Tipps und Tricks rund ums Haus

Tapezieren/Malern selbst gemacht

Tapezieren/Malern von A - Z
Der Anfang Welche Tapete Tapetensymbole
Werkzeug Mengenberechnung Kleister
Untergrund Wandprobleme Wände/Decken tapezieren
Malern allgemein Die richtige Wandfarbe Wände/Decken malern

Aller Anfang ist schwer

Entweder haben wir uns satt gesehen an unseren vier Wänden und brauchen etwas frischen Wind, oder aber unser Zuhause ist so verwohnt, dass wir renovieren müssen.

Zuerst einmal müssen wir uns darüber im Klaren werden, ob wir Tapeten mit Mustern oder eher reliefartige Tapeten haben wollen oder vielleicht auch nur Raufasertapeten, die wir in den verschiedensten Abtönfarben streichen können. In Baumärkten oder Malereibedarfsgeschäften finden wir eine Riesenauswahl an Tapeten und Farben und können uns das Richtige dort zusammen stellen. Haben wir etwas gefunden, was uns gefällt, geht es an die Tapetenauswahl.

Doch vorher sollten wir uns ins Gedächtnis rufen, dass alle von uns gekauften Tapetenrollen aus derselben Fertigungsserie stammen. Auf der Verpackung müsste eine Fertigungsnummer stehen, die auf allen Rollen, die wir einkaufen, identisch ist. Es kann uns sonst nämlich passieren, dass wir zwar die gleiche Tapete haben, aber die einzelnen Rollen aus verschiedenen Chargen stammen und Farbabweichungen haben.

Wenn wir in etwa wissen, was wir wollen, müssen wir noch die Höhe der Zimmer und die Grösse der einzelnen Räume mit in unsere Berechnung einziehen. Nun werdet ihrdenken, "hä" - wir müssen das doch eh tun, um die Menge zu berechnen. In diesem Fall geht es jedoch nicht um die Mengenberechnung, sondern um das räumliche Aussehen. Grosse Räume beispielsweise wirken wie eine ungemütliche Bahnhofshalle, wenn wir sie in eintönigem Weiss halten. Kräftige Farben und/oder grossflächige Muster verschaffen dem Raum allerdings ein gemütlicheres Ambiente. Sie wirken dadurch kleiner und kuschliger. Bei kleinen Räumen dagegen sollten wir helle Farben nehmen und kleine Muster, weil das den Raum optisch vergrössert. Wollen wir einem kleinen Raum optische Tiefe verschaffen, dann geht das am besten, wenn wir die hintere (Stirnwand) Wand in hellen Pastelltönen halten (hellgrün, hellblau) und die Seitenwände in sehr hellem Blau, hellem Beige und Weiss.

Haben wir niedrige Räume, bieten sich vertikal gestreifte Tapeten an, die den Raum in die Höhe optisch luftiger machen, bei gleichzeitig weisser Decke. Altbauten haben zumeist sehr hohe Decken. Hier wirkt es insgesamt wieder gemütlicher, wenn wir dunklere Tapeten nehmen und dazu horizontal ausgerichtete Streifen und/oder Muster. Pi mal Daumen kann man also sagen: helle Tapeten vergrössern optisch einen Raum und lassen ihn nicht wie einen Käfig erscheinen und dunklere Farben machen grosse Räume gemütliche und optisch kleiner. Wollen wir auch noch etwas für die Umwelt un, dann greifen wir zu Raufasertapeten, die das "Blaue-Umwelt-Siegel" tragen, da diese zu 80% aus recyceltem Material bestehen.

 


 

