Tipps und Tricks rund ums Haus

Trennwand

Zwischenwand aus Rigips

Angenommen in unserer Wohnung haben wir ein riesiges Wohnzimmer, dessen Platz wir garnicht richtig nutzen. Wir hätten dafür eigentlich lieber zwei kleinere Zimmer. Es ist ja möglich, dass Nachwuchs im Anmarsch ist und dann sollte das Kind ein eigenes Zimmer haben. Denkbar bei einer 2-Zimmerwohnung wäre, dass aus dem Wohnzimmer 2 kleine Räume werden und aus dem ursprünglichen Schlafzimmer wird nun das Wohnzimmer. Einer der beiden Räume ist Kinderzimmer und der zweite kleine Raum ist nun das Schlafzimmer.

Jetzt stellt sich die Frage nach der Machbarkeit. Wir wollen mitten durch den Raum eine Zwischenwand ziehen und in jedem der neu geschaffenen Räume sollen auch Fenster sein. Wenn wir Glück haben, ist die Tür nicht mittig, sondern seitlich links oder rechts angeordnet. Das wäre der Idealfall. Denn nun hätten wir bereits für eines der Zimmer eine Tür. Sollte die Wand zum Wohnungsflur eine tragende Wand sein, dann könnten wir vom Flur aus keinen Durchbruch machen, weil tragende Wände nicht beschädigt werden dürfen. Es besteht dann nur die Möglichkeit, aus einem der Zimmer ein Durchgangszimmer zu machen. Ist es allerdings nur eine dünne Wand, die keine tragende Funktion hat, können wir dort den Durchbruch für unsere Tür planen.

Angenommen aber, die Tür ist zimmermittig, dann müssen wir zuerst schauen, ob es eine tragende Wand ist, wie bereits beschrieben und wenn nicht, dann wird die Tür einfach mit Rigips verschlossen, wobei vorher natürlich der Türrahmen entfernt wird. Links und rechts wird dann der Durchbruch gemacht und auch sofort begradigt, verputzt und eine Stahlzarge für Mauerwerk eingebaut.

Bei Ständerwerk hat sich bewährt, in der Höhe, in der allgemein Wandschränke angebracht werden, ein Brett anzubringen. es sollte etwa 25mm stark sein und ca 300mm hoch und aus Vollholz. Das Brett wird horizontal zwischen zwei CW-Profile geschoben und von aussen zusammen mit der Rigipsplatte an die Profile geschraubt. In diesem Fall weicht man ausnahmsweise von der Regel ab, dass die vertikalen Profile alle in eine Richtung zeigen. Durch diese Verstärkung ist es möglich, auch sehr schwere Hängeschränke an einer Rigipswand zu befestigen. Zwischenwände sollten immer(!) doppelt beplankt werden. Ein kleiner Tipp am Rande: um den Schall weitgehend zu dämmen, selbstklebendes Dichtband für Boden, Decke und Seitenwände benutzen. Auf dieses Dichtband kommen anschliessend die Profile. In die Profile kann man ebenfalls Dichtband einlegen. Das verhindert, dass die vertikalen Profile, wenn die Wand mal arbeiten sollte, Geräusche von sich geben. Wichtig ist vor allem, dass man sich vorher Gedanken darüber macht, was eventuell an die Wand gehängt wird und ob in die Wand Leitungen verlegt werden sollen. Für Elektroleitungen gibt es entsprechende Hohlraumdosen, die ausschliesslich für Rigips gedacht sind. Als Geräusch- und eventuell Wärmedämmung wird in den Hohlraum der Wand Steinwolle eingelegt. Die gängige Grösse der Rigipsplatten ist 1250 mm x 2500mm. Da wir nicht über Kopf an der Decke arbeiten, nehmen wir diese grossen Platten in der Stärke von 12,5mm. Bei Doppelbeplankung ergibt das eine äusserst stabile Wand. Es gibt allerdings auch so genannte "Einmannplatten", die in den Grössen 1500mm x 1000mm zu haben sind. Wichtig ist bei der Doppelbeplankung, dass wir darauf achten, keine Kreuznut zu erhalten. Der Abstand der vertikalen Profile richtet sich nach der grösse der Platte geteilt durch zwei, Bei einer 1250mm breiten Platte sind es also exakt 625mm. Normalerweise werden die UW- und CW-Profile nicht miteinander verbunden. Wer allerdings allein arbeitet und sicher gehen möchte, dass ihm die Profile nicht verrutschen, der kann mit einer Verbundzange die Profile crimpen.

Welches Werkzeug brauchen wir, um mit Rigips zu arbeiten? Hier eine kleine Aufstellung als Grundausstattung:

Basiswerkzeug Rigips
Bohrmaschine
Bohrer
Cuttermesser
Dübel 8mm
Gaffatape
Kreuzschlitz
Pelikanschere
Rigipsdübel
Rigipsschrauben
Rigipsschrauber
Schere
Schlosserhammer
Schlosserwinkel
Schraubendreher mittel
Schraubzwingen
Spachtel
Trockenbau Glättekelle
Wasserwaage 2m
Zimmermannsbleistift
Zollstock

Ich habe ein bebildertes PDF vorbereitet mit einer Anleitung aus dem Internet, welches ihr downloaden könnt. In der nachfolgenden Tabelle seht ihr die einzelnen Schritte von der Planung bis zum fertigen Produkt, allerdings ohne Zargeneinbau. Diese Anleitung findet ihr auf dem PDF Zwischenwand bauen

 


 

Winkelmessung

Wir brauchen einen "Rechten Winkel"

In der Regel und im Alltag werden wir zumeist feststellen, dass unsere Ecken fast nie genau 90 Grad haben. Wie können wir das feststellen, wenn wir nicht gerade einen Schlosserwinkel oder einen Kreuzlaser zur Hand haben?

