum download HIER Diese Karten eignen sich für die meisten Navis und sie sind kostenlos. Es gibt nun zwei verschiedene Arten, diese Karte auf das Gerät zu laden. Ich erkläre das mal anhand meines Garmin etrex Legend HCx. Erstens, die fertig entpackte Karte wird auf den PC geladen und von dort per USB-Kabel auf das Garmin übertragen. Die Kartendatei nennt sich "gmapsupp.img" und kommt in ein Verzeichnis "Garmin" über BaseCamp auf unsere Micro-SD HC auf das Gerät. Sollte dort bereits eine Datei mit gleichem Namen liegen, wird diese überschrieben. Zweitens, und das ist die schnellere Variante, wir nehmen die 4 oder 8 GB grosse Micro-SD HC , formatiert in FAT32, möglichst Class 10. Das ist eine Hochgeschwindigkeitskarte, die uns ruckelfreie Kartenbilder verschafft. Der Aufbau der Wanderkarte geht also sehr schnell. Diese Karte kommt in einen SD-Adapter, wird an den PC angeschlossen und in das Verzeichnis "Garmin" (wenn nicht vorhanden, erstellen wir dieses Verzeichnis) geladen.

        Ich rate dazu, einen neuen Wanderweg lieber auf dem PC mit BaseCamp anzulegen und dann zu übertragen. Das Programm BaseCamp (in diesem Fall für Windows) könnt ihr kostenlos HIER downloaden.

        Ich will also von A nach B, vereinfacht ausgedrückt. Dazu generiere ich zwei Wegpunkte (WP) und klicke auf "Neue Route". Nun ziehe ich A den Start in das Startfeld und B das Ziel, in das Zielfeld der Maske, die sich beim Anklicken der "Neue Route" geöffnet hat. Da ich hier nur zwei Wegpunkte habe, ist die Route schnell berechnet. Ich kann das Ganze speichern und auf meinem Navi ablegen. Möglich ist aber auch, dass ich komplette Wanderrouten von anderen Wanderern einfach übernehme, weil ich diese gern nachwandern würde. Es gibt jede Menge fertige Wanderrouten im Internet, die man sich - ebenfalls kostenlos - downladen kann.

        Abkürzungen bei GPS

        Es gibt bei der GPS-Navigation eine Reihe von gängigen Abkürzungen, die man kennen sollte. In der nachfolgenden Tabelle findet ihr die internationalen und deutschen Bezeichnungen dazu.

        Wichtige Abkürzungen GPS
        Abkürzung Internationale Bezeichnung Deutsche Bezeichnung
        ALT
        Altitude
        NN-Höhe
        AVSPD
        Average Speed
        Durchschnittsgeschwindigkeit
        BRG
        Bearing
        Peilung
        CEP
        Circular Error Probable
        Genauigkeit Positionsbestimmung
        CDI
        Course Deviation Indicator
        Kursabweichungszeiger
        CMG
        Course Made Good
        Zurückgelegte Strecke zum Ziel
        COG
        Course Over Ground
        Kurs über Grund
        CRS
        Cource
        Kurswinkel zwischen Start- und Zielpunkt
        CTS
        Course To Steer
        Nach Abweichung günstigster Kurs zurück zum Sollkurs
        DEG
        Degree
        Grad
        DIS/DST
        Distance
        Entfernung zwischen Standpunkt und nächsten Wegpunkt
        DOP
        Dilution Of Precision
        Genauigkeit der Satellitenkonstellation
        DTK
        Desired Track
        Sollkurs wie CRS
        EPE
        Estimated Position Error
        Geschätzter Positionsfehler
        ETA
        Estimated Time of Arrival
        Gescätzte Ankunftszeit
        ETE
        Estimated Time En Route
        Verbleibende Zeit bis zum Ziel
        GMT
        Greenwich Mean Time
        Westeuropäische Zeit
        GoTo
        GoTo
        Befehl zum Ansteuern eines Ziels
        Grid
        Grid
        Gitter
        GS
        Ground Speed
        Geschwindigkeit über Grund
        HDG
        Heading
        Aktueller Kurs
        KPH/KH
        Kilometers per Hour
        KIlometer pro Stunde
        LAT
        Latitude
        Geographische Breite
        LON
        Longitude
        Geographische Länge
        MOB
        Man over Board
        Mann über Bord (Notfalltaste)
        MXSPD
        Speed-Maximum
        Höchstgeschwindigkeit
        OFFSET
        Offset
        Unterschied zur UTC-Zeit
        PAN
        -
        Verschieben des Kartenausschnitts
        PLG
        Peilung
        Peilungswinkel vom jetzigen Standort zum WegPunkt
        POS
        Position
        Position nach Koordinaten
        REF
        Reference Waypoint
        Referenzpunkt bei Entfernungsmessung
        SA
        Selective Availability
        Künstliche Verfälschung der Signale
        SPD
        Speed
        Geschwindigkeit
        TRIP
        Trip Odometer
        Tageskilometerzähler
        TRK
        Track
        Aufgezeichneter Weg
        TTG
        Time To Go
        Reisezeit zum Ziel
        UTC
        Universal Time Coordinated
        Bezugszeit des GPS
        UTM
        Universal Transversal Mercator Projektion
        Weltweiter Standard Kartengitter für GPS
        VMG
        Velocity Made Good
        Gut gemachte Geschwindigkeit zum Ziel
        WPT
        Waypoint
        Wegpunkt
        XTE
        Crosstrack Error
        Abweichung vom Sollkurs

        In Progress...

        Strohboot im Selbstbau

        Ein Boot aus Stroh und oder Gras mit einer Aussenhaut aus einer Bauplane ist, wenn die entsprechenden Materialien vorhanden sind, schnell gefertigt. Dabei dient uns Stroh und oder Gras als Auftriebskörper. Dieses recht simple Boot kann unseren Aktionsradius in der "Wildnis" schnell auf das Doppelte erweitern. Es ist in relativ kurzer Zeit gebaut und kann gut eine Person mit Gepäck tragen.

        • Wasserdichte Gewebe-Bauplane 8x6 m
        • Gras oder Stroh
        • Paddel aus einem gegabelten Ast und zwei Plastiktüten
        • Etwa 20 bis 30 gerade Äste ca. 80 cm lang
        • Paracord 550 ca. 25 m lang

        Der Aufbau:
        Wir suchen uns eine saubere und ebene Stelle direkt neben dem Wasser.
        Zuerst kommt der Auftriebskörper an die Reihe.
        Wie bereits anfangs beschrieben, wird er aus Stroh und oder Gras gebaut.
        Dazu wird erst einmal das Material gesucht und gesammelt.

        Jetzt stecken wir mit unseren Ästen die Innenmasse des Bootes ab. Dabei rechnen wir für uns und unser Gepäck ein Innenmass von 2 Meter Länge und 50 Zentimeter Breite. Das ist gross genug, um uns und unser Gepäck aufzunehmen. Als nächstes stecken wir in einem Abstand von 50 Zentmetern die zweite Reihe Äste, die uns die Aussenseite des Bootes vorgibt.

        Wir nehmen nun unser Auftriebsmaterial und verteilen es zwischen den zwei Stockreihen etwa 60 Zentimeter hoch. Damit beim Umwickeln des Materials nichts auseinander fällt, lassen wir die Äaste noch im Boden. Nun nehmen wir unser Paracord, machen an einer Seite mit dem Achterknoten ein kleines Auge. Am Bug beginnend, legen wir die Schnur einmal um unser Material, ziehen sie durch das Auge fest und arbeiten uns wellenförmig (nicht zu grosse Wellen) die Schnur um das Material wickelnd nach achtern und weiter, bis wir wieder am Bug angelangt sind. Hier ziehen wir unser Bandende durch das Auge, machen zwei Rundtörns und zwei halbe Schläge. Damit wäre die Hauptarbeit eigentlich erledigt. Wir müssen nur noch die Äste aus dem Boden ziehen und die Plane unter(!) unsere Wulst bekommen. Das müssen wir sehr vorsichtig machen, damit dieses Gebilde nicht auseinander fällt.

        Die Plane wird in der richtigen Lage neben unserer Wulst glatt ausgebreitet. Es ist nun egal, ob wir am Bug oder Heck beginnen; aber angenommen, wir beginnen am Bug, dann wird die Plane, die in der Regel an den Aussenseiten Ösen besitzt, mit einem Stock hinter dem Heck auf dem Boden fixiert. Das dient dazu, dass die Plane nicht unkontrolliert hin und her rutscht. Nun nehmen wir das Planenende bugseitig in beide Hände und ziehen die Plane vorsichtig(!) unter die Wulst. Wenn wir Glück haben, reicht uns die Plane, die wir festhalten, gerade bis zur Mitte des Bootes. Nun setzen wir diese Plane mit einem Stock fest und gehen ans Heck, wo sich das ganze Spiel wiederholt. Dies machen beidseitig so oft, bis unsere Wulst mittig auf der Plane liegt. Nun schlagen wir die Plane allseitig ins Innere des Bootes um und schieben sie, so weit die Plane reicht, unter unseren Auftriebskörper. Dann verteilen wir im Inneren des Bootes eine gleichmässige Schicht aus Blättern, etwa 10 Zentimeter hoch, ziehen den Rest der Plane (falls vorhanden, sonst zweite kleine Plane) drüber und stecken sie ebenfalls unter die Wulst. Das Ganze machen wir dann glatt und unser Boot ist im Prinzip fertig und wenn wir sorgfältig gearbeitet haben, auch recht stabil..

        Wir haben zwar keinen festen Bootsboden, aber unser Gepäck und unser Körper sorgen dafür, dass unser Boot im Wasser weitgehend seine Form behält. Damit wir etwas höher sitzen, nehmen wir unseren - hoffentlich wasserdicht eingepackten - Schlafsack als Sitz. Aus der erhöhten Position heraus lässt es sich auch leichter paddeln. Nun brauchen wir noch ein Paddel, welches wir uns einem gegabelten Ast machen. Auch im grössten Chaos verschwindet unser Wohlstandsmüll nicht. Es dürfte uns also nicht schwer fallen, zwei Einkaufstüten aus Plastik (gleiche Grösse ) zu finden, die wir ineinander stecken. Nun schneiden wir vorsichtig ein kleines Loch in die Mitte des Bodens und ziehen die Tüten über unseren Stock bis zur Gabel. Den Boden wickeln wir vorsichtig um den Ast und machen ihn mit einem kleinen Bändsel am Stock fest. Die beiden Tütenenden befestigen wir ebenfalls mit kleinen Bändseln an den beiden Enden der Astgabel. Damit haben wir ein stabiles Paddel.

        Es dürfte wohl klar sein, dass dieses Boot nur etwas für kleine, leicht fliessende Gewässer und für ruhige Seen ist. Behandeln wir unser Boot gut, wird es uns sicher eine ganze Weile sehr gute Dienste leisten.

        Grundfläche Boot aussen
        Länge ü.A. 3 m
        Breite ü.A. 2 m

        Berechnung Planengrösse
        Bootslänge
        2m + (6 x 60 cm) + (2 x 50 cm) =6,60 m
        Bootsbreite
        50 cm + (6 x 60 cm) + (2 x 50 cm) =5,10 m
        Planengrösse gesamt 8 x 6 m!

        Wir bauen ein Holzfloss

        Material- und Werkzeugliste:

        • 12 (18) Baumstämme
        • Paracord nach Bedarf
        • Reepschnur nach Bedarf
        • 2 Karabiner
        • 1 Machete
        • 1 Drahtsäge
        • Zusammenbau

          Wer ein Holzfloss bauen will, ist klar im Vorteil, wenn er eine Machete oder Axt sein eigen nennt und dazu noch eine Drahtsäge. Damit lässt sich schon sehr gut arbeiten. Wir suchen uns im Wald Totholz - je nach Flossgrösse zwischen 12 und 18 schlanke gerade Stämme.

          Vier Stämme sortieren wir aus, wobei wir darauf achten, dass sie besonders gerade sind. Nachdem wir (bei 12 Stämmen) die Breite aller 8 verbliebenen Stämme ausgemessen haben, schneiden wir unsere vier ausgesonderten Bäume auf dieses Mass plus sechzig Zentimeter. Rechts und links machen wir beim ersten Baum dreissig Zentimeter vom Ende entfernt eine Kerbe, etwa fünf Zentimeter tief, die wir über den ganzen Baumstamm ausschneiden und am anderen Ende ebenfalls ca. dreissig Zentimeter stehen lassen. Das machen wir nun auch mit den restlichen drei Baumstämmen.

          Nun legen wir die vorher ausgemessenen restlichen acht Baumstämme in die Kerbe von zwei Baumstämmen, die vorne und hinten etwa dreissig Zentimeter Vorstand haben. Wenn wir richtig gemessen und zugeschnitten haben, dann füllen die Baumstämme genau die Kerben aus.

          Jetzt werden zuerst die vier Ecken mit Paracord verschnürt, wobei die querliegenden Bäume, die unten liegen und eingekerbt sind mit den oben liegenden Bäumen fest verschnürt werden. Anschliessend wird jeder einzelne Baum im Verband vorn und hinten an die Querhölzer gebunden. Das ergibt - richtig festgezurrt - ein stabiles Floss. Ein längerer düner Baum, etwa fünf Zentimeter stark, dient uns dazu, das Floss stakend vorwärts zu bewegen. Will man mehr als einmal den Fluss überqueren, bietet es sich an, am Ufer eine Befestigung für ein Seil zu suchen und daran eine Reepschnur zu befestigen. Der Rest der Reepschnur kommt aufs Floss. Wenn wir drüben angelangt sind. machen wir das zweite Ende unserer Reepschnur an diesem Ufer fest, machen vorn und hinten am Floss mit einer kurzen Schlinge einen Sackstich zwichen die Schnüre, die das Floss zusammen halten und klinken je einen Karabiner ein, in dem wir auch die Reepschnur einhängen, die von Ufer zu Ufer gespannt ist. Nun noch mit einem Stück Paracord ein Stopperstek auf die Reepschnur und an einem festen Punkt auf dem Floss belegt. Der Vorteil dieser Befestigung ist der, dass durch die beiden Karabiner das Floss nicht zur Seite dreht und durch den Stopperstek nicht abtreiben kann.