Tapetenauswahl

  • Raufasertapete - diese Tapete ist vielseitig einsetzbar und lässt sich mehrfach überstreichen. Die Tapete ist robust und erhält ihren Charme durch ihre Struktur. Raufaser besteht aus drei Lagen Papier, in die unterschiedlich grosse Holzfasern eingearbeitet sind. Sie ist sehr robust und besitzt selbst in nassem Zustand eine hohe Reissfestigkeit. Raufasertapeten sind einfach zu verarbeiten und es gelingt selbst Anfängern, ansehnliche Resultate zu erzielen.
  • Papiertapeten - bestehen aus zwei Lagen Papier. Die obere Schicht ist farbig einfach oder gemustert. Es gibt sie in verschiedenen Qualitäten. Die Verarbeitung dieser Tapeten ist relativ einfach. Bei Mustern muss man exakt auf den passgenauen Ansatz achten.
  • Papierprägetapeten - bestehen aus zwei zusammen geklebten Papierbahnen, die sofort nach der Klebung durch eine Maschine laufen, deren Prägewalzen der Tapete die Struktur verleiht. Durch die Nassverformung wird das Prägemuster so fest, dass es auch nach der Verarbeitung erhalten bleibt. Es gibt Prägetapeten, die bereits schneeweiss sind, aber auch andere, die mit Dispersionsfarben gestrichen werden können. Diese Tapeten lassen sich sehr einfach verarbeiten.
  • Profiltapeten - sind aus Kunststoff und erhalten durch ihr reliefartiges Design eine beeindruckende Plastizität. In ihrer Robustheit sind sie vergleichbar mit Raufasertapeten allerdings erheblich teurer. Dafür weisen sie eine hohe Atmungsaktivität auf, sind lichtbeständig und schwer entflammbar. Vorwiegend für Küchen und Bäder geeignet. Schimmelpilze haben bei dieser Tapetenart keine Chance. Die Verarbeitung ist etwas schwerer, als das Tapezieren von Raufaser, aber immer noch für Anfänger geeignet.
  • Textiltapeten - sind auf Grund ihrer Struktur und Zusammensetzung recht empfindlich. Auf eine Papierunterlage komen Textilfasern. Eingesetzt werden dabei Seide, Jute, Wolle und Kunstfasern. Textiltapeten werden überwiegend in Wohnzimmern verarbeitet, da sie eine angenehme heimelige Atmosphäre erzeugen. Die Tapetenart wird mit normalem Kleister bepinselt und muss etwa 15-25 Minuten liegen - die so genannte Einwirkzeit. Für Anfänger ist diese Tapete zur Verarbeitung eher nicht geeignet, da sie sehr empfindlich ist.
  • Vinyltapeten - sind mit Polyvinylchlorid (PVC) beschichtet, was sie extrem pflegeleicht macht und zudem ist diese Tapete auch schwer entflammbar. Sie eignet sich u.a. auch gut für Nassräume. Verschmutzungen lassen sich mit einer Seifenlauge und einer weichen Bürste meist problemlos entfernen. Jedoch sollte nicht unerwähnt bleiben, dass durch die Luftundurchlässigkeit der Tapeten Räume häufiger gelüftet werden müssen. Der Vorteil bei Vinyltapeten ist, dass man das Vinyl von der Trägerschicht, die aus Papier besteht, abziehen kann. Diese Trägerschicht verbleibt als Makulatur für die neue Tapete an der Wand. Das Vinyl lässt sich trocken abziehen. Die Verarbeitung der Tapete ist einfach und gut für Anfänger geeignet.
  • Metalltapeten - haben eine auf den Papierträger aufgebrachte Metallschicht, die in den meisten Fällen aus Aluminium besteht. Um besondere optische zu erzielen arbeiten die Hersteller mit Prägen, Ätzen, Oxidieren und sogar mit Kolorationen von Hand, was diesen Tapeten dann ein besonders hochwertiges Aussehen gibt. Metalltapeten sind sehr teuer, hoch empfindlich und nichts für Anfänger. Hier sollte man einen Fachmann arbeiten lassen.
  • Bildtapeten - bestehen zumeist aus wandfüllenden Motiven aus der Natur und aus dem Fantasy-Bereich. Sie wirken in der Regel fotorealistisch. Sie lassen sich recht leicht verarbeiten, allerdings muss man darauf achten, dass die Bahnen passgenau angelegt werden, damit das Bild als Ganzes gesehen wird.
  • Velourstapeten - besitzen ein dickes Basispapier. In einer speziellen Anlage werden elektrostatisch Textil- und Kunstfasern auf die Trägerschicht aufgebracht. Das Ganze ergibt eine flauschige Oberfläche, die jedoch sehr empfindlich ist. Anfängern würde ich nicht empfehlen, diese Tapete selbst zu verarbeiten.
  • Naturwerkstofftapeten - besitzen ein dickes Basispapier. Hier findet sich Material aus der Natur, wie Muscheln, Pflanzenblätter, Gräser und vieles Andere. Anfänger sollten sich gut überlegen, ob sie das Arbeiten mit dieser Tapete nicht lieber einem Fachmann überlassen wollen
  • Isoliertapeten - werden meist dazu benutzt, die Wände hinter Heizkörpern in Fensternischen zu tapezieren, um die Wärme des Heizkörpers besser in den Raum zu leiten. Über den Nutzen dieser Tapeten streiten sich die Gelehrten. Verarbeitung ist einfach.

