Geschicklichkeitsspiel für
Familie & Party

 


 

Im Internet fand ich auf der Seite eines Gymnasiums das Projekt einer Klasse aus dem Physikunterricht. Sie sollten mit primitiven Mitteln eine Alarmanlage bauen. Das Prinzip, nach dem sie letztendlich dieses Projekt verwirklichten, ist altbekannt. Bombenbauer benutzten früher Sprengfallen, bei denen ein Metallröhrchen eine Rolle spielte, in dem sich eine Quecksilberkugel befand, welches in der Waage gehalten werden musste. Das Röhrchen war dabei der Minuspol und an beiden Enden steckten in zwei Korken Metallstifte, die mit dem Pluspol verbunden waren. Das Röhrchen selbst konnte entweder auf einer Türklinke austariert werden, oder lag flach auf einem Tisch, Stuhl, oder was auch immer. An einem Ende war eine dünne Angelsehne befestigt, die zum Beispiel zu einem Fenster führte. Die Art der Führung war dabei so, dass sich das Röhrchen an der Sehnenseite hob, wenn das Fenster geöffnet wurde. Die Quecksilberkugel rollte die Schräge herunter und berührte den Pluspol, was dazu führte, dass zum Beispiel am Fenster eine kleine Bombe zündete. Früher Dynamit oder ein anderer Sprengstoff aus der Zeit, heutzutage wahrscheinlich C4. (Es geht allerdings auch noch einfacher: links oder rechts ein kleines Nägelchen in die Wand und den Kopf abgekniffen. Gegenüberliegende Fensterseite zwei geschmeidige Metallplättchen, übereinander und untereinander isoliert, führen zu zwei Drähten. Liegen die Plättchen aufeinander (an der unisolierten Seite) ist ein Kontakt geschlossen. Wenn wir nun eine hauchdünne Angelsehne an das obere Plättchen befestigen und die Sehne leicht gespannt über den Nagel schieben (wobei wir an dieser Stelle natürlich erst eine kleine Schlaufe knoten), ist der Kontakt geöffnet. Wir haben uns also einen kleinen Schalter gebaut, der dann auslöst, wenn das Fenster geöffnet wird und gegen die Sehne stösst. Dabei rutscht die Sehne vom Nagel und der Kontakt schliesst. Es gibt Alarm - oder auch was Anderes. Hat nebenbei gesagt aber nichts mit unserem Spiel zu tun.)

Diese Alarmvorrichtung ist so einfach wie genial! Eine Handvoll Nägel, ein dünnes Holzbrett, Klingeldraht, eine Batterie, ein Buzzer und eine Stahlkugel.

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Die Stahlkugel sollte nicht zu klein sein - etwa 20mm (gibts bei Amazon für 1,60€/Stck.). Stahlnägel Länge 60mm x 35mm Stärke. Ein Holzbrett für unser Spiel 2cm stark und die Grösse einer DIN A4-Seite. Im Baumarkt bekommen wir nicht nur die Nägel, sondern auch den Klingeldraht und eventuell einen Buzzer. Eine 9 Volt-Batterie sollte genügen, einen kräftigen Buzzer schrillen zu lassen. Der Durchmesser des Nagelkreises sollte nicht zu gross bemessen werden, da es sonst recht einfach ist, die rollende Kugel wieder in den Ruhezustand in der Mitte des Kreises zu bringen. An einem Stück Abfallbrett schlagen wir probeweise zwei Nägel ein und schieben die Kugel dagegen. Die Kugel sollte zwischen den Nägeln wie in einer Hängematte liegen, ohne durchzurutschen, aber auch nicht zu flach. Haben wir den genauen Abstand, bohren wir in die Mitte des Brettes ein etwa 4mm starkes Loch. Dieses Loch ist gleichzeitig der Halte- und Ruhepunkt für die dort liegende Kugel. Aber jetzt nehmen wir erst einmal den Bohrer, stecken ihn in das eben gebohrte Loch, knoten einen Faden an den Bohrer und variieren mit der Länge des Fadens den Kreisradius, bis wir glauben, die richtige Grösse gefunden zu haben. Nun wickeln wir den Faden bis zur Markierten Stelle auf einen Bleistift mit weicher Mine und zeichnen unseren Kreis.Da wir bereits vorher die Nagelabstände ausgemessen haben, tragen wir sie jetzt am gezeichneten Kreis an. Sollte zum Schluss eine grössere Lücke bleiben, durch die die Kugel rollen würde, dann verschieben wir die Nagelpunkte einfach ein wenig, bis wir gleichmässige Abstände haben.

Der nächste Schritt ist nun, die Nägel ins Brett zu schlagen. Damit das Holz nicht reisst, bohren wir mit einem 3mm-Bohrer vor. Ein Zehnerpack Holzspiralbohrer 3mm kostet etwa 2,70€. Wir rechnen Stärke des Brettes 20mm. Länge der Nägel 60mm. Oberhalb mit den Köpfen 30mm und unterhalb stehen die Nägel 10mm vor. An diesen Nagelspitzen löten wir nun unseren Klingeldraht - rot für Plus und schwarz für Minus. Dabei verbinden wir jeden zweiten Nagel entweder mit Plus oder mit Minus (siehe Zeichnung).