          Wenn wir jetzt zum anderen Ufer wollen, können wir entweder staken, ohne befürchten zu müssen, abzutreiben, oder wir ziehen uns an der Reepschnur ans andere Ufer. Wir haben uns hier sozusagen unsere eigene Fähre gebaut.

          Ist das Floss fertiggestellt, dann schieben wir zwei Stämme unter die Querhölzer und rollen so das Floss ins Wasser.

          Weitere Wasserfahrzeuge

          Müllsackfloss

          Aus vier grossen Müllsäcken können wir ein praktikables kleines Transportfloss machen. Dazu stopfen wir in die Müllsäcke Gras, Heu, Stroh, Schilf, bis sie voll sind, aber nicht gepresst. Anschliessend werden die Müllsäcke zugebunden und dann werden alle vier Säcke so aneinander gebunden, dass sie eine Art rechteckiger Plattform ergeben. Haben wir nun noch ein passendes Stück Plane, dann können wir die über die Müllsäcke spannen und auf der Unterseite kreuzweIse festbinden. Es geht aber auch ohne Plane. Dabei werden die Böden der Säcke in zueinander angeordnet und miteinander verbunden. Das Gleiche geschieht nun mit dem Kopfende der Säcke. Durch das Verbinden können die Säcke nun weder innen, noch aussen auseinander driften.

          Buschfloss

          Diese Art Floss geht auf die Elitegruppe Green Barets zurück und man verwendet zum Bau zwei Ponchos. Für die Füllung kann man kleine Büsche, oder auch Stroh oder Schilf nehmen. Auf den ersten Poncho wird die Füllung gestapelt, bis es etwa 50 cm hoch ist. Dann werden zwei dünne Stämme über Kreuz auf die Füllung gelegt Die Zugschnüre der Kopföffnung werden durch die F üllung gezogen und die beiden Stämme im 90-Grad Winkel festgezurrt. Nun kommt noch eine Schicht - auch etwa 45 - 50 cm stark obenauf. Anschliessend werden die vier Ponchoecken über Kreuz miteinander verknotet. Nun rollt man das Paket auf den zweiten Poncho, der ebenfalls ausgebreitet, mit der Kapuze nach oben dort liegt. Mittig ausgerichtet,mit der verknoteten Seite nach unten, wird auch der zweite Poncho wieder diagonal verbunden. Wurde alles richtig gemacht, dann hält dieses Floss ein Gewicht von über 100 Kilogramm.

          Weidenkajak


          Kajak aus Weidenzweigen

          Für das Gerüst unseres Weidenkajaks brauchen wir biegsame Hölzer, wie zum Beispiel Weide oder Haselnuss.Den Kiel fertigen wir aus einem geraden starken Ast oder dünnen Baum, den Wir eine Weile wässern in heissem Wasser und dann in Form bringen. An den Kiel knoten wir vier Spanten im Winkel von 90 Grad. Diese werden später dem Boot die Festigkeit verleihen. Anschliessend verbauen wir drei Querspanten. Zum Schluss kommt der Dollbord, der Spanten und Querspanten miteinander verbindet und dem Boot die endgültige Form und Festigkeit gibt. Um das Boot steifer zu machen, setzen wir im vorderen und achteren Drittel noch je eine Querstrebe, die wir mit dem Dollbord verbinden. Für den kompletten Bau des Bootes brauchen wir nichts weiter als unser Messer. Ist alles zusammengefügt und in der richtigen Form, bespannen wir das Bootskelett mit unserer Gewebeplane. Zum Schluss füllen wir das Kajak mit Heu und Stroh. Das verschafft uns eine gute Sitzposition. Wollen wir unseren Kajak öfter benutzen, verpassen wir ihm eine Steueranlage, die hinten einfach aufgesteckt, mit zwei überkreuzten Seilen verbunden und mit den Füssen bedient wird. Die Art des Zusammenbindens können wir unter "Seil" nachlesen.

          Sitzfloss


          Sitzfloss aus 2 Baumstämmen

          Eine sehr einfache und schnelle Art, ein Fortbewegungsmittel fürs Wasser zu bauen, ist das Sitzfloss. Es besteht lediglich aus zwei je einen Meter langen Baumstämmen aus Kiefer oder Birke, mit einem Durchmesser von etwa 30 Zentimetern. Die beiden Baumstämme werden in einem Abstand von ca. 60 cm beidseitig aneinander gebunden. Da bei diesem Floss Hinterteil und Füsse im Wasser sind, wird natürlich auch die Kleidung nass. Wer einen wasserdichten Biwaksack dabei hat, ist gut gerüstet. Der Biwaksack wird bis oben hin mit Laub und Heu ausgestopft. Anschliessend kommt ein grosser Müllsack über den Fussbereich und wird auf dem Biwaksack fixiert. Unser Sitzfloss wird ins Wasser gebracht bis zu einer knietiefen Stelle. An einer Seite des Flosses haben wir unseren Wanderstab angebunden und das Paddel fixiert. Wir steigen nun am Ufer in unseren Biwaksack und ziehen ihn hoch bis zu den Schultern. Hier fixieren wir ihn, so dass er nicht nach unten rutscht. Jetzt "spielen" wir Sackhüpfen und hüpfen bis zum Floss, auf dem wir uns niederlassen. Unser Hinterteil und unsere Füsse bleiben trocken und die Füllung im Biwaksack spendet die nötige Wärme durch ihre Isolation. Mit unserem Wanderstab stossen wir uns kräftig vom Grund ab und wenn wir frei gekommen sind, wird der Wanderstab seitlich vertäut und wir greifen zum Paddel.

          Schneeschuhe bauen

          Wir können uns Schneeschuhe aus den verschiedensten Materialien selbst bauen. Es gibt verschiedene Formen. Für längere Wanderungen ist eine längliche Form optimal. Dabei sollte die Länge zwischen 70 und 90 Zentimetern liegen, die Breite zwischen 20 und 30 Zentimeter. Wird es zu breit, ist das Laufen anstrengend. Bespannen wir unsere Schneeschuhe mit Schnur,müssen wir pro Rahmen mit etwa 6 bis 8 Meter Schnur rechnen. Die Bindung für die Schuhe muss so angebracht werden, dass der vordere Teil des Schneeschuhs leichter ist, als der hintere Teil. Dadurch kann der Schneeschuh sich nicht vorn in den Schnee eingraben.

          • gekreuzte Tannenzweige
          • grüne Haselstöcke
          • Weidenruten
          • Bretter, Äste
          • alte Fahrradfelgen

          1. Gekreuzte Tannenzweige
          Wir schneiden uns zwei kräftige Tannenzweige, die dicht bewachsen sind ab und binden sie diagonal zusammen. Die Länge sollte etwa 80 Zentimeter sein und die Breite bei etwa dreissig Zentimeter liegen. Wir stellen und sann so auf die Zweige, dass die Zweigenden nach hinten zeigen. Mit einer Schnur binden wir unsere einfachen Schneeschuhe an unseren Stiefeln fest.

          2. Grüne Haselstöcke und Weidenruten
          Wir weichen die Ruten in lauwarmem Wasser ein und lassen eine Weile ziehen. Dann formen wir aus der ersten Rute unseren ovalen (tropfenförmig) Rahmen und binden ihn am Ende zusammen. Nun nehmen wir eine zweite Rute und legen sie um die ovale Form. Auch hier binden wir die Enden zusammen. Das gibt einen recht stabilen Rahmen. Um die Stabilität zu erhöhen, binden wir mehrere Querhölzer ein. Anschliessend bespannen wir ihn mit einer verrottungsfesten Schnur oder Kabel wie einen Tennisschläger.

          Bretter, Äste
          Aus schmalen Brettern und Ästen lassen sich ebenfalls Schneeschuhe bauen. Das Manko dabei, sie werden relativ schwer.

          Alte Fahrradfelgen
          Alte vergammelte Fahrradfelgen lassen sich leicht in den Resten unserer Wohlstandsgesellschaft finden. Wir schrauben zuerst die Speichen und die Achse ab. Die Speichen ziehen wir vorsichtig mit der Zange aus der Felge. Nun drücken wir die Felge ganz vorsichtig zusammen, bis wir eine gleichmässige Form von 30 cm Breite und ca. 90 cm Länge erreicht haben. Dabmit keine scharfen Knicke in der Felge entstehen, setzen wir uns vorsichtig auf die Felge und bringen sie durch kleine wippende Bewegungen dazu, sich zu verformen. Haben wir unsere Idealform gefunden, dann verschrauben wir zwei Holzstücke, die wir im Abstand zwischen die Felge stecken. Die Speichenlöcher sind dabei unsere Bezugspunkte. Da die Löcher für die Speichen scharfkantig sind, können wir sie nicht direkt für unsere Bespannung mit der Schnur benutzen. Deshalb ziehen wir Stahldraht durch, den wir uns schon vorher besorgt haben (Schrottplatz, Drahtzäune). Daraus machen wir Ösen, die wir gut verdrillen. Durch diese Ösen ziehen wir nun unsere Schnur einmal rund um die Felge und straffen das Ganze. Dann knüpfen wir auf dieser Grundlage ein stabiles Netz.

          Bindung und Stöcke
          Da wir nicht in den Laden gehen und eine professionelle Bindung kaufen können, stellen wir sie uns ebenfalls selbst aus Reepschnur her. Bindung siehe Bild. Zum Vorwärtskommen schneiden wir uns zwei gerade, etwa 30 mm starke Äste auf eine Länge von etwa 160 Zentimeter zu. Mit ihnen können wir uns fortbewegen wie Skifahrer.

          Messer, Jagdwaffen, Fallen + Jagd

          Hat man sich einigermassen eingerichtet, geht man daran, Fallen zu bauen, Schlingen zu legen und Waffen für die Jagd herzustellen.

          Messer

          Feldmesser Glock FM81

          Glock FM81
          Armeemesser Österreich
          Phosphatierte Klinge
          Sägezahnung am Klingenrücken
          Federstahl HRC 55
          Rostträger Kohlenstoffstahl
          Mehrzweckmesser
          Länge gesamt 29 cm
          Länge Klinge 16 cm
          Gewicht 200 g
          Schneide-/Hack-/Wurfmesser
          Gute Qualität
          Garantie 3 Jahre
          Nehbergs Lieblingsmesser

           

          Magnum Knife

          Magnum Knife
          Taschenmesser Magnum
          Massiver Stahl
          Federstahl HRC 55
          Messerrücken 3 mm
          Klinge 9,5 cm
          Messer geschlossen 12 cm
          Länge gesamt 22 cm
          Gewicht 210 g
          Gebrauchsmesser
          Griffschalen Rosenholz
          Einsetzbar als Tactical Pen
          Gute Qualität
          Garantie 3 Jahre

           

          Victorinox Workchamp

          Victorinox Workchamp
          Workchamp All in One
          Rockwellhärte 58 HRC
          Grosse Klinge 8,6 cm
          Messer geschlossen 11 cm
          Holzsäge
          Feinsäge mit Feile
          Zange
          Schere
          Kapselheber, Dosenöffner u.v.m.
          Sehr gute Qualität
          Lebenslange Garantie

           

          Leatherman Freestyle Backup-Messer

          Leatherman Freestyle
          Freestyle Multi-Tool
          Einhändig zu öffnen
          Befestigungsclip
          5 Tools
          Klinge 6,6 cm
          Messer geschlossen 8,76 cm
          Länge gesamt 15,5 cm
          Gewicht 127,57 g
          Schneiden/Schnitzen
          Füllt die Faust (Faustkampf)
          Sehr gute Qualität
          Garantie 25 Jahre

          Unser Messer ist unser wichtigster und unentbehrlicher Begleiter. Aus diesem Grund müssen wir ihm auch eine gewisse Pflege zu kommen lassen. Dazu gehört u.a., dass wir das Messer schärfen und auch outdoor Methoden entwickeln, wie unser Messer immer in einem scharfen Zustand gehalten wird. Ein stumpfes Messer kann bei Arbeiten schnell dazu führen, dass wir uns selbst verletzen.

          Wenn wir die Möglichkeit dazu haben, werden wir zwei Messer bei uns tragen - eines wird ein Survivalmesser für grobe und mittlere Arbeiten sein und das zweite benutzen wir für die feineren Arbeiten. Gute Survivalmesser, die auch von vielen Survivern empfohlen werden, liegen in einem Preissegment ab 80 Euro bis weit über 200 Euro. Es geht aber auch billiger. Ich persönlich benutze das Feldmesser des österreichischen Bundesheeres. Es handelt sich hier um das Glock FM 81 mit Säge. Dies ist ein Mehrzweckmesser, welches für die verschiedenartigsten Arbeiten benutzt werden kann. Das Messer ist insgesamt 29 cm lang bei einer Klingenlänge von 16 cm und wiegt 200 Gramm. Die Klinge wurde hergestellt aus rostträgem Kohlenstoffstahl mit einer Rockwellhärte von 56-58. Da es nicht rostfrei ist, empfiehlt es sich, die Klinge nach der Arbeit sorgfältig zu säubern und etwas einzufetten (nur ein Hauch). Insgesamt gesehen ist es Mittelmass, was aber nicht unbedingt ein Nachteil ist. Wir können damit hacken, schnitzen, es als Wurfmesser benutzen und auch einen Speer daraus machen, wenn wir es an einem Stock befestigen. Wir können es sogar als Ersatz für eine Machete nehmen. Gleichzeitig ist es im Ernstfall eine gute Nahkampfwaffe. Sein Preis liegt bei dreissig bis etwa fünfunddreissig Euro, was gerade für Anfänger und Interessierte mit kleinem Geldbeutel ziemlich attraktiv sein dürfte. Wir sollten uns vor allem von dem Gedanken frei machen, ein extrem teures Messer würde schon die Arbeit für uns übernehmen. Ein Messer ist nur immer so gut, wie die Person, die damit arbeitet!

          Wer glaubt, Mittelmass sei nichts für ihn, der kann sich auch gern einmal das Survivalmesser Fällkniven F1 ansehen. Es ist ein wirklich sehr gutes Messer, hat dafür aber auch seinen Preis. Aktuell ist es zu haben in verschiedenen Geschäften ab 138 Euro bis ca. 190 Euro. Dieses Messer erfüllt in hohem Masse alle Anforderungen, die an ein gutes Survivalmesser gestellt werden.