Die Antwort ist, wir halten uns an den Satz von Pythagoras: dazu nehmen wir eine feste Schnur, ein dünnes Elektrokabel tut es auch. Dieses "Messgerät sollte die Länge von 240 cm nicht unterschreiten. Nun markieren wir die Schnur bei 60cm und 80cm. Es bleibt ein Rest von 100cm. Wir legen jetzt die Schnur an einer Wand mit 60 cm an, an der anderen die 80 cm über Eck. Wenn nun das verbliebene 100cm-Seil diagonal genau dazwischen passt, handelt es sich um einen rechten Winkel, frei nach dem Satz des Pythagoras. Ist die Strecke allerdings kürzer dann ist der Eckwinkel kleiner als 90 Grad. Ist die Strecke länger, dann ist der Eckwinkel größer als 90 Grad.

Schiefe Räume ausmessen

Manchmal sind die Räume überhaupt nicht rechtwinklig. Da haben wir zum Beispiel trapezförmige oder dreieckige Räume. Wie messen wie die nun aus? Der Praktiker hilft sich damit, dass er eine gestrichelte Linie anzeichnet, von dieser Linie aus im rechten Winkel die Entfernungen abmisst – statt der Winkelneigung in der Ecke. Große rechte Winkel können angezeichnet werden mit Hilfe rechtwinkliger Tischplatten oder Bilderrahmen.

Grössere Objekte im Garten

Nun wollen wir rechte Winkel nicht nur im Haus messen, sondern vielleicht einen kleinen Schuppen im Garten bauen, dessen Wände natürlich rechtwinklig sein sollten. Erinnern wir uns an den Satz des Pythagoras, wonach Dreiecke mit einem Seitenverhältnis a)3 - b)4 - c)5 rechtwinklig sind. Nehmen wir unser erstes Beispiel 0,60 - 0,80 - 1,00m, dann können wir jedes beliebige Vielfache davon für die Ermittlung des rechten Winkels benutzen, wobei das 5er-Element immer dasjenige ist, was diagonal gemessen wird:

  • 0,60m - 0,80m - 1,00m
  • 1,20 m - 1,60 m - 2,00 m
  • 3,00m - 4,00m - 5,00m
  • 6,00m - 8,00m - 10,00m
  • 7,50m - 10,00m - 12,50m
Um nun also den rechten Winkel auf längere Entfernungen messen zu können, benötigen wir noch drei Erdnägel und eine Maurerschnur. Zuerst legen wir die Richtung a) fest. Unser Schuppen soll die Grösse 6 x 8m erhalten. Die Seite a) soll dabei zu unserem Haus zeigen. Wir schlagen also den ersten Erdnagel dort ein, wo a) beginnen soll, nennen es a1) und ziehen die Maurerschnur in die gewünschte Richtung. Bei 6m schlagen wir den zweiten Erdnagel ein und nennen diesen Punkt a2). Dann wickeln wir die Schnur um den Erdnagel. Die Schnur sollte dabei gespannt sein. Nun gehen wir in die ungefähre Richtung, in der wir den 90°-Winkel vermuten und zwar 8m. Hier schlagen wir den dritten Erdnagel ein und wickeln die Schnur wieder straff gespannt um den Erdnagel. Damit haben wir die vorläufige Seite b) ermittelt. Günstig wäre es, wenn wir jetzt einen Helfer hätten. Wir wickeln von unserer Schnurrolle exakt 10m und markieren den 10m-Punkt mit einem Marker. Nun gehen wir auf den Punkt a1) zu. Sollte die Schnur über a1) hinausgehen, müssen wir den Erdnagel nach rechts (von Punkt (a) gesehen) so weit verschieben, bis unser markierter Punkt auf der Schnur mit a1) übereinstimmt. Ist die Schnur zu kurz, muss unser Helfer den Erdnagel von uns aus gesehen, nach links verschieben. Stimmt auch hier wieder der markierte Punkt mit Punkt a1) überein, dann haben wir einen exakten rechten Winkel.

Wesentlich einfacher und schneller würde dies natürlich mit einem Laser und einer Messlatte gehen. Aber wie zu sehen ist, kann man sich auch mit einfachen Mitteln behelfen

Der Satz des Pythagoras

Mit dem Satz des Pythagoras können wir die dritte Länge eines Dreiecks berechnen. Wissen wir die Länge von a und b, dann können wir nach diesem Satz ganz leicht die Länge von c berechnen. Die dazu passende Formel lautet: a² + b² = c² - dabei ist



  • a die Länge der Kathete a
  • b die Länge der Kathete b
  • c die Länge der Hypotenuse

Haben wir - bei unserem Beispiel mit dem Schuppen andere Masse, dann können wir leicht die Hypotenuse (c) berechnen:
a = 2,40m - b = 3,20m - c = ?
die Lösung: 2,40m² + 3,20m² = c²
5,76m² + 10,24m² = c²
16m² = c²
√ c = 4,00m !

cornelia warnke 9.05.2014

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