Tipps und Tricks rund ums Haus

Alles rund um den Gartenteich

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Gartenteich - Bau und Pflege

Standortbestimmung Grössenbestimmung Biotop einplanen Folienberechnung
Ausschachtarbeiten Die richtige Folie Folie verlegen Wasser einfüllen
Biotop/Teich bepflanzen Der richtige Fisch Fische und Fütterung Teichpflege

Allgemeines

Wir haben uns also entschlossen einen Gartenteich zu bauen, den wir später mit Fischen bestücken wollen. Über eines müssen wir uns im Klaren sein - ohne Fleiss kein Preis. Das heisst, der Gartenteich verlangt das ganze Jahr über Pflege von uns. Der beste Teich ist übrigens der Teich, der gänzlich ohne Technik auskommt! Wichtig ist bei unserer ganzen Vorplanung, dass wir uns alles genau überlegen und berechnen. Es gibt verschiedene Methoden, einen Teich zu bauen. Da hätten wir zum Beispiel den Fertigteich, den es heutzutage nicht mehr nur in Spezialgeschäften, sondern auch in Baumärkten zu kaufen gibt und zwar in den verschiedensten Grössen und Formen. Das hat allerdings mehrere Nachteile: zum einen sind diese Fertigteiche, die meist auch noch mit Pump- und Filtersystemen angeboten werden, recht teuer und man kann diesen Teich nicht mehr verändern. Das Gleiche gilt, wenn man einen Teich betoniert. Ausserdem kann man einen betonierten Teich erst nach einer ganzen Weile für Fische benutzen. Das Wasser muss in den Teich gefüllt und eine Weile nur mit Wasser stehen gelassen werden. Dann wird das Wasser restlos entfernt, der Betonteich gründlich gesäubert und wieder mit Wasser gefüllt. Das wird drei- bis fünfmal wiederholt. Macht man das nicht, dann sterben die später dort eingeführten Fische an den für sie giftigen Betonausspülungen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, eine Sperrschicht aus Lehm zu legen und darauf reinen Sand. Doch auch das ist recht unbefriedigend. Wir entscheiden uns - und das wird das Hauptthema dieses Artikels sein - für einen Teich aus Folie.

 


 

Standortbestimmung

Zuerst einmal suchen wir uns einen geeigneten Platz in unserem Garten. In der Nähe stehende Laubbäume werfen einmal zu viel Schatten und zum Zweiten bringt das in den Teich kontinuierlich fallende Laub das Gleichgewicht des Wassers durcheinander. Das Algenwachstum wird beschleunigt, was dem Teich den Sauerstoff entzieht und für Fische eine Katastrophe wäre. Dann sollte der Teich an einer Stelle positioniert werden, wo er tagsüber die meisten Sonnenstunden hat. Erfahrungsgemäss sollten die zwischen 6 - 8 Sonnenstunden liegen, was man gut selbst ohne grossen Aufwand kontrollieren kann. Mehr oder weniger ist auf alle Fälle ungesund. Wir müssen da nämlich einen Spagat machen zwischen Sonne, die der Teich braucht und Halbschatten, damit der Algenwuchs nicht überhand nimmt. Hinzu kommen Erfahrungswerte, die besagen, je grösser das Teichvolumen, um so stabiler die Wasserwerte. Auch da müssen wir dann schauen, wie wir das alles in unserem Garten unter einen Hut bringen. Haben wir also den idealen Standort gefunden - wahrscheinlich müssen wir hier wie im Leben auch Kompromisse eingehen - dann beschäftigen wir uns mit der Grösse des Teiches.

 


 