          Als Messer für die feineren Arbeiten wie Späne hobeln, schnitzen und sägen benutze ich meinen Workchamp von Victorinox, den es bereits ab 51 Euro aktuell gibt und der ein wahres Wunder an Flexibilität ist, bei gleichzeitig guter Qualität. Als Backup für den Workchamp habe ich noch mein Leatherman Tool im Rucksack.

          Wie findet man den richtigen Schleifwinkel?

          Als ungefähren Anhaltspunkt können wir sagen:

          • Macheten 35 bis 45 Grad
          • Beile 50 Grad
          • Messer bis 30 grad
          • Faustformel: Schleifwinkel von Taschenmessern, normaler Gebrauch = Schleifwinkel 36-40 Grad

          Achtung! Der Schleifwinkel des Messers beträgt immer die Hälfte des Schneidenwinkels! Warum ist das so? Wenn man den Schneidenwinkel des Messers herausgefunden hat, muss man ihn durch 2 teilen, da ja beide Seiten geschliffen werden!

          Die Werte in der Tabelle den Schleifwinkel betreffend, geben den Spalt in mm zwischen Schleifstein und der Mittelachse des Klingenrückens in Millimetern an.

          Messerneigung bzw. Höhe des Messers beim Schleifen:
          (Formel: Klingenbreite in mm x sin (Anzahl Grade Schleifwinkel) = Höhe in mm)

          Klingenbreite Schleifwinkel 12° Schleifwinkel 15° Schleifwinkel 18° Schleifwinkel 20° Schleifwinkel 23°
          10 mm2,08 mm2,59 mm3,09 mm3,42 mm3,91 mm
          15 mm3,12 mm3,88 mm4,64 mm5,13 mm5,86 mm
          20 mm4,16 mm5,18 mm6,18 mm6,84 mm7,82 mm
          25 mm5,20 mm6,47 mm7,73 mm8,55 mm9,77 mm
          30 mm6,24 mm7,77 mm9,27 mm10,26 mm11,72 mm
          35 mm7,28 mm9,06 mm10,82 mm11,97 mm13,68 mm
          40 mm8,32 mm10,35 mm12,36 mm13,68 mm15,63 mm
          45 mm9,36 mm11,65 mm13,91 mm15,39 mm17,58 mm
          50 mm10,40 mm12,94 mm15,45 mm17,10 mm19,54 mm
          55 mm11,44 mm14,24 mm17 mm18,81 mm21,49 mm
          60 mm12,47 mm15,53 mm18,54 mm20,52 mm23,44 mm

          Die richtige Höhe des Neigungswinkels können wir mit einem Lineal bestimmen. Ist keins vorhanden, haben wir jedoch Euromünzen in der Tasche, können wir uns damit behelfen: 1, 2 und 5-Cent Münzen haben eine Dicke von 1,67mm. Eine 10-Cent Münze 1,93mm, eine 20-Cent Münze 2,14mm, eine 50-Cent Münze 2,38mm, eine 1-Euro Münze 2,33mm und eine 2-Euro Münze hat eine Dicke von 2,20mm. So können wir mit Hilfe der Münzen ziemlich genau den Neigungswinkel unseres Messers bestimmen. Für diejenigen, die kein Vertrauen in ihre Fähigkeiten haben, gibt es noch eine auf den Messerrücken aufsteckbare Schleifhilfe mit verschiedenen Abständen. Das sei hier aber nur am Rande erwähnt.

          Je weicher der Stahl (55-58 HRC), desto grösser der Schleifwinkel

          Der Abziehstein
          Korund Kombi FEPA 220/400 (220/1000 JIS) macht aus unseren Outdoormessern Werkzeuge mit einer sehr guten Gebrauchsschärfe.

          Es gibt Outdoor aber auch die Möglichkeit, unser Messer auf einem flachen Stein zu schärfen. Dazu nehmen wir einen zweiten flachen Stein und reiben ihn unter Druck auf dem unteren Stein so lange, bis Abrieb entsteht. Diesen vermischen wir entweder mit ein wenig Wasser oder Spucke zu einem Brei. Anschliessend ziehen wir unser Messer auf diesem Stein mit dem nun breiigen Abrieb ab. Dabei immer schön auf den Winkel achten und darauf, dass wir auch wirklich bis zur Spitze schleifen.

          Speer

          Dazu nehmen wir unser Militärmesser
          und befestigen es an einen schlanken, geraden Ast. Der Ast sollte etwa 160cm lang sein. Es gehört viel Übung dazu, damit zu jagen. Allerdings lässt sich der Speer auch als Distanzwaffe nutzen.
          Wir können auch einen kompletten Holzspeer herstellen, indem wir mit dem Messer eine Spitze schnitzen und sie anschliessend im Feuer härten.

          Dann gibt es noch einen "Schleuderspeer" wie im Bild gezeigt:

          Bogen

          Wir bauen uns aus vorhandenem Material einen Bogen. [Die Details des Bogenbaus sind aus der Übersetzung eines Manuals der Green Baretts entstanden.] Da wir nicht die Zeit haben, das Holz trocknen zu lassen, bauen wir uns gleich mehrere Bögen, da nicht getrocknetes Holz sehr schnell seine Spannkraft verliert. Das beste Material für einen Bogen wäre Eibenholz, was uns aber wohl nicht immer zur Verfügung steht. Wir suchen uns also von verschiedenen Bäumen Äste und probieren sie aus, bis wir glauben, den richtigen gefunden zu haben. Der Ast sollte ca. 160cm lang sein. In der Mitte sollte er eine Stärke von 50mm nicht unterschreiten. Zu beiden Enden verjüngen wir ihn mit dem Messer auf je 15mm. Für die Sehne bringen wir an den Enden eine Kerbe von 10mm Tiefe an. Das reicht aus, die Sehne zu halten und das Holz ist immer noch stark genug, um nicht zu brechen. Steht uns Öl oder Tierfett zur Verfügung, reiben wir den Bogen damit gleichmässig ein und lassen ihn trocknen. Für die Sehne würde sich Rohleder gut eignen, was wir wohl aber erst einmal nicht zur Verfügung haben werden. Wir können die Angelsehne mittlerer Stärke nehmen. Die Sehne befestigen wir mit einem Rundtörn und zwei Halbsteken (Im Anhang werde ich die hier vorgestellten Knoten näher erläutern) Die Sehne sollte nicht zu straff gespannt sein. Die eigentliche Federkraft kommt aus dem Schuss. Die Pfeile fertigen wir aus gerade gewachsenen Ästen. Sie sollten etwa 60cm lang und 6mm stark sein. Für die Sehne schneiden wir am Ende des Pfeils eine Kerbe, die etwa 6mm tief ist. Wenn wir im Wald und ausserhalb oder in der Nähe von Gewässern suchen, finden wir sicher Federn, die wir benutzen, damit unser Pfeil eine Führung hat. Wir spalten die Federn und lassen ein Stück vom Federkiel - je 20mm zu beiden Seiten - stehen, damit wir die Federn später am Pfeilschaft anbringen können. Wir bringen drei Federn in gleichem Abstand am Pfeilschaft an. Für das Anbringen benutzen wir heiss gemachtes Baumharz. Für die Pfeilspitzen benutzen wir Blech - eine sehr stabile Spitze aus verhältnismässig dünnem Blech bekommen wir, wenn wir zwei gleichmässige Dreiecke aus dem Blech einer Dose schneiden und anschliessend das eine Blech von der Spitze nach unten zur Hälfte einschneiden, anschliessend das zweite Blech von unten zur Spitze einschneiden und beide Teile zusammenstecken.Dann müssen wir nur noch einen Kreuzschnitt in den Pfeil machen und können die Blechspitze einsetzen. Aus Knochen lassen sich ebenfalls Pfeilspitzen machen, oder wir spitzen die Pfeile ganz einfach mit dem Messer zu und härten sie im Feuer. Wir sollten so viele Pfeile wie möglich herstellen und uns dazu einen Köcher basteln. Zum Schiessen heben wir den Bogen in Augenhöhe, wobei die den Bogen haltende Faust auch gleichzeitig als Pfeilauflage dient. Die andere Hand spannt den Bogen, wobei sich der Pfeil genau in Augenhöhe befindet. Das Ziel wird über den Pfeil anvisiert, Du atmest aus und lässt den Pfeil einfach los. Dieser Vorgang darf nicht ruckartig erfolgen, weil Du sonst den Pfeil verreisst und die Wolken triffst. Einfach mit dem Ausatmen loslassen. Ist wie Meditieren.

          Eine ebenfalls effektive Art, einen Jagdbogen zu bauen besteht darin, dass wir uns etwa vier ca. 1cm starke gerade und elastische Äste aussuchen, die ca. 160 bis 180cm lang sind. Diese binden wir zuerst in der Mitte fest, dann rechts und links neben die Mitte in einem Abstand von etwa dreissig Zentimetern und zum Schluss die beiden Enden des Bogens. Anschliessend spannen wir vorsichtig entweder mit Paracord oder einer etwas stärkeren Angelsehne den Bogen. Die Länge der Pfeile passen wir dem Auszugsvermögen des Bogens an. Dies ergibt eine ziemlich effektive Jagd- und Verteidigungswaffe.

          Ursprünglich wollte ich hier auch den Bau einer Armbrust mit primitiven Mitteln dokumentieren. Eine Jagdarmbrust zu bauen ist jedoch garnicht so einfach, bzw. fast unmöglich. Das ist eine komplizierte und langwierige Arbeit, die geschickte Hände, das nötige Fachwissen, viel Zeit und natürlich das nötige Werkzeug dazu braucht, In einem Forum, welches sich mit dem Bau von Bögen und Armbrüsten befasst, stellte ich meine Frage und die Antwort von vielen Membern dort war immer negativ - der Bau einer Jagdarmbrust in der Wildnis ist unmöglich. Ich möchte mich an dieser Stelle recht herzlich bei den Membern von http://fletchers-corner.de/ bedanken, die mir in so herzlicher Weise Rede und Antwort standen. Was ich da an wirklich schönen Arbeiten gesehen habe, hat meine volle Hochachtung und meinen Respekt vor der Geduld, die diese Menschen aufbringen, um kleine Kunstwerke zu schaffen. Die Meinung vieler Menschen ist, selbst Bögen sollte man ausser Acht lassen, da mit Sicherheit ungeübte weder Wild im Wald sehen werder, noch das Wild, sollte es wirklich auftauchen, mit einem Bogen treffen, abgesehen davon, dass die primitiv gebauten Bögen nicht die Zugkraft haben, ein Wild in der Grösse eines Rehs oder eines Wildschweins zu erlegen. Wer es dennoch ausprobieren möchte, sollte vorher genau überlegen, ob er seine Kraft nicht in realistischere Aktionen steckt. Zumindest wurde dieses Thema mal angesprochen.

          Bola

          Eine leicht anzufertigende Waffe, aber sehr wirkungsvoll. Wir suchen uns drei möglichst runde Steine mit einem Durchmesser von bis zu 6cm. Diese umwickeln wir mit einem Band kreuz und quer und befestigen daran Schnüre von etwa 150cm Länge. Die drei Schnüre verknoten wir miteinander. Wir lassen die Bola über unserem Kopf kreisen und schleudern sie dann in Richtung Wild. Wenn wir Glück haben, treffen wir beim ersten Mal und die Bola wickelt sich um den Hinterlauf unseres Opfers. Unsere Beute ist uns in diesem Fall sicher. Mit unserer Keule töten wir sie.

          Schlingen

          Für kleine Tiere wie Hasen, Kaninchen usw. fertigen wir Schlingen, in denen sich die Tiere später fangen. Damit sie nicht leiden müssen, verwenden wir keine der sonst üblichen Würgeknoten, sondern eine Art Ösenknoten, die sich nicht zuziehen. Wir wollen die Tiere essen und nicht quälen! Allerdings müssen wir bei Ösenknoten damit rechnen, dass sich die Tiere aus der Schlinge befreien können. Wenn wir Schlingen ausbringen, können wir sie nicht einfach wahllos im Wald verteilen, sondern müssen beobachten, wie die jeweiligen Wildwechsel sind. Aufschluss können wir auch erhalten, wenn wir auf die Losung achten. Wir müssen unsere Schlingen also so anbringen, dass unser Wild auf seinem Pfad genau in die Schlinge läuft.

          Schlagfallen
          - sind besondere Konstruktionen, die mit Ködern arbeiten.

                

          Katapult
          - Es reicht eine stabile, nicht zu dicke Astgabel und Streifen von einem PKW- oder Fahrradreifen.

          Wenn alles zusammengebrochen ist, findet man sicher an jeder Ecke ein verlassenes Auto. Ein wenig Üben muss man schon. Aber dann wird das Katapult nicht nur eine gute Jagdwaffe, sondern eignet sich auch als wirksame Verteidigungswaffe. Die passenden Kieselsteine finden wir an Flussufern. Aus Autoreifen lassen sich übrigens hervorragend Schuhe ohne grösseren Aufwand anfertigen.

          Schleuder
          - ein längs zusammengefaltetes Tuch oder zwei 40cm lange schnüre, an denen ein Stück Leder oder Gummi eingeknotet wird. Man schleudert die Schleuder so lange über dem Kopf, bis die richtige Geschwindigkeit erreicht ist, dann lässt man ein Ende des Tuches los und der Stein fliegt in die anvisierte Richtung. Verlangt einige Übung.

          Keule
          - eine Keule ist wahrscheinlich die älteste Waffe überhaupt. Sie ist sehr universal einzusetzen. Aus einem starken Ast - etwa 60mm Durchmesser, der etwa 75cm lang ist - machen wir unsere Keule, indem wir ein Ende auf etwa 30mm verjüngen. Mit dieser Keule haben wir eine perfekte Nahkampfwaffe und wir können damit auch Tiere töten.

          Universalstock
          - unser Universalstock sollte uns bis zur Schulter reichen und ca. 25mm stark sein. Er sollte möglichst gerade sein und aus Hartholz (Buche, Eiche).Sicher finden wir in den Resten unserer Zivilisation Eisen-/Stahlbeschläge, mit denen wir beide Enden des Stockes verstärken können. Der Stab dient uns vorwiegend als Hilfe beim Wandern, aber mit ihm können wir zum Beispiel auch ausloten, wie tief ein Bachlauf ist, den wir überqueren wollen. Als letztes dient er uns auch zur Selbstverteidigung. Wenn wir genügend mit dem Stab üben, halten wir eine tödliche Waffe in unseren Händen.

