USA Kriegsveteranen warten auf den Tod

Vielleicht öffnet der nachfolgende ARD-Bericht einigen USA-Verliebten einmal die Augen. Wie oft höre ich in Deutschland:

"Die Amis machen das richtig! Hier bei uns rennt doch jeder Spast schon zum Arzt, wenn am Himmel nur eine schwarze Wolke zu sehen ist. Müssten die das aus ihrer Tasche bezahlen, dann würden sie die Ärzte nicht mit eingebildeten Wehwechen ärgern."

Natürlich gibt es bei uns Hypochonder, wie überall auf der Welt. Aber wer wirklich krank ist, muss in einem sozialen Staatsgefüge das Recht auf ärztliche Betreuung haben, auch wenn er kein Geld besitzt. Die FDP hatte ja bereits angefangen, in Deutschland auf dem Gesundheitssektor amerikanische Verhältnisse einzuführen. Zum Glück sind sie weg vom Fenster, was aber nicht heisst, dass die Amerikanisierung unseres ganzen Gesellschaftssystems gestoppt ist.

Da haben amerikanische Soldaten für ihr Land gekämpft - das ist ja auch so eine Masche der Administration, den Patrioten im Amerikaner anzusprechen - und nun, nachdem sie vorher Helden genannt wurden, kommen sie verkrüppelt an Geist und Seele zurück und man lässt sie links liegen. Da können sie dann ihr armseliges Krüppeldasein verbringen, diese jungen Menschen, die oftmals begeistert in den Krieg zogen, weil die amerikanische Propagandamaschine ihnen vorlog, ihr Vaterland sei in Afghanistan und Irak bedroht.

Es gibt keine Helden und wenn es sie gibt, dann sind sie tot. Ich möchte nicht wissen, wie viele von diesen kaltherzigen Politikern sich das wünschen würden, dass keiner von denen lebendig zurück kehrt. Mit toten Helden kann man nämlich ein Volk mobilisieren, es zum neuen Krieg anstacheln - lebende Helden, die verkrüppelt sind und nicht mal wissen, was sie morgen essen sollen, weil der Geldbeutel leer ist, stören da nur. So ist es auch nicht verwunderlich, dass manche Soldaten in Amerika 2 Jahre und mehr auf einen Arzttermin warten.

Was der Krieg nicht geschafft hat, das schafft nun die gute amerikanische "ärztliche Versorgung!" Hurra Hurra, es lebe Amerika!!!

Es ist eine Sauerei, was in USA mit Kriegsveteranen gemacht wird. Ich habe einige Freunde dort und vor kurzem ist der Ehemann einer Freundin gestorben. Er war auch Kriegsveteran, hatte einfach zu wenig Geld und dann fingen auch noch seine Zähne an zu zerbröseln. Es wurde gesagt, dies sei wahrscheinlich auf den Umgang mit Uranmunition zurück zu führen. Aber es ist nicht anerkannt, weil angeblich Langzeitstudien dazu fehlen. Zahnärztliche Behandlungen müssen aber von den Soldaten selbst getragen werden und die damit verbundenen Zahnarztrechnungen sind in Amerika exorbitant.

Na ja, nun ist er tot und braucht eh keine neuen Zähne mehr.

Wann bekommen wir diese goldenen Zeiten, in denen wir und unsere Freunde und Verwandten in irgendeinem Strassengraben, unter einer Brücke oder in einer Kartonstadt leben und von den Ärzten weggejagt werden, weil Arztpraxen nur für Privilegierte sein werden? In Berlin hat dieser Trend bereits eingesetzt. Es sind schon mehrere Menschen gestorben, weil sie nicht krankenversichert waren und deshalb von den Krankenhäusern abgewiesen wurden. Die Mittelschicht - das sind diejenigen, die im Moment noch ganz gut verdienen - denkt ja immer noch, ihnen könne so etwas nicht passieren. Es gibt da diesen Spruch: "Jeder ist seines Glückes Schmied". Freunde, dieser Spruch hat schon längst seine Gültigkeit verloren. Wenn ihr empathische und sozial bewusst lebende Menschen seid, dann habt ihr in diesem Land bereits verloren und gehört auch bald zu denen, die sich zweimal in der Woche bei der "Tafel" anstellen, weil das Geld nicht bis zum Monatsende reicht..

Tödliches Warten auf Behandlung

cornelia warnke 31.05.2014

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