Grössenbestimmung

Möchten wir nur einen kleinen Naturteich, der Vögeln die Gelegenheit gibt, dort zu trinken und Fröschen die Möglichkeit bietet, sich bei dir anzusiedeln, dann spielt die Grösse und Tiefe des Teiches eine eher sekundäre Rolle. In diesem Artikel soll es aber darum gehen, einen schönen Teich anzulegen, der mit Fischen bevölkert wird. Dabei müssen wir dann aber auch schon im Voraus planen. Im harten Winter kann es passieren, dass der Teich bis zu einer Tiefe von 0,80m zufriert. Die so genannte Frosttiefe. Ist unser Teich also nicht tiefer, dann haben wir am Ende tiefgefrorenen Fisch. Meiner Meinung nach liegt die optimale Tiefe bei 1,20m - 1,50m. Wenn unser Garten gross genug ist, sollten wir das auch nutzen. Dabei ist ein ovaler Teich einem runden Teich vorzuziehen. In unserem Fall entscheiden wir uns für einen Teichgrösse: 3,50m x 6m. Die Form des Teiches markieren wir zuerst mit Erdnägeln oder Holzpflöcken, die wir mit einer Schnur umspannen. Jetzt haben wir die Möglichkeit, die Pflöcke so lange zu verschieben, bis der Teich die für uns optimale Form hat. Die Tiefe legen wir dabei mit 1,50m fest.

Optimale Tiefe für Fische beim Überwintern

Siehe Grössenbestimmung des Teiches. Im Herbst sollten die Fische noch richtig gefüttert werden, damit sie im Winter von ihren Körpervorräten zehren können. Der Teich sollte bis zum Rand mit Wasser aufgefüllt werden, was einmal Einfluss auf die Tiefe des Eises hat und zum anderen mehr Sauerstoff gewährt. Ist der Teich vereist, auf keinen Fall(!) ein Loch in das Eis schlagen, damit die Fische Luft zum Atmen haben. Durch die dabei entstehende Druckwelle könnten die Schwimmblasen der Fische Schaden nehmen, was zu ihrem Tode führen würde. Es gibt im Fachhandel aus Styropor "Eisfreihalter", die man in die Mitte der Wasseroberfläche legt. Dies gewährt einen Sauerstoffaustausch zwischen Wasser und Luft. Wenn wir uns in entsprechenden Läden das Prinzip dieser "Eisfreihalter" anschauen, sind wir sehr wahrscheinlich in der Lage, aus Styroporresten, die von Versandkartons noch irgendwo rumliegen, selbst so etwas zu basteln.

 


 

Biotop einplanen

Wir haben uns also entschlossen, dem Gartenteich ein schönes Rundum_Biotop zu genehmigen. Ein Gartenteich ohne bepflanzte Randzonen wäre wie ein Hamburger ohne Fleisch. Wichtig ist dabei vor allem, dass sich unser Biotop von selbst regeneriert! Je mehr Wasserpflanzen du in deinem Biotop ansiedelst, desto besser wird die Wasserqualität sein. Auch hier allerdings mit Augenmass vorgehen. Wenn wir unseren kompletten Gartenteich als Biotop ansehen, dann teilen wir ihn in vier Zonen: die erste Zone ist die Randzone, die direkt mit dem Land abschliesst. Sie sollte zwischen 20cm und 30cm tief sein. Die zweite ist etwa 60cm tief. Die dritte Zone ist 80cm tief, dann kommt die eigentlich Tiefzone, in der sich auch später der Mulch absetzt.

 


 

Folienberechnung

Für die Berechnung der Gesamtgrösse unserer Folie - die wir immer in einem Stück kaufen(!) - machen wir folgende Berechnung:

Länge der Folie (6m) + 2x tiefste Stelle (1,50m) + 2x flache Randzone (90cm)
+ 2x Kapillarstreifen (20cm) = 11,20m

Breite der Folie (3,50m) + 2x tiefste Stelle (1,50m) + 2x flache Randzone (90cm)
+ 2x Kapillarstreifen (20cm) = 8,80m

Wenn man nicht gerade eine Sonderanfertigung bestellt, sondern Meterware, muss entweder eine Länge oder eine Breite durch zwei Meter teilbar sein, oder zumindest auf einen Meter gerundet werden. Die in fast allen diesen Firmen verfügbaren Breiten bieten die Folie immer in 2m-Schritten an. Da 8,80m als Breite 10m Breite zur Folge hätte, wählen wir die Länge, da wir hier nur 80cm zugeben, also 12m.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Randzone bei der Breite zu verkleinern in 2x 0,55m. Dann kämen wir auch auf unsere 8m Breite, die es im Angebot gibt (8m / 2m )

1 x 8.00 m x 11.20 m = 89.6 m² Folie.

1 x 8.80 m x 12.00 m = 105.6 m² Folie. Nun können wir uns im Internet Händler suchen und bei gleicher Qualität Preise vergleichen.