 


 

Tapetensymbole

Tapetensymbole und ihre Bedeutung

Wer von uns hat nicht schon verzweifelt die Tapetenrollen angesehen und sich gefragt, was wohl diese komischen Zeichen bedeuten mögen. Meist findet man die Symbole auf der Verpackung und auf dem Beipackzettel. Sie sagen etwas aus über die Qualität, die besonderen Eigenschaften und die Verarbeitung der Tapeten.

Nachfolgend eine kleine Aufstellung der gebräuchlichsten Symbole:

Bedeutung der Tapetensymbole

Wasserbeständigkeit (spongeability)
Wasserbeständig während der Verarbeitung. Man kann frischen Kleister mit einem feuchten Schwamm abtupfen.
Waschbarkeit (washability)
Leichte Verschmutzungen können feucht abgewischt werden.
Verschmutzungen können mit Seifenlauge abgewischt werden.
Verschmutzungen können mit Scheuermittel und weicher Bürste entfernt werden (scheuerbeständig).
Verschmutzungen können mit Scheuermittel und weicher oder harter Bürste entfernt werden (hoch scheuerbeständig).
Farbbeständigkeit gegen Licht (color fastness to light)
Ausreichend
Befriedigend
Gut
Sehr gut
Ausgezeichnet
Ansatz des Musters (pattern matching)
Beim Kleben müssen keine Muster beachtet werden (ansatzfrei)
Gleiche Muster in gleicher Höhe, nebeneinander
Das Muster der nächsten Bahn immer um die Hälfte verschieben
Jede zweite Bahn auf den Kopf stellen
Verarbeitung (means of application)
Tapete wird eingekleistert
Wand wird eingekleistert (nicht die Tapete)
Tapete ab Werk mit Kleister beschichtet. Kurz wässern.
Verschiedenes (miscellaneous)
Die Prägung der Tapete bleibt beim Tapezieren erhalten
Im Bereich der Überlappung - ca. 6-8cm - beide Bahnen mit dem Gleitfussmesser senkrecht schneiden
Es handelt sich um eine besonders widerstandsfähige Spezialtapete
Verfahren für das Entfernen (method of removal)
Die Tapete lässt sich ohne Rückstände von der Wand abziehen
Die erste Schicht der Tapete trocken abziehen, Rest verbleibt als Makulatur
Die erste Schicht der Tapete trocken abziehen, Rest verbleibt als Makulatur

 


 

Werkzeug

Es gibt Basiswerkzeug, welches in jedem Gewerk benutzt werden kann. Dazu gibt es noch für die einzelnen Gewerke Spezialwerkzeug, die nur dort Anwendung finden. Malerwerkzeug zum Malern und Tapezieren gehört dazu.

 


 

Mengenberechnung

Wir haben geplant und uns Tapeten angesehen und wir wissen, was wir alles renovieren wollen. Bevor wir ans Einkaufen gehen, müssen wir nun erst noch Mengen- und Grössenberechnungen durchführen. Man nennet so etwas auch eine "Bedarfsermittlung".

Normalerweise berechnen wir zuerst alle Wände, indem wir Höhe und Breite der einzelnen Wände nehmen und die Fenster und Türen dabei abziehen, aber die eventuellen Laibungen der Türen und Fenster hinzu rechnen. Haben wir jetzt die "Länge" jeden Raumes (alle 4 Seiten), dann teilen wir sie durch 0,53 Meter. Das ist das Standardmass einer Tapetenrolle. Nun wissen wir, wie viele Bahnen wir für ein Zimmer brauchen. Die Anzahl dieser Bahnen und deren Höhe rechnen wir jetzt zusammen und haben die laufende Meterzahl des Raumes.

Beispiel: 4 Wände je 4m lang und 3,20 hoch.
4 x 4 = 16m; 16 / 0,53 = 30,886 gerundet 31 Bahnen; 31 x 3,20 = 99,20m gerundet 100m.
Nun müssen wir nur noch online bei unserem Händler nachschauen, wie viele Meter auf unserer Tapetenrolle sind, dann teilen wir die 100m durch die Länge der Tapetenrollen. Das Endergebnis ist die Anzahl der Tapetenrollen: 100m / Tapetenrolle 25m = 4 Rollen!

