Tschernobyl - es ist noch nicht vorbei


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Der stählerne "Sarkophag", der über das AKW Tschernobyl gestülpt werden soll, ist fast fertig. Nur die nötigen Gelder fehlen noch. Zwischenzeitlich kostet die neue Schutzhülle über zwei Milliarden Euro - das sind 600 Millionen mehr, als seit der letzten Verteuerung. Na ja, ist ja auch Krieg, da wird eben alles ein wenig teurer, gelle? Die Staatengemeinschaft hat schon Millionen gegeben, mal sehen, ob das noch was wird in diesem Jahrzehnt.

Durch die Waldbrände rund um das AKW befürchten Experten, die dort gespeicherte Radioaktivität könnte wieder freigesetzt und durch die Winde über weite Regionen verteilt werden. Das konnte der "Experte" Premierminister Arseni Jazenjuk, der direkt vor Ort war und eine Geschmacksprobe vom brennenden Waldboden genommen hatte, aber zum Glück dementieren. Er soll gesagt haben, es sei ihm nach der Verkostung weder heiss, noch kalt geworden, eben das Übliche. Nun können wir anderen Europäer uns also wieder bequem auf unserem Sofa räkeln und das lästige AKW aus unseren Gedanken streichen.

Hat eigentlich mal jemand darüber nachgedacht, wie es mit dem Rückbau weltweiter Reaktoren und deren Entsorgung gehen soll, wenn Menschen nicht mal in der Lage sind, ein seit fast 30 Jahren stillgelegtes AKW, in dem ein Supergau stattfand, in den Griff zu bekommen? Ich denke da zum Beispiel an Fukushima. Man hört nichts mehr von dort. Es ist, als wenn die massgeblichen Leute hoffen, dass die Menschen das schon vergessen werden. Deshalb finde ich es wichtig, immer wieder daran zu erinnern. Die AKW-Befürworter sind ja bekannt dafür, dass sie die Gefahren, die von einem AKW ausgehen, klein reden. Wer sich kritisch zu Tschernobyl oder Fukushima äussert, wird sofort in die Ecke der Verschwörungstheoretiker und Aluhüte gestellt. Das ist auch so ein Totschlagargument, um Gegner der Atomkraft entweder lächerlich, oder mundtot zu machen.

cornelia warnke 29.4.2015

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