 


 

Ausschachtarbeiten

Wir stechen einmal rundum eine Spatentiefe die Umrisse des späteren Teiches aus. Nun werden eventuell vorhandene Sträucher entweder umgesetzt oder entsorgt und Steine ect. entfernt. Dann beginnen wir von aussen(!) nach innen zu graben (Manche schreiben in ihren Anleitungen, man sollte von innen nach aussen arbeiten. Wenn jemand das so machen möchte, ist nichts gegen einzuwenden). Zuerst legen wir Zone 1 fest, die Randzone. dann arbeiten wir weiter zu Stufe 2 und 3, bis wir zur Tiefzone kommen. Haben wir die Tiefzone erreicht, dann graben wir in Teichmitte noch ein konisches Loch, etwa 10-20cm tief und 50cm Durchmesser. Wenn wir die Folie richtig verlegt haben, dann ist in der Teichmitte ein kleines Knäuel, welches wir dort hinein deponieren. Gleichzeitig wird sich später dort der Mulch absetzen. Am einfachsten geht das mit den Zonen, wenn wir die Tiefe von Zone 1 komplett über den ganzen Teich ausheben, anschliessend die nächste Zone. So kann es uns nicht passieren, dass wir mal was zu viel wegnehmen oder die Zonen falsch bearbeiten. Wenn wir an Zone 4 gehen, dann stechen wir die Erde nicht etwa senkrecht ab, das könnte zum Einsturz der Grube führen, sondern konisch. Letztendlich hätten wir - die 0,55m Flachzonen angenommen - eine Tiefzone, die 2m breit und 3,80m lang wäre. Zusammen mit den unterschiedlich tiefen Randzonen und deren Bepflanzung wäre das schon ein sehr gemütlicher Teich für die Fische.

 


 

Die richtige Folie

Für welche Folie wir uns letztendlich entscheiden, wird natürlich auch von unserem Geldbeutel abhängen. Ich tendiere dazu - wenn ich den Gartenteich sehr lange nutzen und an ihm Freude haben will - lieber eine qualitativ hochwertigere und damit natürlich auch teurere Folie zu kaufen. Es gibt Folien für Miniteiche ab 0,5mm Folienstärke, für mittlere Teichgrössen bis maximal 160cm Wassertiefe mit einer Folienstärke von 1mm (können auch 1,5mm sein) bis hin zu grossen Teichen bei 1,5mm Folienstärke. In unserem Fall haben wir eine Teichgrösse angenommen von 3,50m x 6m x 1,50m. Für diese Grösse favorisiere ich eine Folienstärke von 1,5mm. Passend dazu brauchen wir noch Teichvlies als Unterlage für die Folie. Bei durchwachsenem Boden, der auch steinig ist, sollten wir auf Teichvlies zugreifen, das ein m²-Gewicht von 500g besitzt. Das dient vor allem dem langfristigen Schutz der Folie vor Unebenheiten oder spitzen Steinen, die im Laufe der Zeit nach oben gedrückt werden.

Teichfolien sollten den europäischen Standards für PVC-Teichfolien unterliegen und folgende Eigenschaften haben:

  • heizkeilverschweisst
  • reißfest- und dehnfähig
  • hochelastisch und reißstabil
  • cadmium- und bleifrei nach DIN
  • frostbeständig bis -20°C
  • verrottungsfest
  • UV-Stabil
  • deutsche Fertigung
  • 20 Jahre Garantie

 


 