In der Praxis hat es sich bewährt, eine Rolle mehr zu nehmen. Das ist der so genannte "Verschnitt". Da die Tapeten in der Regel alle 0,53m breit sind, müssen wir nur auf die Länge der Rolle schauen. Es gibt da nämlich für jede Tapetenart verschiedene Längen. Bei Papiertapeten beispielsweise sind es meist um die 10m. Die Quadratmeter-Zahl, die dort aufgedruckt ist, interessiert uns weniger. Für uns ist lediglich wichtig zu wissen, wie viele Bahnen wir - ohne zu stückeln - aus einer Rolle bekommen. Rechnen wir eine Höhe von drei Metern, dann bekommen wir aus der 10m Rolle drei Bahnen. Bei Raufaser gibt es sogar Rollen, die 50m lang sind. Bei einer Raumhöhe von drei Metern ergäben sich hier also 50/3=16 Bahnen und ein Rest von 2 Metern, den man benutzen kann, um über den Fenstern und Türen beispielsweise einen Streifen zu kleben.

Als einfache Faustregel Pi mal Daumen kann man sich merken:

Länge aller Wände x Raumhöhe / 0,5 = Gesamtlänge Tapetenbahnen. Noch einfacher geht es, wenn man "W x R x 2" rechnet. Dann kommt das gleiche Ergebnis heraus, als wenn man durch 0,5 teilt! Bei dieser Formel werden Türen und Fenster mit einberechnet! Einen Taschenrechner und einen Schreibblock braucht man nicht. Dafür hat man den Zimmermannsbleistift und die Wand.

 


 

Kleister

Es gibt für jede Tapetenart einen speziellen Kleister. Hier schaut man sich einfach die Gebrauchsanweisung auf der Verpackung an. Da stehen alle Daten zur Verarbeitung des Kleisters und für welche Tapeten er geeignet ist. Ist man in einer Zwangslage - denkbar wäre, der Kleister ist ausgegangen und die Geschäfte haben geschlossen - dann kann man sich auch selbst Kleister anrühren. Dies aber wirklich nur in Notfällen.

Man nehme 1 Liter Wasser und rühre 1 kg Mehl oder Stärke hinein. Nun rührt man kräftig und giesst nach und nach ca. 10 - 15 Liter kochendes Wasser hinzu und rührt dabei kräftig weiter. Wenn sich eine gallertartige Masse bildet, haben wir unseren ersten eigenen Kleister hergestellt.

 


 

Untergrund

Bevor wir ans Tapezieren gehen können, müssen wir erst einmal den Untergrund gründlich unter die Lupe nehmen. Die alten Tapetenreste sind entfernt und uns grinst die nackte Wand an. Gibt es Unebenheiten, Löcher aus alten Bohrungen für Dübel. Gibt es noch Dübel, die in der Wand stecken und entfernt werden müssen. Wollen wir Steckdosen und Schalter einfach nur abkleben, oder machen wir es gleich richtig und entfernen wir die jeweiligen Abdeckungen. Dann müssen wir die nun offenen Schalter und Steckdosen komplett abkleben und vor allem darauf achten, dass die dafür zuständigen Sicherungen ausgeschaltet sind. Ein Stromschlag beim Tapezieren kann tödliche Folgen haben! Sind wir fertig mit dem Verspachteln der kleinen Löcher und Risse in der Wand, können wir diese Stellen nachschleifen, bis sie glatt und eben sind. Die Wand sollte nun insgesamt glatt und sauber sein. Es gibt übrigerns einen einfachen Trick, mit dem wir feststellen können, wie saugfähig unsere Wand ist: Wir spritzen etwas Wasser auf den Untergrund. Perlt das Wasser einfach ab, ohne in die Wand einzuziehen, dann ist der Untergrund nicht saugfähig genug und die Tapete wird wohl nicht lange halten. Dann müssen wir eine "Rollenmakulatur" einsetzen, die wir in jedem Baumarkt erhalten..Wenn sich die Wand sofort dunkel färbt, ist das ein Zeichen dafür, dass die Saugfähigkeit zu hoch ist und die Tapete nicht optimal verlegt werden kann, ohne sie verzerrungsfrei zu verlegen. Zieht das Wasser aber langsam ein, dann haben wir einen optimalen Untergrund. Alten Putz sollte man generell mit "Tiefgrund" behandeln. Dadurch wird er fest und garantiert auf der ganzen Fläche eine gleichmässige Saugfähigkeit.