          Gejagtes Wild verarbeiten


          Steinschaber

          Wild aufbrechen und häuten

          Wenn wir nicht auf Fleisch verzichten können oder wollen, werden wir uns wohl zwangsläufig der Jagd zuwenden müssen. Für Nichtjäger ist das nicht ganz einfach. Wir müssen nun selbst Tiere töten, sie zerlegen und ihr Fell nach entsprechender Behandlung für Kleidung oder Schuhe verwenden. Es gibt keinen Schlachter, der uns dies abnimmt!

          Das Wichtigste bei der Jagd ist, das Tier nicht leiden zu lassen. Wir sollten also nur schiessen, wenn wir uns absolut sicher sind, das Wild tödlich zu treffen. Ist es nach unserem Schuss nicht gleich tot, sollten wir es von seinen Qualen möglichst schnell erlösen. Entsprechende Fachliteratur VOR(!) dem Ernstfall kann uns da weiter helfen. Auch wenn es sich im Moment merkwürdig anhört, bzw. liest - wir sollten unserer Beute Respekt entgegen bringen. Immerhin verlor das Wild sein Leben, um unseres zu erhalten. Das Wichtigste aber: Wenn Tiere kleinen Nachwuchs haben - egal ob Wildschwein oder Reh - sind sie für uns absolut tabu!

          Vor uns liegt nun ein totes Tier. Es muss geöffnet, die Innereien samt Gedärm entnommen und ausgeblutet werden. Dazu müssen wir das Tier aufhängen. Wir suchen uns in der Nähe einen Baum mit einem starken Ast in der richtigen Höhe (2 Meter oder etwas höher). Aus unserem Beutel holen wir zwei Stück Paracord in passender Länge und binden sie an die beiden Hinterläufe. Festgemacht wird die Schnur mit doppeltem Rundtörn und zwei halben Schlägen. Die gleiche Befestigungsart wählen wir für den Ast. Mit der Machete schlagen wir den Kopf ab und lassen das Tier ausbluten.

          Nun schneiden wir die Haut an der Innenseite der Hinterläufe - wie auf der Zeichnung zu sehen - bis zum Bauch und von dort dann runter bis Hals. Dabei müssen wir darauf achten, immer dicht mit dem Messer an der Haut zu bleiben. Sollten wir den Darm oder die Urinblase verletzen, macht der ausgelaufene Urin und die Exkremente den grössten Teil des Fleisches ungeniessbar. Ausserdem müssen wir - wenn wir die Haut verarbeiten wollen - auch hier darauf achten, nicht mit unserem Messer durch die Haut zu stossen. Ein an der Spitze abgerundetes Messer ist von Vorteil.

          Wenn wir beim Brustbein ankommen, genügt ein kurzer kräftiger Ruck mit unserem Messer und der Knorpel ist durch. Wir haben also jetzt alle die auf dem Bild eingezeichneten Schnitte ausgeführt. Wenn wir den Schwanz abtrennen, müssen wir noch die Verbindung der beiden Hüften brechen. Bei grossen Tieren nehmen wir dafür die Machete, bei kleineren Tieren reicht unser starkes Messer. Den Darmausgang schneiden wir nun ringförmig aus und ziehen von innen die Gedärme aus dem Körper. Nun müssen wir noch die Bauchlappen lösen. Wir schneiden vorsichtig zwischen Haut und fleisch zu beiden Seiten eine Art Tasche. Nun greifen wir mit den Fingern die Haut und gehen mit der Faust in die "Tasche und lösen so mit kräftigem Druck die Seitenlappen auf beiden Seiten bis hoch zum Rücken. Anschliessend packen wir das Fell mit beiden Händen oben und ziehen es mit einem kräftigen Ruck nach unten.

          Nun muss das Tier gut gelüftet werden, damit das restliche Blut gut ablaufen kann und das Fleisch abtrocknet, um Fäulnis zu verhindern. Das machen wir, indem wir mit einem starken Ast die Rippen spreizen und es einen Tag hängen lassen.

          Fell gerben

          In der Zwischenzeit wenden wir uns dem Fell zu, welches wir gerben und zu Leder verarbeiten wollen. Um die Innenseite zu entfleischen haben wir zwei Möglichkeiten

          • Auf einem ebenen Rasenstück ausbreiten und mit kleinen Holzpflöcken fixieren. Anschliessend mit einem Steinschaber säubern.
          • Das Fell auf einen aus Ästen gebauten Rahmen spannen und schräg an ein Feuer stellen. Durch die Hitze schmizt die Fettschicht ab und fliesst nach unten auf den Boden.
          • Wollen wir das Fell anschliessend enthaaren, machen wir das auf dem Rasen mit dem Schaber.

          Unsere Haut ist soweit gesäubert und fertig zum Gerben. Wir hatten zwischenzeitlich den Kopf von der Haut befreit. Nun müssen wir ihn vorsichtig aufschlagen. Das muss aber so geschehen, dass das Hirn nicht verletzt wird und auf die Erde fällt. Wir müssen hier also vorsichtig ans Werk gehen. Wenn wir von oben auf den Schädel schauen, dann können wir eine Linie entdecken, die sich über dem Nasenbein beginnend, über den ganzen Schädel zieht. Wir beginnen nun auf dieser Linie entlang vorsichtig mit einem Stein zu klopfen. Wenn wir das richtig gemacht haben, sollte der Schädel in der Mitte gespalten sein und ein Stück auseinander klaffen. Da die Kanten rasiermesserscharf sind, sollten wir jetzt unsere Arbeitshandschuhe anziehen, um uns nicht zu verletzen, wenn wir den Schädel ganz aufbrechen. Vor uns liegt nun das Hirn in zwei Hälften und kann ganz easy entnommen werden.

          Das Hirn kochen wir nun in Wasser und fügen zerkleinerte Eichenrinde und Eicheln (Gerbsäure) hinzu. Unter ständigem Rühren lassen wir es so lange kochen, bis wir eine breiartige Masse im Topf haben. Diesen Brei arbeiten wir nun auf beiden Seiten gut ein, indem wir die Masse mit einem geeigneten runden Stein verteilen und durchwalken. Während des Trocknens muss man die Haut häufig durchwalken. Das geschieht derart, dass man sich eine schlanke Birke sucht, die Haut um die Birke legt und unter kräftigem Zug hin und her bewegt. An und für sich ist das Leder nun fertig und könnte zum Endprodukt verarbeitet werden. Allerdings ist das Leder nicht wasserfest. Um das zu erreichen und damit unser Leder nicht wieder hart wird, räuchern wir es ebenso, wie wir es später mit unserem Fleisch tun, um das haltbar zu machen.

          Als Alternative zum Hirn können wir auch 6 Eigelb nehmen, dazu dann vier gehäufte Esslöffel fein geriebene Kernseife und drei Esslöffel Sonnenblumenöl. Das Ganze vermischen wir ordentlich. Die Verarbeitung ist identisch mit der Hirngerbung. Wir erhalten dabei ein identisches Ergebnis. Die Rezeptur reicht für eine komplette Rehhaut. Diese Vorgehensweise ist ebenso wie das Gerben mit Hirn seit Jahrtausenden bekannt.

          Wild zerteilen


          Reh zerteilen

          Unser Reh können wir so zerteilen, wie auf dem Bild ersichtlich. Nun müssen wir nur noch das Fleisch bearbeiten, welches wir räuchern wollen. Am besten eignet sich dafür wenn wir das Fleisch in lange schmale Stücke schneiden, die nicht dick sein sollten. Einen anderen Teil des Fleisches können wir lufttrocknen, indem wir das Fleisch kurz in eine Salzlake legen. Der letzte Teil ist der, den wir in den nächsten zwei oder drei Tagen verzehren wollen.

          Räucherofen bauen


          Tonne zum Räuchern

          Grosse Menge Fisch oder Fleisch können wir mit Hilfe einer Metalltonne räuchern, indem wir einen Räucherofen selbst bauen. Zuerst einmal machen wir unsere Tonne "geschmacksfrei, indem wir sie ausbrennen. Dazu füllen wir Äste und Zweige und lassen das Feuer etwa vier Stunden brennen. Dann sollten auch die letzten Schadstoffe weggebrannt sein und die Tonne kann zum Räuchern vorbereitet werden. Am Anfang bohren oder schlagen wir cirka zehn Zentimeter vom Rand des Bodens entfernt mehrere Belüftungslöcher. Am Deckel befestigen wir eine Vorrichtung zum Aufhängen für das, was wir räuchern wollen. Der Boden selbst wird entfernt.

          Etwas kleiner als der Durchmesser der Tonne ist, machen wir ein Feuerloch, das wir mit Matsch so verkleiden und mit einem ersten Feuer verfestigen, dass sich kein Feuer in die Erde fressen kann. anschliessend machen wir ein Feuer und nehmen dazu Holzarten, die dem Räuchergut einen aromatischen Geschmack geben - zum Beispiel Buche, Eiche, Erle, Birke, Walnuss. Von der Eiche sollten wir allerdings vorher die Rinde entfernen, weil diese sehr viel Gerbsäure enthält. Kiefer- und Fichtenholz sollten wir eher nicht verwenden, weil diese weichen Hölzer stark russen. Holz von Obstbäumen wie Apfel und Kirsch geben dem Geräucherten eine leicht süssliche Note. Achten sollten wir vor allem darauf, dass unser Holz nicht zu viel Harz enthält und trocken ist. Wenn nun unser Feuer richtig gut brennt, dann ersticken wir die Flammen, setzen die oben und unten offene Tonne über unsere nun qualmende Glut und anschliessend den Deckel mit dem daran hängenden Räuchergut auf das Fass, wo wir den Deckel verschliessen.

          Eine einfachere Art des Räucherns besteht darin, dass wir über unserer Feuergrube eine Art Minitipi aus Zweigen und Blättern bauen. In der oberen Gabelung wird dann das Räuchergut aufgehängt. Ein kleines stark qualmendes Feuer sollte unser Fleisch oder unseren Fisch über Nacht gut räuchern. Möglich ist auch, eine kleine Höhle über dem Feuer aus Steinen zu bauen, die wir anschliessend verschliessen.

          Fleisch räuchern

          Unser zu räucherndes Fleisch schneiden wir in schmale Streifen, ehe wir sie zum Räuchern aufhängen. Während des Räucherns müssen wir nur noch darauf achten, dass die Glut nicht wieder zum Feuer wird, sondern einfach nur raucht. wenn wir uns rechts und links an der Tonne einen Griff anbauen, können wir die Tonne jederzeit vom Feuerloch nehmen und eventuell neues Räucherholz einlegen. Über die Glut könnten wir auch noch frisch gesammelte Wildkräuter streuen, die ihr Aroma dann ebenfalls an das Räuchergut abgeben. Von Zeit zu Zeit kontrollieren wir den Grad unseres Räucherns. Wenn wir alles richtig machen, sollte unser Räuchergut in etwa zwölf bis vierzehn Stunden fertig sein.

           

          NOTFALLRUCKSACK

          (bezieht sich auf eine Person)

          • Rucksack Fjällräven Abisko 75
          • Katadyn COMBI Filter
          • Luftmatratze Therm-a-Rest Mondo King
          • Kombikocher Optimus Nova
          • 2x Thermounterwäsche (gute Qualität)
          • 2 lange dicke Unterhosen
          • 1 warmer Pullover
          • 1 Poncho
          • 1 Biwaksack
          • 1 Solar-Ladegerät Powertraveller Solargorilla
          • 1 Paar gute Wanderschuhe
          • 1 Paar gute Wanderstiefel
          • 3 T-Shirts Baumwolle
          • 1 leichte wasserdichte Windjacke
          • 1 leichte wasserdichte Hose
          • 4 Paar Wanderstrümpfe
          • 1 Wollschal
          • 1 Pudelmütze
          • 1 Paar Thermohandschuhe
          • 1 Erste Hilfe Set
          • 1 Rettungsdecke (gold/silber)
          • 2 dünne Kunststoffleinen (6mm gedreht) a 20m
          • 1 kleiner Kulturbeutel (Inhalt kleine Haarbürste, Nagelschere, Nagelfeile, Seifendose mit Kernseife, 2 Stück Kernseife, Waschlappen, Zahnpflege)
          • 2 Schweizer Wassersack (20 Liter zusammenrollbar) m. Zubehör für Dusche
          • 1 Löffel, 1 Gabel
          • 2 kleine Frotteehandtücher
          • Pfeffer, Salz, Brühwürfel, 2x Süssstoff
          • Schwarzer Tee, Pulverkaffee, Kaffeeweisser
          • Vitamintabletten, Magnesium, Traubenzucker
          • 4 x 80mm S-Haken
          • 2 Rollen Angelsehne mittlere Stärke
          • Nadeln möglichst starke Qualität, damit man auch Leder damit nähen kann (Dreiecksnadel) und Faden (möglichst starker Zwirn) für Reparaturen an der Kleidung haben so gut wie kein Gewicht und sollten auf alle Fälle dabei sein. Dazu eine kleine Schachtel voller Sicherheitsnadeln. Damit lassen sich schnell Reparaturen durchführen und zur Not kann man damit auch den Eingang eines Tarp mit einer Folie verschliessen, falls es mal ganz doll von oben kommt.