Folie verlegen

Wenn die Grube zu unserer Zufriedenheit fertig gestellt ist, wir haben sie insgesamt allseitig in allen Ebenen etwa 10cm tiefer gemacht, dann schauen wir noch einmal genau nach, ob sich im Erdboden noch spitze Steine verstecken, die später, wenn das Gewicht des Teichwassers auf der Folie liegt, durch die Folie durchdrücken könnten. Anschliessend messen wir mit einer Schlauchwaage, ob die äusseren Teichränder auf einer Ebene liegen. Das machen wir diagonal über den Teich an verschiedenen Punkten. Zur Sicherheit können wir einen kleinen Abschnitt wählen, an dem wir das Niveau etwas tiefer machen, damit bei sehr viel Regen der Teich das überschüssige Wasser kontrolliert abgeben kann. Ist also alles okay, dann verteilen wir rundum feinen Sand in etwa 10cm Höhe und legen unser Teichflies aus, welches ebenfalls Schutz für die Folie bedeutet. Ist das geschehen, verlegen wir die Folie möglichst faltenfrei. Auf der Folie laufen wir NICHT(!) mit Schuhen. Wir werden natürlich immer Falten bekommen, auch wenn wir noch so sorgfältig arbeiten. Diese legen wir im Uhrzeigersinn in eine Richtung. Am besten verlegt man die Folie zu viert. Dann kann sich jeder eine Ecke greifen und man hat dann sofort die richtige Position. Auf keinen Fall mit der Folie über den Gartenboden schleifen. Das könnte sie bereits beschädigen. Die Folie - speziell wenn sie dicker ist - wird elastischer, wenn es am Tag warm ist und die Sonne scheint. Damit die Folie nicht überdehnt wird und es zu eventuellen Spannungen kommt, verlegen wir die Folie ganz locker. Dabei achten wir darauf, dass wir die Folie gleichmässig an allen Seiten so positionieren, dass sie über den Überlauf zu stehen kommt. Die Folie liegt und nun streuen wir vorsichtig eine Schicht feinen Kies auf die Tiefzone. Die kleinen Falten, die wir im Uhrzeigersinn gelegt haben, dienen später kleinen Lebewesen als Unterschlupf.

 


 

Wasser einfüllen

Die Folie liegt und die Tiefzone wurde mit feinem Kies ausgekleidet. Jetzt nehmen wir unseren Gartenschlauch und axhten darauf, dass wir keinen harten Strahl haben. Vorsichtig füllen wir mit dem Wasser die Tiefzone auf. Auf keinen Fall verwenden wir Regenwasser, da dies zu weich ist. Da unser Wasser aus der Leitung kommt, ist es gechlort und wir müssen jetzt etwa eine Woche warten, bis sich das Wasser gesetzt hat, ehe wir mit dem Bepflanzen beginnen können. Da ja später auch noch Fische eingesetzt werden sollen, gilt auch hier: nach dem Bepflanzen muss unser Gartenteich noch mindestens drei Monate ohne Fische auskommen. Nach dieser Zeit sollte das Wasser so weit sein, dass man die Fische einsetzen kann. Allerdings nimmt man vorher noch eine Wasserprobe und achtet darauf, dass das Wasser eine mittlere Härte hat.

 


 

Biotop/Teich bepflanzen

Bei der Teichbepflanzung sollten wir darauf achten - zumal ja später Fischbesatz dazu kommt - dass wir möglichst Pflanzen einsetzen, die viel Sauerstoff produzieren und Oberflächenpflanzen, die dem Wasser Nährstoff entziehen und somit hervorragend das Algenwachstum ausbringen oder sogar verhindern. Es darf keine Erde für die Pflanzung benutzt werden, weil sich in der Erde viele Nährstoffe befinden, die im Wasser ausgespült werden und das Algenwachstum fördern. Besser ist feiner Kies oder Tonkügelchen. Je vielfältiger wir unsere Pflanzenwelt gestalten, desto besser die Qualität des Wassers und um so stabiler das Ökosystem des Teiches. Ein stabiles Ökosystem kann dann auch auf Technik verzichten. Es reguliert sich selbst. Zu beachten wäre noch, dass Pflanzen eingesetzt werden, die auch bei niedrigen Temperaturen blühen und gedeihen.

