Lernkartei

 


 

Einleitung

Lernkarteien
gab es bereits Mitte der siebziger Jahre. Da fertigte man sich aus starkem Karton einen passenden Karteikasten an. Kleine Karteikarten wurden mit dem zu Lernenden beschriftet und ganz ohne Computer konnte man in relativ kurzer Zeit recht viel dauerhaft lernen. Selbst gebastele Karteikästen haben zudem den Vorteil, dass man sie sich in der einem genehmen Grösse basteln kann. Dabei kann man die Einteilung auf drei Fächer oder auf 5 Fächer ausweiten.

Karteikasten Bei dem Karteikasten, den ihr selbst basteln sollt, wird es 5 Fächer geben. Bevor ich etwas zu der eigentlichen Lerntechnik schreibe, hier die Masze des Kastens. Wenn er fertig ist, kann man ihn von aussen mit d-c-fix bekleben, was seine Haltbarkeit erhöht. Zuerst aber besorgen wir uns einen starken Karton, den wir so zuschneiden, wie auf der Zeichnung zu sehen. Das heisst, die Gesamtlänge und Breite beträgt 49cm x 18cm. Nun nehmen wir uns ein Lineal besser ist eine gerade Holzleiste, die wir auf 55cm ablängen. Anschliessend messen wir von beiden Längsseiten und von den kurzen Seiten jeweils 4,5cm und zeichnen sie mit einem Kugelschreiber an, wobei wir gleichzeitig Druck auf den Schreiber ausüben. Mit einem Werkzeug welches eine abgerundete Spitze hat, zeichnen wir nun die Linien mehrmals mit festem Druck nach. Je stärker der Karton, desto stärker müssen wir aufdrücken, dürfen dabei aber den Karton nicht verletzen. Nun können wir die Seitenteile bequem hochklappen. An den Ecken schneiden wir den Karton aus, den wir nun nicht mehr brauchen und haben nun endlich ein Stück Pappe in der Form unserer Zeichnung vorliegen. Wenn wir die Seitenteile nun nach oben klappen, fixieren wir die Ecken mit einem Stück Tesaband. Anschliessend nehmen wir einen Streifen d-c-fix in der Höhe des Kastens und bekleben das Seitenteil einmal rundum. Dabei achten wir darauf, dass das Endstück den geklebten Teil überlappt. Auf diese Weise haben wir einen sehr stabilen Karteikasten geschaffen. Die Kanten können wir dadurch verstärken, dass wir das d-c-fix 1,5cm breiter machen, die nachher nach innen umgeschlagen und dort verklebt werden.

Nun kommt noch die innere Einteilung:

1. Fach = 4cm 2. Fach = 6cm 3. Fach = 6cm 4. Fach = 8cm 5. Fach = 16cm

Dazu schneiden wir uns passende Innenteile zu, die wir nachher verkleben wollen. Dafür gönnen wir uns pro Seite ca 2cm, also werden die Innenteile insgesamt 13cm breit. Für das Kleben verwenden wir handelsüblichen Kleber, der lange haltbar ist.

Karteikarten Karteikarten Nun besorgen wir uns noch, falls nicht schon getan, die passenden Karteikarten in DIN A8, was einer Grösse von 52 x 74mm entspricht. Als Beispiel nehme ich jetzt mal Vokabeln lernen in deutsch-englisch. Dazu schreibe ich auf die Vorderseite den deutschen Begriff und auf die Rückseite englisch. Für den Anfang sollten 25 Kärtchen reichen. Wir legen diesen Stapel vor uns hin und prägen uns die erste Vokabel deutsch-englisch ein. Die karte kommt in das 1. Fach. Dies machen wir so lange, bis alle 25 Karten im 1. Fach sind.

1 Tag später nehmen wir die 1. Karte aus Fach 1. Wissen wir das Ergebnis, kommt die Karte in Fach 2, ansonsten in Fach 1 nach hinten. Wenn wir alle Karten des 1. Faches durch sind, machen wir nach drei Tagen mit Fach 2 weiter. Was wir vergessen haben, kommt wieder nach Fach 1 zurück. Die Treffer kommen nach Fach 3. Jetzt warten wir schon 10 Tage, ehe wir uns Fach 3 vornehmen. Auch hier wieder: Treffer nach Fach 4, Nieten zurück Fach 1. Die Zeitspanne beträgt jetzt schon 30 Tage und es sollten kaum noch Nieten in Fach 1 landen. Zwischenzeitlich sind wir in Fach 5, dem Olymp angekommen. Die Karten hier werden aber erst in 90 Tagen in die Hand genommen. Sollten tatsächlich noch Nieten vorkommen, landen sie traditionell in Fach 1. Die Treffer können wir nun in Fach 5 lassen, welches sich nach und nach mit weiteren Treffern füllen wird. Aus diesen Karten können wir bei Bedarf eine Art Wörterbuch machen. Wichtig ist, dass wir jeweils dann, wenn die 90 Tage herum sind, noch einmal alle Karten in Fach 5 durchgehen. Später reicht es, zur Auffrischung einmal jährlich das ganze Prozedere durchzuführen.

Wir können aber nicht nur Vokabeln mit der Kartei lernen. Ich denke da an Formeln, Führerscheinfragen, das grosse Einmaleins, Checklisten und und und ...

Der Vorteil dieser Art des Lernens liegt auf der Hand. Dadurch, dass der Kasten selbst gebaut wird, besteht schon mal ein gewisses Interesse, ihn auch auszuprobieren. Wenn man dann den Erfolg sieht, stimuliert das noch mehr. Hinzu kommt, dass wir unsere Karten selbst beschriften, was sehr sorgfältig geschehen sollte, damit sich später keine Fehler einschleichen. Allein die Beschriftung sorgt bereits dafür, dass die meisten Begriffe zwar nicht gemerkt, aber auch nicht mehr frems sind und sich somit die Lerndauer verkürzt. Anders als ein Softwareprogramm müssen wir nicht jedesmal den PC anschmeissen, sondern können uns ganz entspannt mit unserem Kasten und einer Tasse Kaffee oder Tee an den Tisch setzen und lernen. Wollen wir etwas anderes lernen, beschriften wir einfach einen neuen Packen Karteikarten und verwahren die anderen zur späteren Verwendung. Nun noch einmal die Zeiträume:

  1. Fach 1 = jeden Tag
  2. Fach 2 = jeden 3. Tag
  3. Fach 3 = jeden 10. Tag
  4. Fach 4 = jeden 30. Tag
  5. Fach 5 = jeden 90. Tag
  6. Fach 5 = 1mal im Jahr (Auffrischung)

Nach dem ersten Ansehen der Karten werden diese zum Beispiel bei den Vokabeln deutsch-englisch einmal mit der Vorderseite deutsch und die nächste englisch gedreht und dann in das erste Fach gesteckt. Das steigert die Lerneffizienz.

Und nun gutes Gelingen!

Ein Pdf dieses Tutotials könnt ihr hier downloasen: Lernkartei


 
 

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cornelia warnke 9.2.2015

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