          Rucksack Aussenseite

          • Schlafsack Mammut Denali EXP 5-Season (bis minus 31 Grad Celsius),
          • Zwei-Personen Iglu-Zelt tarn
          • 1 Feldflasche mit Bezug (1 Liter gefüllt)
          • 1 Feldgeschirr Bundeswehr
          • 1 Literflasche Petroleum oder Benzin (gefüllt)
          • 1 Machete mit Rückenzahnung (Gerber)

          EXTRABEUTEL

          (am Rucksack befestigt, um bei Bedarf am Körper - auf diverse Taschen oder am Gürtel verteilt - getragen zu werden)

          • Drahtsäge,
          • Victorinox Taschenwerkzeug Workchamp, Rot, 111 mm
          • Feuerstarter (Stahl & Magnesium),
          • Kompass,
          • Übersichtskarte Deutschland,
          • Chronometer (analog Armbanduhr Automatikaufzug),
          • Glock Militärmesser,
          • Brennglas,
          • Brunton Zoom Monokular 10 - 30 x 21,
          • Taschenlampe Dynamo

          Bilder zur Ausrüstung

           

          Resümee

          Diese Checkliste für den Notfall ist sehr individuell. Sie soll lediglich als Anhaltspunkt dafür dienen, was uns draussen im "Nichts" erwarten kann und dass wir erst einmal eine Grundlage haben. Machen wir uns nichts vor, wie ich anfangs bereits ausführte bleibt der grösste Teil der Stadtbevölkerung in der Stadt. Nur wenige werden sich so darauf vorbereiten, wie ich es empfehle und noch weniger werden im Fall eines Falles wirklich in die "Wildnis" gehen. Ich habe mit Bedacht einen Solargenerator als Ausrüstungsgegenstand aufgeschrieben, da in der Anfangszeit sicher noch Nachrichten empfangen werden können und unsere GPS-Geräte, wenn die Satelliten denn nicht von den Amerikanern abgeschaltet wurden, noch funktionieren. Ein kleiner batterieloser Radioempfänger würde uns mit wichtigen Nachrichten versorgen, so dass wir zumindest in rudimentären Ansätzen wüssten, wie die Lage in etwa ist. Für diejenigen, die diesen Artikel lesen, aber nicht die Absicht haben, sich damit zu befassen, oder nicht daran glauben, dass so ein SUPERGAU wirklich jemals eintreten könnte, hoffe ich zumindest, dass sie meinen Artikel zumindest interessant fanden.

          In absehbarer Zeit werde ich den Artikel updaten und der Selbstverteidigung einen ganzen Absatz widmen.

          UPDATE 11.08.2015

          XBow Wildcat III

          Wenn man die Nachrichten aufmerksam verfolgt und sieht, was alles im Namen des Friedens an militärischem Vernichtungspotential in Marsch gesetzt wird, um wieder einmal irgendetwas zu schützen, dann kann einem Angst und bange werden. Ukraine-Russland, IS gegen die ganze Welt, Türkei greift die Waffengefährten der USA - die PKK - an, die im Kampf gegen IS Schulter an Schulter kämpfen. Ein grössenwahnsinniger, zum Diktatur mutierender Erdogan bekämpft die türkische Jugend, die einfach nur Freiheit will und keine islamistische Gängelung.

          Es gibt nicht wenige Menschen, die befürchten einen dritten Weltkrieg. Von US-Republikanischer Seite hört man schon den Kriegsdonner und immer das Schreckgespenst jedes zivilisierten Menschen: "Wenn nicht anders, werden auch unsere Atomraketen abschiessen. Diese Sprüche kommen meist von US-Generälen. Wie ernst solche Aussagen zu nehmen sind, haben die Amerikaner schon einmal bewiesen, als sie, nur um ihre Macht zu demonstrieren, Hiroshima und Nagasaki atomar in Schutt und Asche legten.

          Ich hatte ja bereits in meinem Artikel über die Herstellung von Pfeil und Bogen geschrieben. Allerdings sollte man sich von solchen Waffen, die von Anfängern in Ausnahmesituationen hergestellt werden, nicht sehr viel Effizienz versprechen. Allerdings könnten wir vorausschauend eine legale Waffe erwerben - die Armbrust. Da es eine Vielzahl von Armbrüsten gibt, sollte man darauf achten, etwas zu erwerben, was erstens nicht so kostspielig ist und zweitens jagdliche Ansprüche erfüllt.

          Vom Preis-/Leistungsverhältnis her ist die X-Bow Wildcat III eine ausgezeichnete Jagdarmbrust und damit natürlich auch tauglich, sich selbst zu verteidigen. Auf dem Bild ist die Wildcat III mit zwei Pfeilen zu sehen. Der eine Pfeil hat eine normale Stahlspitze, während der zweite Pfeil eine Jagdspitze mit rasiermesserscharfen Pfeilspitzen aus NIROSTA besitzt. Die Wildcat III hat ein Zuggewicht von 175 lbs, was etwa 80kg entspricht. Die V0 liegt je nach Geschossspitze bei 315 - 325m/s. Obwohl man bei entsprechender Übung auch auf Ziele, die 100m und weiter liegen, schiessen und treffen kann, liegt die optimale Distanz bei 50m.

          Optik

          Wenn man die Armbrust- wie in meinem Fall - mit einem guten Zielfernrohr versieht, dann hat man in der Tat eine Präzisionswaffe in der Hand. Voraussetzung ist natürlich, dass genügend geübt wird. Das teuerste Klavier der Welt ist nichts als Brennholz in den Händen eines Stümpers. Auf dem Foto ist übrigens das 3-fach Zielfernrohr von Barnett zu sehen. Original benutze ich das Sportschützen-Zielfernrohr SWF 10 - 40 x 50 von der Firma Ritter. Die Linsen sind Multicoating vergütet und liefern damit ein kontrastreiches und scharfes Bild ohne Lichtverlust. Das Bild bleibt scharf bis an die Ränder. Das ZF hat ein MilDot Leuchtabsehen und bleibt bei jeder Vergrösserung konstant in Form und Grösse. Je nachdem, was für das Auge des Schützen besser geeignet ist, lässt sich das Leuchtabsehen von rot auf grün und umgekehrt einstellen. Über die beiden offenen Targettürme wird das ZF justiert. Wir haben bei einem Stellbereich von 100m Horizontal und Vertikal 2,70m Unterschied bei einer 1/8 Klick Moa. Das ZF wiegt bei 425mm Länge ca. 900 Gramm. Die Stromversorgung erfolgt über eine 3 Volt Lithium CR 2032.

          Armbrust spannen

          Das Spannen der Armbrust von Hand ohne Hilfsmittel dürfte nur bärenstarken Holzfällern vorbehalten sein (Spass). Es gibt ein Seil, an dem sich zwei Haken befinden, in denen Rollen sind. Man kann also den Flaschenzugeffekt ausnutzen und die Kraft halbieren. Damit man das Seil auch halten kann, sind an beiden Enden Griffe.

          Weitschuss Luftgewehr Weihrauch HW35


          Weitschuss-LG HW35 16 Joule im Koffer


          HW35 m. Zielfernrohr


          Präzisionsdiabolo 4,5mm

          Jagddiabolo 4,5mm

          Für den Erwerb von Waffen mit einer höheren Mündungsenergie als 7,5 Joule, sogenannte Weitschussluftgewehre, ist laut Waffengesetz eine Erwerbsberechtigung (siehe Waffenbesitzkarte) notwendig. Informationen hierzu können in Deutschland die Sportwarte von Schützenvereinen geben. Dies gilt jedoch nicht für Luftgewehre, die vor dem 1. Januar 1970 oder vor dem 2. April 1991 auf dem Gebiet der ehemaligen DDR hergestellt und in den Handel gebracht worden sind (WaffG, Anlage 2, Abschnitt 2, Unterabschnitt 2, Nr. 1.2); diese können ungeachtet ihrer Mündungsenergie oder des Vorhandenseins eines „F-im-Fünfeck“-Stempels gleichfalls frei erworben und besessen werden.

          Das HW35 aus der Zeit vor 1970 hat eine Besonderheit - es besitzt keinen PTB-Stempel, weil es den zu der Zeit nicht gab und ist aus diesem Grund waffenscheinfrei! Das Gewehr hat statt der üblichen in modernen Ausführungen 7,5 Joule eine Geschossenergie von 16 Joule. Damit eignet es sich vorzüglich für die Jagd auf Kleintiere und zur Selbstverteidigung. Die Gefährlichkeit von Luftdruckwaffen wird in unserer Gesellschaft weitgehend unterschätzt! Nicht umsonst sind Weitschussluftgewehre mit 16 Joule Geschossenergie, die nach 1970 gebaut und verkauft wurden waffenscheinpflichtig. Der Vorteil liegt auch in der Munition begründet. Die ist relativ billig - man kann tausende von Diabolos füreinige Euro kaufen, muss dann aber Abstriche bei der Qualität der Dias und ihre Schussgenauigkeit machen. Die oben gezeigten Dias sind Qualitätsdias und haben ihren Preis.

          Übrigens darf die HW35 NICHT im eigenen Garten geschossen werden! Der Gesetzgeber verlangt, dass der Sportschütze mit diesem Gewehr auf einen offiziellen Schiessstand geht, oder das der Schütze einen eigenen Schiesskeller besitzt. Die Gefahr im Garten ist zu gross, dass das Geschoss den Garten verlässt und Menschen verletzt.

          W I C H T I G ! ! !


          Vortek PG2-Kit

          Für die Weihrauch HW35, aber auch für andere Luftgewehre gibt es "Exportfedern", die meist eine Schussenergie von 16 Joule und mehr haben. Das Besondere daran - man darf die Federn frei kaufen und auch legal(!) besitzen! Der Einbau allerdings ist verboten! Nun könnte man ja so eine Feder kaufen und sie ganz legal im Schrank verwahren. Kommt es dann in Europa zu einer Situation wie Krieg oder ähnlich, dann verbaut man die Exportfeder einfach in sein Luftgewehr.

          Es gibt einen amerikanischen Anbieter, der auch Geschäfte in Deutschland beliefert, das ist die Firma Vortek. Wer das HW35 besitzt, kann nachgoogeln und dort das "VORTEK PG2 Kit mit Drosselröhrchen für HW35" bestellen. Der Preis für das Kit beträgt momentan 89 Euro. Der Anbieter verspricht mehr als 18 Joule und kaum Prellschlag, da zwei Federn (gegenläufig arbeitend) verwendet werden.

          GoSun - Sonnenkocher

          Brennstoffe für Campingkocher sind irgendwann nicht mehr verfügbar. Dann müssen Outdoorler entweder auf klassisches Lagerfeuer ausweichen oder Alternativen in Betracht ziehen. Eine dieser Alternativen ist der neu entwickelte portable GoSun Grill. Ein Sonnenherd, mit dem sich grillen, schmoren, braten und kochen lässt. Dieser Grill passt zusammengelegt in einen Rucksack, wobei die Röhre 60cm lang ist.

          Selbst im Dunklen kann man mit ihm noch kochen, da er einen Solarakku besitzt. Der GoSun besteht aus 3 Komponenten: Parabolspiegel, Backröhre und Akku samt Elektroeinheit. Die Kochröhre (grosse Version) fasst insgesamt 2,4 Liter und das reicht, um für 8 Personen gleichzeitig zu kochen. Die kleinere Version hat ein Fassungsvermögen von 1,4 Kg oder 1,6 Liter. Dieser Sonnenherd bietet sich vorzüglich in Katastrophengebieten an. Insidern zufolge soll der Ofen im günstigsten Fall bis 390°C heiss werden. Ein Mittagessen ist in etwa 20 Minuten fertig. Der Ofen soll im Herbst 2015 auf den Markt kommen und unter 200 Euro kosten!

          UPDATE: 13.08.2015

          Wander- / Pilgerwagen / Sommerpulka Selbstbau


          Wanderwagen im Selbstbau

          Ich habe im Internet ein Tutorial für den Bau eines Wanderwagens gefunden. Dieses Tutorial darf veröffentlicht und weitergegeben werden. Es steht unter der CC-Lizenz. Allerdings ist es verboten, das Tutorial zu verändern, oder für kommerzielle Zwecke zu verwenden.

          Es gibt Menschen, die nicht über längere Strecken schwere Rucksacklasten tragen können. Es ist zum Beispiel auf dem Jakobsweg gang und gäbe, dass dort auch ältere Menschen unterwegs sind. Für diese ist so ein Pilgerwagen die einzige Möglichkeit, den Weg mit Gepäck zu überstehen. Aber auch für Wanderer in entlegenen Gebieten, deren Rucksackgewicht mit allem Nötigen bei etwa 40 Kilo liegen würde, bietet sich so ein Wagen an. Doch seht selbst und schaut euch das folgende PDF an:

          Pilgerwagen Tutorial

          Fahrrad mit Anhänger


          Mein Fahrradgespann hier mit Kumpel Werner

          Wer in der glücklichen Lage ist, ein stabiles Fahrrad und einen Anhänger zu besitzen, der braucht natürlich nicht jedes Kilo auf die Goldwaage legen. Ein Anhänger ist eine feine Sache und das Fahrrad macht uns sehr mobil. Ein Mountainbike ist dabei jedem anderen Fahrrad vorzuziehen. Es ist sehr stabil und man kann praktisch in jedem Gelände damit fahren. Dazu ein Anhänger mit 24-Zoll Laufrädern, die benfalls jede Hürde schmerzlos nehmen, komplettiert das Ganze.

          In normalen Zeiten sollte man sich mit minimalstem Equipment aufs Überleben vorbereiten. Das hilft später enorm, wenn der Ernstfall eintritt. Für den Ernstfall aber sollten wir schon darauf achten, dass wir auch Dinge mitnehmen, die uns das Überleben erleichtern. Natürlich müssen wir auch bei unserem Fahrradgespann auf eine Gewichtsbegrenzung achten. In einem kleinen Rucksack, den wir schnell mitnehmen können, wenn Gefahr für Leib und Leben besteht und das übrige Gepäck deshalb zurückgelassen werden muss, haben wir auf alle Fälle die wichtigsten Utensilien für ein Überleben in der Wildnis eingepackt. Messer, Kompass, Wanderkarte unserer Umgebung 1:25.000, Brennglas, 10 Meter Paracord und einen Magnesiumstab tragen wir dabei immer am Körper. Bei Verlust des übrigen Gepäcks holen wir uns das, was wir brauchen, aus der Natur.

          Lebensmittelvorrat


          Wasser-/Luftdichte Tonne

          Im Internet habe ich eine Liste gefunden, die ich zum PDF verarbeitet habe. Diese Lebensmittelliste ist zwar von 2003, allerdings ist sie bis auf die Preise, die sich wohl geändert haben dürften, aktuell. Zu den einzelnen Spalten der Liste muss ich wohl nichts extra sagen, die erklären sich von selbst. Diese Vorratsliste soll vor allem dazu dienen, zu Hause einen Lebensmittelvorrat für mehrere Wochen zu haben. So bleibt man auch in Extremsituationen autark und kann sich ganz in Ruhe darauf konzentrieren, zur rechten Zeit aus der Stadt zu verschwinden. Um die Lebensmittel trocken und längerfristig zu lagern,benutzen wir Plastiktonnen mit Weithals, die lebensmittelecht, wasser- und luftdicht verschliessbar sind. Eine optimale Grösse sind da Tonnen mit ca. 60 bis 65 Liter Inhalt.