Fangen wir mit den Pflanzen an, die dem Wasser Nährstoffe entziehen. Eine sehr einfach zu händelnde Pflanze ist das Hornblatt. Es hat keine Wurzeln und treibt unter der Wasseroberfläche. Je mehr Nährstoffe sich im Wasser befinden, desto schneller wächst es. Wenn sich im Teich zu viel Hornblatt befindet, fischt man es einfach ab und kompostiert es. Als nächstes hätten wir die Wasserpest, die am Boden wurzelt. Im Herbst bilden die Pflanzen Winterknospen, aus denen im Frühjahr neue Pflanzen wachsen. Im Herbst sollte man den Bestand etwas verringern und vor allem gelbe Triebe beseitigen, da diese beim Absterben den Algen neue Nahrung geben würden. Das Tausendblatt ist winterhart und wurzelt am Teichboden. Mummeln sind eine Teichrosenart, die gelb blühen. Der Froschbiss ist winterhart und kann sich im Teich gut ausbreiten. Wie die Wasserpest bildet der Froschbiss im Herbst Knospen, aus denen im Frühjahr neue Triebe spriessen. Kleine Wasserlinsen wachsen sehr schnell und vermehren sich stark. sie dienen Goldfischen als Nahrung und geben Algen kaum eine Chance, sich im Teich auszubreiten. Nehmen sie überhand, fischt man sie einfach ab und kompostiert sie. Die Krebsschere treibt frei im Wasser und blüht im Sommer. Im Herbst sinken die Pflanzen auf den Grund und überwintern als Knospen. In der Sumpfzone des Teiches setzen wir am Besten Pflanzkörbe ein, die wir mit Froschlöffel, Igelkolben, Herzlöffel, Schwanenblume und Pfeilkräutern bestücken. Bei der Randbepflanzung sollten wir im Auge behalten, dass Gewächse wie Rohrkolben und Schilf nur an wirklich grossen Teichen angepflanzt werden sollten. Ansonsten können wir Binsen, Süss- und Riedgräser für den Uferbesatz verwenden. Ferner kann man am Teichrand beliebige Sommerblumen und Stauden pflanzen. Wenn unser Teich und sein Umfeld natürlich aussehen sollen, dann ist es gut, verschiedenen Gräser und Heckenrosen zu pflanzen, die Insekten anlocken und Vögeln Raum zum Nisten bieten. Man kann dann auch Nutzpflanzen harmonisch ins Bild einfügen.

 


 

Der richtige Fisch

Die Überschrift dieses Kapitels lautet ja, "Der richtige Fisch". Also scheint es auch falsche Fische zu geben, die für unseren Gartenteich völlig ungeeignet sind. Fangen wir also gleich damit an, die "falschen Fische zu benennen.

  • Hecht
  • Wels
  • Schwarzer Katzenwels
  • Zwergwels
  • Gelbling
  • Waller

Alle diese Fischarten sind Räuber und fressen alles, was schwächer als sie selbst ist.

Die "richtigen" Fische sollten wir aber vorher genau daraufhin untersuchen, wie ihr soziales Verhalten anderen Fischarten gegenüber ist . Nicht zu unterschätzen ist dabei auch die Grösse der später ausgewachsenen Tiere. Für die Art Gartenteich, der mir vorschwebt, würde ich also auf keinen Fall Kois - obwohl die gartenteichtauglich sind - nehmen, weil die mir im ausgewachsenen Zustand zu gross wären und kaum noch andere Fischarten daneben Platz hätten. Da müsste es schon so etwas wie ein japanischer Garten sein, der aus Ruheinseln, Wasserkanälen und kleinen Seen besteht. Die von mir favorisierten Fische wären:

  • Bitterling
  • Elritze
  • Gemeiner Sonnenbarsch
  • Goldorfe
  • Moderlieschen
  • Stichling

Bei Stichlingen ist allerdings ein Abstrich zu machen. Im Schwarm töten sie Lurchlarven. Wollen wir also Amphibien ansiedeln, verzichten wir lieber auf Stichlinge. Von den Sonnenbarschen sollte man maximal fünf im Gartenteich halten, weil sie in der Brutzeit zur Verteidigung der eigenen Brut äusserst aggressiv reagieren. Regulär ist die Goldorfe ein sozial angepasster friedliebender Fisch, der im Schwarm lebt. Grössere Exemplare können allerdings zu Räubern werden. Moderlieschen haben ein sehr gutes Sozialverhalten, brauchen aber den Schwarm. Einzeln oder in Paaren verkümmern sie und sterben auch ziemlich schnell. Die Elritze ist auch ein friedlicher Schwarmfisch, der ebenfalls in Schwärmen von mindestens acht bis zehn Exemplaren gehalten werden sollte.