Vinyltapeten lassen sich recht schwer von der Wand ablösen. Doch gibt es da einen kleinen Trick: mit einem "Stichel" wird die Tapete weiträumig perforiert. Anschliessend tragen wir einen "Tapetenablöser auf, der durch die Löcher hinter die Tapete kriecht und dort den Kleister löst. Wird der Tapetenablöser in heissem Wasser verrührt, erhöht das seine Wirkung!

 


 

Wandprobleme

Es gibt Problemfälle bei Wänden, die sich nicht so einfach beheben lassen. Gerade an Aussenwänden in Küchen dringt oft viele Jahre lang Fett und Öl in die Wand, ohne dass es bemerkt wird. Will man hier zum Beispiel an diesen Stellen Putz ausbessern, dann hat man das Problem, dass der neue Putz sich nicht mit dem alten Putz verbinden kann, da die Fettschicht als Trennmittel dazwischen steht. Hier hilft nur der gnadenlose Einsatz eines kleinen Stemmeisens, mit dem der Putz bis auf die Mauer abgetragen wird. Den Stein muss man nun so gründlich reinigen, dass die Fettschicht komplett verschwindet. Erst dann kann der neue Putz aufgetragen werden. Macht man das nicht, sondern putzt einfach drüber, dann verbindet sich der Putz nicht und hinter ihm bildet sich ein Wärmepolster. Dieses Wärmepolster ist der Garant dafür, dass sich in Kürze Schimmelpilze bilden, die irgendwann durch den Putz und die Tapete schlagen. Diese Schimmelpilze sind gefährlich und können unsere Gesundheit stark beeinträchtigen.

 


 

Wand/Decke tapezieren

Nun ist es also endlich so weit. Wir wollen mit dem Tapezieren beginnen. Der Kleister ist angerührt und hat einen Tag und eine Nacht gestanden. Er wird noch einmal mit dem Quirl durchgerührt und dann wird er beiseite gestellt. Wir stellen den Tapeziertisch auf - hier beschreibe ich das Tapezieren ohne Tapeziermaschine - und schneiden die einzelnen Bahnen mit der Tapezierschere ab, nachdem wir vorher die Länge der Bahnen ausgemessen haben. Am Tapeziertisch machen wir uns mit Malerkrepp zwei Markierungen - eine für den Anfang, die zweite für das Ende der Tapetenbahn. Diese Markierungen beinhalten bereits einen Zuschlag von 10 Zentimetern (6cm für oben und 4cm für unten). Mit der Rückseite nach oben wird die Tapetenbahn ausgerollt. In einem Rutsch schneiden wir alle für den Raum benötigten Bahnen zu und legen sie plan und auf Stoss übereinander.

Haben wir Tapeten mit einem Muster müssen wir ganz genau darauf achten, dass beim Zuschneiden die Muster der einzelnen Bahnen übereinstimmen. Es gibt Tapeten, da muss man dem Kleister extra Dispersionskleber beifügen. Das steht einmal auf der Tapetenrolle und auf der Packung des Dispersionsklebers steht das Mischungsverhältnis, weshalb ich davon absehe, hier näher darauf einzugehen.

Die Stunde der Wahrheit: sind wir zu zweit, streicht einer den Kleister mit der Bürste auf die Tapetenbahnen und der zweite haut die Tapete an die Wand. Die einzelnen Bahnen werden von der Mitte zum jeweiligen Ende gleichmässig satt eingestrichen. Wichtig ist vor allem, darauf zu achten, dass auch die Ränder satt eingekleistert werden, damit sie sich nicht nachher von der Wand lösen. Dann wird die Tapete vorsichtig von beiden Seiten bis zur Mitte eingeklappt und Kleber auf Kleber gelegt. Auf diese Weise lassen sich recht zügig alle Bahnen einkleistern und zusammenlegen. Die Tapete muss nun für ein Weilchen ruhen, so etwa 15 - 20 Minuten. Zwischenzeitlich kann der Kleistermax nun seinem Kollegen an der Wand helfen, falls dort noch einige Macken aufgetaucht sein sollten. Dann mit einem - in einem Extraeimer verdünnten - Kleister die Wand vorstreichen. Damit wir alle Bahnen wirlich gerade anbringen, nehmen wir unser Lot und zeichnen mit unserem Bleistift einen dünnen senkrechten Strich. Hier setzen wir dann unsere erste Bahn an.