          Lebensmittelvorrat

          Selbstverteidigung

          Wie verhalte ich mich, wenn ich unterwegs von Kriminellen angegriffen werde? Ich habe dazu ein kleines Tutorial geschrieben.

          SELBSTVERTEIDIGUNG

          Kampfmässiges Schiessen

          Combat-Schiessen wird mit grosskalibrigen Handfeuerwaffen ab Kaliber 9mm Parabellum auf "Schiessparcours" durchgeführt. Dabei werden alle Möglichkeiten eines Kampfes durchgespielt und geübt, bis sie als Reflex in unserem Gehirn verankert sind. Ich habe einen kleinen Diskurs darüber geschrieben, den ihr im folgenden Link lesen könnt. Wer sich speziell darüber hinaus schlau machen will, sollte auf das Buch "Survival-Schieß-Technik" des Combat-Experten Siegfried F. Hübner zurück greifen. Dort werden alle Methoden und Tricks sehr gut beschrieben.

          COMBAT

          UPDATE: 27.10.2015

          Funkgeräte

          Seit ich auf meiner Seite diesen Artikel veröffentlicht habe, bekam ich eine ganze Menge E-Mails, die zum Einen begeistert waren, ob der Ausführlichkeit des Themas, aber auch Fragen hatten. Eine der häufigsten Fragen war, wie sieht es aus, wenn statt einer Person zwei Personen unterwegs sind und die sich einmal aus den Augen verlieren. Wie können sie sich wiederfinden und wie miteinander in Kontakt treten, wenn Handys beispielsweise nicht mehr funktionieren.

          Zuerst einmal ist es wichtig, dass man immer wissen sollte, wo man sich ungefähr aufhält und dies auch in der Landkarte findet. Das gilt für beide Personen! Da man in den meisten Fällen nicht weiter als 1 bis maximal 10 Kilometer voneinander entfernt sein wird, sollte ein Walkie-Talkie mit VOX-Funktion pro Person vorhanden sein. Es gibt diese Geräte in verschiedenen Stärken, sprich Reichweiten. Ein ideales Funkgeräte-Set (funktioniert auch, wenn alles im Land abgeschaltet ist), wäre das PRM-Funkgeräte-Set VOX von Pearl, welches mit 2 Geräten und Ladestation lediglich 59,90 Euro kostet. Dazu kann man ein Schallschlauch-Headset für zwei Personen zum Preis von 19,90 Euro bestellen. Dieses Funkgerät hat eine maximale Reichweite von 10 Kilometer! Das soll jetzt keine Reklame sein für Pearl. Es ist für mich in dieser Preisklasse das Beste und das mit der grössten Reichweite. Es gibt haufenweise andere Modelle, die ebenfalls die gleich guten Eigenschaften haben, allerdings sind die, meinen Recherchen zufolge, meist wesentlich teurer.

          Durch die Verständigung über Funk ist man nun in der Lage, seine Position auf der Karte zu beschreiben und mit Karte und Kompass bewaffnet, dürfte es nun ein Leichtes sein, sich zu finden. Voraussetzung ist natürlich, dass beide Parteien eine identische Karte haben. Die VOX-Funktion ermöglicht es übrigens, mit dem Partner in Verbindung zu treten, ohne einen Knopf zu drücken. Man hat beide Hände frei und kann sich so ungehindert bewegen.

          Das Ladegerät kann sowohl mit Strom aus der Autosteckdose, als auch mit 220 Volt betrieben werden. Wer einen Solargenerator dabei hat und dazu einen entsprechenden 12-Volt Anschluss für den Zigarettenanzünder, der kann Ladegerät und Solargenerator miteinander verbinden und so beide Funkgeräte gleichzeitig laden.

          GoalZero Nomad 20

          Ich habe es getan! Meinen Solargorilla verkauft und mir dafür den GoalZero Nomad 20 gekauft. Dieser Solar-Generator liefert bei gut stehender Sonne 20 Watt. Laut Herstellerangaben werden Smartphones, die direkt über den Nomad geladen werden, in ca. 1 - 3 Stunden ihre volle Kapazität von Null auf Hundert Prozent haben, je nach Modell. Voraussetzung ist dabei natürlich, dass unser Panel immer der Sonne zugewandt ist.

          An Outputs stehen zur Verfügung 1 USB-Anschluss 5 Volt, bis 2,1 Ampere, geregelt auf 10 Watt maximal. Als nächstes haben wir einen 12-Volt Anschluss, an dem wir über den entsprechenden Stecker Geräte laden können. Dieser Anschluss liefert 14 - 22 Volt bis 1,3 Ampere und 20 Watt maximal. Als letzten Anschluss haben wir einen Mini Solarport, der 6,5 Volt bei 1,1 Ampere bei regulierten 7 Watt maximal liefert. Der Mini Solar ist allerdings für hauseigene Geräte von GoalZero vorgesehen.

          Insgesamt macht das Panel einen wertigen Eindruck. Es ist faltbar und kann mit entsprechenden Schlaufen und Minikarabinern (sind im Lieferumfang enthalten) direkt am Rucksack befestigt werden. So ist es möglich, auch während des Wanderns seine Geräte zu laden. Das Gerät wiegt 1.100 Gramm und lässt sich so noch relativ leicht händeln. Die Grösse beträgt entfaltet 77,5 x 21,6 x 2,5cm. An seiner Rückseite befindet sich eine Netztasche mit Reissverschluss, in der die Anschlüsse sicher verstaut sind.

          Ich werde das Gerät bei meinen Wanderungen mitführen, auf Herz und Nieren testen und hinterher meine Erfahrungen mit dem Nomad 20 hier einstellen.

          Ladegeräte GoalZero

          Nimmt man Geräte mit, die auf elektrischen Strom angewiesen sind, stellt sich sofort die Frage nach einem universalen Ladegerät für möglichst viele Akkutypen. Allerdings gibt es dann immer Akkus, die ein ganz spezielles Ladegerät benötigen. Die beiden hier vorgestellten Reise-Ladegeräte decken bis auf 9 Volt Blockbatterien und Knopfzellen jeden Akkutyp ab. Wenn dann alle Akkus geladen sind, sollte natürlich auch ein externer Akku nicht fehlen, mit dem man Handys, Tablets usw. lden kann. Etwas zu den USB-Kabeln. Man sollte nicht die billigsten nehmen, weil die Energie "schlucken". Ausserdem sollten die Kabel sehr kurz sein. Ich benutze 50 Zentimeter lange 3.0 USB-Kabel und bin damit sehr zufrieden.

          Reise-Ladegerät for All TKA

          Das TKA ersetzt mir eine Vielzahl von Extra-Ladegeräten für meine Geräte. Das kommt natürlich dem Packgewicht und auch Packvolumen meines Rucksacks entgegen. Laden kann ich damit über den 12 Volt-Anschluss meines GoalZero "AA", "AAA" und 3,6 bis 8,4 Volt LI-ION Akkus. Für die LI-ION Akkus gibt es einen extra Aufsatz für das Ladegerät, in dem man die Kontakte auf die jeweiligen Akkutypen exakt einstellen kann. Das Gerät hat ein Display und zeigt bei eingelegten Akkus sowhl die noch vorhande Kapazität an, als auch beim Laden die Prozentzahl und Zeit des Ladens. Ich hatte bei mir im Garten dieser Tage, als die Sonne schien, mein GoalZero in die Sonne gehängt und in das Gerät einen LI-ION für meine Videokamera von Canon eingelegt. Das Display zeigte mir eine Restkapazität von 3% an. Nach genau 84 Minuten war der Akku auf 100%. Alles in Allem eine sehr gute Zeit, wenn man die Jahreszeit bedenkt. Noch schneller ging es mit dem Akku meiner Nikon P500. Bei einer Restkapazität von 11% war der Akku in genau 67 Minuten bei 100%. Die normalen "AA" und "AAA" habe ich nicht ausprobiert, weil ich mal davon ausgehe, dass ein Paar auch etwa eine Stunde brauchen wird, bis es voll ist.

          Ladegerät TKA ALL LI-ION

          Reise-Ladegerät Li-Ion XTAR One

          Dieses Ladegerät lädt LI-ION Akkus 4,2 Volt, 500mA. Ich habe es extra für die Akkus Type 18650 meiner Stirnlampe angeschafft. Diese Akkus sind fast doppelt so lang wie "AA"-Akkus. Geladen werden sie über den USB-Anschluss des GoalZero. Das Ladegerät hat sehr kleine Ausmasse, was auch daran liegt, dass es nur einen Akku aufnimmt.

          Ladegerät XTAR LI-ION

          Ladegerät Mini-USB für 12 Volt

          Braucht man mehr als 1 USB-Anschluss gleichzeitig, dann wird in den 12 Volt Anschluss des GoalZero das Ladegerät Mini-USB von revoltan die 12 Volt Buchse angeschlossen. Da stehen uns dann zwei vollwertige USB-Anschlüsse mit je 5 Volt und 2 x 2,1 Ampere zur Verfügung.

          Mini-USB für 12 Volt

          Extern Akku 10.000mAH

          Mein externer Akku wird ebenfalls über den USB-Anschluss geladen. Die Ladezeit kann schon mal 8 Stunden dauern. Mein Kindle Tablet Fire HD 7 konnte ich mit diesem Akku mehr als dreimal aufladen. Das finde ich schon ganz ordentlich. Der externe Akku ist übrigens ein Qualitätsakku von der Firma Leicke und ich bin sehr zufrieden mit diesem Teil. Kostenpunkt 2012 waren 45,00 Euro mit einem Samtbeutel dabei. Mittlerweile gibt es externe Akkus schon bis zu 25.000 mAH. Allerdings dürfte es ausreichen, wenn man einen 10.000er Akku mitführt. Die Extrakosten und das zusätzliche Gewicht kann man sich als Einzelperson sparen, es sei denn, man hat auch noch andere Stromfresser dabei. die gierig sind.

          Akku extern Leicke 10.000

          KryoLights Stirnlampe mit Cree-LED, 10W

          • Stirnlampe mit Cree-T6-LED (10 W)
          • Robust und spritzwassergerschützt: IP44
          • Lichtstärke: 1.000 Lumen
          • Maße des Akkufachs (Ø x Länge): 23 x 83 mm
          • Rutschfestes Stirnband verstellbar
          • Mit schwenkbarer Spotfunktion
          • Batteriefach an der Hinterkopf-Seite, Spiralkabel
          • Gewicht: 188 g (inkl. Akku)
          • Hoher Tragekomfort durch ergonomisch geformtes Stirnteil
          • Leuchtweite: bis 200 m
          • Stromversorgung: Akku (Typ 18650, 2.000 mAh, Ladezeit ca. 4 Std.)
          • 3 Leuchtmodi: stark, schwach, Stroboskop
          • Leuchtdauer: bis zu 4,5 Std. (bei voller Leuchtintensität)
          • Maße der Lampe (Ø x Länge): 40 x 52 mm

          Erste Hilfe

          Wenn wir uns in einer Überlebenssituation befinden, dann sind viele Regeln ausser Kraft gesetzt. Wir müssen daran denken, dass wir in gefährliche Situationen kommen können. Wir können uns outdoor verletzen und sind auf uns selbst gestellt, denn Ärzte sind sehr weit und für uns meist nicht erreichbar. Aus diesem Grund müssen wir für solche Fälle nicht nur ein entsprechendes - auf Survival ausgerichtetes - Erste-Hilfe-Set mit uns führen, sondern bereits in normalen Zeiten Erste Hilfe einüben. Dies kann später unser und das Leben anderer Menschen retten.

          Allerdings sollten wir uns davor hüten, zu denken, wir könnten mit unseren meist rudimentären Kenntnissen alles reparieren, was an unserem Körper dort draussen kaputt geht. Selbstüberschätzung kann dazu führen, dass wir Dinge tun, die unser Leben dann wirklich in Gefahr bringen. Eine Wunde nähen und einen gebrochenen Arm oder ein Bein schienen, das dürfte okay sein. Bei inneren Verletzungen allerdings hört der Spass auf! Erreicht man da keinen Arzt, dann wars das wohl...

          Es gibt aber dennoch ein breites Feld, in dem wir uns als Laien betätigen können. Die vielen kleinen Krankheiten und äusseren Verletzungen können wir sehr gut versorgen, wenn wir dies vorher entsprechend eingeübt und gelernt haben. Dazu gehört dann auch, dass wir uns mit Wildpflanzen auskennen, die als Heilkräuter gelten.

          Erste Hilfe Set

          Da wir beim Survival keine Arztpraxis mitschleppen können,müssen wir uns zwangsläufig auf die minimalste Ausrüstung beschränken, die jedoch so beschaffen sein sollte, dass jedes der mitgenommenen Dinge einen Mehrfachzweck erfüllt. Die Wahrscheinlichkeit ist dabei gross, dass die Prioritäten bei den einzelnen Survivern anders gelagert sind. Die nachfolgende Liste ist deshalb auch nur eine von mir erstellte individuelle Liste der Dinge, denen ich höhere Prioritäten zuordne.

          • Chirurgisches Übungsnahtset es enthält alles, was wir zum Nähen von Wunden brauchen, einschl. einer kleinen Einführungsfibel
          • Chirurgisches Nahtmaterial-Set mit Nadeln und Faden
          • Gebogene Klemme 14,5 cm um Arterien abzuklemmen oder Wundränder zusammen zu pressen
          • Sterile Skalpellklingen (10er Pack)
          • 1x Infusionsset (für selbst hergestellte Infusionslösungen)
          • Wundspritze 50ml für Ohren- und Nasenspülungen
          • je 2x Spritzen 5ml + 10ml (Zum Dosieren von Extrakten
          • 10x Latex Einmalhandschuhe
          • Sprühpflaster 50ml
          • 1 Rolle Leukoplast
          • Verbandpäckchen 6 Stck. mittel
          • Wunddesinfektion 50ml
          • Vaseline (Salbenherstellung + gegen Frostbrand
          • Dreiecktuch Bundeswehr
          • Rettungsdecke gold/silber 160 x 210 cm
          • Medikamente, die man nehmen muss (bei Diabetis o.ä. Diabetiker sollten keine Spritzen, sondern einen Pen benutzen!)