 


 

Fische und Fütterung

Fische sollten in einem naturähnlichen Gartenteich im Sommer nicht extra zugefüttert werden. Das erhöht zum Einen die Population und die Fische wachsen extrem schnell heran. Besser ist es, erst im Herbst Zusatzfutter zu geben, damit die Fische die Winterzeit gut überstehen. Es gibt noch ein drittes Übel. Futter, welches von den Fischen wegen Übermass an Fütterung nicht gefressen wird, sinkt zu Boden, wo der Fäulnisprozess einsetzt, der den Sauerstoffgehalt des Teiches drastisch reduziert und das Algenwachstum fördert. Auch hier ist wieder Augenmass angesagt.

 


 

Teichpflege

Ein naturbelassener Gartenteich pflegt sich in der Regel selbst. Mit den hier vorgestellten Pflanzen wird er optimal mit Sauerstoff versorgt, während die durch Algen und Schwebestoffe verursachte Nitratbildung durch die Wasserpflanzen auf einem niedrigen Niveau gehalten wird. Das dämmt auch gleichzeitig das Wachstum neuer Algen.

Was und wie messen wir jetzt eigentlich? Es gibt folgende Kriterien, die zu beachten sind:

  • Sauerstoff
  • Stickstoff (Nitrit, Nitrat, Ammonium)
  • PH-Wert
  • Wasserhärte
  • Phosphate

Schauen wir uns als Erstes den Sauerstoff an. Ist unser Gartenteich sauerstoffarm, weil beispielsweise die Temperaturen im Sommer extrem hoch sind und die Pflanzen es nicht schaffen, genügend Sauerstoff am Tag zu produzieren, dann sehen wir, wie die Fische unnormal oft an die Wasseroberfläche kommen und gierig nach Luft schnappen. Geht das über einen längeren Zeitraum, müssen wir einschreiten. Es gibt eine chemische Möglichkeit, die ich jedoch ausklammern möchte. Besser ist es, einen Springbrunnen zu installieren, den wir in die Mitte des Teiches stellen. Dabei wird die Pumpe auf Steine gesetzt, damit sie nicht den Modder vom Grund ansaugt. Ich halte im Allgemeinen nicht viel von technischen Anlagen in einem Gartenteich, aber in solchen Fällen ist es durchaus angebracht.

Kommen wir zum Stickstoff. Wenn wir unseren Teich mit den richtigen Wasserpflanzen besetzt und in der richtigen Quantität besetzt haben, ausserdem darauf achten, dass vom Garten keine Erde in den Teichkommt, sollte sich der Teich von ganz allein regulieren, so dass wir überhaupt nicht eingreifen müssen. Durch eine entsprechende Uferumrandung aus Steinen sollte das weitgehend unterbunden werden. Wenn Laub oder andere Dinge, die faulen können, in den Teich fallen, reicht es, sie mit einem Kescher abzufischen, ehe sie auf den Grund sinken.

Nitrat ist eine Stickstoffverbindung, die in jedem Gartenteich vorhanden ist. Es handelt sich dabei um Fischkot, Überangebot an zugesetztem Futter und tote Pflanzen oder Blätter. Durch zu viel Nitrat, sprich Stickstoff wird das Wachstum der Algen angeregt, was wiederum den Sauerstofhaushalt negativ beeinflusst. Durch Schwebealgen trübt sich das Wasser stark ein. Eine regelmässige Kontrolle und Abfischen der Verunreinigungen kann den Teich wieder stabilisieren.

Nun kommen wir zu den Verbindungen, die für Fische lebensbedrohlich werden können. Wir haben es hier mit Nitrit und Ammoniak zu tun. Die Bildung dieser beiden Verbindungen ist in direkter Linie abhängig vom PH-Wert des Wassers. Je höher der PH-Wert ist, desto eher entstehen diese beiden Stoffe. Hat sich erst einmal Ammoniak gebildet, müssen wir sofort(!) handeln, weil Ammoniak unsere Fische töten kann. Sind die Werte so hoch, dass unsere Fische auffäliges und atypisches Verhalten an den Tag legen, dann bleibt uns nur, einen Teil des Wassers zu wechseln. Empfohlen wird allgemein, nur ein Drittel des Wassers auszuwechseln, weil die anderen Werte aller Wahrscheinlichkeit nach stabil im grünen Bereich liegen. Mit einem Wasserwechsel zu einem Drittel wird der Gehalt des Ammoniaks so weit verdünnt, dass er für die Fische nicht mehr giftig ist. Man sollte aber nach dem Wasserwechsel eine Reihe von Analysen vornehmen.