Während einer auf die Leiter steigt, vorsichtig die Tapete auffaltet und an die Markierung hält, zieht der Zweite den unteren Teil der Tapete auseinander und dadurch, dass sowohl Wand, als auch Tapete eingekleistert wurden, lässt sich die Tapete wunderbar in die gewünschte Position schieben. Dabei sind die mehrere Zentimeter Überstand oben und unten für Decke und Bodenleiste bestimmt. Nun wird die Tapetenbahn von oben nach unten und von der Mitte zu den Seiten vorsichtig mit der Tapetenbürste fest gestrichen. Das ist unsere erste Bahn, die wir erfolgreich an die Wand gebracht haben. Nun entfernen wir vorsichtig den Überstand. Besser wäre ja, wenn man die Bodenleiste entfernen könnte, was allerdings nicht immer geht. Damit die Tapete an der Decke bündig anliegt, drücken wir vorsichtig mit der Schere die Tapete in die Ecke. Es gibt nun zwei Möglichkeiten: wir könnten die Tapete etwas von der Wand abziehen und an der Markierung, die durch das Hineindrücken in die Ecke entstanden ist, vorsichtig mit der Tapezierschere entlang schneiden. Die zweite Möglichkeit besteht darin, vorsichtig mit einem Cuttermesser in die Ecke schneiden und die Bahn entlang ziehen. In beiden Fällen haben wir einen sauberen Abschluss.

Wenn wir nun Bahn für Bahn so verarbeitet haben, nähern wir uns irgendwann den Türen und Fenstern. Sollte die letzte Bahn vor der Tür oder dem Fenster zu breit sein, dann schneiden wir die Bahn vertikal mit einem Überstand von drei Zentimetern ab. Nach dem passgenauen Anlegen streichen wir mit der Bürste vom Fenster oder der Tür weg, die Tapete fest an die Wand. Den Überstand schneiden wir passgenau ab und drücken die Tapete an, so dass sie exakt mit Fenster- oder Türzarge abschliesst. Was zu beachten ist, sind die Ecken; wir haben Aussenecken (Kanten) = konvex und Innenecken = konkav. Bei Aussenecken tapezieren wir den Überstand um die Ecke herum und die neue Bahn Bündig mit der Ecke über den Überstand.Bei Innenecken verfahren wir im Prinzip ebenso, nur dass wir den Überstand it dem Tapetenlineal in die Ecke drücken und bündig mit der Innenecke die nächste Bahn über den Überstand tapezieren. S lange die Tapeten feucht sind, können wir mit dem Nahtroller noch einmal alle Nähte bearbeiten und so sicherstellen, dass nicht eine Naht nach dem Trocknen aufgeht.

Soll die Decke ebenfalls tapeziert werden, fangen wir natürlich erst mit der Decke an! Hier schneiden wir die Bahnen so, dass ein Überstand von 2 - 3 Zentimetern auf die Wand gedrückt wird. Mit dem Tapetenlineal drücken wir dann die Tapete in den Winkel zwischen Decke und Wand Den Rest, der auf der Wand verbleibt, schneiden wir dann sorgfältig mit dem Cuttermesser ab. Decken sollte man immer zu zweit tapezieren. Der Eine tapeziert und der Andere hält die Tapete hoch und gibt nach und nach Tapete. Bei einer hohen Decke sollte man überlegen, ob es nicht besser ist, sich eine Alurüstung zu leihen. Die Tapeten dürfen nicht zu schnell trocknen und sollten keiner Zugluft ausgesetzt werden.

 


 

Malern allgemein

Was gilt es, beim Malern zu beachten? Wenn wir von Grund auf eine Wohnung renovieren, müssen wir erst einmal wissen, welche Tapeten wir an die Wände machen. Handelt es sich um Tapeten mit Mustern, die nicht gestrichen werden, dann müssen wir natürlich zuerst die Decken und alle Wandteile streichen, die ohne Tapeten bleiben, damit später unsere neue Tapete nicht mit Farbe versaut wird. Aber auch, wenn wir alte Tapeten dran lassen, weil sie noch okay sind und wir sie eh überstreichen wollen, nehmen wir uns wegen der Tropfgefahr zuerst die Decken vor.

Wichtig ist, dass der Untergrund gut vorbereitet wird. Dazu habe ich bereits Stellung bezogen beim Tapezieren, dort nachzulesen. Da wir mit Dispersionsfarben arbeiten, müssen wir auch sehen, dass sich diese mit den jeweiligen Untergründen vertragen. Dazu zählen; feste Altanstriche, Zementputz, mineralischer Putz, Gipsputz, Kunstharzputz, Porenbeton, Beton, Kalksandstein, Rigips, Raufaser- und Textiltapeten. Das Endergebnis beim Malern ist immer nur so gut, wie der vorbehandelte Untergrund.