          Machen wir uns nichts vor - wenn wir allein unterwegs sind und uns verletzen, gehört schon eine grosse mentale Stärke dazu, die uns nicht nur befähigt, den Schmerz der Verletzung auszuhalten, sondern auch noch dazu dient, dass wir in Eigenregie unsere ausgerenkten Gelenke selbst wieder einrenken, oder Schnittwunden selbst nähen. Wenn wir da nicht bereit sind, den Schmerz anzunehmen, kann es sehr schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation kommen.

          Haben wir beispielsweise kein Verbandsmaterial dabei, können wir kleinere Schnittwunden mit Spinnennetzen verschliessen und so Blutungen stoppen. Breit klaffende Schnittwunden, wie sie beispielsweise durch den Unfall mit einer Machete passieren können, klammern wir mit vorher in kochendem Wasser gereinigte Sicherheitsnadeln.


          Einmal-Handschuhe

          Chirurg Nähset

          Chirurg Nadeln

          Skalpell

          Klemme

          Lidocain

          Infusion Set

          Kanülen Set

          Wundspritze

          Sprühpflaster

          Kompressionsbinde

          Rettungsdecke

          Gesunde Ernährung

          Obst Vitamine Mineralstoffe
          Ananas C Kalium, Magnesium*
          Apfel Biotin Kalium, Eisen*
          Aprikose A und Provitamine (Karotinoide) Kalium, Phosphor*, Eisen*
          Banane Niacin, B6, Folsäure* Kalium, Magnesium, Phosphor*
          Birne C, Folsäure* Kalium
          Brombeeren C, Folsäure* Kalium, Kalzium*, Magnesium, Phosphor*, Eisen*
          Erdbeeren C, Folsäure* Kalium, Magnesium*, Phosphor*, Eisen
          Grapefruit C Kalium, Magnesium*
          Himbeeren C, Folsäure, Biotin* Kalium, Kalzium*, Magnesium, Phosphor, Eisen
          Honigmelone C, A und Provitamine (Karotinoide) Kalium, Magnesium*, Phosphor
          Johannisbeeren(schwarz) C, Folsäure*, Biotin* Kalium, Kalzium*, Magnesium*, Phosphor, Eisen
          Kirschen C, Folsäure Kalium, Magnesium*, Phosphor*
          Kiwi C, K Kalium, Kalzium*, Magnesium*, Phosphor, Eisen
          Mandarine C Kalium, Kalzium*, Magnesium*
          Mango Cm A und Provitamine (Karotinoide), Folsäure, Biotin* Kalium, Magnesium
          Melone (grün) C, A und Provitamine (Karotinoide), Folsäure, Biotin Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen
          Nektarine A und Provitamine (Karotinoide) Kalium, Magnesium*, Phosphor
          Orange C, B1, Folsäure, Biotin* Kalium, Kalzium*, Magnesium*, Phosphor*
          Pfirsich C, Biotin*, K* Kalium, Phosphor, Eisen*
          Pflaumen Niacin, Pantothensäure, K Kalium, Magnesium*
          Stachelbeeren C, Folsäure* Kalium, Magnesium*, Phosphor, Eisen*
          Wassermelone C, Biotin, Panthotensäure Kalium
          Weintrauben C*, Folsäure, Biotin*, K Kalium, Phosphor, Eisen*
          Zitrone C, Folsäure* Kalium, Magnesium
           

          Gemüse Vitamine Spurenelemente
          Artischocke C, Biotin*, Folsäure* Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen
          Aubergine C, Folsäure Kalium
          Blumenkohl C, B1, B6, Folsäure, Pantothensäure, K Kalium, Magnesium*, Phosphor, Eisen
          Bohnen Biotin, K Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen
          Brokkoli C, B1, B2, Folsäure, Pantothensäure, A und Provitamine (Karotinoide), K Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Jod, Zink
          Champignons B1, B2, Niacin, Pantothensäure, D Kalium, Magnesium*, Phosphor, Eisen, Jod
          Chicorée A und Provitamine (Karotinoide) Kalium, Magnesium*, Eisen*
          Chinakohl C, Folsäure Kalium, Kalzium*, Eisen*
          Endivie Folsäure, A und Provitamine (Karotinoide Kalium, Kalzium, Magnesium*, Phosphor, Eisen
          Erbsen B1, B2, Niacin, Folsäure, Pantothensäure, Biotin, K Kalium, Magnesium*, Phosphor, Eisen, Zink
          Feldsalat Folsäure, A und Provitamine (Karotinoide) Kalium, Magnesium*, Phosphor, Eisen, Jod
          Fenchel C, B1, A und Provitamine (Karotinoide), E, K Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen
          Grünkohl C, B1, B2, B6, Folsäure, A und Provitamine (Karotinoide), E Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Jod
          Gurke C, Folsäure, K Kalium, Eisen
          Kartoffeln C, B6, Folsäure, K Kalium, Magnesium*, Phosphor
          Kohlrabi C, Niacin, Folsäure Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen*
          Kopfsalat A und Provitamine (Karotinoide), K Kalium
          Kürbis A und Provitamine (Karotinoide) Kalium, Phosphor, Eisen
          Lauch C, B1, B6, Folsäure, K Kalium, Kalzium, Magnesium*, Phosphor, Eisen
          Mais Niacin, B6, Pantothensäure Kalium, Magnesium, Phosphor
          Mangold C, B2, A und Provitamine (Karotinoide) Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen
          Möhren A und Provitamine (Karotinoide) Kalium, Kalzium*, Magnesium*, Eisen, Jod
          Paprika C, B6, A und Provitamine (Karotinoide), E Kalium
          Radieschen C, Folsäure Kalium
          Rettich C, Folsäure Kalium, Kalzium*, Magnesium, Eisen
          Rhabarber C, K Kalium, Kalzium, Magnesium*, Eisen*
          Rosenkohl B1, B2, B6, Folsäure Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Zink
          Rote Beete C, Folsäure Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen
          Rotkohl E, K Kalium, Kalzium*, Magnesium, Eisen*
          Sauerkraut C, B6 Kalium, Kalzium*, Magnesium*, Phosphor
          Schwarzwurzel B1, E Kalium, Magnesium, Phosphor
          Sellerie B6, A und Provitamine (Karotinoide), K Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen*
          Spargel C, B1, Folsäure, Pantothensäure, K Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen*
          Spinat C, B1, B2, B6, A und Provitamine (Karotinoide), Folsäure, Biotin, E, K Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor, Eisen, Jod
          Tomaten C, B2, A und Provitamine (Karotinoide) Kalium, Magnesium*
          Weißkohl C, E, K Kalium, Kalzium, Magnesium*, Eisen*
          Wirsing B1, B6, A und Provitamine (Karotinoide), E Kalium, Kalzium, Magnesium*, Phosphor
          Zucchini B1, Folsäure, K Kalium, Magnesium, Eisen
          Zwiebel C, Biotin Kalium

          Tinkturen

          Tinkturen werden in der Regel aus 5 Teilen Alkohol und einem Teil Heilpflanzen hergestellt. Man kann sie sowohl äusserlich als auch peroral anwenden.

          Die Tinktur ist wesentlich stärker als ein Aufguss. Der Vorteil ist die lange Haltbarkeit. Dabei ist die Herstellung der Tinkturen ziemlich einfach und kann auch ohne Alkohol hergestellt werden. Es eignen sich im Prinzip alle Teile einer Pflanze zur Herstellung. Wenn wir ohne Alkohol arbeiten, können wir die Tinktur auch herstellen durch einen Aufguss (wie Tee), oder durch Kochen. Allerdings erzielen wir die grösst mögliche Wirkung und Haltbarkeit durch Alkohol.

          Zuerst säubern und reinigen wir alle Zutaten, zerkleinern sie und füllen sie in ein Schraubglas. Dann benötigen wir etwa 45 - 60 prozentigen klaren Alkohol. Haben die Pflanzen einen extrem bitteren Geschmack, dann können wir aber auch Rum nehmen (wenn verfügbar). Rum überdeckt den bitteren Geschmack besser. Unsere Standardrezeptur mixen wir folgendermassen:

          200 g getrocknetes oder 300 g frisches Kraut auf 1 l Alkohol.
          Spiritus, Methanol und Isopropanol können wir nicht benutzen, da diese Alkohole giftig sind!

          Wir füllen unser Glas nun gemäss Rezeptur mit den gesäuberten und zerkleinerten Kräutern und dem Alkohol. Das Ganze wird kurz geschüttelt, dann wird das Glas für ca. 2 Wochen kühl und dunkel abgestellt. Zwischendurch nehmen wir das Glas immer wieder mal in die Hand und schütteln es kräftig. Wenn die zwei Wochen vergangen sind, schütten wir alles in ein anderes Glas, welches mit einem Tuch bedeckt ist. Anschliessend nehmen wir das Tuch mit den darin enthaltenen Pflanzen und wringen langsam und vorsichtig die Restflüssigkeit über dem Glas aus. Die Rückstände der Pflanzen werfen wir weg. Wenn wir keinen richtigen Trichter haben, drehen wir uns aus einer stabilen Plastikfolie einen Hilfstrichter, mit dessen Hilfe wir unsere Tinktur in möglichst dunkle verschliessbare Flaschen umfüllen. Die Flaschen werden fest verschlossen und unsere Tinktur sollte nun einige Jahre haltbar sein.

          Ganz ohne Alkohol geht es auch. Dazu muß man zum Ausziehen der Wirkstoffe den Alkohol durch Essig oder Glyzerin ersetzen (wenn vorhanden). Ich konnte im Internet keine Zeitangaben dazu finden, gehe aber davon aus, dass sich die Ruhezeit eventuell verdoppelt.

          Für Tinkturen gibt es in Deutschland lt. DAB folgende Standardrezeptur und Anwendung:
          5 Teile Alkohol auf 1 Teil Pflanzen.
          Bei Bedarf kann man die Tinktur unverdünnt oder verdünnt im Verhältnis
          5ml Tinktur : 25ml Wasser
          zu sich nehmen, oder äusserlich auftragen.

          Antisepticum herstellen

          Wozu braucht man Antisepticum? Ganz einfach, es ist ein Medikament gegen Wundinfektion.

          Um ein Antisepticum herzustellen, machen wir uns einen Sud aus Knoblauchsaft, Malvenblätter und Blüten, Meerrettich und Thymian. Diesen Sud können wir äusserlich und innerlich anwenden.

          Kopfschmerzmittel

          Durch falsche oder einseitige Ernährung und durch viele Imponderabilien im Outside kann es zu Verspannungen und quälenden Kopfschmerzen kommen. Wenn wir das Glück haben, ganz bestimmte Kräuter zu finden, können wir sie für unsere Zwecke nutzbar machen.

          • Teemischung: Pfefferminz, Zitronenmelisse und Kamille zu gleichen Teilen mischen. Ca. 1-2 Teelöffel pro Tasse. Schluckweise warm trinken (nicht zu heiß).
          • Kalte Kompressen: mit Lavendel-Öl (1-2 Tropfen) auflegen.
          • Fussbad: Oft hilft auch ein heißes Fußbad mit Rosmarin.
          • Zusätzlich, oder aber auch allein für sich können wir den Kopfschmerzen mit Autogenem Training zu Leibe rücken.

          Antibiotika selbst herstellen

          Im Outdoor-Bereich können wir uns schnell Verletzungen und Entzündungen zuziehen, die medikamentös behandelt werden müssen. Antibiotika ist manchmal das letzte Mittel, schlimmeres zu verhindern. Wenn wir bestimmte Ingredienzien zur Hand haben, können wir uns Antibiotika selbst herstellen. Bei der Herstellung tragen wir 1x Handschuhe einmal wegen der Sauberkeit und zum Anderen, weil wir mit scharfen Sachen umgehen. Nun aber zum Rezept:

          • 700 ml Apfelessig naturtrüb
          • 1 Viertel Tasse fein gehackter Knoblauch
          • 1 Viertel Tasse fein gehackte Zwiebel
          • 1 Viertel Tasse geriebener Ingwer
          • 2 frische Pepperoni/Chili – sehr scharf!
          • 2 Esslöffel geriebener Meerrettich
          • 2 Esslöffel Kurkuma gemahlen oder 2 Stückchen Wurzel

          • Alle Zutaten bis auf den Essig kommen in eine Schüssel und werden gut durch durchgemischt.
          • Diese Mischung kommt in ein Einmach- oder Schraubglas, 2 Drittel gefüllt.
          • Bis knapp unter den Deckel mit dem Apfelessig auffüllen.
          • Das Glas schliessen und schütteln.
          • Zwei Wochen lang an einen kühlen und trockenen Platz.
          • Mehrmals täglich schütteln.
          • Die Mischung geht in den Essig über.
          • Nach weiteren zwei Wochen den Essig in eine Flasche giessen.
          • Die Mischung in ein Tuch geben und dieses gut ausdrücken.
          • Den Rest in kleinen Mengen als Gewürz zum Kochen verwenden.
          • Das selbst gemachte natürliche Antibiotikum ist sehr lange haltbar.

          Da das von uns hergestellte Antibiotikum sehr stark ist, verdünnen wir es, bevor wir es anwenden! Haben wir eine Infektion im Rachenraum, nehmen wir es unverdünnt. Um das Immunsystem zu stärken, nehmen wir täglich einen Esslöffel voll und verrühren es in einem Glas Wasser ca 150ml. Dabei erhöhen wir nach und nach die Dosis bis auf 2 Esslöffel. Handelt es sich um eine ernsthafte Erkrankung, dann nehmen wir bis zu 6x pro Tag je einen Esslöffel voll und verdünnen. Bei Halserkrankungen können wir damit auch gurgeln.

          • Knoblauch ist selbst ein Antibiotikum, bekämpft schädliche Bakterien und Pilze
          • Zwiebeln verstärken die Knoblauchwirkung
          • Meerrettich wirkt auf Atemwege, die Nasennebenhöhlen und die Lungen.
          • Ingwer und Chili hemmen Entzündungen, lindern Schmerzen und stimulieren den Kreislauf.
          • Kurkuma bekämpft Infekte, reduziert Entzündungen, lindert Gelenkschmerzen.
          • Apfelessig ist reich an Pektin. Senkt Cholesterin, reguliert Blutdruck.