Gehen wir gleich zum vorher bereits benannten PH-Wert. Der PH-Wert sagt etwas über den Säurezustand unseres Gartenteiches aus. Wie wir im vorherigen Abschnitt gesehen haben, ist der PH-Wert auch für die Entstehung von Ammoniak verantwortlich. Aber er ist auch gleichzeitig verantwortlich für den Härtegrad des Wassers. Ein PH-Wert von 7 - 8 gilt für unseren Fischteich als optimale Einstellung. Ab dem PH-Wert 9 bildet sich das gefährliche Ammoniak.

Und schon sind wir bei der Wasserhärte angelangt. Ist zum Beispiel der PH-Wert zu niedrig und der Härtegrad des Wassers zu hoch, dann muss Wasser gewechselt werden. Häufig hört man von Gartenbesitzern, die einen kleinen Teich besitzen, dass sie Regenwasser nehmen. Regenwasser ist aber für unseren Gartenteich ungeeignet, weil es zu weich ist und meist abgespülte Schwermetalle von Dächern beinhaltet. Brunnenwasser ist ebenfalls ungeeignet, weil es zu kalt ist und einen zu hohen Nitratgehalt hat. Bei Leitungswasser ist der PH-Wert normalerweise in Ordnung. Häufig ist jedoch der Phosphatgehalt zu hoch. Wir könnten also durchaus Leitungswasser nehmen, sollten aber darauf achten, dass die Karbonat-Härte über 4° liegt. Ist der Härtegrad zu gering, können wir das ausgleichen, indem wir ausnahmsweise zu einem Präparat wie beispielsweise "Härte Plus" greifen. Sollte das Wasser jedoch zu hart sein, nivellieren wir es mit Regenwasser. Nicht erschrecken, wenn das Wasser kurz nach dem Wechsel grün wird. Das ist völlig normal. Nach cirka 10 Tagen klärt sich das Wasser wieder und das Gleichgewicht ist wieder hergestellt.

Für grünes Wasser sind Phosphate und Nitrate verantwortlich. Unsere Wasserpflanzen bauen dies jedoch recht schnell ab, so dass wir nach spätestens drei Wochen klares Wasser im Teich haben.

Eine Generalreinigung unseres Teiches sollte alle 5 - 7 Jahre vorgenommen werden. Dabei wird der am Teichboden befindliche Mulch, der sich im Laufe der Zeit angesammelt hat, entfernt. Die optimale Zeit für den Wasseraustausch liegt entweder im April oder Oktober. Viele Menschen, die sich mit dem Gedanken tragen, einen Gartenteich anzulegen, haben die Befürchtung, der Gartenteich ziehe Stechmücken an. Dies ist aber ein Trugschluss. Ein gesundes und gut funktionierendes Biotop ist frei von Stechmücken.

Wie teste ich nun das Wasser? Es gibt für die jeweiligen Anwendungen Teststreifen, die man einzeln erwerben kann. Das könnte mit der Zeit kostspielig werden. Ein von vielen Gartenteichbesitzern empfohlener Test besteht aus einem Koffer, in dem sich alles befindet, was man braucht, um die jeweiligen Werte zu messen. Der Koffer kostet in etwa 50 Euro. Ich gebe hier einmal das Inhaltsverzeichnis des Koffers wieder:

  • Bedienungsanleitung
  • 4 Glasküvetten
  • 1 Kugelschreiber
  • 1 10ml-Spritze
  • 16 Fläschchen mit Testflüssigkeit
  • 2 Röhrchen mit Pulver (Nitrat- Phosphattest
  • 1 Dose mit Pulver (Eisentest)
  • 1 Flasche 250ml destilliertes Wasser
  • 1 Tabelle zum Ablesen der Werte
  • Plastiklöffel zum Dosieren

Dieser Testkoffer reicht für viele Jahre. Zudem lassen sich einzelne Substanzen des Koffers nachbestellen.

Wenn im Herbst die Bäume und Büsche ihr Laub verlieren, sollte man daran denken, sich ein Teichnetz zu besorgen und dies über dem Teich aufzuspannen. So bleibt der Teich sauber.

cornelia warnke 14.05.2014

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