Was sind eigentlich Dispersionsfarben? Sie bestehen in der Regel aus vier Komponenten; Bindemittel, Lösemittel, Pigmente und Zusatzstoffe. Das Bindemittel dieser Farben ist nicht wasserlöslich. Allerdings verteilt es sich im Wasser sehr fein, es dispergiert, daher der Name. Das heißt, sie verteilen sich fein. Man achte also auf den kleinen, aber feinen Unterschied, Dispersionsfarben sind wasserverdünnbar, aber nich wasserlöslich. Da haben wir farbige und farblose Farben, die es auch als Lacke und Lasuren gibt. Der Grundton ist jedoch meist weiss und kann nach Bedarf mit Abtönfarben je nach Geschmack verändert werden. Hinzu kommt als Positivum, dass diese Farben kaum schimmelanfällig sind. Sie sind gut für Küche und Bad geeignet, da man sie auch vorsichtig abwischen kann und vor allem, weil sie dampfdurchlässig sind und so Probleme mit Schimmelpilzen erst garnicht oder doch nur selten auftreten.

Wie immer bei Entscheidungsfragen hat man auch hier wieder die Qual der Wahl. Nehmen wir Farben, die synthetisch sind oder natürliche Farben. Ein natürliches Bindemittel wäre zum Beispiel Leinöl. Wollen wir eine hochwertige und langlebige Farbe, dann sollten wir darauf achten, dass der Anteil des Bindemittels in der Farbe sehr hoch ist. Einfach im Malergeschäft (in Baumärkten wissen die das meist nicht, weil es da halt nur Verkäufer und keine Fachkräfte sind) nachfragen. Wer mit Allergien "gesegnet" ist, sollte auch vielleicht auf das Umweltsiegel "Blauer Engel" achten. Denn selbst in so genannten Naturprodukten könnten Glykolether oder Terpen-3-Caren enthalten sein, die für Allergiker nicht ganz unproblematisch sind. Formaldehyd, Weichmacher und Lösemittel geben ihre schädlichen Substanzen noch lange Zeit unbemerkt an ihre Umgebung ab, was dann häufig zu ungeklärten Kopfschmerzen und Atemnot führen kann.

Im Allgemeinen ist das Streichen mit Dispersionsfarben ungefährlich, was aber nicht heissen soll, dass man nicht gewisse Vorsichtsmassnahmen ergreift. Es sollte auf alle Fälle der Hautkontakt vermieden werden, bei Sprühtechniken eine Atemmaske(!) tragen und regelmässig lüften. Nach der Arbeit sollten die Pinsel sofort mit klarem Wasser gereinigt werden. Ist die Farbe im Pinsel angetrocknet, bekommt man den Pinsel nur noch mit einer Nitroverdünnung sauber.

 


 

Die richtige Wandfarbe

Über Dispersionsfarben haben wir bereits geschrieben. Nun stellt sich die Frage, welche Farben wir noch benutzen können. Da wären zum Beispiel Farben, die eigentlich im Ausseneinsatz verwendet werden. Da hätten wir zum Beispiel Silikonharzfarbe, die im Aussenbereich ausgezeichnete Resultate erzielt. Diese Farbe ist atmungsaktiv, lässt also Wasserdampf und Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk durch die Oberfläche, wo es dann verdunstet. Skeptiker raten davon ab, diese Farbe im Innenbereich zu nutzen, da noch nicht genügend erforscht ist, ob es nicht eventuell schädliche Folgen für uns Menschen haben kann. Es gibt also ein Pro und Kontra und jeder sollte für sich entscheiden, wie er vorgehen möchte.

Was ist so aussergewöhnlich an Silikonharzfarben? Als diese Farben auf den Markt kamen, war das Interesse riesig, da man ihnen nachsagte, sie hätten den "Lotuseffekt". Eine Farbe, die sich selbst reinigt, ist in der Tat eine Sensation. Hinzu kommt, dass Silikonharzfarbe besseren Schutz gegen Schimmelpilze und Moose als herkömmliche Dispersionsfarbe bietet, obwohl Dispersionsfarbe da eigentlich schon ganz gut ist. Wenn man sauber arbeitet, reicht bereits ein einziger Anstrich, das ist natürlich gut für unsere Brieftasche. Mit Farbpigmenten versetzt, lassen sich farbige Oberflächen gestalten, ohne die Silikonharzfarbe zu beeinträchtigen.