          Verletzungen

          Verbrennungen

          Was können wir bei Verbrennungen machen? Erstbehandlung: Das Beste ist kühlen mit kaltem - wenn ein Bach in der Nähe ist, auch fliessendem - Wasser. Ansonsten bedecken wir die betroffenen Stellen mit nasskalten Tüchern.

          Sind die Verbrennungen sehr stark, kommt auch noch ein Schock hinzu. Hier müssen wir sofort den Flüssigkeitsverlust durch Einnahme eines isotonischen Getränkes ausgleichen und eventuell eine Infusion mit einer Kochsalzlösung legen.

          Nachbehandlung: Aus abgekochtem Wasser, mit einer Handvoll Kamille versetzt, machen wir uns nach dem Erkalten Kamillen-Kompressen, die wir vorsichtig auf die verbrannten Stellen legen

          Öl, Mehl und andere obskure Dinge, wie sie oft als Hausmittel empfohlen werden, sind von den Verbrennungen fernzuhalten.

          Zerrungen

          Im Outdoorbereich kann es schnell mal zu einer Zerrung kommen. Was ist da passiert? Entweder durch Überanstrengung oder eine unvorsichtige Bewegung ist es zu einer Überdehnung bestimmter Muskelpartien gekommen. Meist kommt es dann zu mikroskopisch kleinen Muskelfaserrissen. Was können wir tun?

          Als Ersthilfe bietet sich die allgemein bekannte "PECH-Regel (Pause, Eis, Compression, Hochlagerung) an. Da uns draussen nicht unbedingt Eis (ausser im Winter) zur Verfügung steht, kühlen wir mit kaltem Wasser. Das sollten wir etwa 20 Minuten machen, indem wir, wenn wir kalte Umschläge benutzen, diese immer wieder in kaltes wasser legen und danach kurz ausdrücken. Wenn wir die Zerrung sofort vor Ort behandeln, reduziert sich die Einblutung in den Muskel und es kommt zu keiner Schwellung. Das ist gerade im Fussbereich sehr wichtig! Dazu lagern wir unseren Fuss möglichst hoch und legen einen elastischen Kompressionsverband an. Damit sich das Gewebe schneller regeneriert und besser durchblutet wird, können wir unseren Fuss nach einer Weile leicht hin und her bewegen.

          Im Anschluss können wir kühlende Umschläge mit einer Arnika-Tinktur machen. Dazu verrühren wir einen Teelöffel der Tinktur in einem halben Liter Wasser und legen dann das Tuch für die Umschläge in diese Lösung. Haben wir keine Arnika-Tinktur, dann nehmen wir frische oder auch getrocknete Ackerschachtelhalme, die wir in kaltem Wasser einweichen, um dann unsere Kompressen damit zu tränken und auf die betroffenen Stellen zu legen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, ein paar Tropfen Lavendel-Öl, vermischt mit Johanniskraut-Tinktur in die betroffenen Stellen mehrmals täglich leicht einzumassieren.

          Erkältung und Halsentzündung

          Dagegen helfen Aufgüsse
          Aufgüsse
          Für Aufgüsse können wir verschiedene Pflanzen oder Pflanzenkombinationen nehmen. Da wären: Odermennig, Ackermennig, Heidelbeere, Natterwurz, Borretsch (Gurkenkraut), Kamille, Schwarzwurz, Linde, Lungenkraut, Malve, Sumpfmalve, Minze, Nesselblätter, Wegerich, Sachafgarbe und Thymian.

          Wir übergießen eine Handvoll frischer Kräuter mit etwa zwei Liter kochendem Wasser und lassen das Ganze eine halbe Stunde auf dem Feuer leicht köcheln. Anschliessend nehmen wir unsere Metallschüssel vom Feuer, stellen sie in der richtigen Höhe vor uns hin, während wir sitzen, beugen den Kopf über die Schüssel und bedecken unseren Kopf und die Schüssel mit einem etwas grösseren Handtuch. Nun atmen wir ganz ruhig ein und aus. Wollen wir das verlängern, können wir zuvor einige passende Steine ins Feuer legen, die wir dann später in die Schüssel mit dem Aufguss legen.

          Schlüsselbeinbruch

          Der Schlüsselbeinbruch ist zwar nicht lebensgefährlich, aber äusserst schmerzhaft. Wenn wir gelernt haben,mit dem Schmerz richtig umzugehen, dann können wir uns auch in dieser prekären Situation selbst helfen!

          Vielleicht haben wir uns aus Heilpflanzen schon vorher etwas gemixt, was auch Schmerzen lindert. Das kommt uns jetzt gerade recht. Doch zuvor etwas über diesen Bruch. Das Schlüsselbein ist ziemlich dünn und wird weder von Muskeln, noch von Sehnen geschützt. Angenommen, wir fallen von einem erhöhten Standort nach vorn, dann schützen wir meist instinktiv unser Gesicht mit beiden Armen. Schlagen wir nun mit den Ellenbogen auf dem Boden auf, dann reicht der Druck des Sturzes bereits aus, das Schlüsselbein zu brechen. Wir sollten sofort und zwar noch in der Schockphase aufstehen und den Oberkörper gerade halten. Wenn wir ohne grössere Bewegungen an unseren Rucksack kommen, nehmen wir ein Seil oder unser Erste-Hilfe-Pack und daraus eine Rettungsdecke, die wir diagonal nehmen und seilartig verdrehen. Nun legen wir die Decke mittig um unseren Hals, führen beide Enden seitlich am Körper nach hinten, wo wir einen einfachen Überhandknoten machen. Nun führen wir die beiden Enden vor den Körper, ziehen das Ganze fest und verknoten es. Die Seilführung beiderseits unseres Halses verhindert ein nach vorn Abklappen der Schulter.

          Dies ist meines Wissens die einzige Möglichkeit, sich selbst bei so einer Verletzung zu helfen. Wir können dann zwar noch laufen, sollten aber nur gut gehbare Wege benutzen, um nicht noch einmal hinzufallen. Keine körperliche Anstrengung in den ersten vierzehn Tagen. Haben wir in unserem Lager einen Vorrat an Nahrungsmitteln und Wasser, sollten wir in diesem Zeitraum unser Lager nicht verlassen. Wenn wir Glück haben, wächst der Bruch schnell zusammen und es bleiben keine Bewegungseinschränkungen. Das ist der Idealfall.

          Erste Hilfe bei Fremdpersonen

          Es ist gut möglich, dass wir irgendwann bei unseren Wanderungen einen verletzten Menschen finden. Was tun wir dann?

          Finden wir einen Menschen, der bewusstlos ist,dann drehen wir ihn vorsichtig auf den Rücken, achten aber darauf, dass Halswirbelsäule und Körper eine gerade Linie bilden. Als nächstes prüfen wir die Atmung. Um zu prüfen, ob die Znge in den Hals gerutscht ist, nehmen wir den Kopf zwischen unsere Knie, heben mit einer Hand am Kinn vorsichtig das Kinn hoch und öffnen den Mund. Ist alles frei, dann horchen wir nach der Atmung, indem wir unser Ohr an Mund und Nase legen. Gleichzeitig achten wir darauf, ob sich der Brustkorb hebt und senkt. Hören wir weder den Atem, noch bewegt sich der Brustkorb müssen wir sofort mit der Herz-Lungen Wiederbelebung beginnen. Doch bevor wir damit beginnen, überprüfen wir, ob etwa Rippen gebrochen sind. Bei der Herz-Druckmassage liegt der Punkt, auf den wir unsere Hand legen, in Höhe des Brustbeins zwischen den Brustwarzen. Mit der anderen Hand umfassen wir das Handgelenk der aufliegenden Hand. Beim Ausatmen beugen wir uns über den Bewusstlosen und üben so Druck aus, ohne unsere Muskeln einzusetzen. Beim Einatmen richten wir uns wieder auf. Vorher aber drehen wir den Kopf des Verletzten leicht zur Seite. So können wir seine Brust beobachten und gleichzeitig das Gesicht. Die Massage wiederholen wir circa 30x in Intervallen von 2x pro Sekunde. Die Druckmassage sorgt dafür, dass Blut durch den Körper gepumpt wird und alle wichtigen Stellen wie Herz, Lunge, Kopf mit Blut versorgt. Nach der Massage wir beatmet. Dabei wird der Kopf vorsichtig mit dem Daumen unter dem Kinn nach hinten geneigt. Durch ein leichtes Überstrecken des Kopfes werden die Atemwege freigelegt. Doch vorher ziehen wir unsere Jacke aus und rollen sie zusammen. Anschliessend schieben wir sie unter den Nacken. Damit haben wir eine stabile Kopfhaltung. Jetzt legen wir eine Hand auf die Stirn, heben mit der anderen Hand das Kinn etwas an und verschliessen mit dieser Hand den Mund. Dann blasen wir unsere Atemluft vorsichtig in die Nase des Verletzten. Nach etwa einer Sekunde hören wir auf, nehmen unsere Kopf zur Seite und beobachten, ob sich der Brustkorb bewegt. Tut er es nicht, verfahren wir weiter mit Druckmassage und Beatmen, bis die eigene Beatmung des Verletzten beginnt.

          Anschliessend bringen wir ihn vorsichtig in eine stabile Seitenlage. Dabei immer darauf achten, dass wir den Kopf des Patienten nicht verdrehen!

          Verletzungen der Arterie und Vene

          Venöses Blut ist meist dunkelrot und fliesst recht langsam aus der Wunde, da es sich um Adern handelt, die relativ dünn sind und deshalb nicht so viel Blut durchlassen. Anders sieht es bei Arterien aus. Das sind die Hauptverkehrswege unseres Körpers. Aus so einer Wunde verlieren wir sehr schnell eine ganze Menge Blut, was dazu führen kann, dass wir in kürzester Zeit ohnmächtig werden, weil das Gehirn nicht mehr richtig mit Blut versorgt wird und meist aus dieser Ohnmacht in den Tod abgleiten, weil das Blut von uns nicht mehr gestoppt werden kann.

          Elitesoldaten, die hinter feindlichen Linien allein operieren, haben in ihrem Erste Hilfe Pack deshalb auch ein sogenanntes Tourniquet bei sich, mit dem Arm oder Bein so stark abgebunden wird, dass kein Blut mehr fliesst. Das Gleiche lässt sich mit einem Dreieckstuch und einem Stück Holz erreichen. Wichtig ist dabei, dass bei längerem Anlegen des Tourniquets immer wieder gelockert werden muss, damit das Blut fliessen kann, weil sonst der Teil, der nicht mehr durchblutet wird, abstirbt. Doch sollte das Tourniquet die letzte Möglichkeit sein.

          Zuerst legen wir uns einen Erstverband an,über den wir einen Druckverband machen. Dazu wird der Druckverband sehr straff um die Wunde gewickelt und auf die Wunde kommt ein Druckpolster. Damit wir noch mehr Druck erzeugen können, machen wir den Knoten des Verbandes direkt über der Wunde auf das Druckpolster. Sollte noch weiter Blut durch den Verband kommen, nicht den Verband erneuern, sondern einfach einen neuen Verband über den alten legen. Bei einer venösen Verletzung sollte das reichen. Den Rest erledigt dann der Gerinnungsfaktor des Blutes.

          Der menschliche Körper hat eine ganze Reihe von Druckpunkten, an denen wir je nach Ort der Verletzung durch starken Druck die Blutzufuhr unterbrechen können (siehe dazu die Zeichnung).
          Druckpunkte von oben nach unten:
          1 = Schläfe, 2 = Gesicht, 3 = Nacken, 4 = Schulter,
          5 = Arm/Ellenbogen, 6 = Unterarm, 7 = Hand, 8 = Hüftschenkel,
          9 = Oberschenkel, 10 = Unterschenkel, 11 = Fuss.

          Ist die Amputation eines Körperteils von uns unumgänglich, um weiter zu leben, dann kommt es in erster Linie auf unsere Willensstärke und darauf an, wieviel Schmerz wir in der Lage sind, zu verkraften. Ich sage es mal ganz ehrlich was ich denke; nur ein minimal kleiner Teil der Survivor wird in der Lage sein, sich selbst einen Arm oder ein Bein zu amputieren. Das ist eine wirklich hässliche Angelegenheit! Trotzdem möchte ich es wenigstens erwähnen, damit ihr wisst, was euch erwartet.

          Für die OP müssen wir uns alles schon vorher zurecht legen. Wir benötigen dazu auch unser Tourniquet. Allerdings nur dann, wenn wir entweder eine Hand, einen Fuss, einen Arm oder ein Bein amputieren müssen. Wenn wir zum Beispiel nur einen Finger abschneiden, darf kein Tourniquet angelegt werden, weil dann die ganze Hand abstirbt! Haben wir etwas zur örtlichen Betäubung dabei, verwenden wir es. Ansonsten hilft nur noch, sich in eine Art Hypnose zu versetzen, damit der Schmerz ausgeblendet wird. Vieles spielt sich dabei nur in unserem Kopf ab. Das müssen wir ebenfalls ausblenden.

          Das Tourniquet ist nun direkt über der Wunde angelegt. Mit dem Skalpell machen wir rundum einen Schnitt, den wir vorsichtig erweitern und bis zum Knochen schneiden. Hier nehmen wir entweder unseren Workchamp mit der Säge, oder wir haben eine extra Säge dabei, mit der wir zügig den Knochen durchsägen. Das Gröbste ist nun überstanden. Ab hier gibt es verschiedene Meinungen. Ich persönlich rate dazu, die Wunde mit einem glühenden Messer zu behandeln. Das schliesst die Blutgefässe. Anschliessend vorsichtig das Tourniquet entfernen und einen Druckverband auf die Wunde machen. Nun sollte das so malträtierte Körperteil in seiner Ruhestellung eine Weile verbleiben, damit es nicht wieder aufbricht und zu bluten beginnt. Etwas später kann man versuchen, die Haut über die Wunde zu ziehen und zu vernähen. Dabei kommt es uns entgegen, dass unsere Haut sehr elastisch ist.

          In Progress...
          Verletzungen und ihre Behandlung ...

    Nach oben

    © cornelia warnke 4.02.2014       

    Ich würde mich freuen, wenn ihr in mein Gästebuch ein Feedback zu Survival schreibt:

    Feedback

    Zur Liste