Nun suchen wir uns auf der Unterseite des Brettes noch eine günstige Stelle für die 9 Volt-Batterie. 1 Batterieclip kostet ab 0,39€. Aus einem etwas stärkeren Karton basteln wir uns eine Halterung für die Batterie mit verschliessbarer Klappe (Tesafilm). Diese Halterung kleben wir auf das Brett. Damit die verlöteten Drähte nicht frei schwingen und sich eventuell von den Nägeln lösen, befestigen wir sie mit einer Heissklebepistole ebenfalls am Brett. Den Buzzer befestigen wir später im Gehäuse, auf den das Brett kommt. Einen Pol desselben befestigen wir am Muspol der Batterie und den anderen Pol m schwarzen (Minus) Kabel an den Nägeln. Der Pluspol der Batterie wird mit dem roten (Plus) Kabel an den Nägeln verbunden. Rollt nun die Kugel los und bleibt zwischen zwei Nägeln liegen, dann schliesst sich der Kontakt und der Buzzer brüllt los.

Für das Geschicklichkeitsspiel habe ich einen Radius von 40mm genommen. Liegt die Kugel in der Mitte, würde also neben unsere Kugel noch fiktive 1,5 Kugeln bis zu den Nägeln reinpassen (Kugel 20mm, Durchmesser des Nagelkreises 80mm = je 1,5 Kugeln rechts - links, oben - unten. So hat der Spieler eine kleine Chance, die Kugel eventuell daran zu hindern, den Kontakt zu schliessen. Die Entfernung zwischen den Nägeln können wir recht einfach berechnen. Durchmesser (D) x Pi = 80mm x 3,14 (abgerundet) = 251,2 gerundet 251 mm. Den Abstand berechnen wir mit 17mm = aufgerundet 16 Nägel (wir brauchen immer Nagelpaare wegen Plus und Minus!). Noch einmal: ist der Kreis zu gross, dann wird es zu leicht für den Spieler. Ist der Kreis zu klein, dann hat der Spieler keine Chance. Kleiner Kreis ist also nur sinnvoll, wenn wir aus einfachen Mitteln eine Alarmanlage bauen wollen.

Kommen wir zum Gehäuse: eine alte Schublade mit den richtigen Abmessungen oder gleich aus dünnem Holz selbst einen kleinen Kasten bauen. Um das Brett in den Kasten einzusetzen, befestigen wir in gleicher Höhe an den Innenseiten kleine verzinkte Eisenwinkel (Längsseite je 2 und Schmalseite je 1) Auf die Unterseite des Brettes kleben wir an den entsprechenden Stellen Neodymmagnete. Das sollte bombenfest halten. Man könnte später darüber nachdenken, ob man das Brett nicht etwas tiefer setzt und dann die Kiste mit einer glasklaren Plastikscheibe (10mm stark) abschliesst. Die abgebildete Holzkiste in etwa Din A4-Grösse ist perfekt. Der Holzdeckel wird dann (ohne Abdeckung) als Spielbrett benutzt. Wollen wir aber eine Abdeckung, dann nehmen wir eine glasklare Pleiglasscheibe (etwa bis zu 10mm stark) und schieben sie in die Nut. Der Buzzer wird auf dem Boden der Kiste befestigt und in die beiden Längswände bohrt man kreisförmig mehrere Löcher, damit der Schall entweichen kann.

Zum Spiel selbst

In der Wohnung: Ein kleiner Parcour mit vielen Hindernissen wird quer durch die Wohnung aufgebaut. Wer es schafft, fehlerfrei durch den Parcour zu kommen, derhat entweder geweonnen, wenn er der Einzige ist, der durchkam, oder es gibt ein Stechen zwischen denen, die es auch fehlerfrei geschafft haben. Bei dem Parcour darf man insgesamt drei mal antreten, wenn Fehler begangen wurden. Beim dritten Fehler scheidet man allerdings aus der Wertung aus.

Zu den Hindernissen: 2 stabile Stühle mit den Lehnen zueinander. Der Spieler muss auf den ersten Stuhl steigen, dann über die Lehnen auf den 2. Stuhl und absteigen ohne Fehler. Wird ein Fehler gemacht, muss der Spieler an den Anfang zurück. Als weiteres Hindernis bietet sich ein normaler Tisch an, unter dem der Spieler durchkriechen muss.Dann könnte man noch einen kleinen Tritt mit drei Stufen nehmen. Der Spieler muss die Stufen rauf und an der anderen Seite mit einem grossen Schritt runter *bg*

Ein 150mm starkes Rundholz und ein 2m langes Brett kann man als Wippe verwenden, über die der Spieler laufen muss. Dann könnte man noch einen Besenstiel (aus Holz) auf den Fussboden legen und der Spieler muss auf ihm bis zum Stielende balancieren :D. Wer noch andere Einfälle dazu hat, der kann sie gern ins Spiel einbringen.

Outside: Natürlich kann man alle die Hindernisse aus der Wohnung auch auf den Garten übertragen. Hier bietet sich ein Holzbalken (3m lang und 10cm Durchmesser) zum Balancieren an. Man könnte den Balken höher legen - etwa 40cm, was das Ganze spannender macht. In gewissen Abständen könnte man Hürden aufbauen, über die der Spieler steigen muss. Das Ganze kann man dann noch mit Zeitmessung spielen.

Viel Spass Beim Spiel mit der ganzen Familie (oder auch Party).


 
 

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cornelia warnke 27.2.2015

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