Ausser Silikonharzfarben haben auch die Silikatfarbe und die Kalkfarbe ähnliche Eigenschaften. Vom Preis her gibt es kaum Unterschiede. Nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen haben diese Farben hervorragende Eigenschaften und gelten gesundheitlich als unbedenklich. Silikatfarben beruhen auf Kaliwasserglas mit einem hohen Anteil an Kieselsäure, was sie alkalisch macht. Unter hohen Temperaturen wird aus Kaliumkarbonat und Quarzsand Kaliwasserglas. Diese Eigenschaften verleihen der Farbe eine hohe Festigkeit. Diese Farben gehen mit dem Untergrund eine chemische Verbindung ein, genannt "Verkieselung". Das macht sie widerstandsfähig, hat allerdings auch den Nachteil, dass man sie schwer wieder abbekommt. Trotz der ausgezeichneten Eigenschaften greifen viele Menschen lieber zu Dispersionsfarben, da die ebenfalls gut sind, aber den Geldbeutel nicht so stark strapazieren.

 


 

Wände/Decken malern

Wir haben nun alle Vorbereitungen getroffen. Die Kleinmöbel sind aus dem Zimmer geräumt und die grossen schweren Möbel stehen in Zimmermitte und sind mit Malerfolie abgedeckt, die wir an den Seiten mit Malerkrepp zukleben, damit die Folie sich nicht selbständig macht. Der Fussboden wurde ebenfalls mit Malerfolie abgedeckt und an den Fussleisten befestigt. Es kann nach Adam Riese eigentlich nichts mehr schief gehen. Die Bereiche, auf denen sich keine Tapete befindet, wurden grosszügig mit Tiefengrund behandelt und haben nun die nötige Festigkeit für die Farbe. Bei der Mengenberechnung sollte man wissen, dass besonders Ecken und Kanten sehr viel Farbe verbrauchen. Es kann nicht schaden, wenn man eine bestimmte Menge ausgerechnet hat und dann noch einen Eimer Farbe drauflegt. Das kann in vielen Fällen den nervigen Gang zum nächsten Baumarkt sparen, so dieser geöffnet hat - immerhin besteht die Möglichkeit, dass man als arbeitender Heimwerker erst am Wochenende dazu kommt, sein Heim zu verschönern. Der Frust, wenn dann die Farbe nicht reicht und kein Ersatz in Sicht ist, lässt sich nur ansatzweise erahnen.

Bei der Farbrolle sollten wir nicht an Qualität sparen, weil das auch grossen Einfluss darauf hat, dass alle Stellen gleichmässig mit Farbe bedeckt sind. Nun stellen wir noch unser Abstreifgitter in den Eimer, tauchen die Rolle nicht ganz(!) sondern zu drei Vierteln in die Farbe und rollen dann so lange über das Streifgitter, bis die Farbe die Rolle gleichmässig und nicht zu dick bedeckt. Bewegen wir uns im Deckenbereich, dann sollten wir jetzt die Teleskopstange anbringen. Gestrichen wird dabei abschnittsweise kreuz und quer, wobei wir die Ecken mit einer kleinen Rolle oder einem Pinsel bereits vorgestrichen haben. Da man beim Malern mit dem Pinsel häufig die Struktur des Pinsels erkennen kann, ist eine Rolle immer vorzuziehen.

Sind wir mit der Decke fertig, kommen die Wände an die Reuhe. Hier tragen wir die Farbe diagonal von links nach rechts und umgekehrt auf, so dass sich die Bahnen überkreuzen. Am Ende wird die Farbe durch senkrechtes Rollen glatt gestrichen. Erst bei wirklich hellem Tageslicht kann man beurteilen, ob der Farbauftrag gleichmässig ist. Die besten Resultate erzielt man meines Erachtens, wenn man in grossflächigen Bahnen vom Licht weg die Farbe aufträgt.

Wem das Weisse einer Raufasertapete zu langweilig ist, der kann sich Schablonen anfertigen und diese verteilt auf die Wand, mit einer Farbspritzpistole übersprühen. Ich würde dabei die Pistole so einstellen, dass sie keinen Strahl, sondern lediglich einen Farbnebel abgibt. Dabei entstehen sehr interessante Effekte. Man kann auch verschiedene grosse Blätter in der Natur sammeln und diese übersprühen. Auf alle Fälle hat man dann eine Wand, die sehr individuell gestaltet ist und die nicht jeder Mensch in seinem Heim hat.

cornelia warnke 11.05.2014

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