Brand in Hamburger Fluechtlingsheim - drei Tote

Brand in Hamburger Flüchtlingsheim

13-jähriger Junge gesteht die Tat

Da hat also ein 13-jähriger Junge ausgerechnet in einem Flüchtlingsheim einen Kinderwagen angezündet. Nun kommen Psychologen und sagen, der Junge konnte das nicht vorhersehen, er sei schliesslich noch ein Kind. Ich kenne 13-jährige Kinder, die wesentlich klüger als Erwachsene sind - das mal so nebenbei.

Darum geht es aber garnicht. Vielmehr stellt sich die Frage: warum ausgerechnet in einem Flüchtlingsheim. Kann es sein - da bewege ich mich natürlich im Bereich der Spekulationen - dass im Umfeld des Jungen rassistische Äusserungen an der Tagesordnung sind und der Junge deshalb glaubte, etwas Richtiges zu tun? Natürlich konnte er nicht damit rechnen, dass bei seinem Brandanschlag Menschen sterben würden. Allerdings fällt hier auf, dass er kurz vor dem Brand der freiwilligen Jungfeuerwehr beigetreten ist. Nur um einmal bei einem Feuer dabei zu sein? Und ausgerechnet in einem Wohnheim, in dem u.a. Flüchtlinge untergebracht sind? Ist es möglich, dass hier die Hassparolen der Nazis bereits bei Kindern ankommen?

Es gibt Menschen, die schicken Kinder vor, eine Straftat zu begehen, weil bekannt ist, dass strafunmündigen Kindern nichts passiert. Ich will hoffen, dass es hier nicht ebenso ist. Denn das hätte dann eine völlig neue Qualität.

Jetzt wird erst einmal abzuwarten sein, was die weiteren Ermittlungen ergeben. Falsch finde ich, wie bereits im Vorfeld sehr offensiv ausgeschlossen wird, es könne um einen rassistischen Hintergrund gehen. Das Ergebnis sollte doch erst am Schluss einer Ermittlung bekannt sein.

NDR NEWS

Von der TAZ hört man ebenfalls Kritik daran, dass bereits im Vorfeld der Ermittlungen rassistische Motive ausgeschlossen werden können. Was ist eigentlich, wenn, wie im Fall des Libanesen, auch dieser Junge unschuldig ist? Mich nervt es jedenfalls, wenn amtliche Stellen grosskotzig eine Meinung weitergeben, die sie nicht belegen können. Das lässt mich an all die anderen Fälle von rassistischen Übergriffen denken, die von der Polizei als normale Straftaten dargestellt wurden.

TAZ NEWS

Fakt ist jedenfalls, dass eine neue Verunsicherung entstanden ist, weil niemand genau weiss, wie es sich wirklich verhält. Selbst wenn die Nazis oder ihre Parolen nichts damit zu tun haben sollten und es in der Tat nur das Zündeln eines verwirrten Jungen war, sind neue Ängste entstanden und Bilder von anderen, ähnlichen Ereignissen kommen wieder hoch.

© cornelia warnke 9.02.2014

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